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Neue Recherche: Trump genehmigt sich eine Bank, die Familie kassiert 75 Prozent

VonTEAM KAIZEN BLOG

20. August 2026

Bereits im Juli hatten wir eine Recherche zu diesem Thema veröffentlicht. Eine von Trump selbst ernannte Aufsichtsbehörde hat dem Kryptounternehmen World Liberty Financial vorläufig erlaubt, wie eine Bank zu arbeiten. Getragen wird die Firma von seiner Familie. Damit rückt Donald Trump in eine Rolle, die vor ihm kein Präsident der Vereinigten Staaten innehatte. Senatorin Elizabeth Warren fasste die Entscheidung zusammen: „Präsident Trump ist nun der erste Präsident in der Geschichte, der seine eigene Bank genehmigt, betreibt und beaufsichtigt. Das ist der dreisteste Fall von Selbstbereicherung, den unser Finanzsystem je gesehen hat, und der Kongress darf das nicht hinnehmen.“ Zu den schäbigsten Vorgängen, die sich ein amtierender Präsident je geleistet hat, gehört dieser. Dass die Bevölkerung kaum aufbegehrt, zeigt, wie tief sich das politische Leben der USA unter seiner zweiten Amtszeit verändert hat.

Lesen Sie auch unseren Artikel: Zwei Milliarden Dollar, und die Verlierer heißen 764.000 Anhänger

Das Amt ist ihm Werkzeug, um die eigene Familie reich zu machen, und die Geschichte des Landes hält dafür kein zweites Beispiel bereit. Er regiert im Stil eines Familienoberhaupts der organisierten Kriminalität. Jeder Kontrolle weicht er aus, indem er die Ämter, die ihn bremsen könnten, entweder zerschlägt oder mürbe macht. Der Supreme Court gab ihm im Verfahren Trump v. United States, was ein solcher Mann braucht, die Straffreiheit für alles, was er im Amt als Amtshandlung ausgibt. Wo keine Strafe mehr droht, wird das Amt zum Geschäftsmodell. Sein Handel mit Kryptowährungen zeigt, wohin das führt, allein im vergangenen Jahr soll er daran über 1 Milliarde Dollar verdient haben.

Vor kurzem noch gab er den Warner. Im Juni 2021 schmähte er Bitcoin als Schwindel und raunte, das digitale Geld könnte den Dollar von seinem Thron als Weltwährung stoßen. Krypto sei „möglicherweise eine Katastrophe, die nur darauf wartet, zu passieren“, sagte er damals. Nur hängt Trump an keiner Überzeugung länger, als sie ihm nützt, gezählt wird das Geld. Im Wahlkampf 2024 kippte seine Meinung, kaum dass ihm die Branche vorgerechnet hatte, welche Summen mit diesen Münzen zu holen sind und wie mühelos sie über jede Grenze wandern. Nachgeholfen hat, dass die Kryptohäuser zu den spendabelsten Geldgebern des Wahljahres zählten.

Der Coin selbst zeigt Trump mit erhobener Faust, in jener Geste, die er nach dem Attentatsversuch von 2024 machte. Er hat keinen inneren Wert, kein Produkt, kein Unternehmen dahinter. Er ist reine Wette auf eine Aura, auf die Vorstellung, dass alles, was diesen Namen trägt, mit seiner Präsidentschaft wachsen müsse.

World Liberty Financial gründeten 2024 Trump und seine Söhne, dazu der Sondergesandte Steve Witkoff und dessen Söhne. Die Familie Trump hält 38 Prozent an der öffentlich gehandelten Firma. Einer im Januar 2026 veröffentlichten Recherche zufolge gehört fast die Hälfte einer Investmentfirma aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Trotzdem kassiert die Familie 75 Prozent aller Einnahmen aus dem Geschäft. Der Pate bekommt bei den Geschäften der unteren Ebenen immer den größten Anteil. Die Eigentumsfrage ist zweitrangig, solange die Familie den Ertrag nimmt. Fremde Länder halten Anteile an der Firma, das Weiße Haus hält die Hand auf. Gegründet wurde die Firma mitten im Wahlkampf, damit Trump als Privatmann einsteigen konnte, und zugleich warb sie offensiv mit ihrer Nähe zu ihm um Geld.

Kurz vor seinem Amtsantritt, im Januar 2025, warf Trump seine eigene Spaßwährung $TRUMP auf den Markt und strich damit dreistellige Millionen ein. Zwischen Amt und Privatkasse zog niemand mehr eine Linie, und so nahm er 2025 allein aus den Token von World Liberty knapp 800 Millionen Dollar ein. Die Münze trug seinen Namen, jeder Kauf landete bei dem Mann, der über Aufsicht und Gesetz gebietet. Manche erkannten darin die nächste Stufe, auf der das höchste Amt zu Geld gemacht wird. Ihren Wert schöpfen solche Token aus nichts als der Wette darauf, dass der Nächste mehr zahlt. Digitale Tulpen, deren Blüte hält, solange der Glaube hält. Als Zahlungsmittel taugt Krypto nichts, in den USA ist keine davon gesetzliches Zahlungsmittel, für dunkle Geschäfte dagegen ist sie bestens gebaut. Auch World Liberty wird kein Haus für Sparbücher. Girokonto und Ratenkredit sucht dort niemand mit Erfolg. Ausgeben und verwalten soll die Firma einen eigenen Stablecoin, USD1 genannt, dessen Wert an den Dollar gekoppelt ist. Das Etikett Bank leiht sich ein Vertrauen, das die Sache nicht verdient.

Gleichzeitig verloren rund 764.000 Krypto-Wallets. Die meisten mit kleinen Beständen

Man muss sich diesen Gegensatz vor Augen führen, um zu verstehen, was hier eigentlich geschieht. Ein Präsident verdient an einem Produkt, das seinen eigenen Namen trägt, während die Menschen, die diesem Namen vertrauten, ihr Geld verlieren. Laut der Analysefirma Chainalysis erzielten achtundfünfzig Investoren des TRUMP-Coins Gewinne von über zehn Millionen Dollar, zusammengerechnet etwa 1,1 Milliarden Dollar, die meisten von ihnen frühe Händler, die ausstiegen, bevor der Kurs einbrach. Gleichzeitig verloren rund 764.000 Krypto-Wallets, die meisten mit kleinen Beständen, bei genau diesem Coin ihr Geld. Bei jedem einzelnen Handel kassierten Trump und seine Partner Transaktionsgebühren, die zusammen mit anderen Einnahmen Hunderte Millionen Dollar ergaben.

Donald Trumps 927 Seiten umfassende Vermögenserklärung wurde veröffentlicht. Daraus geht hervor, welche Einnahmen der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten im Jahr 2025 erzielte:

635 Millionen US-Dollar mit der Kryptowährung TRUMP, während der Kurs des Memecoins von 74 Dollar auf 1,68 Dollar fiel und viele Kleinanleger hohe Verluste erlitten.

594 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf von Token und Stablecoins des Kryptoprojekts World Liberty Financial, das Trump gemeinsam mit seinen Söhnen gegründet hat.

65 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf von Unternehmensanteilen an derselben Firma.

Mehr als 80 Millionen US-Dollar aus Vergleichszahlungen von ABC, CBS, Meta und YouTube, die an seine Präsidentenbibliothek flossen.

Insgesamt beliefen sich Trumps Einnahmen aus dem Kryptogeschäft damit auf mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar – innerhalb eines einzigen Jahres, während er Präsident der Vereinigten Staaten war.

Sein geschätztes Vermögen soll seit Amtsantritt von 2,4 Milliarden auf 6,3 Milliarden US-Dollar gestiegen und damit nahezu verdreifacht worden sein.

Während Trump nach diesen Angaben mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar mit Kryptowährungen verdiente, verloren viele Käufer seines Memecoins Geld. Demnach befanden sich 764.000 Wallets im Minus.

Das Fazit von Kaizen Blog: Das ist die korrupteste Präsidentschaft in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Punkt.

Die wichtigste Aufgabe könnte darin liegen, die Korruption gesellschaftsfähig zu machen, gerade weil die amerikanischen Bundesaufsichtsbehörden bei Krypto längst die Hände in den Schoß legen. Firmen und ausländische Regierungen, die Zugang zur Trump-Regierung suchen, könnten über die Token von World Liberty große Summen bewegen, ohne dass es auffällt. Der Umschlag unter dem Tisch wäre überflüssig, die Zahlung liefe offen durch eine Firma, an der die Familie des Präsidenten mitverdient.

Fremder Einfluss reist mit dieser Technik leichter über Grenzen, und die äußerste Rechte greift auffallend gern danach. Beide leben von demselben Versprechen, sich der Kontrolle zu entziehen. In Großbritannien nahm Nigel Farage, der die rechte Reform Party führt, mehr als 5 Millionen Pfund von einem Krypto-Milliardär mit Wohnsitz in Thailand, ohne das anzugeben. Argentiniens rechter Staatschef Javier Milei geriet in den Verdacht, an einem grenzüberschreitenden Krypto-Schwindel mitgewirkt zu haben, bei dem Tausende Käufer eines Tokens zusammen rund 250 Millionen Dollar verloren. Beide streiten alles ab. Gegen Farage laufen die Ermittlungen weiter, gegen Milei wurden Stimmen laut, die seine Amtsenthebung verlangen.

Trump, der König der Kryptowährungen und schäbigste Vertreter der globalen äußersten Rechten, hat die Zukunft des digitalen Geldes gesehen, und sie gefällt ihm. Genau darum beantragte World Liberty Financial beim Office of the Comptroller of the Currency eine nationale Banklizenz. Über den Antrag entscheidet der Aufsichtsapparat, den der Präsident selbst besetzt hat. Für die offene Selbstbereicherung der Familie wäre sie das vollendete Werkzeug. Der Präsident wird zum Bankier, das Amt zu seinem Startkapital. Eine Währung, die auf nichts als Vertrauen beruht, passt zu einem Amt, das er nur noch als Sicherheit für seine Geschäfte kennt.

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