Der Krieg gegen den Iran hat offenbar eine Dimension erreicht, die der Öffentlichkeit bislang weitgehend verborgen geblieben ist. Während die Aufmerksamkeit vieler Beobachter auf die militärischen Operationen der Vereinigten Staaten und Israels gerichtet war, spielte sich nach neuen Informationen eine weitere Front im Hintergrund ab. Die Vereinigten Arabischen Emirate waren demnach weit stärker in die Kämpfe eingebunden, als bislang bekannt war. Aus Berichten und Recherchen ergibt sich das Bild einer verdeckten Militärkampagne, die bereits in den ersten Tagen des Krieges begann und selbst nach dem im April verkündeten Waffenstillstand nicht vollständig endete.

Demnach haben die Emirate in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten und Israel Dutzende Luftangriffe auf iranisches Territorium durchgeführt. Die Ziele lagen nicht nur entlang strategisch wichtiger Seewege, sondern reichten tief in die wirtschaftliche Infrastruktur des Landes hinein. Zu den angegriffenen Orten gehörten die Inseln Keschm und Abu Musa in der Straße von Hormus, der wichtige Hafen von Bandar Abbas, die Raffinerie auf der Insel Lavan sowie der petrochemische Komplex von Assaluyeh. Damit richteten sich die Angriffe nicht allein gegen militärische Einrichtungen, sondern auch gegen Bereiche, die für die Energieversorgung und Wirtschaft Irans von zentraler Bedeutung sind. Besonders heikel ist die Begründung für einen Teil dieser Operationen. Mehrere Angriffe auf Energieanlagen erfolgten offenbar als direkte Reaktion auf iranische Attacken gegen Öl- und Gasanlagen der Emirate. Der Krieg entwickelte sich damit zunehmend zu einem Schlagabtausch gegen wirtschaftliche Lebensadern. Vor allem der gemeinsame Angriff von Israel und den Emiraten auf den Komplex in Assaluyeh sorgte international für Kritik. Nach den vorliegenden Informationen soll Washington anschließend Druck ausgeübt haben, damit weitere Angriffe auf Energieeinrichtungen unterbleiben. Die Sorge vor einer unkontrollierbaren Eskalation war offensichtlich groß.
Die Entwicklung markiert zugleich einen bemerkenswerten Kurswechsel innerhalb der Golfregion. Zu Beginn des Krieges hatten mehrere Staaten öffentlich erklärt, ihr Territorium dürfe nicht für Angriffe gegen den Iran genutzt werden. Mit zunehmender Dauer der Kämpfe veränderte sich diese Haltung jedoch. Hinter verschlossenen Türen entstanden neue Bündnisse und operative Kooperationen. Während einige Regierungen offiziell Zurückhaltung predigten, wurden im Hintergrund militärische Entscheidungen getroffen, die den Verlauf des Krieges beeinflussten.

Teheran reagierte mit massiven Gegenangriffen. Nach den vorliegenden Angaben richteten sich iranische Raketen- und Drohnenattacken gegen Städte, Flughäfen sowie Energieanlagen in mehreren Staaten der Region. Besonders hart getroffen wurden offenbar die Vereinigten Arabischen Emirate. Mehr als 2.800 Raketen und Drohnen sollen gegen das Land eingesetzt worden sein. Damit lagen die Emirate nach diesen Angaben sogar vor Israel und allen anderen beteiligten Staaten. Die Angriffe trafen nicht nur militärische Ziele, sondern belasteten zunehmend die zivile Infrastruktur und das wirtschaftliche Leben des Landes. Die Folgen blieben auch innerhalb des Golfkooperationsrates nicht ohne Wirkung. Hinter den Kulissen wuchsen die Spannungen zwischen den Mitgliedstaaten. Saudi-Arabien soll erhebliche Vorbehalte gegen das Vorgehen Abu Dhabis geäußert haben. Die Führung in Riad befürchtete offenbar, dass weitere Angriffe auf den Iran zu noch schwereren Vergeltungsmaßnahmen führen könnten. Besonders die Gefahr für die Ölindustrie der Region und die Auswirkungen auf die Weltmärkte sorgten für Unruhe. Steigende Energiepreise hätten nicht nur die Golfstaaten selbst, sondern die gesamte Weltwirtschaft getroffen.
Aus den Spannungen entwickelte sich offenbar auch ein persönlicher Konflikt zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Zayed, und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Nach den Berichten war der emiratische Staatschef zunehmend frustriert über die Weigerung Saudi-Arabiens, sich aktiver an militärischen Maßnahmen gegen den Iran zu beteiligen. Die unterschiedlichen Einschätzungen über Risiken und Nutzen des Krieges führten damit nicht nur zu politischen Differenzen, sondern belasteten auch die Beziehungen zwischen zwei der einflussreichsten Herrscher der arabischen Welt.
Parallel zur militärischen Konfrontation gingen die Emirate auch gegen iranische Interessen im eigenen Land vor. Mit dem Krieg verschärften die Behörden ihre Maßnahmen gegen Einrichtungen mit iranischen Verbindungen. Schulen und Vereine wurden geschlossen, Visa-Bestimmungen verschärft und die Möglichkeiten für iranische Staatsbürger, über die Emirate zu reisen oder Geschäfte abzuwickeln, deutlich eingeschränkt. Der Konflikt wurde damit nicht allein auf dem Schlachtfeld geführt, sondern auch im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Alltag. Gleichzeitig vertiefte sich die Zusammenarbeit zwischen Abu Dhabi und Jerusalem weiter. Während des Krieges entsandte Israel Batterien des Luftverteidigungssystems Iron Dome in die Emirate, um das Land gegen Raketen- und Drohnenangriffe zu schützen. Darüber hinaus reisten hochrangige israelische Vertreter offenbar mehrfach verdeckt in die Emirate. Zu den Besuchern sollen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, die Führung des Mossad, die Leitung des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet sowie ranghohe Militärs gehört haben. Ziel war die Abstimmung gemeinsamer Schritte gegen den Iran und die Koordinierung der Sicherheitsmaßnahmen.
In den vergangenen Wochen zeichnet sich jedoch ein vorsichtiger Kurswechsel ab. Die Führung der Emirate scheint zunehmend auf diplomatische Lösungen zu setzen. Nach Angaben aus dem Umfeld der Gespräche gehörte Scheich Mohammed bin Zayed zu jenen regionalen Staatschefs, die Anfang Mai Donald Trump eindringlich dazu aufforderten, eine politische Vereinbarung mit dem Iran anzustreben. Die Erfahrungen der vergangenen Monate haben offenbar gezeigt, wie hoch die Kosten eines offenen Konflikts werden können – militärisch, wirtschaftlich und politisch. Der Krieg hat damit nicht nur neue Frontlinien geschaffen. Er hat auch offengelegt, wie tief einzelne Staaten der Region tatsächlich in die Auseinandersetzung verwickelt waren. Während viele Entscheidungen im Verborgenen getroffen wurden, werden ihre Folgen noch lange sichtbar bleiben. Die Vorstellung eines Konflikts, der allein zwischen Iran, Israel und den Vereinigten Staaten geführt wurde, hält einer genaueren Betrachtung immer weniger stand. Hinter den offiziellen Erklärungen entstand ein weit größeres Netzwerk aus militärischen Operationen, Geheimabsprachen und regionalen Machtkämpfen, dessen vollständiges Ausmaß möglicherweise erst in den kommenden Jahren sichtbar wird.
Fortsetzung folgt …
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Danke für diese tiefgehende Recherche.
VAE scheint der einzige Staat zu sein, der mit den USA und Israel agiert.
War das vielleicht auch einer der wichtigen Gründe, warum VAE aus der Opec ausgetreten ist?
Um unabhängig von anderen arabischen Staaten zu agieren?