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Das Öl fließt, die Bombe wartet, und die Einigung gibt es nur im Briefing

VonTEAM KAIZEN BLOG

22. Juni 2026

Die amerikanische Regierung gibt dem Iran das Öl zurück und feiert eine Einigung über Atominspektoren, die Teheran im selben Atemzug bestreitet. Das eingefrorene Geld des einen soll die Felder des anderen vergolden, beaufsichtigt von dem Staat, dem das Resort gehört!

Am Montag hob die amerikanische Regierung ihre Ölsanktionen gegen den Iran auf, für sechzig Tage, und kehrte damit eine Politik um, die sie selbst errichtet hatte. Teheran darf nun seine Ausfuhr steigern und Marktpreise verlangen, es darf in Dollar abrechnen und an amerikanische Abnehmer verkaufen, nach Jahren, in denen es sein Öl mit Abschlag an Käufer abgeben musste, die den Zorn Washingtons riskierten. Es ist ein Geschenk an ein Land, dem derselbe Mann erst den Vertrag zerriss und die Sanktionen wieder auflud, dann eine Blockade verhängte, die seine Wirtschaft brechen sollte.

JD Vance – Abreise aus der Schweiz

Über das Wichtigste aber sprachen die beiden Seiten in entgegengesetzten Worten. Der Vizepräsident JD Vance erklärte nach der ersten Sitzung in der Schweiz, der Iran habe zugesagt, die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde wieder ins Land zu lassen, ein erster Schritt, um ein Waffenprogramm dauerhaft zu beenden. Trump verkündete es als feststehende Tatsache und schrieb, jeder wisse, dass der Iran großen Waffeninspektionen zustimmen werde, um nukleare Ehrlichkeit für lange Zeit zu sichern. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, sagte dagegen, der Iran habe keine neuen Zusagen gemacht, jede Zusammenarbeit mit den Inspektoren finde im Rahmen der bestehenden Verfahren statt, die das Parlament und der Nationale Sicherheitsrat gesetzt hätten. Die Atomenergiebehörde schwieg zu beidem. Die Einigung, so scheint es, gibt es bisher nur im Briefing der einen Seite.

Dass die Sache trübe bleibt, hat ihre Geschichte. Der Iran ließ Inspektionen unter dem Abkommen von 2015 zu und beschränkte sie, nachdem Trump 2018 ausgestiegen war. Fast gänzlich beendete er sie im vergangenen Jahr, nachdem amerikanische und israelische Angriffe seine Anlagen getroffen hatten. Teheran beteuert seit jeher, das Programm diene zivilen Zwecken, doch es hat Uran bis nahe an jene Reinheit angereichert, die Bomben verlangen, weit über das hinaus, was ein Kraftwerk braucht. Die schwerste Frage, was mit diesem Uran geschieht, schob man auf später, und Präsident Pezeshkian erklärte, vom Recht auf Anreicherung werde man niemals abrücken.

Das Geld, um das es geht, gehört dem Iran selbst, und auch dafür hat die Regierung einen Plan. Vance stellte einen Vorschlag vor, der auf den Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, zurückgeht, eingefrorene iranische Vermögen, eine Hauptforderung Teherans, sollten freigegeben und für amerikanische Ware ausgegeben werden, für Soja und Mais, auch für Weizen. Die Vereinigten Staaten und Katar sollen die Freigabe überwachen, der Terror dürfe daraus nicht bezahlt werden. Würden die Mittel je frei, sagte Vance, machten sie die amerikanischen Bauern reicher und nährten das iranische Volk. Irans Zentralbankchef hatte erklärt, die nötigen Vereinbarungen zur Freigabe seien bereits unterzeichnet, Vance ließ durchblicken, dass über die verzwickte Sache noch nichts endgültig entschieden sei. Teheran äußerte sich zum Plan zunächst nicht. Das eigene, eingefrorene Vermögen eines Landes soll also fließen, um die Felder eines anderen zu vergolden, beaufsichtigt von dem Staat, dem das Resort gehört, in dem verhandelt wird.

Vance nannte die Gespräche ein sehr gutes Fundament für ein dauerhaftes Ende des Kriegs, den die Vereinigten Staaten und Israel im Februar begonnen hatten, die Vermittler aus Katar und Pakistan sprachen von ermutigenden Fortschritten. Der vor einer Woche geschlossene Waffenstillstand gibt sechzig Tage, verlängerbar, niedrigere Unterhändler sollen in der Schweiz weiterarbeiten. Neue Kanäle sollen die Spannungen an der Straße von Hormus und im Libanon dämpfen, wo Israel und die Hisbollah ihre Angriffe gelockert haben, der Draht zur Entschärfung war seit Sonntagnachmittag in Betrieb. Durch die Meerenge floss vor dem Krieg ein Fünftel des Öls und Gases der Welt. Ghalibaf, der Parlamentspräsident und Kopf der iranischen Abordnung, flog noch am Abend mit Außenminister Seyed Abbas Araghchi nach Oman, um mit Sultan Haitham bin Tariq neue Regeln für die Überwachung der Straße festzulegen. Und Außenminister Marco Rubio reist von Dienstag bis Donnerstag in die Emirate und nach Kuwait, schließlich nach Bahrain, um über das Abkommen und die Durchfahrt zu sprechen.

Auf dem Wasser zeigte sich, was die Reden behaupteten. Das Datenunternehmen Kpler zählte über das Wochenende einundsiebzig Durchfahrten, am Samstag fünfunddreißig, gegen hundert bis hundertdreißig täglich vor dem Krieg. Die mittlere Hauptroute bleibt vermint und gesperrt, die Schiffe weichen auf die nördliche durch iranisches und die südliche durch omanisches Gewässer aus. Der Ölpreis gab nach, ein Fass Brent fiel um knapp drei Prozent auf achtundsiebzig Dollar und neunundzwanzig Cent, das amerikanische auf vierundsiebzig Dollar, und die Aktien trieben dicht unter ihren Höchstständen.

Während die eine Seite ihre Erfolge verkündete, mahnte sie zugleich, der anderen nicht zu glauben. Vor dem Abflug aus Zürich riet Vance den Medien, dem zu misstrauen, was aus den sozialen Netzwerken des Iran komme. Es sei doch komisch, sagte er, nach dem ersten Treffen habe ein Sturm behauptet, die Iraner würden gehen, und dann habe man neun Stunden weiterverhandelt. Man traue also der eigenen Verkündung und zweifle an der fremden, während der Präsident im selben Atemzug seine eigene Behauptung zur Tatsache erklärte.

So sieht eine Diplomatie aus, die zur Verkündung geworden ist. Ein Mann zerriss vor sieben Jahren ein Abkommen und führte einen Krieg, nun baut er ein trüberes an seiner Stelle, das er einen Sieg nennt. Das Öl fließt wieder. Die Frage der Bombe bleibt offen, und ob die Inspektoren je kommen, weiß niemand außer dem, der es bereits behauptet. Am Ende ist das Verstörende nicht, dass zwei Seiten verschieden reden, das tun sie immer. Es ist, dass eine von ihnen den Satz für die Sache hält und das Wort Einigung schon ausspricht, ehe es eine gibt, als ließe sich die Welt herbeireden, wenn man nur laut genug verkündet, sie sei schon da.

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Ela Gatto
1 Monat vor

Für Trump wäre es ein traumhafter Deal, wenn der Iran exklusiv US-Waren kaufen würde.

Damit wäre er bei MAGA ein Held.

Die Atomfrage rückt für Öl und Waren in den Hintergrund.
Die Sicherheit Israel’s ist gar kein Thema gewesen.

Dabei war das doch, angeblich, der Grund für den völkerrechtswidrigen Angriff.

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