Kriege verändern Geografie nicht physisch, aber politisch. Die Straße von Hormus ist dieselbe Meerenge, die sie vor dem 28. Februar war – 54 Kilometer an ihrer schmalsten Stelle, zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel, durch die täglich im Schnitt 130 Öltanker fahren und dabei zwanzig Prozent des weltweiten Ölhandels transportieren. Was sich verändert hat, ist wer das Sagen hat. Und der Iran hat in dieser Woche klargemacht, was er damit vorhat.
Teheran schätzt, dass Gebühren für Sicherheits-, Umwelt- und Navigationsdienste in der Straße jährlich vierzig Milliarden Dollar einbringen könnten – für alle beteiligten Staaten zusammen, aber mit dem Iran als treibender Kraft hinter dem Modell. Der Chefunterhändler des Landes, Mohammad Bagher Ghalibaf, sagte während eines Besuchs in Oman am Dienstag offen, was die Verhandlungsposition Teherans ist: „Alle müssen wissen, dass die Verwaltung der Meerenge nie wieder so sein wird wie vor dem Krieg.“

Die Grafik vergleicht den geschätzten finanziellen Umfang zweier Iran-Abkommen. Auf der Obama-Seite summieren sich freigegebene Vermögenswerte, zusätzliche Öleinnahmen und ein Vergleich auf rund 117 Milliarden US-Dollar. Auf der Trump-Seite ergibt sich die deutlich höhere Gesamtsumme von rund 450 Milliarden US-Dollar aus drei eingezeichneten Bausteinen: mehr verfügbarem Vermögen, höheren zusätzlichen Öleinnahmen und vor allem einem zusätzlich dargestellten Wiederaufbaufonds von 300 Milliarden Dollar. Dadurch entsteht der große Abstand zwischen beiden „Abkommen.“
Das ist kein Verhandlungsangebot – es ist der aktuelle Zustand
Das sechzigtägige Waffenstillstandsabkommen vom 14. Juni sieht freie Durchfahrt ohne Gebühren vor und verpflichtet den Iran zur Minenräumung. Gleichzeitig räumt es Teheran ein Mitspracherecht bei der langfristigen Verwaltung der Meerenge ein – obwohl der Iran das internationale Seerecht, das die Straße von Hormus regelt, nicht anerkennt. Trump hat damit einem Staat, der die rechtliche Grundlage des Abkommens bestreitet, einen Sitz am Tisch der zukünftigen Gestaltung gegeben. Was das bedeutet, zeigt sich bereits: Iran hat eine eigene Versicherungsgesellschaft gegründet, die Schiffe nach eigenen Angaben nutzen müssen, um die Meerenge zu durchqueren. Am Donnerstag warnte Teheran, dass Transitfahrten außerhalb der von ihm festgelegten Routen als hochgefährlich gelten und verboten seien.
Neu ist auch die Pflicht, sich zwei Tage im Voraus für die Durchfahrt anzumelden
Das Modell, auf das sich der Iran beruft, ist die Dardanellen. Die Türkei erhebt dort aufgrund einer Konvention aus dem Jahr 1936 eine als Goldfranken bekannte Abgabe für die Durchfahrt – derzeit 6,70 Dollar pro Tonne, für sanitäre Dienste, Leuchttürme und Seenotrettung. Ankara hat dieses Recht in Jahrzehnten geopolitischer Verhandlung erworben, und es ist im internationalen Recht verankert. Das türkische Abkommen ist einmalig und lässt sich nicht automatisch auf ein anderes Land übertragen. Jede Servicegebühr, die der Iran erheben würde, bedürfte der Zustimmung aller 176 Mitglieder der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation. Der Iran hat internationale und regionale Abkommen unterzeichnet, die einseitige Zahlungen für durchfahrende Schiffe verbieten.

Das hindert Teheran nicht daran, das Konzept weiterzuverhandeln. Gespräche mit China und Ägypten laufen. Iranische Offizielle haben privat erklärt, man sei offen dafür, dass die USA einem solchen Zahlungssystem beitreten – eine Idee, die Trump gelegentlich selbst öffentlich angedeutet hat. Gleichzeitig hat Außenminister Marco Rubio in Bahrain diese Woche klargestellt, dass kein Land das Recht habe, für die Nutzung internationaler Wasserstraßen zu kassieren, und dass Mautgebühren einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen würden, der sich wie eine Ansteckung ausbreiten könne. Die Golfstaaten haben Gebühren ebenfalls abgelehnt. Omans Außenminister Badr Albusaidi bekräftigte nach Gesprächen mit Rubio, dass künftige Regelungen für Hormus keine Transitgebühren beinhalten würden. Allerdings ist die Situation komplizierter als diese Ablehnungen nahelegen. Oman hat angekündigt, einen sicheren, gebührenfreien temporären Korridor entlang seiner Küste anzubieten – koordiniert mit der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation. Das klingt nach Lösung, ist aber auch ein Eingeständnis, dass die reguläre Durchfahrtsroute nicht mehr als selbstverständlich gilt. Am Mittwoch wurde die Meerenge von rund siebzig Schiffen überquert – der höchste Wert seit Kriegsbeginn, aber noch weit unter dem Vorkriegsdurchschnitt von 130 Tankern täglich. Am Donnerstag wurde ein Frachtschiff nahe der omanischen Küste von einem unbekannten Geschoss getroffen, das die Brücke beschädigte, ohne Opfer zu fordern.
Als weiteres Referenzmodell prüfen der Iran und Golfstaaten die Straße von Malakka. Dort koordinieren Malaysia, Indonesien, Singapur und andere asiatische Länder eine multinationale Seepatrouille gegen Piraterie, finanziert gemeinsam durch die beteiligten Staaten und eine japanische Stiftung. Für Hormus würde das eine Kombination der Seestreitkräfte der arabischen Golfmonarchien mit dem Iran bedeuten – ein Arrangement, dessen innere Spannung kaum größer sein könnte. Teheran begründet seine Ansprüche auf Kontrolle der Meerenge auch damit, dass die USA die Straße von Hormus genutzt hätten, um Militärgüter zu transportieren, die später bei Angriffen auf den Iran eingesetzt worden seien. Das Weiße Haus verwies auf Nachfrage auf Trumps Social-Media-Post, in dem er Gebühren ablehnte, ohne zu sagen, ob er bereit wäre, über iranische Servicegebühren zu verhandeln.
Was der Krieg strategisch verschoben hat, ist nicht die Geografie, sondern die Verhandlungsgrundlage. Der Iran hat bewiesen, dass er mit Raketen und Drohnen einen An-Aus-Schalter über die wichtigste Energiehandelsroute der Welt besitzt. Trumps Abkommen hat das nicht rückgängig gemacht – es hat es institutionalisiert. Der Iran sitzt jetzt am Tisch der Hormus-Verwaltung. Vierzig Milliarden Dollar sind die Preisvorstellung. Wie viel davon am Ende durchgesetzt wird, hängt davon ab, wie viel die Welt bereit ist zu zahlen, um diesen Schalter nicht wieder betätigt zu sehen. Vielen Dank Herr Trump.
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Trumps und Netanyahus Krieg hat einiges bewirkt 🤬
Den Tod von unschuldigen Zivilisten
Den Tod von Soldaten
Die Schließung der Strasse von Hormus
Künftige Gebühren für die Strasse von Hormus, denn wenn Donny beteiligt wird, ist er dabei.
Der Iran bekommt eingefrorene Gelder und kann Öl verkaufen.
Die Umwelt hat massive Schaden genommen.
Das Ziel, dass der Iran „niemals Atomwaffen haben“ darf, ist in weiter Ferne
Hat Trump ja wirklich gut gemacht (Ironie) 🤬🤮