Unsere Recherchen ergaben: ICE könnte zur rassistischen Miliz werden – das schreibt nicht die Antifa, sondern eine Analysestelle der US-Polizei

VonRainer Hofmann

Mai 25, 2026

Es gibt Dokumente, die deshalb erschüttern, weil sie nicht von Gegnern einer Regierung stammen, sondern von Behörden, die dieser Regierung eigentlich zuarbeiten sollen. Genau dass Dokument liegt uns vor. Das Colorado Information Analysis Center, ein sogenanntes Fusion Center, also eine jener Stellen, die nach dem 11. September gegründet wurden, um Terrorgefahren früh zu erkennen, verschickte im März eine interne Warnung an Polizeibehörden im ganzen Land. Der Gegenstand dieser Warnung war nicht eine ausländische Terrorzelle und auch keine kriminelle Bande. Der Gegenstand war das Department of Homeland Security selbst, also jene Bundesbehörde, der die Einwanderungspolizei ICE untersteht.

Der Bericht warnt ausdrücklich davor, dass gewaltbereite weiße Extremisten ICE-Werbung und Botschaften des Heimatschutzministeriums als Bestätigung ihrer eigenen Ideologie lesen könnten. Noch deutlicher: Die Analysten halten es für möglich, dass Rechtsextremisten versuchen könnten, sich in ICE einzuschleusen oder dort Fuß zu fassen und anschließend politisch oder rassistisch motivierte Gewalt gegen Migranten, die Öffentlichkeit oder Sicherheitskräfte auszuüben. Außerdem heißt es, dass Botschaften der Regierung von solchen Gruppen als Erlaubnis für Selbstjustiz oder Angriffe auf Menschen verstanden werden könnten, die sie als Einwanderer wahrnehmen. Ein Fusion Center ist keine gewöhnliche Polizeistelle, sondern eine gemeinsame Auswertungsstelle, in der Informationen von Polizei, Sicherheitsbehörden und anderen staatlichen Einrichtungen zusammenlaufen. Solche Zentren sollen Gefahren früh erkennen und Warnungen an Behörden herausgeben, wenn sie Risiken für die öffentliche Sicherheit sehen.

Die Analysten in Colorado kamen zu einem Schluss, den man zweimal lesen muss, um zu begreifen, was er bedeutet. Sie schrieben, dass die Beiträge, mit denen das Heimatschutzministerium in den sozialen Medien neue ICE-Mitarbeiter anwerben wollte, so viele Elemente weißer Vorherrschaftsideologie enthielten, dass gewalttätige Extremisten sie als Aufruf verstehen könnten. Wörtlich warnte das Bulletin vor einem Umfeld, das es leichter mache, Selbstjustiz und Gewalt gegen Menschen auszuüben, die als Einwanderer wahrgenommen werden. Eine Behörde, deren Aufgabe es ist, Terrorismus zu verhindern, warnt also vor den Auftritten einer anderen Behörde derselben Regierung. Das hat es so noch nicht gegeben.

Der Bericht verweist darauf, dass das Heimatschutzministerium am 15. Dezember 2025 den Satz „Ganz Amerika wünscht sich zu Weihnachten Remigration“ veröffentlichte. Bereits einen Tag später erschien ein Beitrag der kanadischen Gruppe Second Sons Canada mit einem Banner, das nahezu dieselbe Formulierung zeigte. Die Passage wird im Dokument als Beispiel dafür angeführt, wie staatliche Botschaften und Inhalte extremistischer Gruppen inhaltlich ineinander übergehen oder von Dritten aufgegriffen werden können.

Die Sorge der Analysten reicht dabei tiefer als nur bis zur Wirkung auf die Öffentlichkeit. Sie befürchten, dass die Beiträge weiße rassistische Gewalttäter dazu bringen könnten, sich bei ICE zu bewerben oder die Behörde zu unterwandern, um dann von innen heraus rassistisch motivierte Gewalt auszuüben. Gefährdet wären dadurch die Öffentlichkeit, andere ICE-Mitarbeiter und die örtliche Polizei. Es ist die Beschreibung eines Szenarios, in dem eine staatliche Polizeibehörde durch ihre eigene Werbung Menschen anzieht, vor denen Polizeibehörden eigentlich schützen sollen.

Was die Analysten in Colorado konkret untersucht haben, sind keine Andeutungen, sondern benannte Beiträge. Sie heben Tweets hervor, die Bildsprache und Tonfall rechtsextremer Internet-Subkulturen nachahmen und auf Sprache, Liedzeilen und Symbole zurückgreifen, die unter gewalttätigen weißen Rassisten, Neonazis und Anhängern des Dritten Reichs verbreitet sind. Ein Beispiel, das im Bericht ausführlich behandelt wird, stammt vom 9. Januar. An diesem Tag veröffentlichte das Heimatschutzministerium auf X das Bild eines einzelnen Mannes auf einem Pferd, versehen mit dem Satz, dass man sein Zuhause wiederbekommen werde. Für viele Betrachter mag das wie verklärte Wildwest-Romantik aussehen. Wer den Hintergrund kennt, erkennt jedoch etwas anderes. Der Satz ist nach Darstellung des Bulletins eine Liedzeile aus einem Stück, das innerhalb weißer nationalistischer Organisationen beliebt ist und von ihnen übernommen wurde. Der Text dieses Liedes spricht davon, das Zuhause durch Blut oder Schweiß zurückzuholen, eine Formulierung, die in der Rhetorik weißer Rassisten häufig vorkommt.

Die gezeigten Beispiele werden im Bericht als Vergleich nebeneinandergestellt. Auf der linken Seite stehen Beiträge von Behörden mit Formulierungen wie „Welchen Weg wählst du?“ oder Werbung für den Eintritt in ICE, auf der rechten Seite werden Bilder aus rechtsextremen Online-Kreisen gezeigt, die ein ähnliches „Entweder-oder“-Schema verwenden und dabei offen nationalsozialistische oder rassistische Inhalte verbreiten.

Das Bulletin geht an dieser Stelle ins Detail, und das Detail ist es, das die Sache so schwer macht. Mitglieder der weißen nationalistischen Gruppe Patriot Front wurden aufgenommen, wie sie den Refrain dieses Liedes skandierten, also den Satz, dass man bei Gott sein Zuhause haben werde. Und Zeilen aus genau diesem Lied standen am Anfang des Manifests eines weißen Rassisten, der 2023 in einem Dollar-General-Geschäft in Jacksonville in Florida drei Menschen tötete. Das Lied trägt den Titel We’ll Have Our Home Again und stammt von der Gruppe Pine Tree Riots. Nachdem The Intercept zuvor schon über die Verwendung dieses Liedes durch das Heimatschutzministerium berichtet hatte, forderten Abgeordnete den Meta-Konzern, dem Facebook und Instagram gehören, auf, die Werbung nicht weiter zu schalten.

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Der Rückgriff auf ein Lied, das in Neonazi-Kreisen bekannt ist, steht nach Einschätzung des Berichts nicht für sich allein. Die Analysten sprechen von einem Muster, von einer wiederholten Verwendung bildlicher und sprachlicher Elemente, die sich mit Symbolen überschneiden, die historisch in extremistischen Subkulturen eine Rolle spielen. Ein zweites Beispiel ist der Begriff Remigration, den das Heimatschutzministerium häufig benutzt. Die Polizeianalysten aus Colorado erklären, dass dieser Begriff bis in das Deutschland der 1930er Jahre zurückreicht, wo er gebraucht wurde, um die zwangsweise Vertreibung von Juden zu fordern. Ein drittes Beispiel ist das sogenannte Moon-Man-Meme. Dahinter steckt eine Figur aus einer McDonald’s-Werbung der 1980er Jahre, die unter Rassisten im Internet beliebt geworden ist, weil ihre Erscheinung an einen Angehörigen des Ku-Klux-Klan erinnert. Das Bulletin verweist auf einen Nutzer, der auf einen Beitrag des Heimatschutzministeriums mit dieser Figur antwortete und dazu schrieb, es sei nun an der Zeit, wobei die Abkürzung, die er verwendete, für einen Satz steht, der den massenhaften Tod von Schwarzen fordert. Derselbe Nutzer hängte seine eigene Version des Memes an, auf der die Figur mit einem Gewehr vor einer Hakenkreuzfahne posiert.

Der Bericht nennt hier ein weiteres Beispiel für die Vereinnahmung von Symbolen und Figuren durch rechtsextreme Kreise. In einem Beitrag des Heimatschutzministeriums tauchte die Figur „Mac Tonight“ auf, die später im Internet von weißen Extremisten als „Moon Man“ übernommen wurde. Als Reaktion erschien laut Dokument ein Beitrag mit einer bewaffneten Figur vor einer Hakenkreuzfahne sowie dem Kürzel „TND“, das in entsprechenden Online-Kreisen als Gewaltcode verwendet wird.

Claire Trickler-McNulty, die acht Jahre lang als ICE-Beamtin gearbeitet hat, unter Obama, unter Biden und während Trumps erster Amtszeit, nannte die im Bulletin vorgelegten Belege ziemlich vernichtend. Sie sagte, dass es schon allein überraschend sei, dass ein Fusion Center eine solche Warnung an Polizeibehörden herausgebe, die sich gegen die Botschaften des Heimatschutzministeriums richte, auch wenn die Warnung angemessen erscheine. An anderer Stelle sagte sie, sie schätze es, dass die Verfasser die Gefahren dieser weißen nationalistischen Bildsprache so deutlich zusammengetragen hätten. ICE und das Heimatschutzministerium reagierten nicht auf Anfragen, sich zu äußern.

Der Bericht enthält einen Hinweis, mit dem sich die Analysten selbst absichern. Sie betonen darin, dass sie keine ideologische Übereinstimmung zwischen dem Heimatschutzministerium, der Einwanderungspolizei ICE und der Ideologie weißer Vorherrschaft unterstellen wollten. Doch was die Analysten beschreiben, lässt sich von diesem vorsichtigen Hinweis kaum bändigen. Sie zeigen nämlich, dass die Beiträge sehr schnell unter weißen Rassisten an Zugkraft gewannen und dass diese sich gegenseitig dazu aufriefen, sich als Einwanderungsbeamte zu bewerben. In dem Zeitraum, in dem diese Beiträge des Heimatschutzministeriums kursierten, so warnt das Bulletin, hätten gewalttätige weiße rassistische Gruppen zugleich ihre Anhänger dazu aufgefordert, ICE beizutreten, und darüber spekuliert, dass ICE sich in eine weiße rassistische Miliz verwandeln könnte.

Die Beispiele, die die Analysten dafür anführen, sind beklemmend konkret. In einem von ihnen als neonazistisch und akzelerationistisch beschriebenen Kanal in den sozialen Medien sprachen Internetnutzer darüber, ICE zu unterwandern und die Befugnisse der Behörde zu nutzen, um eine abtrünnige Miliz zu bilden, und sie deuteten dabei einen landesweiten Rassenkrieg an. Auf einem Neonazi-Forum diskutierten Nutzer nach Darstellung des Bulletins über die Vorteile eines Beitritts zu ICE, den sie als Gelegenheit betrachteten, einen Konflikt in den Vereinigten Staaten zu beschleunigen und sogenannte Rasseverräter zu verprügeln. Ein Nutzer behauptete, jemand aus diesem Netzwerk sei bereits als Aufseher in einer von ICE beauftragten Hafteinrichtung tätig gewesen.

Die gezeigten Bilder werden im Bericht als weiteres Beispiel dafür angeführt, wie Formulierungen aus offiziellen ICE-Beiträgen mit bereits vorhandenen rechtsextremen Inhalten in Verbindung gebracht wurden. Links ist ein Beitrag des Heimatschutzministeriums mit dem Satz „Wir werden unser Zuhause zurückbekommen“ zu sehen, rechts ein Bild mit nahezu identischer Formulierung, das im Umfeld der Gruppe Patriot Front verwendet wurde.

Im Dokument wird darauf hingewiesen, dass dieser Satz bereits in Liedern und Botschaften genutzt wurde, die in weißen nationalistischen Kreisen verbreitet sind. Die Gegenüberstellung legt nahe, dass sich staatliche Bildsprache und bereits etablierte extremistische Parolen teilweise so stark annähern, dass die Grenzen zwischen beiden für Außenstehende zunehmend verschwimmen können.

Die Beiträge, um die es geht, entstanden unter der früheren Heimatschutzministerin Kristi Noem, die im März entlassen und durch den Senator Markwayne Mullin aus Oklahoma ersetzt wurde. Noch vor Noem hatte die streitbare DHS-Sprecherin Tricia McLaughlin die Behörde verlassen, die den Vorstoß der Behörde in den sozialen Medien verantwortet hatte. Das Heimatschutzministerium selbst hat seine Methoden im Internet verteidigt und sie als kühn und wirkungsvoll bezeichnet. Auch von außerhalb der Behörden kam Kritik. Organisationen wie das Southern Poverty Law Center warfen dem Heimatschutzministerium vor, weiße nationalistische Bildsprache und Wortwahl zu benutzen, um neue Mitarbeiter anzuwerben und Einwanderer festzunehmen.

Ein Punkt des Bulletins ist allerdings auch innerhalb der Fachwelt umstritten. Die Analysten schreiben, die Beiträge des Heimatschutzministeriums könnten ebenso Gewalt gegen die Polizei selbst hervorrufen, und zwar von Seiten jener Menschen, die sich gegen weiße Rassisten stellen. Antifaschistische Aktivisten, so der Bericht, könnten die Botschaften des Heimatschutzministeriums falsch deuten und sämtliche ICE-Mitarbeiter und damit auch die Polizei und Regierungsvertreter als Unterstützer oder Mitwisser weißer Vorherrschaft wahrnehmen, woraus sie eine vermeintliche Rechtfertigung für Gewalt gegen diese Personen ableiten könnten.

Am Ende des Dokuments weisen die Autoren selbst darauf hin, dass die Warnung nicht auf vollständig abgeschlossenen Geheimdienstbewertungen basiert. Die Informationen stammen laut dem Text aus öffentlich zugänglichen Berichten sowie aus Daten von Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden und wurden teilweise abgeglichen, gelten aber ausdrücklich nicht als endgültige oder vollständig ausgewertete Erkenntnisse. Das Schreiben wurde an Polizeibehörden, Feuerwehr und Rettungsdienste, Krisenstäbe, sogenannte Fusion Center sowie Bundespartner verteilt. Gleichzeitig werden konkrete Kontaktstellen des Colorado Information Analysis Center und des FBI genannt, über die mögliche verdächtige Aktivitäten unmittelbar gemeldet werden sollen.

Genau diese Gleichsetzung wies Spencer Reynolds zurück, ein früherer DHS-Beamter, der die Behörde in Fragen der Nachrichtengewinnung, des inländischen Terrorismus und anderer Themen der nationalen Sicherheit beraten hat und heute leitender Anwalt beim NAACP Legal Defense Fund ist. Er sagte, die Schlussfolgerung des Berichts, die Rhetorik des Heimatschutzministeriums könne sowohl Antifaschisten als auch weiße Rassisten zur Gewalt treiben, stelle eine falsche Gleichwertigkeit her, die historische und gegenwärtige Tatsachen ignoriere. Von der Gründung dieses Landes bis zur heutigen Krise, so Reynolds, seien Schwarze und andere Menschen mit dunkler Hautfarbe immer die Opfer weißer rassistischer Gewalt gewesen. Es sei ein schwerer Fehler des Bulletins, nahezulegen, dass beide Seiten gleichermaßen zur Gewalt greifen würden. In Wahrheit habe die weiße Vorherrschaft massenhafte Gewalt und Unterdrückung über die gesamte Geschichte des Landes hinweg verursacht, und nicht jene Menschen, die ihr entschieden entgegentreten.

ICE-Anzeigen sowie spätere Weiterverwendungen durch Gruppen wie die ehemaligen Proud Boys oder andere extremistische Netzwerke. Der Bericht verweist außerdem auf Beiträge und Diskussionen aus rechtsextremen und neonazistischen Online-Bereichen, in denen Nutzer offen darüber sprechen, ICE zu unterwandern oder die Behörde für eigene politische Ziele zu nutzen. Genannt werden dabei auch Aussagen, wonach eine Beteiligung innerhalb staatlicher Strukturen als Möglichkeit betrachtet werde, Einfluss zu gewinnen oder Konflikte weiter anzuheizen.

Bleibt die Frage nach der Stelle, von der die Warnung ausgeht. Fusion Center wie das in Colorado sind nach dem 11. September entstanden, gedacht als Werkzeug gegen den Terror. Aus diesem Werkzeug ist über die Jahre ein weitverzweigter Überwachungsapparat geworden, der alles Mögliche verfolgt, von Drogen über Ladendiebstahl bis zu Studentenprotesten, und das, obwohl es kaum Belege für ihren Nutzen im Kampf gegen den Terror gibt. Berichte aus diesen Zentren werden im ganzen Land unter Polizeibehörden verbreitet. Eine Sprecherin der Colorado Division of Homeland Security and Emergency Management, die das Fusion Center beaufsichtigt, ließ die Frage unbeantwortet, ob die Behörde vom Heimatschutzministerium eine Reaktion auf ihr Bulletin erhalten habe. Das Zentrum gebe Informationen an private, lokale, tribale und bundesstaatliche Stellen weiter, sagte die Sprecherin Micki Trost. Solche Bulletins, so Trost, hülfen dabei, Informationen innerhalb dieses Netzwerks zu teilen.

Und genau darin liegt das Bemerkenswerte an diesem Vorgang. Es ist nicht ein Bürgerrechtsverband, der hier Alarm schlägt, und es ist auch keine Oppositionspartei. Es ist eine Polizeistelle der Terrorabwehr, die einer anderen Bundesbehörde der eigenen Regierung bescheinigt, dass deren Werbung gefährlich sein könnte. Trickler-McNulty hat es auf eine schlichte Formel gebracht, als sie die Belege ziemlich vernichtend nannte. Wenn schon die Wächter selbst eine Warnung herausgeben, dann ist die Frage nicht mehr, ob etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Die Frage ist nur noch, wie weit.

„Es ist ein bedrückender Zustand, wenn in Deutschland wieder öffentlich darüber diskutiert wird, welche Menschen angeblich dazugehören und welche nicht.

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So weit der Befund aus Colorado. Bleibt eine Frage, die über den amerikanischen Fall hinausweist, und an dieser Stelle ist es eine Frage, die wir uns stellen. Denn solche Entwicklungen sind keine ferne amerikanische Eigenheit. Auch in Deutschland ist die AfD auf dem Vormarsch, und es lohnt sich zu fragen, ob fast dreißig Prozent der Wähler wirklich das wollen, wofür diese Partei steht. Oder ob sie sich verrannt haben und dem Wolf bereitwillig zur Schlachtbank folgen, ohne zu bemerken, wohin der Weg führt. Der September wird es im Osten Deutschlands zeigen. Er wird zeigen, ob das Land aus seiner eigenen Geschichte etwas gelernt hat oder ob es einen Rückschritt erleben wird, dessen Folgen großen Schaden anrichten. Wer darauf vertraut, dass die AfD eine regierungsfähige Partei sei, der verwechselt Rassismus mit Politik und falsche Wahlversprechen mit wirtschaftlicher Kompetenz. Und er verwechselt am Ende die Heimat Deutschland mit einem ideologischen Trümmerhaufen, in dem von dem, was diese Heimat einmal ausgemacht hat, wenig übrig bleibt.

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