Die Lage rund um die Straße von Hormus gerät erneut außer Kontrolle. Während sich amerikanische und iranische Streitkräfte am Donnerstag rund um die Straße von Hormus erneut direkte Gefechte lieferten, wurde gleichzeitig bekannt, dass Saudi-Arabien Donald Trump zuvor den Zugriff auf seinen Luftraum und amerikanische Militärbasen verweigert hatte. Genau diese Entscheidung zwang das Weiße Haus offenbar dazu, die groß angekündigte Marineoperation „Project Freedom“ abrupt wieder zu stoppen.
Nach Angaben amerikanischer Militärvertreter wollte Trump amerikanische Kriegsschiffe einsetzen, um Handelsschiffe durch die blockierte Straße von Hormus zu eskortieren. Die Operation sollte offiziell gestrandete Tanker und Besatzungen schützen. Doch ohne saudische Unterstützung war der Plan militärisch kaum durchführbar. Für den Schutz amerikanischer Zerstörer wären umfangreiche Luftoperationen notwendig gewesen – darunter Kampfflugzeuge und Angriffshubschrauber.

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman verweigerte laut mehreren Quellen daraufhin die Nutzung saudischer Militärbasen und des saudischen Luftraums. Die Entscheidung soll amerikanische Regierungsvertreter regelrecht schockiert haben. Trump stoppte die Operation nur kurze Zeit später wieder und sprach öffentlich plötzlich von „Fortschritten“ bei Friedensgesprächen mit Teheran. Tatsächlich zeigen die Entwicklungen hinter den Kulissen inzwischen ein völlig anderes Bild als die öffentliche Rhetorik des Weißen Hauses. Noch im März soll Mohammed bin Salman Washington laut mehreren mit den Gesprächen vertrauten Personen gedrängt haben, die Angriffe gegen den Iran fortzusetzen, um das iranische Regime zu schwächen oder sogar zu stürzen. Inzwischen scheint sich die Haltung in Riad jedoch deutlich verändert zu haben.
Saudi-Arabien versucht nun offenbar selbst, eine weitere Eskalation zu verhindern. Über Pakistan laufen weiterhin Vermittlungsgespräche zwischen Washington und Teheran. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi steht dabei regelmäßig mit saudischen und pakistanischen Vermittlern in Kontakt. Diskutiert wird laut iranischen Vertretern ein vorläufiger Dreißig-Tage-Plan: Die USA sollen ihre Blockade iranischer Häfen lockern, während der Iran die freie Durchfahrt ziviler Schiffe durch Hormus wieder zulässt. Parallel dazu sollen umfassendere Friedensgespräche beginnen.
Doch während hinter den Kulissen weiter verhandelt wird, eskaliert die militärische Lage erneut offen.
Am Donnerstag bestätigte Donald Trump persönlich, dass amerikanische und iranische Streitkräfte in der Straße von Hormus direkt gegeneinander gekämpft haben. Nach Angaben des US-Zentralkommandos griff der Iran drei amerikanische Zerstörer mit Raketen, Drohnen und Schnellbooten an. Die USA hätten sämtliche Bedrohungen abgefangen und anschließend iranische Raketenstellungen, Drohnenabschussorte sowie Kommandozentren bombardiert.

Trump feierte die Angriffe später öffentlich. Iranische Drohnen seien „in der Luft verbrannt“, erklärte er. Raketen seien „problemlos abgeschossen“ worden. Über die zerstörten Ziele sprach Trump beinahe triumphierend. Die iranische Führung bezeichnete er erneut als „Verrückte“ und drohte offen mit deutlich härteren Angriffen, falls Teheran ein Abkommen nicht „schnell“ akzeptiere.
Gleichzeitig behauptete Trump jedoch, der Waffenstillstand mit dem Iran bestehe weiterhin. Während eines unangekündigten Auftritts am Lincoln Memorial erklärte er vor Journalisten, der Iran habe heute „mit den USA gespielt“, woraufhin Washington „die Hölle aus ihnen herausgeschlagen“ habe. Trotzdem sei eine Einigung weiterhin möglich. Der Iran wolle ein Abkommen inzwischen stärker als die Vereinigten Staaten selbst.

Der Iran beschreibt die Ereignisse dagegen völlig anders. Nach Angaben iranischer Streitkräfte hätten die USA zunächst einen iranischen Öltanker angegriffen, der sich auf dem Weg Richtung Straße von Hormus befunden habe. Erst danach habe Teheran amerikanische Kriegsschiffe attackiert. Ein Sprecher der Revolutionsgarden erklärte offen, Washington habe den Waffenstillstand verletzt.
Parallel dazu wurden aus mehreren iranischen Städten Explosionen gemeldet. Betroffen waren unter anderem Bandar Abbas, Minab, die Insel Qeschm und Teile Teherans. Die Luftabwehrsysteme in der Hauptstadt sind aktiviert. Bewohner Teherans schilderten Explosionen, die ihre Häuser erschütterten und neue Panik auslösten. Nach einigen Wochen relativer Ruhe wächst im Iran nun erneut die Angst vor einer vollständigen Wiederaufnahme des Krieges.
Für Saudi-Arabien wird die Lage zunehmend gefährlich. Obwohl das Königreich einen Teil seiner Ölexporte inzwischen über Pipelines umleiten kann, bleibt ein großer regionaler Krieg für Riad ein enormes Risiko. Genau deshalb versucht Mohammed bin Salman inzwischen offenbar, militärische Abenteuer zu vermeiden und stattdessen auf Stabilität und Diplomatie zu setzen. Die wirtschaftlichen Umbaupläne des Kronprinzen hängen direkt davon ab, dass die Region nicht vollständig im Krieg versinkt.
Gleichzeitig zeigt die Krise immer deutlicher, wie angespannt das Verhältnis zwischen Washington und einem seiner wichtigsten Verbündeten inzwischen geworden ist. Hinter den Kulissen wächst laut mehreren Informationen die Frustration über Trumps unberechenbare Politik gegenüber dem Iran. Entscheidungen wechseln innerhalb weniger Tage oder Stunden, während Verbündete oft kaum wissen, welche Strategie das Weiße Haus überhaupt noch verfolgt. Während amerikanische Kriegsschiffe weiter vor Hormus operieren und beide Seiten erneut Raketen austauschen, scheint der Waffenstillstand damit nur noch auf dem Papier zu existieren.
Fortsetzung folgt …
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Wer nur droht, erpresst und ständig seine Meinung ändert und Partner beleidigt, ist kein verlässlicher Partner.
Saudi Arabien hat seine Konsequenz gezogen.
Nicht, dass ich das saudische Regime Guthrie, aber die Konsequenz ist gut.
Ob Trump nun vermehrt Saudis ausweist?
Wäre ihm zuzutrauen.
Zitat: „….Während sich amerikanische und iranische Streitkräfte am Donnerstag rund um die Straße von Hormus erneut direkte Gefechte lieferten,…“
Damit ist es ein aktiver Krieg, oder?
Wann greift endlich die Konsequenz der Einbindung des Kongresses?