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382 Millionen auf dem Konto – Trump schweigt darüber, ob er sie ausgibt – und wie konservativ darf es denn sein?

VonTEAM KAIZEN BLOG

3. Juli 2026

Donald Trump hat die Landkarte des amerikanischen Senats umgezeichnet, bevor auch nur eine einzige Stimme abgegeben wurde. Republikanische Amtsinhaber, die ihm nicht loyal genug erschienen, hat er beiseitegeschoben. An ihre Stelle setzte er Männer, die zu ihm halten. Nun, vier Monate vor der Wahl im November, steht eine einzige Frage im Raum, und sie ist unbequem für den Mann, der sie ausgelöst hat: Wird er für seine Entscheidungen auch bezahlen?

MAGA Inc., die größte politische Kriegskasse des Landes, verfügte im vergangenen Monat über 382 Millionen Dollar. Es ist Geld, das Trump zusammengetragen hat, obwohl ihn die Verfassung an einer weiteren Kandidatur hindert. Kurz nach seinem zweiten Wahlsieg begann er zu sammeln, hielt Spendenveranstaltungen auf seinen Anwesen ab, bei denen ein einziger Platz eine Million Dollar kostete. Das Geld ist da. Was fehlt, ist eine Antwort darauf, wohin es fließen soll. Und dieses Schweigen dauert an, obwohl die Führung der Senatsrepublikaner Trumps Leute hinter verschlossenen Türen wie in aller Öffentlichkeit gedrängt hat, die Rechnung für die Entscheidungen des Präsidenten zu übernehmen.

Wie konservativ darf es denn sein?

Ob das wohl bedeutet, 100-mal den Rosenkranz zu beten, oder zur Strafe noch mehr Unschuldige abzuschieben?

Im Mittelpunkt steht Texas. Dort setzte Trump seinen Einfluss ein, um den streitbaren Konservativen Ken Paxton gegen den amtierenden Senator John Cornyn durchzusetzen. Manche Republikaner murren, dass aus einer sicheren Wahl damit ein offenes Rennen geworden ist, eines, das Mittel von anderen Schlachtfeldern abziehen wird. Der demokratische Kandidat James Talarico, Abgeordneter im texanischen Parlament, hat Paxtons Vergangenheit mit ihren Korruptionsvorwürfen zum Herzstück seines Wahlkampfs gemacht. Cornyn, den Trump verdrängte, sagte dem Portal Semafor mit der Gelassenheit eines Mannes, der nichts mehr zu verlieren hat: Der Präsident habe Paxton ausgewählt, und er habe 350 Millionen Dollar. Er könne sein Geld ausgeben.

Es ist ein Satz, der mehr ist als eine Spitze. Er benennt eine alte Wahrheit über die Macht, die man selten so nackt ausgesprochen hört. Wer die Wahl trifft, trägt die Folgen. Trump hat gewählt, ohne gefragt zu werden, und nun sollen andere die Kosten schultern, während er auf seinem Vermögen sitzt und schweigt.

Ein zweites Problem ist in North Carolina entstanden. Dort verzichtete Senator Thom Tillis auf eine erneute Kandidatur, nachdem er sich im vergangenen Jahr mit Trump über Ausgaben im Gesundheitswesen überworfen hatte. An seiner Stelle stützte Trump Michael Whatley, den er zuvor selbst zum Vorsitzenden des Republikanischen Nationalkomitees gemacht hatte. Die Demokraten hoffen, den Sitz mit dem früheren Gouverneur Roy Cooper zu gewinnen. In einem Bundesstaat mit mehreren teuren Medienmärkten rechnen manche in der republikanischen Wahlkampfführung damit, dass MAGA Inc. für Whatley einspringt. Rechnen ist hier das richtige Wort. Denn versprochen hat niemand etwas.

Zwar können die Republikaner auf großzügige Hilfe der offiziellen Parteikomitees zählen. Der Oberste Gerichtshof entschied Anfang dieser Woche, dass diese Komitees unbegrenzt direkt an die Kampagnen der Kandidaten spenden dürfen. Doch selbst diese Summe verblasst neben dem, was Trump in MAGA Inc. gehortet hat. Als Super-PAC darf die Organisation unbegrenzt Geld von Einzelpersonen und Unternehmen einsammeln. Sie darf sich jedoch nicht mit den einzelnen Kampagnen oder den nationalen Parteikomitees abstimmen, und genau dieses Verbot legt einen Schleier über ihre Pläne. Niemand von außen weiß, was vorbereitet wird, und niemand von innen darf es den Betroffenen sagen.

James Blair, der frühere politische Direktor des Weißen Hauses, verließ seinen Regierungsposten, um Trumps Bemühungen bei den Zwischenwahlen zu steuern. In einem Gespräch mit Sean Spicer, dem einstigen republikanischen Sprecher, der heute einen Podcast betreibt, wich Blair aus. Der Präsident werde erhebliche Mittel aufwenden, um die Zwischenwahlen zu gewinnen, sagte er. Ihm liege zutiefst am Sieg der Partei. Es sind Worte, die alles versprechen und nichts festlegen. Man kann sie in jede Richtung lesen, und wahrscheinlich sollen sie genau das.

James Blair

Das Gesetz verlangt Erfahrung in Stadt- oder Regionalplanung. Bei James Blair sucht man sie bis heute vergeblich. Trotzdem entschied ausgerechnet er über Bauprojekte in Washington – berufen vom Präsidenten, dessen Interessen die Kommission regelmäßig berühren.

Seit mehr als zwei Monaten ist es her, dass Blair sich gemeinsam mit Stabschefin Susie Wiles, dem Meinungsforscher Tony Fabrizio und dem politischen Berater Chris LaCivita im Waldorf Astoria in Washington traf, um die Strategie von MAGA Inc. zu beraten. Bei diesem Treffen ging es darum, Teams von Dienstleistern zusammenzustellen, Werbefachleute, Wahlkampfhelfer für den Haustürwahlkampf, Führungskräfte digitaler Medienunternehmen, die in früheren Wahlen mit Trumps Mannschaft in Schlüsselstaaten gearbeitet hatten und die losgeschickt werden sollten, sobald die Pläne stünden. Zwei Monate später stehen sie offenbar noch immer nicht.

Der Präsident hat einen großen Teil dieses Jahres mit einem Feldzug der Vergeltung gegen jene Republikaner verbracht, die sich ihm widersetzt haben. Cornyn hielt er für nicht loyal genug. Bill Cassidy aus Louisiana trug er nach, dass dieser in einem Amtsenthebungsverfahren für seine Verurteilung gestimmt hatte. Thomas Massie aus Kentucky verhöhnte er als schlechtesten republikanischen Kongressabgeordneten der Geschichte. Sie alle verloren ihre Vorwahlen gegen Herausforderer, die Trump unterstützte. Der Feldzug war erfolgreich. Er war auch teuer, und die Rechnung ist noch nicht beglichen.

Cornyns Niederlage lastet schwer auf den Senatsrepublikanern, die andeuten, dass Paxton die Partei zusätzliche 100 Millionen Dollar kosten könnte, nur um den Sitz zu verteidigen. Der Senate Leadership Fund, das wichtigste Super-PAC im Umfeld von Mehrheitsführer John Thune, wird zwar weiterhin Geld für Werbung in Texas ausgeben, aber keine zentrale Rolle spielen, weil er anderswo gebunden ist. Bereits 342 Millionen Dollar hat dieser Fonds für vier umkämpfte Staaten zugesagt, für Alaska, Maine, North Carolina und Ohio, dazu für Iowa, Georgia, Michigan und New Hampshire. Die Demokraten müssen vier Sitze hinzugewinnen, um die Mehrheit zu erobern, und in eben diesen vier erstgenannten Staaten sehen sie ihre besten Aussichten.

Als Paxton nach seinem Sieg bei der Vorwahl am 26. Mai nach Washington kam, hatte er ein höfliches Treffen mit Thune, bei dem es darum ging, gemeinsam voranzugehen. So berichten es Menschen, die von dem Gespräch wussten und nicht befugt waren, öffentlich darüber zu reden. Noch am selben Tag ließ Thune durchblicken, dass Trump für einen Kandidaten zahlen solle, um den die Senatsrepublikaner nicht gebeten hatten. Man werde tun, was nötig sei, damit der Staat rot bleibe, sagte Thune vor Journalisten. Aber er sei durchaus hoffnungsvoll, dass der Präsident und die Mittel, die dieser aufbringen könne, sich einbringen würden. Es werde ein teures Rennen.

In diesem letzten Satz liegt die ganze Lage beschlossen. Trump hat die Kandidaten bekommen, die er wollte. Er hat die Partei nach seinem Bild geformt, hat die Unbequemen entfernt und die Ergebenen erhöht. Was er noch nicht getan hat, ist zu zeigen, dass ihm dieses Bild auch etwas wert ist, gemessen in eben jener Währung, die er wie kein Zweiter zu häufen versteht. Es gibt eine Form von Macht, die sich darin erschöpft, andere zahlen zu lassen für die eigenen Entscheidungen. Ob Trump mehr will als diese Form, wird sich in den kommenden vier Monaten zeigen. Das Konto ist gefüllt. Die Frage ist nur, ob es sich für jemand anderen als ihn selbst öffnet.

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