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21. Juli 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

21. Juli 2026

Trump belegt Kanada mit fünfzig Prozent Zoll – Autos, Alkohol und Käse im Visier

Donald Trump hat den Handelsstreit mit Kanada in der Nacht massiv verschärft. Künftig sollen auf die meisten kanadischen Waren Einfuhrzölle von fünfzig Prozent erhoben werden. Betroffen sind unter anderem Fahrzeuge, Alkohol und Milchprodukte. Das Weiße Haus begründet den Schritt damit, Kanada behandle amerikanische Hersteller seit Jahren unfair und benachteilige sie mit eigenen Handelsregeln. Für Trump ist das die Rechtfertigung für den nächsten wirtschaftlichen Schlag gegen den engsten Nachbarn der Vereinigten Staaten. Besonders brisant ist die Begründung aus Washington. Ein Regierungsvertreter erklärte vor Journalisten, Kanada sei neben China eines der wenigen Länder gewesen, das auf frühere Trump-Zölle mit Gegenmaßnahmen reagiert habe. Dafür müsse Ottawa nun zur Verantwortung gezogen werden. Die neuen Strafzölle seien deshalb ausdrücklich als Antwort auf diese Reaktion gedacht.

Die Entscheidung dürfte die Spannungen zwischen beiden Ländern weiter verschärfen. Über Jahrzehnte galten die USA und Kanada als eng verflochtene Wirtschaftspartner mit Lieferketten, die täglich Milliarden bewegten. Nun drohen steigende Preise auf beiden Seiten der Grenze, neue Belastungen für Unternehmen und zusätzlicher Druck auf Verbraucher. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass der Handelskonflikt erneut außer Kontrolle geraten könnte und weitere Vergeltungsmaßnahmen folgen. Für die nordamerikanische Wirtschaft beginnt damit die nächste Runde eines Zollkriegs, dessen Ende derzeit niemand absehen kann.

Trump stellt sich vor Netanjahu und erteilt Festnahme eine klare Absage

Donald Trump hat jede Spekulation über eine mögliche Festnahme des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in den Vereinigten Staaten beendet. In einer Mitteilung erklärte der Präsident unmissverständlich, Netanjahu werde in den USA unter keinen Umständen verhaftet. Weder auf irgendeine Art noch in irgendeiner Form werde das geschehen. Den Namen von New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani erwähnte Trump dabei nicht. Dass sich seine Erklärung direkt auf dessen Vorstoß bezog, ließ der Zeitpunkt jedoch kaum offen. Ausgelöst hatte die Debatte ein Interview Mamdanis mit der New York Times. Darin sagte der Bürgermeister, Netanjahu gehöre nach Den Haag. Zugleich erklärte er, seine Stadtverwaltung führe bereits Gespräche mit der Rechtsabteilung darüber, ob Netanjahu bei einer Reise zur Generalversammlung der Vereinten Nationen im September in New York festgenommen werden könne.

Mamdani hatte schon während seines Wahlkampfs angekündigt, die New Yorker Polizei im Fall eines Besuchs Netanjahus zur Vollstreckung des Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs anzuweisen. Trump machte nun deutlich, dass er dafür keinen Spielraum sieht. Seine Botschaft richtet sich damit nicht nur an New York, sondern ebenso an Verbündete und Gegner im Ausland. Für Netanjahu bedeutet sie die Zusicherung, dass ihn auf amerikanischem Boden keine Festnahme erwartet.

Willkommen in Amerika 2026: Trump-Regierung will Telefondaten von Journalisten und deren Familien

Die Trump-Regierung geht im Streit um Berichte über das neue Regierungsflugzeug Air Force One einen Schritt weiter. Das Justizministerium verlangte nicht nur die Telefon- und Textnachweise mehrerer Journalisten, sondern auch die Daten von Angehörigen. Betroffen sind unter anderem die Mutter eines Journalisten sowie die Ehepartner zweier Reporter. Ziel der Aktion ist es, vertrauliche Quellen aufzuspüren, die Informationen über Sicherheitsprobleme der neuen Präsidentenmaschine weitergegeben haben. Bereits am 10. Juli hatte das Ministerium Reporter per Vorladung aufgefordert, vor einer Bundesjury auszusagen. Wenige Tage später folgten weitere Anordnungen an Telefonanbieter. Nach Angaben der Zeitung reichen einige der verlangten Verbindungsdaten bis zum 1. Januar zurück, also Monate vor der Veröffentlichung der Artikel über das von Katar gestiftete Flugzeug.

Auslöser der Ermittlungen waren Berichte, wonach Sicherheitsbehörden erhebliche Bedenken gegen die Maschine geäußert hätten. Trump reagierte damals verärgert und beauftragte FBI-Direktor Kash Patel mit den Untersuchungen.Die Anwälte sprechen von einem beispiellosen Versuch, Reporter und ihre Quellen unter Druck zu setzen. Wer sogar Telefonverbindungen von Ehepartnern und Familienangehörigen auswerten lassen will, sende eine klare Botschaft an jeden möglichen Informanten: Wer mit Journalisten spricht, muss damit rechnen, ins Visier der Regierung zu geraten. Deshalb beantragten sie vor einem Bundesgericht in Manhattan die Aufhebung sämtlicher Vorladungen. Bis zur Entscheidung des Gerichts sind die Maßnahmen vorerst ausgesetzt. Die Anhörung ist für Donnerstag angesetzt.

Japan schließt Einfuhr von Atomwaffen nicht mehr aus

Fast sechzig Jahre lang galt in Japan ein Versprechen, das nach Hiroshima und Nagasaki kaum jemand infrage stellte. Keine eigenen Atomwaffen, kein Besitz und keine Einfuhr. Jetzt beginnt genau dieses letzte Tabu zu wanken. Verteidigungsminister Shinjirō Koizumi fordert eine offene Debatte darüber, ob amerikanische Atomwaffen künftig wieder auf japanischem Boden stationiert werden könnten. Die Regierung will ihre Sicherheitsstrategie bis Jahresende komplett überarbeiten.

Premierministerin Sanae Takaichi treibt den Kurswechsel seit Längerem voran. Schon vor ihrem Amtsantritt erklärte sie, ein Land könne sich nicht auf den amerikanischen Atomschirm verlassen und gleichzeitig jede Stationierung amerikanischer Atomwaffen ausschließen. Nach ihrer Auffassung passt das nicht mehr zur heutigen Sicherheitslage in Ostasien. Der Schritt kommt nicht aus dem Nichts. Im April gab Tokio bereits ein weiteres Grundprinzip der Nachkriegszeit auf und erlaubte erstmals wieder den Export tödlicher Waffen. Gleichzeitig arbeitet die Regierung am Aufbau eines zentralen Geheimdienstes – etwas, das es in dieser Form seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr gegeben hat.

Als Vorbilder nennt Tokio inzwischen Frankreich und Finnland. Beide Länder haben ihre Abschreckung zuletzt deutlich ausgebaut oder bestehende Beschränkungen aufgehoben. Für die Gegner dieser Pläne ist das ein gefährlicher Weg. Sie erinnern daran, dass Japan bis heute das einzige Land der Welt ist, das Atombombenangriffe erlebt hat. Dass ausgerechnet dort nun wieder über amerikanische Atomwaffen diskutiert wird, wäre noch vor wenigen Jahren politisch kaum vorstellbar gewesen. Heute liegt genau das auf dem Tisch.

Richter warnt Regierung – Reparaturen am Lincoln Memorial könnten Strafverfahren platzen lassen

Der Prozess gegen den ehemaligen Olympiateilnehmer David Hearn bekommt eine unerwartete Wendung. Nicht neue Beweise stehen plötzlich im Mittelpunkt, sondern die Frage, ob die Regierung ausgerechnet das wichtigste Beweisstück selbst verändert hat. Ein Richter in Washington machte am Montag unmissverständlich klar, dass genau das den gesamten Fall gefährden könnte. Sollte der beschädigte Bereich des Wasserbeckens am Lincoln Memorial verändert werden, bevor die Verteidigung ihn untersuchen kann, drohen der Staatsanwaltschaft Konsequenzen.

Hearn, heute 67 Jahre alt und früher Kanute bei Olympischen Spielen, ist wegen schwerer Sachbeschädigung angeklagt. Die Regierung wirft ihm vor, die Auskleidung des berühmten Wasserbeckens beschädigt zu haben. Er weist sämtliche Vorwürfe zurück und bekannte sich vor Gericht für nicht schuldig. Seine Anwälte werfen den Behörden nun vor, genau jene Stelle reparieren zu wollen, die im Mittelpunkt der Anklage steht. Nach ihren Angaben wurde das Gelände abgesperrt, das Wasser erneut abgelassen und mit Vorbereitungen für die Sanierung begonnen, obwohl die Verteidigung ihre eigenen Gutachter noch gar nicht an das Material lassen konnte. Nach einem Besuch vor Ort seien bereits Veränderungen festgestellt worden.

Vor Gericht konnte die Staatsanwaltschaft nicht einmal sicher beantworten, ob der betroffene Bereich inzwischen verändert wurde oder nicht. Die zuständigen Bundesanwälte erklärten lediglich, man arbeite mit dem Innenministerium zusammen und versuche, den Zustand möglichst zu erhalten. Der Richter zeigte sich davon wenig beeindruckt. Wer den Tatort verändere, bevor die Verteidigung ihn untersuchen könne, handle auf eigenes Risiko.

Besonders brisant ist der Hintergrund. Donald Trump und Bundesstaatsanwältin Jeanine Pirro hatten den Schaden wiederholt Vandalen zugeschrieben. Recherchen kommen dagegen zu dem Schluss, dass sich die Schäden wahrscheinlich auf Mängel bei der Verarbeitung der Beckenbeschichtung zurückführen lassen und nicht auf vorsätzliche Zerstörung. Sollte sich herausstellen, dass entscheidende Beweise vor Abschluss der Untersuchungen verändert oder beseitigt wurden, könnte genau das am Ende schwerer wiegen als der ursprüngliche Vorwurf selbst. Der Prozess soll am 28. September beginnen.

Roms berühmteste Priester sind fast alle gar keine Priester

Giovanni Galizia posierte mit 17 für den Calendario Romano.

Wer in Rom einen Souvenirladen betritt, kommt kaum an ihm vorbei. Zwischen Papstbildern, Gladiatoren und Postkarten hängt seit mehr als zwanzig Jahren ein Kalender mit auffallend gut aussehenden Geistlichen. Millionen Menschen kennen ihn inzwischen aus sozialen Netzwerken. Doch genau das große Geheimnis des Calendario Romano ist keines mehr. Fast keiner der Männer auf den Fotos ist tatsächlich Priester. Die Idee entstand 2003. Fotograf Piero Pazzi wollte für Rom einen Kalender schaffen, der so typisch für die Stadt sein sollte wie Gondoliere für Venedig. Statt echter Geistlicher stellte er jedoch überwiegend Models, Freiwillige oder Teilnehmer religiöser Prozessionen vor seine Kamera. Manche stammen nicht einmal aus Italien.

Das bekannteste Gesicht ist Giovanni Galizia. Als Titelbild wurde er fotografiert, als er gerade siebzehn Jahre alt war. Ein Familienfreund bat ihn damals, vor einer Kirche in Sizilien eine Soutane anzuziehen und zu posieren. Heute ist Galizia 39 Jahre alt, arbeitet als Kabinenchef bei einer Fluggesellschaft und begegnet seinem jüngeren Ich noch immer an fast jeder Straßenecke Roms. Geld hat er mit dem Kalender nie verdient. Das sei von Anfang an so vereinbart gewesen. Jahrelang hielten sich die wildesten Geschichten über ihn. Manche waren überzeugt, er sei Priester gewesen und habe die Kirche aus Liebe verlassen. Andere glaubten, er lebe längst als hochbetagter Geistlicher zurückgezogen irgendwo in Italien. Nichts davon stimmt. Galizia betont bis heute, dass er niemals Priester gewesen sei und mit kirchlichen Kreisen nichts zu tun hatte.

Obwohl der Schwindel längst öffentlich bekannt ist, verkauft sich der Kalender weiter hervorragend. Touristen kaufen ihn als Spaß, Geistliche nehmen ihn ebenfalls mit und an Kiosken rund um den Petersplatz gehört er inzwischen fast genauso selbstverständlich ins Regal wie Papstkalender oder Ansichtskarten. Auf dem Höhepunkt gingen jedes Jahr rund 75.000 Exemplare über den Ladentisch. Inzwischen gibt es sogar Konkurrenz. Der Calendario Gregoriano kopiert das Konzept nahezu vollständig und zeigt ebenfalls attraktive angebliche Priester vor italienischen Kirchen. Pazzi sieht darin einen dreisten Nachbau und zog vor Gericht. Galizia verfolgt das Ganze mit Humor. Noch heute werde er regelmäßig erkannt. Manchmal, sagt er lachend, sei sein Gesicht in Rom sogar bekannter gewesen als das auf dem offiziellen Kalender des Papstes.

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