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25 Namen, überschrieben von einem: Wie Tennessee seine Vietnam-Toten für Charlie Kirk räumen lässt

VonTEAM KAIZEN BLOG

26. Juli 2026

Eines Morgens wachten die Vietnam-Veteranen im Sumner County nördlich von Nashville auf, und die Straße, die seit über 4 Jahrzehnten ihren eigenen Toten gehört, trug plötzlich einen fremden Namen. Im vergangenen Monat entdeckten sie entlang der State Route 386 neue Schilder: Charlie Kirk Memorial Highway. Dieselbe Strecke heißt seit 1987 Vietnam Veterans Boulevard, und sie ist kein bloßer Straßenname, sondern ein Grabmal aus Blech. 25 Gefallene aus dem County werden hier geehrt, jeder mit einem eigenen Schild, das seinen Namen und seine Truppengattung nennt. Über diese 25 Namen legte der Gesetzgeber von Tennessee nun den einen, ohne zu fragen.

David Black, 78 Jahre alt, Marineinfanterist in Vietnam und heute Professor an der Vanderbilt University, nennt es das Wort, das kein Militär gern hört: kalt erwischt, aus dem Hinterhalt, niemand aus dem Parlament habe sich gemeldet. Dass ausgerechnet Black selbst schon einmal Gast in Kirks Podcast war, macht die Sache nicht leichter, sondern zeigt, wie wenig es hier um Feindschaft gegen den Toten geht und wie viel um den Ort, den man den Lebenden nahm. Barry Rice, 80, Armeeveteran und Vorsitzender des Landesrats der Vietnam Veterans of America in Tennessee, formuliert die Kränkung höflicher und trifft sie dadurch genauer. Viele seiner Leute, sagt er, seien durchaus dafür, dass es irgendwo ein Denkmal für Charlie Kirk gebe. Nur eben nicht auf ihrem Boulevard.

Der Mann, der das veranlasst hat, heißt Johnny Garrett, Republikaner, Abgeordneter des Countys im Parlament von Tennessee, und er brachte den Widmungsantrag bereits im März ein. Mehrere Bürger, so seine Darstellung, seien an ihn herangetreten mit dem Wunsch, Kirk zu ehren, für ein Leben im Dienst der Redefreiheit und für die Inspiration einer ganzen Generation junger Menschen, die für die Freiheiten und die christlichen Werte einstünden, auf denen die Nation errichtet sei. Den Ort habe er gewählt, weil dort das Haupttor des Countys von Nashville aus liege. Wer eine Widmung wählt, wählt eine Sichtbarkeit, und Garrett wollte die größte, die zu haben war, den Eingang, an dem niemand vorbeikommt. Es gibt eine ältere Einsicht, wonach nichts auf der Welt so unsichtbar sei wie ein Denkmal. Man fährt daran vorbei, tausendmal, der Blick gleitet ab, das Blech verschwindet im Gewohnten, und gerade darin liegt die stille Würde eines solchen Boulevards: dass er da ist, auch wenn keiner mehr hinsieht. Ein neuer Name aber zwingt das Auge zurück auf das Schild, und die Bosheit dieses Vorgangs besteht darin, dass es der falsche Name ist, den man von nun an liest. Genau das fürchtet Black, und er sagt es in Sätzen, die keinen Kommentar mehr brauchen. Die jungen Leute, die hier fahren, erkennen den Namen Kirk, denn den kennen sie. Von Vietnam und dem, was die Veteranen dort ertrugen, wissen sie nichts. Und bald werde die Straße für sie einfach Charlie Kirk Memorial Highway heißen, weil das der Name sei, den sie wiedererkennen.

In diesem einen Gedanken steckt die ganze Politik der Erinnerung, die hier betrieben wird. Ein Gemeinwesen entscheidet nicht nur, wen es ehrt, sondern auch, wen es vergessen macht, und das Vergessen ist die aktivere der beiden Handlungen. 25 Männer, die in einem Krieg starben, den ihr Land verlor und lange verdrängte, waren mühsam ins öffentliche Gedächtnis zurückgeholt worden. Nun tritt ein Aktivist an ihre Stelle, dessen Ruhm frisch ist, dessen Name durch die sozialen Kanäle noch warm läuft, und die Rechnung des Gesetzgebers geht auf: Der Lebende, der jung Erschlagene, verdrängt die alten Toten, weil seine Bekanntheit lauter ist als ihre Stille. Dass Kirk als Märtyrer der Redefreiheit ausgerufen wird, verdient dabei den schärfsten Blick. Er hat sein Vermögen und seinen Einfluss nicht mit dem Schutz der Rede aller aufgebaut, sondern mit der Verächtlichmachung derer, die anders dachten, mit einer Karriere aus Provokation, die den Streit suchte, weil der Streit die Ware war. Ihn nun ausgerechnet neben Männer zu stellen, die für die Freiheiten ihres Landes das Leben ließen und nicht ein Mikrofon, verschiebt die Maßstäbe auf eine Weise, die Garrett selbst unfreiwillig benennt, wenn er beide zusammen ehren will, den, der für die Rechte kämpfte, und den, der starb, während er sie ausübte. Als sei ein Podcast dasselbe wie ein Dschungel, und ein erschossener Redner dasselbe wie ein gefallener Soldat.

Als der Protest lauter wurde, entdeckte der Abgeordnete plötzlich die Sorgen der Veteranen, von denen er wochenlang nichts hatte hören wollen. Sofort habe er gehandelt, versichert Garrett, um einen Ort zu finden, der beiden gerecht werde. Nur steht dieser Ort noch nicht fest, und die Schilder stehen weiter. Am Mittwoch hingen sie unverändert, und Black wie Rice ist zugesagt worden, man werde sie versetzen, wann, weiß niemand. Wahrscheinlich braucht es dafür eine zweite Abstimmung im Parlament, also genau den Vorgang, den man den Veteranen beim ersten Mal erspart hatte.

Die Verkehrsbehörde des Staates hüllt sich derweil in die Unschuld der Zuständigkeit. Man habe keine Anweisung zur Entfernung erhalten, teilt eine Sprecherin mit; das Parlament beschließe die Widmung, die Behörde fertige und montiere die Schilder und werde jeder Weisung folgen, sobald eine komme. So verteilt sich die Verantwortung auf niemanden, der Gesetzgeber wollte es, die Behörde tat es, und die Schilder stehen, als hätten sie sich selbst gepflanzt. Selbst aus der von Kirk gegründeten Organisation kommt inzwischen ein leises Zurückrudern. Ihr Sprecher zeigt sich dankbar für den Impuls, Charlie zu ehren, hält aber einen anderen Highway womöglich für die bessere Wahl und vertraut darauf, dass Gesetzgeber und Veteranengruppen eine Lösung fänden, die beiden gerecht werde. Es ist die Sprache derer, die einen Fehler nicht eingestehen, aber ihn gern von anderen bereinigt sähen.

Black bringt es auf das Maß, das dem Blech angemessen ist. Man wolle die Schilder so schnell wie möglich unten haben. Mehr verlangt er nicht, und weniger sollte ein Staat seinen Toten nicht schulden. Denn eine Straße kann 2 Namen tragen, aber nur einer bleibt am Ende im Kopf, und die 25, die dort stehen, haben keinen Podcast, der für sie spricht.

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Ela Gatto
17 Stunden vor

Vietnam Veteranen, so oft vom Volk und Politik beschimpft und vergessen.
Die Traumata derer, die dort gedient haben, sind präsent.
18 jährige, die zwangsweise in einen Krieg geschickt wurden, den sie nicht wollten.
Lebend, aber verwundet (psychisch oder physisch), zurück gekehrt.
Vernachläsdigt in der Gesundheitsversorgung, im gesamten zivilen Leben.

Und nun beschließt ein Abgeordneter, ohne die Zustimmung des Landeskongresses, das der Veteranen Highway einfach Charlie Kirk Highway heißt.
Die Schilder sind schne ab und die neuen schnell aufgebaut.

Man sagt zu, es zu ändern.
Nur wann sagt Keiner. Es bleubt jetzt wie es ist.
Die Veteranen wrrden wahrscheinlich in den nächsten Jahren versterben.
Dann erinnert nichts und Niemand an sue.

Stattdessen huldigt man dem Faschisten Kirk.
In Tennessee kein Wunder.

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