Manche Veranstaltungen verlieren ihre Hauptattraktion kurz vor Beginn. Andere bekommen stattdessen den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Genau das geschieht derzeit bei der Great American State Fair in Washington. Die mehrtägige Veranstaltung auf der National Mall sollte ursprünglich mit Konzerten, Ausstellungen und patriotischen Feierlichkeiten den 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten einläuten. Doch nachdem mehrere bekannte Musiker ihre Teilnahme zurückzogen, entschied Donald Trump kurzerhand, selbst die Hauptrolle zu übernehmen.

Geplant ist nun, dass Trump am 24. Juni die Eröffnungsfeier persönlich anführt. Bestätigt wurde dies von Danielle Alvarez, Beraterin der Organisation Freedom 250. Die Gruppe war von Trump per Präsidentenerlass geschaffen worden und soll die Feierlichkeiten rund um das amerikanische 250-jährige Jubiläum koordinieren. Die Probleme begannen wenige Tage nach der Bekanntgabe des Musikprogramms. Mehr als die Hälfte der angekündigten Künstler sagte ihre Teilnahme wieder ab. Zu den bekanntesten Namen gehörten Martina McBride und Bret Michaels. Beide erklärten, ihnen sei zum Zeitpunkt ihrer Zusage nicht bewusst gewesen, wie eng die Veranstaltung mit Trump und seiner Organisation verbunden sei.
Inzwischen wird auch deutlicher, warum die Absagen nicht einfach als gewöhnliche Terminprobleme abgetan werden können. Bret Michaels veröffentlichte eine ausführliche Erklärung, in der er seinen Rückzug begründete. Nach seinen Angaben sei die Veranstaltung seinem Team ursprünglich als überparteiliche Feier Amerikas vorgestellt worden – mit Musik, Veteranen, aktiven Soldaten, Ersthelfern, Lehrern und Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen im Mittelpunkt. Als Sohn eines Veteranen habe er solche Veranstaltungen stets unterstützt.

Michaels erklärte jedoch, dass sich die Veranstaltung inzwischen zu etwas entwickelt habe, das deutlich stärker polarisiere als ursprünglich dargestellt. Zudem sprach er von Sicherheitsbedenken und Drohungen gegen Fans, Bandmitglieder, Crew, Familienangehörige und gegen ihn selbst. Deshalb habe er sich zu dem Schritt entschlossen, die Teilnahme abzusagen. Gleichzeitig betonte er mehrfach, dass seine Entscheidung keine Absage an Veteranen, Soldaten oder Ersthelfer sei und dass Musik Menschen zusammenbringen solle, statt sie zu spalten.
Während Künstler ihre Namen von den Plakaten entfernen lassen, scheint Trump die Situation eher als Chance zu betrachten. Auf Truth Social veröffentlichte er ein Bild, das ihn Seite an Seite mit George Washington vor dem Weißen Haus zeigt. Wenige Stunden später folgte die Ankündigung, selbst die Eröffnungsveranstaltung übernehmen zu wollen. Die Botschaft dahinter war kaum zu übersehen. Wo ursprünglich Musiker die Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollten, rückt nun erneut Trump selbst ins Zentrum der Veranstaltung.

Damit erhält die Great American State Fair eine Dynamik, die weit über eine gewöhnliche Jubiläumsfeier hinausgeht. Je mehr Künstler Abstand nehmen, desto stärker konzentriert sich die öffentliche Wahrnehmung auf den Mann, dessen Name viele dieser Absagen überhaupt erst ausgelöst hat.
Damit geriet das gesamte Konzept der Veranstaltung ins Wanken.
Trump reagierte auf seine eigene Weise.

Trump behauptet, die auftretenden Künstler bekämen kurz vor ihrem Auftritt „kalte Füße“ und hätten Angst vor ihrer Performance. Deshalb denke er darüber nach, stattdessen selbst aufzutreten. Er bezeichnet sich als die „Nummer Eins Attraktion der Welt“, als den Mann, der „viel größere Menschenmengen als Elvis in seiner besten Zeit“ anziehe und dafür nicht einmal eine Gitarre brauche. Zudem sei er der Mann, der sein Land mehr liebe als jeder andere und den manche als den „Greatest President in History (THE GOAT)“ bezeichneten.
Trump schlägt vor, die „hoch bezahlten, drittklassigen Künstler“ zu ersetzen und stattdessen selbst eine große Rede zu halten, um das Land nach vorn zu führen. Er behauptet, die Vereinigten Staaten seien vor zwei Jahren „TOT“ gewesen und heute das „HEISSESTE“ Land der Welt. Künstler, die „viel zu viel Geld“ bekämen und trotzdem unzufrieden seien, wolle er nicht um sich haben.
Stattdessen wolle er nur von „Happy People, Smart People, Successful People, and People that know how to WIN“ umgeben sein. Abschließend erklärt Trump, er habe seine Vertreter angewiesen zu prüfen, ob eine große „AMERICA IS BACK“-Kundgebung möglich sei, bei der er selbst die Hauptrolle übernehmen würde.
Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die Künstler hätten offenbar Angst bekommen. Musiker würden inzwischen „die Nerven verlieren“, erklärte er. Gleichzeitig brachte er eine Idee ins Spiel, die zunächst wie einer seiner typischen Online-Kommentare wirkte und wenige Stunden später bereits konkrete Formen annahm.
Er denke darüber nach, die größte Attraktion der Welt selbst zur Veranstaltung zu bringen.
Gemeint war natürlich er selbst. Wir hätten dafür auch gleich die Lösung:

Trump schrieb, man solle prüfen, ob eine große „Amerika ist zurück“-Kundgebung möglich sei. Kurz darauf begannen seine Berater hinter den Kulissen mit den Vorbereitungen. Mehrere Vertraute bestätigten, dass unmittelbar daran gearbeitet werde, den Vorschlag des Präsidenten umzusetzen. In seinem Beitrag beschrieb Trump sich selbst als den Mann, der größere Menschenmengen anziehe als Elvis Presley zu dessen besten Zeiten. Er benötige dafür nicht einmal eine Gitarre. Außerdem liebe niemand das Land mehr als er. Manche würden ihn sogar als den größten Präsidenten der Geschichte bezeichnen.
Den abgesprungenen Musikern widmete Trump ebenfalls einige Zeilen. Er bezeichnete sie als hochbezahlte Künstler dritter Klasse und erklärte, er könne ihre Rolle problemlos übernehmen. Zur Kundgebung sollten nach seinen Worten ausschließlich große Patrioten eingeladen werden.

Freedom 250 versucht derweil, die Veranstaltung als historisches Großereignis zu präsentieren. Danielle Alvarez sprach von einer modernen Weltausstellung, die Menschen, Traditionen, Innovationen und den Geist Amerikas feiern solle. Dass ausgerechnet der Präsident nun zum Mittelpunkt der Eröffnung wird, dürfte die Aufmerksamkeit zusätzlich erhöhen. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, wie stark sich die Veranstaltung inzwischen um eine einzige Person dreht.
Ursprünglich sollte die Great American State Fair am 25. Juni beginnen und bis zum 10. Juli dauern. Nun soll Trump bereits einen Tag vorher die Feierlichkeiten eröffnen und die National Mall für eine politische Großveranstaltung nutzen, die zugleich als Jubiläumsfeier vermarktet wird. Das Weiße Haus hielt sich auffällig zurück. Auf Fragen zu den Absagen der Künstler verwies die Regierung darauf, dass sie die Veranstaltung nicht organisiere.
Die Realität sieht allerdings komplizierter aus. Freedom 250 wurde durch Trump geschaffen. Die Veranstaltung trägt seine politische Handschrift. Und nachdem zahlreiche Musiker das Projekt verlassen haben, steht nun genau der Mann im Mittelpunkt, dessen Name viele von ihnen überhaupt erst zum Rückzug bewegt hatte.
Aus einer Jubiläumsfeier wird damit immer mehr eine Trump-Veranstaltung. Für seine Anhänger dürfte genau das der eigentliche Reiz sein. Für die übrige Welt bleibt es, was es ist: eine global synchronisierte Migräne, festlich beflaggt.
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Natürlich wir das die grösste Magaparty der Welt…🤔 meine Gedanken pendeln zwischen lachen, nachdenklich sein, aber am meisten bin ich einfach angewiedert.
So langsam habe ich ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln 🤦🏻♀️
Die größte Attraktion der Welt 🤣🤣🤣🤣🤣
Trump lebt echt in einem komplett anderem Universum.
Hoffentlich gibt es ein pasr Gegenveranstaltungen von Künstlern.
Jeder Ethnie, jeder Musikrichtung. Diversität!
Natürlich mit Stars and Stripes, einer großen 250.
Damit MAGA nicht wieder brüllt, dass diese Leute die USA hassen.
Wäre ein Statement.