Der ganz normale Irrsinn, Folge 8370: Das Pentagon vermisst seine Soldaten für einen Stehplatz bei der UFC-Veranstaltung in der Sonne – Anreise auf eigene Kosten

VonRainer Hofmann

Mai 30, 2026

Beim Recherchieren stolpert man über mehr, als man sucht. Geschichten am Wegesrand, manche gut, manche schlecht, die meisten belanglos. Nur wo der Name Trump auftaucht, schlägt fast alles ins Absurde um – verlässlich, beinahe gesetzmäßig. Das hier ist so eine Geschichte. Während auf dem Südrasen des Weißen Hauses bereits die ersten Elemente einer achteckigen Kampfarena aufgebaut werden, laufen hinter den Kulissen die Vorbereitungen für eines der ungewöhnlichsten politischen Spektakel der jüngeren amerikanischen Geschichte. Donald Trump plant für den kommenden Monat eine UFC-Veranstaltung auf dem Gelände des Weißen Hauses. Doch offenbar soll nicht jeder Soldat, der dabei sein möchte, auch tatsächlich teilnehmen dürfen.

Interne Unterlagen aus dem Pentagon zeigen, dass für die Veranstaltung strenge Auswahlkriterien gelten sollen. Gesucht werden Soldaten, die bestimmte körperliche Vorgaben erfüllen. In einem der Schreiben wird ausdrücklich verlangt, dass Teilnehmer das aktuell vorgeschriebene Verhältnis zwischen Körpergröße und Taillenumfang einhalten müssen. Außerdem sollen Uniformen mit kurzen Ärmeln getragen werden.

Pete Hegseth trainierte mit Soldaten. Ein durchsichtiges Manöver, um sich nach der Entlassungswelle unter den Generälen den Respekt der Truppe zu erkaufen. Doch Respekt lässt sich nicht antrainieren. Soldaten, erst recht Kampftruppen, achten nicht den, der gelegentlich mit ihnen schwitzt und sich dann ablichten lässt. Sie achten den, der mit ihnen im Dreck liegt, im Schützengraben, der dieselben Rationen kaut, dieselbe Entbehrung frisst, dasselbe Risiko trägt. Respekt verdient man im Einsatz, nicht im Fitnessstudio. Er bemisst sich nicht im UFC-Bodyindex, sondern in geteilter Gefahr.

Die Veranstaltung soll nach bisherigen Planungen am 14. Juni 2026 stattfinden. An diesem Tag wird Donald Trump 80 Jahre alt. Das Weiße Haus soll dabei erstmals zur Kulisse eines UFC-Kampfabends werden, für den derzeit auf dem Südrasen eine große achteckige Arena errichtet wird. Die Auswahl beschränkt sich nach den Dokumenten zusätzlich auf jüngere Offiziere niedrigerer Dienstgrade. Ältere Militärangehörige spielen bei den Planungen offenbar keine Rolle. Wer zu schwer ist, die geforderten Werte nicht erfüllt oder nicht in das gewünschte Erscheinungsbild passt, dürfte kaum Chancen haben, einen Platz bei der Veranstaltung zu erhalten.

Es gibt Dokumente, die brauchen keine Satire mehr – sie genügen sich selbst. Dieses ist so eines. Die US Air Force sucht Freiwillige, 135 an der Zahl. Der Anlass: ein UFC-Spektakel auf dem Südrasen des Weißen Hauses, angesetzt auf den 14. Juni 2026 – jenen Tag, an dem Donald Trump rein zufällig Geburtstag hat. Die Soldaten dürfen anreisen und zusehen, wie sich fremde Menschen in einem Käfig verprügeln. Ein Privileg, das, wie sich zeigt, an Bedingungen geknüpft ist. Die erste, im Original eigens rot unterstrichen, ist die entlarvendste: Wer ein Ticket will, muss ein Taille-zu-Größe-Verhältnis von unter 0,55 nachweisen, dazu sämtliche Fitnesstests bestehen. Im Klartext: Man muss schlank genug sein, um zuschauen zu dürfen. Vermessen werden nicht die Kämpfer im Ring, sondern das Publikum auf der Wiese. Die Bauchfalte als Eintrittskarte.

Weiter im Anforderungskatalog. Bevorzugt sollen Mannschaftsdienstgrade und junge Offiziere kommen, ausdrücklich nicht nur die hohen Tiere – ein seltener Anflug von Demokratie, der allerdings sogleich relativiert wird. Denn was genau erwartet die Auserwählten? Stehplätze. Im Freien. Ohne Überdachung. Stundenlang in der Junisonne, in Dienstuniform Bravo, kurzärmlig, mit „angemessener militärischer Ausstattung und Kopfbedeckung“. Familie unerwünscht, das Ticket nicht übertragbar.

Und der Schlusspunkt, gleich zweimal eigens erwähnt, als fürchtete man Missverständnisse: Reisekosten werden nicht übernommen. Die durchtrainierte Truppe von außerhalb der Hauptstadt darf also auf eigene Rechnung anreisen, um in der prallen Sonne strammzustehen und beim Faustkampf zu applaudieren. Bleibt die Frage, die das Papier offenlässt: Ist das eine Einladung oder eine Strafversetzung?

Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die das Verteidigungsministerium seit dem Amtsantritt von Verteidigungsminister Pete Hegseth prägt. Hegseth macht seit Monaten deutlich, dass er körperliche Fitness zu einem zentralen Maßstab innerhalb der Streitkräfte machen will. Bereits im vergangenen Oktober äußerte er sich ungewöhnlich scharf über den Zustand mancher Truppenteile.

„Ehrlich gesagt wird man müde, wenn man auf Kampfverbände oder eigentlich irgendeine Formation blickt und dort dicke Soldaten sieht“, sagte Hegseth damals. Ebenso inakzeptabel sei es, erklärte er weiter, übergewichtige Generäle oder Admiräle in den Fluren des Pentagons zu sehen. Seine Vorstellungen beschränken sich dabei nicht auf Gewicht und Fitness. Hegseth hat sich wiederholt auch gegen bestimmte Frisuren und Barttrachten ausgesprochen. Nach seiner Auffassung sollen individuelle Ausdrucksformen im Militär wieder stärker zurückgedrängt werden. „Keine Bärte mehr, keine langen Haare, keine oberflächliche individuelle Selbstdarstellung. Wir werden unsere Haare schneiden, unsere Bärte rasieren und die Standards einhalten“, erklärte er.

Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass die Organisatoren für die UFC-Veranstaltung offenbar besonderen Wert auf das äußere Erscheinungsbild der anwesenden Soldaten legen. Die Veranstaltung soll nicht nur ein Sportereignis sein, sondern auch ein öffentlichkeitswirksames Bild militärischer Disziplin und körperlicher Leistungsfähigkeit vermitteln.

Noch ist unklar, wie viele Soldaten die Anforderungen tatsächlich erfüllen und wie viele Plätze überhaupt zur Verfügung stehen werden. Ebenso offen bleibt, ob die ungewöhnlichen Vorgaben innerhalb der Truppe auf Zustimmung stoßen oder neue Diskussionen auslösen werden.

Und als wäre das alles noch nicht genug, soll mit Derrick Lewis ausgerechnet jener Kämpfer antreten, den UFC-Präsident Dana White inzwischen als Donald Trumps erklärten Lieblingskämpfer beschreibt. Nach Whites Darstellung wollte Trump persönlich wissen, warum Lewis noch nicht auf der Karte stehe. Während das Pentagon also Soldaten nach Taillenumfang, Körpergröße und äußerem Erscheinungsbild auswählt, darf der Favorit des Präsidenten im Oktagon antreten. Für einen 80. Geburtstag im Weißen Haus dürfte die Inszenierung damit nahezu vollständig sein.

Derrick Lewis: Sind noch Fragen offen?

Donald Trump selbst zeigt sich unterdessen überzeugt, dass das Interesse an der Veranstaltung enorm ist. Nach eigenen Angaben habe er noch nie erlebt, dass Menschen etwas so sehr wollten wie die Eintrittskarten für diesen Abend. Während die Arena auf dem Gelände des Weißen Hauses Form annimmt, wächst damit auch die Aufmerksamkeit für ein Ereignis, das Politik, Unterhaltung und Militär auf eine Weise zusammenführt, wie es sie in Washington bislang kaum gegeben hat.

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2 Comments
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Lea
Lea
28 Minuten vor

 😹  😹  😹 

Irene Monreal
Irene Monreal
1 Minute vor

Vielleicht interessiert das tatsächlich 5 Leute mehr, als Melanias „großartiger“ Film 🙈 urghhh…

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