Mit Waffe durch die Kontrolle – Zweifel an Schüssen von Cole Allen

VonRainer Hofmann

April 30, 2026

Cole Thomas Allen stand heute wieder vor Gericht und bleibt vorerst in Haft. Kein Schuldeingeständnis, keine große Inszenierung, nur ein kurzer Auftritt vor der Bundesrichterin Moxila Upadhyaya – und doch hängt über diesem Fall alles. Der Vorwurf lautet versuchter Mord am Präsidenten der Vereinigten Staaten, ein Delikt, das im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft bedeuten kann.

Was an diesem Abend im Washington Hilton geschah, gehört zu den Momenten, die man nicht mehr zurückdrehen kann. Allen, 31 Jahre alt, aus Torrance in Kalifornien, hochgebildet, Nachhilfelehrer und Entwickler von Videospielen, durchbricht die Sicherheitskontrolle eines der sensibelsten Termine der Hauptstadt. Er trägt eine Langwaffe, eine Tasche mit Munition, ein Schulterholster und ein Messer. Er passiert den Magnetdetektor und läuft weiter.

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Es ist Samstagabend, die White House Correspondents’ Association hält ihr jährliches Dinner ab, ein Ereignis, bei dem sich Politik, Medien und Sicherheitsapparat verdichten. Allen taucht genau dort auf, bewaffnet, vorbereitet, wenige Minuten nachdem er sich selbst noch in seinem Hotelzimmer fotografiert hat. In einer Nachricht bezeichnet er sich als „freundlicher Bundesauftragsmörder“ und deutet Unmut über Entscheidungen der Regierung von Donald Trump an.

Hochauflösendes Überwachungsmaterial, zeigt, wie Cole Allen mit einer Waffe in der Hand durch eine Sicherheitskontrolle beim Dinner der White House Correspondents’ Association sprintet. Ein Agent ist zu sehen, wie er schießt, während Allen versucht, Zugang zum Ballsaal zu bekommen, in dem Präsident Donald Trump, Vizepräsident JD Vance und hochrangige Kabinettsmitglieder saßen.

Aufnahmen zeigen zudem, wie Sicherheitskräfte eines von zwei Magnettoren niederreißen, als der Verdächtige auf sie zurennt. Ein Agent zieht seine Waffe und eröffnet das Feuer. Auf den Bildern sind vier Mündungsfeuer dieser Schüsse zu erkennen.

Das Material liefert bislang den klarsten Einblick, wie schnell sich die Situation entwickelte, während Allen heute vor dem Bundesgericht zu einer Anhörung über seine weitere Inhaftierung erschienen ist. Bisher gibt es keine Bilder von Schüssen durch Cole Allen. Das forensische Gutachten muss nun abgewartet werden, bevor voreilige Schlüsse gezogen werden.

Die Situation eskaliert schnell. Schüsse fallen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Allen mindestens einmal mit seiner Schrotflinte abgefeuert hat. Ein Agent des Secret Service wird getroffen, die Kugel prallt an der Schutzweste ab. Er überlebt. Der Angreifer selbst wird verletzt, jedoch nicht durch Schüsse. Ein weiterer Agent feuert fünfmal. Bis heute ist nicht abschließend bestätigt, ob das Projektil, das die Weste traf, tatsächlich von Allens Waffe stammt.

Es gibt ein Selfie. 30 Minuten vor der Tat steht Cole Allen in seinem Hotelzimmer vor einem Spiegel und lächelt. In seinen Händen hält er eine Schrotflinte, an seiner Hüfte trägt er eine Pistole, im Gürtel stecken Messer, in den Taschen befindet sich Munition.

Genau an diesem Punkt setzt die Verteidigung an. Seine Anwälte Tezira Abe und Eugene Ohm widersprechen der Darstellung der Anklage und sprechen von Annahmen, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten. In Allens Texten werde Donald Trump nicht einmal namentlich erwähnt. Auch ballistische Hinweise sollen nicht eindeutig zu der Version passen, die die Behörden vertreten. Sämtliche Schüsse sollen von den Beamten des Secret Service erfolgt sein. Aussagen von Todd Blanche, dem amtierenden Justizminister, hätten selbst Zweifel genährt, ob alle Teile der Darstellung zusammenpassen.

Die Staatsanwaltschaft hält dagegen. Es gebe weder physische Spuren noch Videoaufnahmen oder Zeugenaussagen, die dieser Einschätzung widersprechen. Für sie ist klar, dass Allen in Richtung des Agenten geschossen hat und dieser einmal im Brustbereich getroffen wurde – geschützt durch die Weste.

Videoaufnahmen, wo noch einige Frage zu klären und zu recherchieren sind

Allen ist inzwischen wegen versuchten Mordes am Präsidenten sowie zweier weiterer Waffendelikte angeklagt, darunter das Abfeuern einer Schusswaffe während eines Gewaltverbrechens. Seine Anwälte hatten zunächst versucht, seine Freilassung zu erreichen, stimmten nun aber zu, ihn vorerst in Haft zu belassen. Gleichzeitig lassen sie offen, zu einem späteren Zeitpunkt erneut einen Antrag zu stellen.

Der Fall ist damit alles andere als abgeschlossen. Er steht erst am Anfang. Doch schon jetzt zeigt sich, wie nah ein einzelner Moment daran war, die politische Realität der Vereinigten Staaten in eine andere Richtung zu kippen. Wir werden weiter recherchieren.

Fortsetzung folgt …

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Ela Gatto
1 Tag vor

Mein Gefühl war richtig, dass Vieles hier nicht gepasst hat (an der offiziellen Darstellung)

Man kann nur hoffen, dass die Trump Regierung hier nicht Beweise manipuliert oder verschwinden lässt um die Verurteilung „versuchter Mord am Präsiddnten der Vereinigten Staaten“ durchzubringen.

Danke, dass Ihr dran bleibt.

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