Zwei Milliarden Dollar hat Donald Trump im vergangenen Jahr eingenommen. Ein Teil dieser Summe kam von Hunderttausenden seiner eigenen Anhänger, die auf eine spekulative Kryptowährung namens TRUMP setzten, in der Hoffnung, ihr Wert werde mit seiner Rückkehr ins Weiße Haus in die Höhe schießen. Sechshundertsechsunddreißig Millionen Dollar davon flossen allein aus diesem einen Coin in seine eigene Tasche. Viele derjenigen, die seinem Aufruf folgten und kauften, blieben mit Verlusten zurück. Es ist eine Zahl, die man nicht schnell lesen sollte, sondern langsam, denn in ihr steckt eine ganze Beziehung zwischen einem Präsidenten und den Menschen, die ihm vertrauten.

Der Coin selbst zeigt Trump mit erhobener Faust, in jener Geste, die er nach dem Attentatsversuch von 2024 machte. Er hat keinen inneren Wert, kein Produkt, kein Unternehmen dahinter. Er ist reine Wette auf eine Aura, auf die Vorstellung, dass alles, was diesen Namen trägt, mit seiner Präsidentschaft wachsen müsse. Diese Woche wurde bekannt, dass Trump aus der gesamten Kryptobranche seit seiner Rückkehr ins Amt 1,4 Milliarden Dollar eingenommen hat. Seine 927 Seiten lange Vermögensoffenlegung zeigt, wie er und seine Familie im Jahr 2025 durch das verlustreiche Unternehmen Trump Media und die separate Kryptofirma World Liberty Financial gewaltige Summen einstrichen, während gewöhnliche Anleger enorme Verluste erlitten.
Frage: „Sie hatten im vergangenen Jahr ein sehr einträgliches Jahr. Welche Botschaft sendet das an Amerikaner, die finanziell zu kämpfen haben?“
Trump: „Damit befasse ich mich nicht.“
Man muss sich diesen Gegensatz vor Augen führen, um zu verstehen, was hier eigentlich geschieht. Ein Präsident verdient an einem Produkt, das seinen eigenen Namen trägt, während die Menschen, die diesem Namen vertrauten, ihr Geld verlieren. Laut der Analysefirma Chainalysis erzielten achtundfünfzig Investoren des TRUMP-Coins Gewinne von über zehn Millionen Dollar, zusammengerechnet etwa 1,1 Milliarden Dollar, die meisten von ihnen frühe Händler, die ausstiegen, bevor der Kurs einbrach. Gleichzeitig verloren rund 764.000 Krypto-Wallets, die meisten mit kleinen Beständen, bei genau diesem Coin ihr Geld. Bei jedem einzelnen Handel kassierten Trump und seine Partner Transaktionsgebühren, die zusammen mit anderen Einnahmen Hunderte Millionen Dollar ergaben.
TRUMPS FINANZOFFENLEGUNG IST VERÖFFENTLICHT WORDEN – UND SIE FÄLLT NOCH BRISANTER AUS, ALS VIELE ERWARTET HATTEN

Das US-Amt für Regierungsethik hat am Mittwoch Donald Trumps 927 Seiten umfassende Vermögenserklärung veröffentlicht. Daraus geht hervor, welche Einnahmen der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten im Jahr 2025 erzielte:
💰 635 Millionen US-Dollar mit der Kryptowährung TRUMP, während der Kurs des Memecoins von 74 Dollar auf 1,68 Dollar fiel und viele Kleinanleger hohe Verluste erlitten.
💰 594 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf von Token und Stablecoins des Kryptoprojekts World Liberty Financial, das Trump gemeinsam mit seinen Söhnen gegründet hat.
💰 65 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf von Unternehmensanteilen an derselben Firma.
💰 Mehr als 80 Millionen US-Dollar aus Vergleichszahlungen von ABC, CBS, Meta und YouTube, die an seine Präsidentenbibliothek flossen.
Insgesamt beliefen sich Trumps Einnahmen aus dem Kryptogeschäft damit auf mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar – innerhalb eines einzigen Jahres, während er Präsident der Vereinigten Staaten war.
Sein geschätztes Vermögen soll seit Amtsantritt von 2,4 Milliarden auf 6,3 Milliarden US-Dollar gestiegen und damit nahezu verdreifacht worden sein.
Während Trump nach diesen Angaben mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar mit Kryptowährungen verdiente, verloren viele Käufer seines Memecoins Geld. Demnach befanden sich 764.000 Wallets im Minus.
Das Fazit von Kaizen Blog: Das ist die korrupteste Präsidentschaft in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Punkt.
Lee Reiners, ehemaliger Prüfer der Federal Reserve Bank und heute an der Duke University tätig, fand dafür klare Worte. Es sei kaum zu begreifen, dass ein amerikanischer Präsident sich auf Kosten so vieler seiner eigenen Unterstützer in diesem Ausmaß bereichere. Dieser Präsident, sagte Reiners, habe seit seinem Amtsantritt mehr Geld mit Kryptowährungen verdient als in jedem anderen Jahr seiner gesamten geschäftlichen Laufbahn zuvor. Das Weiße Haus wies jede Andeutung zurück, Trump nutze seine Anhänger aus. Sprecherin Anna Kelly erklärte, sämtliche Handlungen des Präsidenten und seiner Regierung geschähen im besten Interesse des amerikanischen Volkes, weder er noch seine Familie hätten sich jemals in Interessenkonflikten befunden oder würden dies jemals tun. Man liest diesen Satz und blickt dann noch einmal auf die Zahlen. Beides gleichzeitig zu glauben, fällt schwer.

Auch die Ehefrau des Präsidenten ist Teil dieses Geschäfts. Melania Trump nahm im vergangenen Jahr rund sechs Millionen Dollar durch den Verkauf ihres eigenen Memecoins ein, deutlich weniger erfolgreich als der ihres Mannes. Aus World Liberty erzielte Trump zusätzlich 799 Millionen Dollar, darunter ein erheblicher Anteil aus dem Moment, in dem die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate heimlich eine Beteiligung an dem Unternehmen erwarb, genau als Trump ins Weiße Haus zurückkehrte. Der von World Liberty geschaffene Coin WLFI ist inzwischen auf unter sechs Cent gefallen, ein Kursverlust von über achtzig Prozent gegenüber seinem Höchststand, der bei jenen Anlegern, die zu höheren Preisen einstiegen, enorme Verluste verursachte. Für Trump spielte dieser Absturz kaum eine Rolle. Ein Unternehmen aus seinem Umfeld erhielt laut Firmenoffenlegung fünfundsiebzig Prozent aller Verkaufserlöse von WLFI, sodass er längst verdient hatte, bevor der Kurs überhaupt einbrach.
Während er dieses neue Vermögen anhäufte, traf seine eigene Regierung Entscheidungen, die genau diesen Geschäften nützten. Die Börsenaufsicht SEC erklärte Anfang des vergangenen Jahres, Memecoins nicht wie Wertpapiere regulieren zu wollen. Trump selbst warb für ein Gesetz, das er unterzeichnete und das die Nutzung von Stablecoins in den Vereinigten Staaten ausweitete, wenige Monate nachdem World Liberty seinen eigenen Stablecoin herausgegeben hatte. John Reed Stark, früherer Leiter jener SEC-Abteilung, die Anlagebetrug im Internet untersuchte, nannte es traurig, dass diese Investoren keinerlei Schutz durch die Behörde mehr genössen, die Aufsicht habe sie geradezu fröhlich im Stich gelassen. Es gehe um einen Betrug, so alt wie die Wertpapiermärkte selbst, ein sogenanntes Pump-and-Dump-Schema, das wenige auf Kosten der Masse bereichere.
Trump selbst zeigt keine Anzeichen von Reue über die Verluste seiner Investoren. Stattdessen sucht er weiter nach Wegen, den Kurs seiner Kryptoprojekte kurzfristig zu heben. Im vergangenen Jahr veranstaltete er ein Dinner auf seinem Golfclub in Virginia für die größten Käufer seines Coins, das einen Bieterwettstreit auslöste und Investoren aus aller Welt anzog, den Kurs vorübergehend nach oben trieb. Eine ähnliche Veranstaltung in Mar-a-Lago in diesem Jahr brachte deutlich weniger Investitionen, der Kurs von TRUMP pendelte bei 2,83 Dollar, ein Rückgang von rund achtzig Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Coin sei völlig tot, sagen einige Investoren, die an jener Veranstaltung in Mar-a-Lago teilnahmen. Niemand interessiere sich mehr für ein Meme, das siebenundneunzig Prozent seines Wertes verloren habe.
Selbst treue Anhänger aus der Kryptoszene sind inzwischen ernüchtert. Im April verklagte der Kryptomogul Justin Sun, der zig Millionen Dollar in WLFI und TRUMP investiert hatte, das Unternehmen World Liberty. Er wirft ihm vor, ihn illegal daran gehindert zu haben, seine Bestände zu verkaufen, um den Kurs künstlich zu stützen. World Liberty weist die Vorwürfe zurück. Andere bedeutende Teile von Trumps Einnahmen im Jahr 2025 stammten aus Geschäften mit ausländischen Regierungen und Unternehmen, vor allem im Nahen Osten. Anders als in seiner ersten Amtszeit hat die Familie Trump internationale Geschäfte mit Staaten vorangetrieben, die handfeste Interessen an der amerikanischen Politik haben. Trump selbst zeigt wenig Bedauern darüber, sein früheres Versprechen aufgegeben zu haben, seine Familie solle keine Geschäfte im Ausland betreiben. Er habe so viele Deals machen können und habe es nicht getan, sagte er in diesem Jahr, und fügte hinzu, er habe festgestellt, dass es niemanden interessiere.
Die Offenlegung zeigt auch, wie tief seine persönlichen Investitionen mit den Entscheidungen seiner eigenen Regierung verwoben sind. Am 23. Juli kaufte Trump Aktien im Wert von jeweils bis zu fünf Millionen Dollar bei Broadcom, Meta, Amazon, Apple, Microsoft und Nvidia, allesamt Unternehmen, die stark auf Gewinne aus dem Markt der künstlichen Intelligenz setzen. Am selben Tag stellte seine Regierung ihren Aktionsplan für künstliche Intelligenz vor, in dem das Weiße Haus den Wunsch nach einer Deregulierung der Branche äußerte. Die Kurse von vier der sechs Aktien sind seither gestiegen, Apple und Broadcom legten um mehr als dreißig Prozent zu. Diese Käufe tauchten in keinem der periodischen Berichte auf, die das Jahr 2025 abdecken sollten, obwohl das gesetzlich vorgeschrieben ist. Seine am Mittwoch eingereichte Offenlegung zeigt, dass er dafür eine geringe Geldstrafe zahlte.

Auf die Frage, wie viel Geld er seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus verdient habe, reagierte Trump am Mittwoch ausweichend. Er ließ persönliche Finanzentscheidungen zu seinen Investitionen offenbar anderen Menschen. Er wisse nicht, ob er in der Politik oder im Geschäft die bessere Karriere gehabt habe, sagte er, während er mit seinen beiden ältesten Söhnen Eric Trump und Donald Trump Jr. an seiner Seite die neue Air Force One bestieg, ein Geschenk der Regierung von Katar. Er habe jedenfalls eine großartige Geschäftskarriere gehabt, und man habe ja das Geld gesehen. Seine Vermögensverwalter träfen die Entscheidungen über einzelne Aktien, ohne ihn oder seine Familie zu konsultieren. Er spreche gar nicht mit ihnen, sagte er, er habe viele solcher Leute, geschlossene Konten oder wie man das nenne, man lege sein Geld hinein und das war es dann. Große Institutionen führten das für ihn.
Es ist ein Satz, der eine ganze Philosophie der Verantwortungslosigkeit in sich trägt. Man legt sein Geld hinein, spricht mit niemandem, und am Ende weiß man angeblich nicht, wie 636 Millionen Dollar aus einem Coin fließen, der den eigenen Namen und das eigene Gesicht trägt. Es ist die alte Frage der Macht, die sich hier in neuem Gewand zeigt. Wer entscheidet, ohne zu entscheiden, ist trotzdem verantwortlich für das, was in seinem Namen geschieht. Ein Präsident, der behauptet, seine Vermögensverwalter agierten unabhängig, während seine eigene Regierung genau jene Aktien begünstigt, die er kurz zuvor gekauft hat, verlangt von den Bürgern einen Vertrauensvorschuss, den keine Fakten mehr stützen.
Zum Vergleich: Vizepräsident JD Vance verzeichnete deutlich geringere Einnahmen, auch wenn er durch sein Buch Hillbilly Elegy zwischen einer und fünf Millionen Dollar an Tantiemen einnahm, gegenüber weniger als hunderttausend Dollar im Jahr zuvor. Es ist ein Unterschied, der die Dimension von Trumps Einnahmen noch einmal schärfer zeichnet. Am Ende bleibt ein Bild, das man kaum eleganter hätte inszenieren können, wäre es nicht bittere Realität. Ein Präsident, der mit dem eigenen Gesicht auf einer Münze Geld verdient, während 764.000 Menschen, die ihm glaubten, mit leeren Taschen zurückbleiben. Es ist keine neue Geschichte in der Menschheit, dass Vertrauen zur Handelsware wird. Neu ist nur, mit welcher Offenheit dieses Geschäft heute betrieben wird, ohne Scham, ohne Umweg, direkt aus dem Oval Office heraus, dokumentiert auf 927 Seiten, die niemand mehr als Skandal, sondern nur noch als Verwaltungsakt liest.
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