Feuer über Mehrabad – Teheran unter Dauerbeschuss, der Krieg greift nach der Welt

VonTEAM KAIZEN BLOG

März 7, 2026

Teheran – In der Nacht zu Samstag traf eine neue Welle israelischer Luftangriffe die iranische Hauptstadt. Das Militär sprach von breit angelegten Schlägen gegen staatliche Infrastruktur. Kurz darauf meldeten iranische Medien Einschläge im Bereich des Flughafens Mehrabad. Anwohner berichteten von gewaltigen Explosionen, von einer Feuerkugel über dem Rollfeld, von Rauch, der sich zwischen Wohnhäusern ausbreitete. Zwei Bewohner in der Nähe des Flughafens schrieben, es sehe so aus, als stünden abgestellte Verkehrsmaschinen in Flammen. Eine offizielle Bestätigung, ob der Flughafen direkt getroffen wurde, blieb zunächst aus.

Heftige Luftangriffe auf Teheran in den vergangenen Stunden zeigt kein erkennbares koordiniertes Muster mehr. Auffällig ist jedoch, dass sich ein Großteil der Angriffe auf West-Teheran konzentriert.

Mehrabad ist mehr als ein Verkehrsknotenpunkt. Seit 1938 prägt er die Geschichte Teherans, war bis 2007 internationales Drehkreuz des Landes. Iran Air und die zivile Luftfahrtbehörde haben dort ihren Sitz. Generationen verabschiedeten sich hier mit Blumensträußen von Angehörigen. Nun steht der Name des Flughafens für eine Nacht aus Feuer und Sirenen. Die Angriffe erfolgten nur Stunden nach Berichten, wonach Russland Iran während des Krieges mit Aufklärungsdaten unterstützt haben soll, darunter Satellitenbilder mit Standorten von Kriegsschiffen und Militärpersonal. Offizielle Stellen spielten die Bedeutung herunter und verwiesen darauf, Moskau habe schon früher Informationen an Teheran geliefert. Doch allein die Möglichkeit einer engeren Abstimmung zwischen Russland und Iran verschärft die Spannungen weit über den Nahen Osten hinaus.

Teheran

Parallel setzte Israel seine Offensive fort. Mehr als 400 Ziele im Westen Irans seien am Freitag angegriffen worden, darunter Raketenstellungen und Lager für Drohnen. In Beirut trafen neue Luftschläge die südlichen Vororte, weitere Evakuierungswarnungen folgten. Rund 300.000 Menschen im Libanon sind seit Beginn der Bombardierungen geflohen. Mohamed Hjoula, 35 Jahre alt, suchte mit etwa 40 Angehörigen Zuflucht an der Uferpromenade von Beirut. „Wir Zivilisten zahlen den Preis des Krieges“, sagte er. Iran reagierte mit einer neuen Welle von Drohnen und Raketen auf Israel. In Tel Aviv heulten die Sirenen. Das israelische Militär meldete Raketenstarts aus Iran, größere Schäden wurden zunächst nicht bekannt. Auch Golfstaaten gerieten erneut ins Visier. Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten, sie hätten neun ballistische Raketen und mehr als 100 Drohnen abgefangen. Saudi-Arabien sprach von drei abgefangenen Raketen nahe Riad, Katar meldete einen Angriff in Bahrain ohne Verletzte.

Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits sichtbar. Der Preis für die US-Referenzsorte Rohöl sprang binnen eines Tages um fast zehn Dollar und schloss nahe 91 Dollar pro Barrel, so hoch wie seit 2023 nicht mehr. Benzin in den Vereinigten Staaten kostet im Schnitt 3,32 Dollar pro Gallone, elf Prozent mehr als zu Kriegsbeginn. Die Kombination aus militärischer Eskalation und steigenden Energiepreisen belastet eine ohnehin fragile Weltwirtschaft.

Im Weißen Haus verteidigte Donald Trump die militärische Linie. Er forderte die bedingungslose Kapitulation Irans und erklärte zugleich, die Vereinigten Staaten verfügten über praktisch unbegrenzte Munitionsvorräte. Nach einem Treffen mit Rüstungsmanagern kündigte er an, die Produktion hochwertiger Waffensysteme rasch zu vervielfachen. Lockheed Martin bestätigte eine Ausweitung der Fertigung, unter anderem bei Abfangraketen vom Typ PAC-3. Gleichzeitig wächst in Washington die Sorge, dass ein längerer Krieg die Bestände an Präzisionswaffen, Marschflugkörpern und Abfangsystemen spürbar schrumpfen lassen könnte.

Im Persischen Golf bleibt die Lage angespannt. Nach Analysen von Satellitenbildern verloren Irans reguläre Seestreitkräfte in den ersten Kriegs­tagen mehrere Schiffe, darunter Einheiten in Konarak und Bandar Abbas. Auch Stützpunkte der Revolutionsgarden auf der Insel Qeschm und bei Jask zeigen schwere Schäden. Dennoch warnen Fachleute, dass schnelle Boote, unbemannte Systeme und verbliebene Raketen weiterhin eine Gefahr für die Schifffahrt darstellen, insbesondere in der Straße von Hormus. Mindestens zehn Handelsschiffe wurden dort oder im Golf von Oman von bislang nicht eindeutig identifizierten Geschossen getroffen.

UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher sprach von einer Region in ernster Gefahr. Zehn Millionen Menschen seien zwischen den Fronten gefangen. In Iran seien seit Kriegsbeginn mehr als 1.000 Menschen getötet worden, darunter mindestens 175 bei der Bombardierung einer Mädchenschule. Rund 100.000 Iraner seien binnen einer Woche vertrieben worden. UNICEF meldete über 190 getötete Kinder in Iran, im Libanon, in Israel und in Kuwait. Fletcher warnte, die Schließung der Straße von Hormus gefährde Lieferketten für Energie, Lebensmittel und Medikamente. Wenn Seewege blockiert werden, steigen Preise, geraten Gesundheitssysteme unter Druck, werden Hilfsgüter knapp.

Der Krieg, der mit gezielten Schlägen begann, hat sich zu einem Konflikt entwickelt, der militärische, wirtschaftliche und humanitäre Ebenen zugleich erfasst. Über Teheran hängt Rauch. In Beirut schlafen Familien im Freien. In Washington wird über Munitionsproduktion gesprochen. Und in der Straße von Hormus entscheidet sich, ob der Konflikt weiter in den Alltag der Weltwirtschaft hineinwächst.

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Sonja Gang
Sonja Gang
1 Monat vor

Ich frage mich, ob das auch einer der Pläne von Projekt 2025 ist?

Man hört ja immer wieder: Auf dem Planeten leben zu viele Menschen.

Was machen Eliten dagegen?

  1. den NGOs die Mittel streichen – in Folge sterben Menschen
  2. ist dieser Schritt umgesetzt – Kriege anfangen – durch Kriege setzt sich automatisch eine ganze Kettenreaktion von Reaktionen in Gang – wo Menschen kurz über lang sterben
  3. auch Länder die nicht direkt vom Krieg betroffen sind, werden involviert. – Lieferketten werden gestört, oder brechen zusammen = also sterben dadurch auch Menschen ( Medis werden knapp..) Firmen gehen kaputt, am Ende steht dann auch hier der Sozialabbau.

Guckt man sich dieses Muster an wird deutlich, Eliten wollen die „Masse“ los werden.
Den reichen Eliten machen diese Teuerungen nichts aus, sind auf Kriegsschauplätzen niemals persönlich anzutreffen – die sitzen warm und trocken und feiern bei Champagner und Kaviar, tanzen, lachen – und spielen ihre Spielchen – wie man „hört“ auch hier immer mal wieder mit Minderjährigen.
Diese Eliten haben die Länder der Erde und deren Bevölkerung vermutlich mit Punkten versehen.

Einfach ausgedrückt: Wie Trump schon sagte: Diese hier sind Müll, jene sind weniger wertvoll weil nicht ganz weiß, die anderen sind zu arm…. Es wird gesiebt bis nur noch das übrig bleibt was man BRAUCHT um Eliten zu dienen – oder eben die Eliten an sich!

Der „Witz“ an der Sache: Die sogenannten Eliten wollen alle ihr eigenes Zuchtprogramm in Gang setzen!
Musk faselte so einen Blödsinn,
die Tage las ich selbes vom Epstein …. und wer weiß schon wer noch mit solchen Gedanken schwanger geht!?

Die, die hinter dem Projekt 2025 stehen, die scheinen eine echte Gefahr für die Menschheit zu sein.
Das Menschen ohne Gewissen – es können sich nur um Soziopathen handeln.
Tragisch – man erkennt es und kann nichts bis wenig dagegen tun!

Ela Gatto
Ela Gatto
1 Monat vor
Antwort auf  Sonja Gang

The Hunger Games, The Handmaids Tale ….. sind wohl die Anleitungen 😞

Sonja Gang
Sonja Gang
1 Monat vor

Gerade gefunden… und nein, mal wieder kein Fake Vido.

Das hat das Weisse Haus soeben gepostet
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Das offizielle Weisse Haus hat echte Bombenangriffe auf den Iran mit Call-of-Duty-Spielszenen zusammengeschnitten. Killstreak-Animationen aus einem Videospiel. Über echten Toten. Als Propaganda. Auf X. Zum Feiern.
165 tote Mädchen unter einer Schule. 18 Mädchen in einer Sporthalle. Über 1’000 Tote in sechs Tagen. Sechs eigene Soldaten tot. Und das Weisse Haus macht daraus ein Highlight-Reel. Wie ein Teenager, der seine Kills auf Twitch streamt. Nur dass hier echte Kinder sterben.
Das ist kein Meme. Das ist kein Trolling. Das ist die Regierung der Vereinigten Staaten, die Krieg als Content verpackt. Für Likes. Für Klicks. Für die MAGA-Basis, die Bomben feiert wie Touchdowns.
Das dümmste, kränkste, abartigste Zeitalter der Menschheitsgeschichte. Und das Weisse Haus ist sein Content Creator.

https://x.com/whitehouse/status/2029741548791853331?fbclid=IwY2xjawQY2NRleHRuA2FlbQIxMABicmlkETBONnJtT3EyYkdRRkxLVFBHc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHuoWownHqt5yZuq_FCuQWzdcKqL_9zEp_Vqu_TvLPBVK3Wt8p1nVlHqIuuHg_aem_IppPum5mfL9qFf5-xM5giw

Rainer Hofmann
Administrator
1 Monat vor
Antwort auf  Sonja Gang

….hatten wir gestern gesehen, fanden es aber zu armselig, es auf unsere Seite unterzubringen, es gibt grenzen der geschmacklosigkeit

Sonja Gang
Sonja Gang
1 Monat vor
Antwort auf  Rainer Hofmann

Schlimm, dass diese Grenze nicht der Präsident inne hat. – Zumindest aber die offiziellen Kontrollen was an die Öffentlichkeit gelangen darf / kann…

Was sagt so was über ein Land? Was über einen amerikanischen Präsidenten und seinem Stab?
Kann man solch einen Präsidenten noch ernst nehmen?
Mit ihm Verträge abschließen?

Nur in diesem Kontext sehe ich dieses ( solche) Video.

Ela Gatto
Ela Gatto
1 Monat vor
Antwort auf  Sonja Gang

Absoluter Tiefpunkt!

Den Tod, das Leid als Videospiel darzustellen.

MAGA bleibt recht still.

Stattdessen kommen Postings über Jane Fonda und Vietnam 🙈🙈

Ela Gatto
Ela Gatto
1 Monat vor

Russland liefert Daten, der Iran hat offenbar noch genug Kapazitäten Angriffe zu starten.

Der ganze Nahe Osten ist nicht sicher.
Kein Anreiner.

Aber all die Reichen, wie Sonja schrieb, sitzen weich und bequem.
Sie zahlen nicht den Preis für den Krieg.

Sie sitzen in ihren Prunkpalästen und sinieren über mehr Macht.

Den Preis zahlen all die Menschen, die hunger, verletzt oder getötet werden.

Auch die restliche Welt wird es merken.
Erstmal in Form von hohen Energiepreisen.

Vielleicht spekuliert Trump darauf.
Das andere Staaten in den Krieg einsteigen um ihre Wirtschaft am Laufdn zu halten und die Menschen mit Energie zu versorgen.

Völkerrecht ist nur noch ein Wirt.
Mit Trump ist es endgültig zerstört worden.

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