Während die Europäische Union gegen Elon Musks Plattform X und den dazugehörigen Chatbot Grok ermittelt, tauchte plötzlich eine neue Kontaktadresse der Firma in Estland auf. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Verwaltungsvorgang wirkte, entwickelte sich innerhalb weniger Tage zu einer merkwürdigen Geschichte aus Briefkästen, Kelleräumen und verschwundenen Zuständigkeiten. Musks KI-Unternehmen xAI hatte seine europäischen Nutzungsbedingungen Mitte Februar still geändert. Seitdem wurde eine Adresse in Tallinn als offizieller Ansprechpartner für europäische Nutzer angegeben. Genau zu diesem Zeitpunkt stand Grok bereits unter wachsendem Druck in Brüssel. Die EU-Kommission untersucht, ob der Chatbot möglicherweise genutzt werden könnte, um illegale Inhalte zu erzeugen, darunter auch Material über sexuellen Missbrauch von Kindern.

Als neuer Vertreter für Fragen rund um das europäische Gesetz über digitale Dienste wurde die Brüsseler Kanzlei European Digital Services Representatives eingetragen. Die Firma vertritt auch andere große Plattformen wie Telegram. Doch bei der angeblichen Adresse in Estland begann das Problem. Recherchen lokaler Journalisten ergaben, dass weder xAI noch die Kanzlei dort offiziell registriert sind. Im Firmenregister existiert kein Büro. Im Gebäude selbst offenbar ebenfalls nicht. Besonders peinlich wurde die Situation durch Aussagen der Hausverwaltung. Die Eigentümerin des Gebäudes erklärte offen, dass weder mit xAI noch mit der Kanzlei ein Mietvertrag bestehe. Die angegebene Nummer 35 sei kein Büro, sondern ein verschlossener Raum im Keller. Dieser werde weder geschäftlich genutzt noch als Postadresse vermietet. Trotzdem hatte xAI genau diese Anschrift offiziell als europäischen Kontaktpunkt angegeben.
Hinzu kommt ein weiteres Rätsel. Eine andere Firma im selben Gebäude nutzt einen Berliner Dienstleister namens ClevverMail zur Postweiterleitung. Doch selbst dafür soll laut Eigentümerin keine Vereinbarung mit dem Gebäude bestehen. Wie mögliche Schreiben an xAI oder deren Vertreter tatsächlich weitergeleitet werden sollten, blieb zunächst völlig offen. Auffällig ist auch der Zeitpunkt. Kurz nachdem Journalisten Fragen an xAI geschickt hatten, änderte das Unternehmen seine Kontaktadresse erneut und ersetzte die bisherige Anschrift in Tallinn durch eine andere Adresse in derselben Stadt. Weder xAI noch die Kanzlei reagierten öffentlich auf die Nachfragen.
In Brüssel sorgt der Vorgang inzwischen für Verwunderung. Fachleute bezweifeln, dass die Konstruktion dem Unternehmen überhaupt Vorteile bringt. Einen wirklichen Nutzen darin kann man nicht erkennen, außer die Kommunikation mit europäischen Behörden unnötig kompliziert zu machen. Genau darin liegt inzwischen aber der eigentliche Eindruck dieses Falls. Während Elon Musk öffentlich immer wieder gegen europäische Regulierung wettert, wirkt der Umgang seiner Firmen mit europäischen Zuständigkeiten zunehmend wie ein hektisches Ausweichmanöver. Und ausgerechnet bei einem Unternehmen, das künstliche Intelligenz und digitale Zukunft verkaufen will, führt die Spur plötzlich zu einem verschlossenen Kellerraum in Estland.
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Brüssel sollte Euch für diese Recherche entlohnen.
All diese Verflechtungen.
Sicher um juristische Winkelzüge vorzubereiten oder schon durchzuführen.
Europa muss geschlossener gegen die Tech-Milliardäre auftreten.
Allen voran gegen Musk, der politische Einflussnahme außerhalb der USA bicht einmal versteckt.