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Epstein – Die Spur in den Büchern

VonTEAM KAIZEN BLOG

Juni 17, 2026

Die Ermittler New Mexicos zwingen JPMorgan, Google und mehr als zwei Dutzend Firmen, ihre Unterlagen über Jeffrey Epstein zu sichern. Weil das Justizministerium des Bundes die ungeschwärzten Akten nicht herausgibt, suchen sie die Wahrheit über die Zorro Ranch dort, wo sie noch liegt, in den Aufzeichnungen der Banken und Fluglinien, auch der Netzdienste!

Die Ermittler des Staates New Mexico haben JPMorgan Chase, Google und mehr als zwei Dutzend weitere Unternehmen angewiesen, alle Unterlagen zu sichern, die mit Jeffrey Epstein und einigen seiner Vertrauten zu tun haben, ein Zeichen dafür, wie weit sich die Ermittlung um seine frühere Zorro Ranch ausdehnt. Die Schreiben, die eine Anfrage nach öffentlichen Akten erhielt, zwingen die Firmen, die Aufzeichnungen zu bewahren, während die Justizbehörde des Staates die gerichtlichen Vorladungen vorbereitet, nachdem sie den Fall in diesem Jahr wieder aufgenommen hatte. Die Briefe reichen über all jene Firmen, die Epsteins Wege berührt haben könnten, Banken und Telefongesellschaften, Fluglinien und die großen Konzerne der Technik. Vorigen Monat verschickt, verlangen sie nicht nur Daten zu Epstein selbst, sondern auch zu seiner langjährigen Assistentin Lesley Groff und zu seiner Vertrauten Ghislaine Maxwell, die eine Bundesstrafe wegen Menschenhandels verbüßt, dazu den Schriftverkehr aller, mit denen die drei in Verbindung standen. Groff hat ein Fehlverhalten stets bestritten.

Weitere Schreiben sollen folgen, kündigte die Behörde an, unter anderem für die Unterlagen von Darren Indyke und Richard Kahn, Epsteins langjährigem Anwalt und seinem Buchhalter, die als Vollstrecker seines Nachlasses dienen. Auch sie haben ein Fehlverhalten bestritten.

Die Wiederaufnahme sei mit tiefem Respekt vor den Überlebenden, den Recherchen investigativer Journalisten und dem Willen zur Rechenschaft geschehen, erklärte Generalstaatsanwalt Raúl Torrez. Die Briefe seien nur ein Schritt, seine Ermittlung brauche das Zeugnis der Überlebenden, und man suche weiter nach jedem, der etwas über den Missbrauch oder andere Verbrechen auf der Ranch wisse. Die Zorro Ranch, rund zweiunddreißig Quadratkilometer groß und etwa fünfzig Kilometer südlich von Santa Fe gelegen, war eines von mehreren Anwesen Epsteins, neben dem Stadthaus in Manhattan und dem Landsitz in Palm Beach, dazu der eigenen Insel auf den Amerikanischen Jungferninseln. Er kaufte sie 1993 und baute ein abgeschiedenes Herrenhaus darauf. Mindestens zehn Frauen und Mädchen haben gesagt, sie seien dort herangezogen oder missbraucht worden, unter ihnen bekannte Klägerinnen, die schildern, dass Epstein und Maxwell sich auf dem Anwesen an ihnen vergangen hätten.

Neue Aufmerksamkeit kam auf das Gelände, als das Justizministerium die Epstein-Akten freigab. Sie brachten die Vorwürfe des Missbrauchs ans Licht, dazu einen unbestätigten Hinweis, zwei Mädchen seien gestorben und heimlich auf dem Grund begraben worden, ein Verdacht, der mit dazu führte, dass die Behörden die Ranch in diesem Jahr durchsuchten. Anzumerken bleibt, dass dieser Hinweis sehr vage ist und allein auf angeblichem Hörensagen beruht, etwa auf einem Taxifahrer, der das Telefonat eines Fahrgastes mitgehört haben will. Schon vor Jahren wurde er in den Akten vermerkt, ohne dass sich daraus je etwas Belastbares ergeben hätte.

Unter den Empfängern sind große Geldhäuser wie JPMorgan und die Deutsche Bank, dazu American Express, der Zahlungsdienst PayPal, die größten Fluglinien des Landes und die Stelle, die in der Branche die Daten der Flugscheine verarbeitet. Auch Reisevermittler wie Expedia wurden angeschrieben. Eine zweite Gruppe ging an Telefon- und Technikanbieter wie AT&T und Verizon sowie an Dienste für E-Mail und Nachrichten wie Google und WhatsApp, dazu Yahoo. Die Deutsche Bank erklärte, sie werde mit den Behörden zusammenarbeiten, die übrigen äußerten sich nicht. Jeden Empfänger bat der Staat, alles zu bewahren, was er zuvor dem FBI oder dem Justizministerium des Bundes übergeben haben mochte.

Seit der Wiederaufnahme im Februar, sagt Torrez, habe er das Justizministerium des Bundes um den vollständigen, ungeschwärzten Zugang zu dessen Epstein-Akten gebeten und ihn nicht erhalten. Der Weg über die Unternehmen verschafft den Ermittlern des Staates also einen anderen Zugang zu den Beweisen. Eine Sprecherin des Bundesministeriums entgegnete, man habe keiner Stelle die Hilfe verweigert, die mögliches strafbares Verhalten im Zusammenhang mit Epstein untersuche. Die frühere Untersuchung New Mexicos zur Zorro Ranch war 2019 geschlossen worden, auf Bitten der Bundesanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York. Die wieder eröffnete Ermittlung läuft neben einer eigenen Wahrheitskommission des Landesparlaments, die ihrerseits Vorladungen an Behörden und Banken verschickt, auch an die Polizei. Über den Missbrauch auf Epsteins anderen Anwesen reicht die Zuständigkeit des Generalstaatsanwalts nicht hinaus.

So entsteht ein eigenartiges Bild der Rechenschaft. Ein Fall, den man 2019 auf Wunsch der Macht schloss, wird gegen sie wieder geöffnet, und weil der Bund die Akten, die er hat, nicht herausgibt, muss ein Staat das Leben eines Toten aus den Büchern seiner Banken und den Listen seiner Flüge zusammensetzen, dazu aus den Servern seiner Nachrichten. Was Menschen verschweigen, haben die Maschinen aufbewahrt, und vielleicht liegt darin ein bitterer Trost, dass eine Überweisung oder eine gespeicherte Nachricht sich schlechter vergessen lässt als ein Mensch. Am Ende aber geht es nicht um die Akten, sondern um die Frauen und Mädchen, die auf jenem Anwesen verloren, was ihnen niemand zurückgibt, und um die Frage, ob die Wahrheit, die so lange verschlossen lag, noch jemanden erreicht, der für sie geradesteht.

Fortsetzung folgt …

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3 Comments
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Ela Gatto
1 Stunde vor

Eine sehr mutige Wiederaufnahme des Verfahrens.

Wohlwissend, dass man sich damit den Zorn von Trump und seiner Entourage zuzieht.

Die Frage ist, inwieweit werden die Angeschriebenen dem Nachkommen?
Werden auf wundersame Weise Unterlagen verschwinden?
Wird man nur knapp sagen, dass man dazu keine Unterlagen (mehr) hat?

Wichtig ist, dass Epstein und der damit verbundene Missbrauch präsent bleiben.
Das immer weiter recherchiert und ermittelt wird.

Damit vielleicht den Opfern doch noch eine späte Gerechtigkeit zuteil wird und zumindest ein Teil der Täter strafrechtlich belangt wird.

Trump wird daraus ohne Konsequenzen hervor gehen.🤬

Rainer Hofmann
Administrator
1 Stunde vor
Antwort auf  Ela Gatto

… man hat aber die recherchen schon fast in schubkarren dort vorgefahren, alleine deutsche bank, da haben wir zb sehr, sehr viele unterlagen und auch bereits einen artikel darüber gebracht

Ela Gatto
54 Minuten vor
Antwort auf  Rainer Hofmann

Ohne Menschen wie Euch, würde auch Epstein und all der Missbrauch einfach verschwinden.

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