Donald Trump sprach im Weißen Haus über Iran, als würde er über eine Fernsehshow reden, deren Ende nur noch geschrieben werden müsse. Teheran verhandele „auf den letzten Dämpfen“, sagte er während der Kabinettssitzung, und wer geglaubt habe, die Zwischenwahlen würden ihn zu einem schnellen Frieden drängen, verstehe ihn nicht. Kurz darauf griffen amerikanische Streitkräfte erneut Ziele Irans an. Vier iranische Kamikaze-Drohnen wurden nahe der Straße von Hormus abgeschossen, eine weitere Startanlage in Bandar Abbas zerstört. Während Trump von Fortschritten sprach, flogen erneut Raketen.
Genau darin liegt inzwischen die ganze Widersprüchlichkeit dieses Konflikts. Offiziell verhandeln Washington und Teheran weiter über ein mögliches Abkommen. Gleichzeitig setzt das amerikanische Militär seine Angriffe fort und bezeichnet sie lediglich als „defensive Maßnahmen“. Das Weiße Haus versucht damit, einen Krieg zu führen und gleichzeitig so zu tun, als befinde man sich bereits in der Schlussphase eines diplomatischen Durchbruchs. Doch je länger dieser Zustand anhält, desto deutlicher wird, dass niemand mehr genau erklären kann, wie ein tatsächliches Ende aussehen soll.
Trump braucht dringend einen Erfolg. Der Krieg dauert inzwischen fast drei Monate, die Ölpreise sorgen selbst unter Republikanern für Nervosität und innerhalb seiner eigenen Partei wächst die Kritik. Senatoren wie Lindsey Graham, Ted Cruz und Roger Wicker werfen der Regierung bereits vor, Iran könne am Ende geschwächt, aber politisch gestärkt aus dem Konflikt hervorgehen. Besonders explosiv ist dabei, dass die aktuellen Gespräche in Teilen wieder an jenes Iran-Abkommen erinnern, das Trump einst selbst zerstörte. Genau das macht viele seiner Unterstützer inzwischen zunehmend nervös.
Im Mittelpunkt steht Irans hoch angereichertes Uran. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde verfügt Teheran inzwischen über mehr als 440 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent. Technisch ist das nur noch ein kleiner Schritt von waffenfähigem Material entfernt. Nach den derzeit diskutierten Plänen müsste Iran seine Bestände teilweise verdünnen und teilweise an ein Drittland abgeben. Russland und China gelten dafür theoretisch als mögliche Kandidaten. Doch selbst Trump erklärte nun öffentlich, er fühle sich mit beiden Staaten nicht wohl. Gleichzeitig hat Iran bislang nicht einmal zugesagt, das Uran tatsächlich vollständig abzugeben.
Während die Gespräche stocken, öffnet sich bereits die nächste Front. Iran fordert, dass ein Waffenstillstand auch die Kämpfe Israels gegen die Hisbollah im Libanon einschließen müsse. Israel wiederum macht deutlich, dass man sich weiterhin militärische Angriffe vorbehalte. In Südlibanon gehen die Gefechte entlang strategischer Gebiete bereits weiter. Ehemalige israelische Militärsprecher warnen offen davor, dass Iran mögliche Sanktionserleichterungen sofort nutzen werde, um Hisbollah und Hamas wieder aufzurüsten.
Gleichzeitig versucht Trump, aus dem Konflikt noch einen geopolitischen Umbau des Nahen Ostens zu machen. Mehrere arabische Staaten sollen nach seinem Willen den Abraham-Abkommen beitreten und ihre Beziehungen zu Israel normalisieren. Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und sogar Pakistan stehen auf der Wunschliste des Weißen Hauses. Doch nach Informationen aus diplomatischen Kreisen reagierten mehrere Golfstaaten auf Trumps Forderungen mit regelrechter Sprachlosigkeit. Saudi-Arabien hält weiterhin an einem palästinensischen Staat als Voraussetzung fest, während Israels Regierung genau das kategorisch ablehnt.

Damit wird immer deutlicher, dass Washington versucht, mehrere Krisen gleichzeitig mit einem einzigen Abkommen zu lösen. Iran, Israel, Libanon, die Straße von Hormus, die Ölpreise, die Abraham-Abkommen und die amerikanischen Zwischenwahlen verschmelzen inzwischen zu einem einzigen politischen Hochrisikoprojekt. Trump präsentiert sich dabei weiter als starker Verhandler, doch hinter den Kulissen wächst längst die Sorge, dass sich der Krieg zwar militärisch eindämmen lässt, politisch jedoch völlig außer Kontrolle geraten könnte.
Am Ende wirkt diese Präsidentschaft immer stärker wie ein permanenter Ausnahmezustand. Verhandlungen laufen, während Bomben fallen. Von Frieden wird gesprochen, während neue Ziele angegriffen werden. Und ein Präsident erklärt öffentlich, ihn interessierten die Zwischenwahlen nicht, obwohl inzwischen fast jede Entscheidung seiner Regierung von genau dieser politischen Angst geprägt scheint.
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Trump regiert im Trumpversum.
Fernab der Realität.
In seiner Realität ist er der beste Dealmaker.
Alle warten nur demütig darauf, dass er einen Deal mit ihnen macht.
Wenn er etwas sagt, dann sollen die Anderen brav nicken und zustimmen.
So wie der Kongress, der Supreme Court und seine gesamte MAGA Entourage.
Trump ist intelektuell nicht (mehr?) in der Lage, den Unterschied zu seinen Ja-Sagern und dem Rest der Welt zu sehen.
Donny sagt, es geschueht.
So ist sein Denken.
Der Konflikt in Nahost schwelt seit Jahrzehnten.
Trump hat die Zündschnur angezündet.
Und wie in einem Kohlebergwerk, schwelt der Brand unterirdisch weiter.
Der fragile Frieden war die Arbeit langwieriger diplomatischer Verhandlungen.
Hauruck und Haudrauf mit Drohungen ist keine Strategie, die dauerhaften Frieden bringt.
Vielleicht ist das auch nicht der Plan.
Vielleicht soll nur alles gut aussehen bis zu den Midterms…