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Die Staatschefs warten, Trump besucht Mamdani: Ein alter Bekannter im Haus des Bürgermeisters

VonTEAM KAIZEN BLOG

22. September 2026

Während Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zur Generalversammlung der Vereinten Nationen nach New York reisen, macht Donald Trump zunächst einen Abstecher zu einem Mann, mit dem ihn politisch wenig verbindet. Im Gracie Mansion, dem Amtssitz des New Yorker Bürgermeisters, spricht er am Montag eine Stunde lang mit Zohran Mamdani. Anschließend stehen der republikanische Präsident und der demokratische Sozialist gemeinsam auf dem Rasen des gelben Herrenhauses in Manhattan. Trump ist in Erinnerungen versunken. Er war schon öfter hier, kennt das Gebäude und einige seiner früheren Bewohner. Manche Bürgermeister seien großartig gewesen, andere weniger, erzählt er. Mamdani klopft er auf den Rücken und sagt, hoffentlich werde dieser einmal zu den großartigen gehören. Einen Anfang habe er bereits gemacht.

Der Besuch hat eine Vorgeschichte, die sich kaum in die üblichen politischen Lager einordnen lässt. Trump und Mamdani haben einander schon mindestens zweimal getroffen. Nach Mamdanis Wahlsieg im vergangenen Jahr empfing ihn der Präsident im Oval Office. Das Gespräch verlief überraschend freundlich, nachdem beide zuvor monatelang öffentlich aneinandergeraten waren. Damals ging es darum, wie sie ihrer gemeinsamen Heimatstadt helfen könnten. Im Februar reiste Mamdani erneut nach Washington und überreichte Trump die nachgestellte Titelseite einer New Yorker Zeitung. Die New York Daily News. Darauf stand: „Trump an die Stadt: Lasst uns bauen.“ Der Bürgermeister warb für neue Investitionen in den Wohnungsbau. Der Zeitungstitel war ein Vorschlag auf Papier. Ob daraus Wohnungen werden, steht auf einem anderen Blatt.

Auch diesmal sprechen beide nach eigenen Angaben über ein mögliches Wohnungsbauprojekt im Stadtbezirk Queens. New York solle für die arbeitende Bevölkerung erschwinglicher werden. Weitere Einzelheiten nennen sie zunächst nicht. Trump nutzt den gemeinsamen Auftritt vor allem für einen Gang durch seine Erinnerungen. Angesichts der zahlreichen Gespräche mit ausländischen Staats- und Regierungschefs fühle sich dieser Besuch für ihn wie ein kleines Wiedersehen mit alten Bekannten an. In dem Haus hinter ihm habe er so vieles erlebt.

Dazu gehört die Hochzeit des früheren Bürgermeisters Rudy Giuliani im Jahr 2003. Auch bei einer Buchveranstaltung für den ehemaligen demokratischen Kongressabgeordneten Charles Rangel war Trump 2007 im Gracie Mansion zu Gast. Der Präsident spricht über das Gebäude wie jemand, der nach langer Zeit wieder einen vertrauten Flur betritt. Draußen warten die Fragen einer Stadt, deren Mieten sich mit Erinnerungen nicht bezahlen lassen.

Die politische Entfernung zwischen den Männern ist währenddessen keineswegs verschwunden. Wie schon nach ihrem 1. Treffen räumen beide ihre unterschiedlichen Positionen ein. Mamdani hält sich bedeckt, wenn es um die Frage geht, wie regelmäßig er abseits der öffentlichen Auftritte mit Trump spricht. Der freundliche Umgang ist sichtbar; was daraus für New York folgt, lässt sich aus dem Rückenklopfen allein noch nicht ablesen.

Dann erreicht der Streit um den Zugang zum Weißen Haus den Rasen des Bürgermeisterhauses. Mamdani wird auf Trumps Entscheidung angesprochen, mehrere Nachrichtenredaktionen aus dem Weißen Haus auszuschließen. Der Bürgermeister hält es für wichtig, dass gerade diese Redaktionen und andere Medien bei dem Termin im Gracie Mansion anwesend sind. Er steht dabei neben dem Mann, der ihnen den Zugang zu seinem eigenen Amtssitz verwehrt hat.

Die Medien fragen Bürgermeister Mamdani nach Trumps Ausschluss mehrerer Medien aus dem Weißen Haus, während er direkt neben Trump steht. Mamdani scheut sich nicht, ihm offen zu widersprechen.

Trump verteidigt seine Beschränkungen. Die Berichterstattung der betroffenen Häuser sei voreingenommen. Interessant sei doch, dass sie angekündigt hätten, ihn zu boykottieren, erklärte er, dies aber niemals täten. Diese Medien seien verpflichtet, fair zu berichten. Der Präsident verlangt Fairness von Redaktionen, deren Zugang er selbst von seiner Beurteilung ihrer Arbeit abhängig macht. Mamdani hat ihnen an diesem Tag die Türen geöffnet.

„Wenn sie Falschmeldungen verbreiten, bin ich verpflichtet, ihnen den Zutritt zu einem weiteren ganz besonderen Haus zu verwehren.“

Nachdem Trump gegangen ist, kehrt der Bürgermeister auf den Rasen zurück und beantwortet weitere Fragen. Zwischen ihm und dem Präsidenten bestünden erhebliche Meinungsverschiedenheiten, sagt er. Trotzdem halte ihre Beziehung bislang. Er werde weiter mit Trump sprechen, ebenso mit jedem anderen, der den Menschen dieser Stadt Erleichterung verschaffen könne.

Für eine Stunde saßen zwei Männer zusammen, die sich öffentlich über grundlegende politische Fragen streiten und nun über Wohnungen in Queens sprechen. Trump zieht weiter zu den Staats- und Regierungschefs bei den Vereinten Nationen. Mamdani bleibt in New York zurück, wo der nächste Mietbescheid gewöhnlich weniger Geduld hat als die große Diplomatie.

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