Die Welt zu Gast beim Heimatschutz

VonRainer Hofmann

Juni 3, 2026

Der Minister für Heimatschutz, Markwayne Mullin, hat dem Land mitgeteilt, seine Behörde sei bereit, die Spiele der Weltmeisterschaft überall in den Vereinigten Staaten zu schützen. Bereit, aber noch nicht fertig, denn vor dem Auftaktspiel am 12. Juni in Los Angeles bleibe „noch viel zu tun“. „Ich fühle mich sehr wohl mit dem, wo wir stehen, und wir haben das Gefühl, dass dies eine Mission ist, die nicht scheitern darf. Aber es wird kompliziert werden“, sagte Mullin am Mittwoch vor dem Ausschuss für Heimatschutz des Repräsentantenhauses. Eine Mission, die nicht scheitern darf, ist ein bemerkenswerter Anspruch aus dem Mund einer Behörde, die das Scheitern an anderer Stelle zuletzt reichlich geübt hat.

Millionen Fans würden ins Land kommen, fuhr er fort, das Ganze entspreche „78 Super Bowls in 38 Tagen“, und „wir haben einige sehr komplizierte Länder, die gegeneinander spielen werden und die eine gewaltige Abneigung gegeneinander hegen“. Man muss die Weltlage schon sehr eigen betrachten, um sie in Super Bowls zu messen und die Völker nach dem Grad ihrer wechselseitigen Abneigung zu ordnen, als ginge es um die Auslosung einer Gruppenphase. Den Behörden der Bundesstaaten und Kommunen an den Austragungsorten dankte Mullin für die Zusammenarbeit und schloss mit einem Wunsch: „Ich hoffe, wenn die FIFA vorbei ist, können wir zeigen, dass wir zusammenarbeiten und unsere Städte und Straßen weiter sicher halten können.“ Dass mit der FIFA eines Tages auch die FIFA selbst vorbei sein könnte, ist ein Trost, den der Satz gewiss nicht meint.

Wir werden vom 10. Juni an täglich berichten, nur eben nicht über Fußball. Denn das eigentliche Spiel findet nicht auf dem Rasen statt, sondern an seinem Rand, dort, wo dieselbe Behörde, die Millionen Gäste begrüßt, sonst darüber befindet, wer das Land wieder zu verlassen hat. Wer hinsieht, wird die spannendere Begegnung nicht im Stadion finden.

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