18. April 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

April 18, 2026

Sieben Behauptungen in einer Stunde – und die Realität dreht ab!

Herr Trump erklärte, heute sei ein „großartiger und brillanter Tag für die Welt“, nachdem Iran bestätigt hat, dass die Straße von Hormus vollständig geöffnet und wieder für den Handel bereit ist.

Donald Trump spricht in Phoenix vor Hunderten Anhängern und zeichnet ein Bild, das mit der Lage nur noch lose verbunden ist. Er sagt, Iran entferne sämtliche Seeminen aus der Straße von Hormus. Er sagt, die Passage werde wieder geöffnet. Er sagt, Iran werde seinen „Atomstaub“ an die USA übergeben. Es sind Sätze, die nach Kontrolle klingen sollen. Und doch stehen sie im Widerspruch zu dem, was gleichzeitig passiert. Seit Beginn des Krieges am 28. Februar hat Trump wiederholt Aussagen getroffen, die nicht belegt sind oder von anderer Seite bestritten werden. Seine Forderung ist klar. Keine Urananreicherung mehr in Iran. Gleichzeitig behauptet er, Iran werde „niemals eine Atomwaffe besitzen“. Eine Zusage, die er selbst formuliert, ohne dass sie auf einer bestätigten Vereinbarung beruht.

Teheran bleibt bei einer anderen Linie. Eine zeitweise Aussetzung der Anreicherung ist denkbar. Ein vollständiger Verzicht nicht. Dieser Unterschied zieht sich durch alle Gespräche. Er entscheidet darüber, ob es überhaupt eine Einigung geben kann.

Mohammad Bagher Ghalibaf, (Mitte) Irans Chefunterhändler und Parlamentspräsident

Mohammad Bagher Ghalibaf, Irans Chefunterhändler und Parlamentspräsident, reagiert öffentlich. Er schreibt, Trump habe innerhalb einer Stunde sieben falsche Behauptungen aufgestellt. Welche genau er meint, lässt er offen. Gleichzeitig weist die iranische Seite mehrere konkrete Aussagen zurück. Weder habe Iran zugesagt, die Straße von Hormus dauerhaft offen zu halten, noch gebe es eine Vereinbarung über die Ausfuhr des angereicherten Uranbestands in Abstimmung mit den USA.

Ghalibaf warnt zugleich vor den Folgen der amerikanischen Blockade. Sollte sie fortgesetzt werden, werde die Straße von Hormus nicht offen bleiben. Die Passage, so seine Formulierung, werde dann von einer iranischen Genehmigung abhängen. Auf amerikanischer Seite ist die Linie ebenso klar. Das US-Zentralkommando hält an der Blockade fest. Trump sagt, sie werde erst beendet, wenn Iran ein Friedensabkommen unterzeichnet.

Zwischen diesen Positionen entsteht kein Raum, sondern ein Druckpunkt. Auf dem Wasser wird er sichtbar. Mehrere Schiffe nähern sich der Straße von Hormus und drehen wieder ab. Alexis Ellender vom Analyseunternehmen Kpler spricht von mindestens zehn Fällen. Ob sie angewiesen wurden oder selbst entschieden haben, bleibt offen. Klar ist nur, dass sie nicht weiterfahren.

Dabei war die Straße bereits offen, bevor die USA und Israel ihre Angriffe auf Iran begannen. Die jetzige Situation ist keine Rückkehr zur Normalität. Sie ist eine neue Lage, in der Öffnung und Blockade gleichzeitig existieren.

Parallel dazu steht ein zweites Problem im Raum. Rund 440 Kilogramm angereichertes Uran befinden sich weiterhin in Iran. Trump fordert, dass dieses Material entfernt wird. Experten sagen, dass eine Bergung und Sicherung komplex wäre und Zeit brauchen würde. Wahrscheinlich mehr Zeit, als die angesetzten 60 Tage für eine Einigung überhaupt zulassen.

Siehe unseren Artikel: China stellt sich bereit, das zu tragen, was niemand anfassen will

Man kann es nicht mehr hören: „Ich habe acht Kriege beendet, und wenn wir Iran und Libanon dazunehmen, dann sind es zehn beendete Kriege und viele, viele Millionen gerettete Leben.“

Während Trump in Phoenix von Fortschritten spricht, verschiebt sich die Realität an anderer Stelle. Schiffe kehren um. Forderungen bleiben bestehen. Zusagen werden bestritten.

Und zwischen all dem steht ein Konflikt, der sich nicht durch Worte auflösen lässt.

Gefälschtes Zoom-Update öffnet Tür für nordkoreanische Hacker auf macOS

Eine nordkoreanische Hackergruppe greift gezielt Nutzer von macOS an und setzt dabei nicht auf technische Lücken, sondern auf Vertrauen. Wer die falsche Datei selbst startet, hebt die Schutzmechanismen des Systems praktisch eigenhändig auf. Genau darauf baut die aktuelle Kampagne auf. Die Angreifer geben sich in sozialen Netzwerken als Personalvermittler aus, führen Gespräche über angebliche Jobs und laden ihre Opfer zu einem technischen Gespräch ein. Im nächsten Schritt folgt die Aufforderung, eine vermeintliche Software oder ein Update zu installieren. In einem dokumentierten Fall wurde eine Datei mit dem Namen „Zoom SDK Update“ verschickt, die harmlos wirkt und sich in der Standardanwendung von macOS öffnet.

Der eigentliche Trick liegt im Aufbau dieser Datei. Sichtbar sind nur Anweisungen, während der schädliche Code durch eine große Menge leerer Zeilen aus dem Blickfeld geschoben wird. Wer sie ausführt, startet unbemerkt eine Kette von Prozessen, die wie ein echtes Systemupdate wirken sollen. Gleichzeitig werden weitere Programme nachgeladen, die sich tief im System festsetzen. Diese Programme überwachen das Gerät, öffnen Hintertüren und tarnen sich als bekannte Dienste. Ein versteckter Autostart sorgt dafür, dass sie auch nach einem Neustart aktiv bleiben. Besonders perfide ist der nächste Schritt: Den Nutzern wird ein täuschend echtes Fenster angezeigt, das zur Eingabe ihres Systempassworts auffordert. Die Eingabe wird geprüft, gespeichert und an die Angreifer weitergeleitet.

Mit diesem Zugriff umgehen die Hacker anschließend Schutzmechanismen und greifen gezielt auf sensible Daten zu. Im Fokus stehen vor allem Erweiterungen für Krypto-Wallets und Passwortmanager. Wer solche Anwendungen nutzt, ist besonders gefährdet. Apple hat bereits reagiert und Schutzmechanismen angepasst, die automatisch auf Geräte verteilt werden. Die Gruppe hinter der Attacke ist seit Jahren aktiv und hat sich auf finanzielle Ziele spezialisiert. Seit Anfang 2025 sollen mit solchen Methoden Kryptowerte in Milliardenhöhe entwendet worden sein, ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorjahr.

Hunderte künstliche Trump-Profile fluten soziale Netzwerke vor den Midterms

Kurz vor den Zwischenwahlen tauchen in sozialen Netzwerken massenhaft Profile auf, die auf den ersten Blick wie ganz normale Nutzer wirken — ein Lächeln, ein Blick, eine Stimme, die klingt, als würde sie nur zu dir sprechen. Tatsächlich aber sind diese Figuren vollständig künstlich erzeugt und verbreiten in hoher Frequenz Inhalte, die sich gezielt an konservative Wähler richten. Sie sind jung, auffällig attraktiv, schauen direkt in die Kamera, als würden sie dich durch den Bildschirm hindurch kennen, und wiederholen einfache Botschaften über Amerika, Religion und Donald Trump. Begleitet von identischen oder leicht fehlerhaften Bildunterschriften, die sich über Dutzende Accounts hinweg gleichen — als hätte jemand denselben Brief hundertmal abgeschickt und vergessen, den Namen zu ändern.

Wer sich durch diese Videos klickt, der zieht an einem Faden und merkt, dass das ganze Gewebe daran hängt. Das System setzt nicht auf einzelne Beiträge, sondern auf Masse, Wiederholung und ständige Präsenz in den Feeds der Nutzer. Über dreihundert solcher Profile lassen sich nachverfolgen. Einige verschwinden wieder, lautlos, als hätte jemand eine Kerze ausgepustet. Andere wachsen schnell auf zehntausende Follower an, einzelne Videos erreichen hunderttausende Aufrufe — ohne dass irgendwo erkennbar wäre, dass hinter dem Gesicht auf dem Bildschirm kein Herz schlägt.

Auffällig ist die Gleichförmigkeit, die sich unter der Oberfläche bewegt wie eine Strömung unter ruhigem Wasser. Dieselben Gesichter tauchen in leicht veränderter Form immer wieder auf, dieselben Sätze werden gesprochen, dieselben Hintergründe genutzt – von Rennstrecken bis zu Sportarenen, als würde eine einzige Hand immer wieder dieselbe Puppe umziehen und auf eine neue Bühne stellen. Manche Profile verändern ihr Aussehen im Laufe weniger Wochen, passen Haarfarbe oder Gesichtszüge an und wirken plötzlich wie eine andere Person, obwohl die Stimme und die Botschaften gleich bleiben. Das Kleid wechselt. Der Text bleibt.

Unklar ist, wer hinter dieser Welle steht. Denkbar sind kommerzielle Anbieter, die solche Profile in großer Zahl produzieren, ebenso wie politische Akteure oder externe Gruppen, die gezielt Einfluss nehmen wollen. Sicher ist nur, dass die technischen Hürden so weit gesunken sind, dass man heute mit ein paar Dollar und einem Nachmittag eine Person erschaffen kann, die es nie gegeben hat — und die trotzdem morgen von tausenden Menschen gehört wird. Ein Teil der Profile zielt weniger auf politische Aussagen als auf Reichweite und mischt Unterhaltung, Produkte und persönliche Ansprache, während andere klar darauf ausgerichtet sind, Meinungen zu bewegen. Die Grenze verschwimmt, weil beides ineinandergreift und die politische Botschaft zwischen scheinbar harmlosen Inhalten aufblitzt – wie ein Messer, das jemand zwischen Blumen versteckt hat. Die Plattformen reagieren unterschiedlich. Einige sprechen von gewöhnlichem Spam und entfernen Accounts, andere verweisen auf Richtlinien, die eine Kennzeichnung verlangen, die jedoch oft umgangen wird – ein Zaun, in dem mehr Löcher sind als Latten. Gleichzeitig zeigt ein Blick in die Kommentarspalten, dass viele Nutzer die Profile für echt halten und direkt auf die Ansprache reagieren. Sie schreiben zurück. Sie vertrauen. Sie folgen jemandem, den es nicht gibt.

Damit entsteht eine Umgebung, in der sich künstlich erzeugte Stimmen unauffällig unter echte mischen und den Eindruck verstärken können, dass bestimmte Positionen weiter verbreitet sind, als sie es tatsächlich sind. Ohne dass klar erkennbar wäre, wo die Grenze zwischen realer Zustimmung und digital erzeugter Verstärkung verläuft. Der Chor wird lauter. Aber die Hälfte der Stimmen darin hat keinen Mund.

Papageien sprechen nicht nur nach – sie sprechen gezielt Namen

Papageien wiederholen nicht einfach Laute, sie nutzen Namen bewusst, um andere anzusprechen. Was lange wie bloße Nachahmung wirkte, zeigt sich nun als deutlich präziseres Verhalten. In einer großen Auswertung von Daten aus Haushalten weltweit wurde sichtbar, dass viele dieser Tiere genau wissen, wen sie meinen, wenn sie sprechen. Von hunderten erfassten Vögeln verwendete fast jeder zweite Namen. Dabei blieb es nicht bei einzelnen Zufällen. Die Tiere setzten Namen in konkreten Situationen ein, beim Begrüßen, beim Einfordern von Aufmerksamkeit oder wenn sie nach jemandem suchten, der gerade nicht im Raum war. Manche riefen gezielt nach bestimmten Personen, andere sprachen einzelne Tiere an, nicht irgendeinen Hund, sondern genau den einen.

Auffällig ist, wie differenziert dieses Verhalten ist. Viele Papageien kennen mehr als einen Namen, einige mehrere gleichzeitig. Ein Teil von ihnen nutzt diese Namen strikt für einzelne Individuen, ohne sie durcheinanderzubringen. Es gibt Beispiele, in denen ein Vogel unterschiedliche Artgenossen mit jeweils dem passenden Namen anspricht, abhängig davon, wer gerade Lärm macht oder reagiert.

Besonders weit entwickelt zeigt sich diese Fähigkeit bei Graupapageien. Sie nutzen Namen häufiger und genauer als andere Arten. Andere Papageienarten greifen seltener darauf zurück oder zeigen dieses Verhalten kaum. Warum das so ist, lässt sich noch nicht eindeutig erklären, es deutet jedoch auf Unterschiede in der Wahrnehmung und im Lernen hin. Ein weiteres Detail sticht heraus. Viele Papageien sprechen ihren eigenen Namen, wenn sie Aufmerksamkeit wollen. Das erinnert an kleine Kinder, die sich selbst beim Namen nennen, bevor sie lernen, sich mit „ich“ auszudrücken. Auch hier zeigt sich, dass Sprache nicht nur nachgeahmt, sondern in einem Zusammenhang genutzt wird.

Trotz dieser Ergebnisse bleibt eine offene Frage. Ob Papageien selbst Namen erfinden und sie untereinander verwenden, ist bislang nicht geklärt. In freier Wildbahn nutzen sie individuelle Rufe, die sich voneinander unterscheiden und erkannt werden. Ob daraus echte Namen entstehen, ist noch nicht bewiesen. Fest steht jedoch, dass diese Tiere weit mehr tun, als Geräusche zu kopieren. Sie ordnen Laute Personen zu, behalten sie im Gedächtnis und setzen sie gezielt ein. Damit verschiebt sich das Bild dieser Tiere deutlich, weg vom reinen Nachahmer hin zu einem Lebewesen, das Sprache in einem funktionalen Sinn nutzt.

Zugang gegen Coin – Trumps Kryptowährung öffnet Türen nach Mar-a-Lago

Während Kriege andauern, Preise steigen und politische Entscheidungen anstehen, läuft im Hintergrund ein anderes System weiter, leiser, aber präzise organisiert. Wer genug von der Kryptowährung $TRUMP hält, kann sich einen Platz in Mar-a-Lago sichern. Nicht als Beobachter, sondern als Gast bei einem Treffen mit dem Präsidenten selbst. Am 25. April sollen die größten Investoren dieser digitalen Währung eingeladen werden. Knapp dreihundert Personen stehen auf der Liste. Die obersten unter ihnen erhalten zusätzlichen Zugang zu einem kleineren Kreis, ein Treffen, das noch exklusiver gestaltet ist. Die Eintrittskarte ist kein politisches Mandat, kein Amt, kein öffentlicher Auftrag. Es ist Besitz.

Die Währung selbst erfüllt keinen praktischen Zweck. Sie dient weder als Zahlungsmittel noch als funktionales Werkzeug. Ihr Wert liegt allein darin, gehalten und gehandelt zu werden. Und genau dort entsteht ein stetiger Strom an Einnahmen. Bei jeder Bewegung des Coins fließt ein Anteil zurück an seinen Schöpfer. Nicht nur beim Verkauf, sondern bei jedem Transfer. Ein Blick auf die Entwicklung zeigt ein klares Bild. Nach einem schnellen Anstieg kurz nach der Einführung ist der Preis deutlich gefallen. Viele, die später eingestiegen sind, sitzen auf Verlusten. Gleichzeitig konnten frühe Käufer große Gewinne erzielen, indem sie ihre Bestände zum richtigen Zeitpunkt veräußerten.

Die Struktur dahinter ist einfach aufgebaut. Ein Großteil der Coins wurde von Anfang an reserviert. Nur ein kleinerer Teil gelangte überhaupt in den freien Handel. Weitere Freigaben sind über Jahre gestreckt geplant. Damit bleibt die Kontrolle konzentriert, während der Markt den Rest verteilt.

Wer zu dem Treffen reist, erhält mehr als nur Zugang. Begleitprodukte, Erinnerungsstücke und zusätzliche Veranstaltungen gehören dazu. Gleichzeitig bleibt selbst bei bestätigter Teilnahme offen, ob der Gastgeber tatsächlich erscheint. Für diesen Fall ist bereits ein Ersatz vorgesehen, digital und ohne persönlichen Kontakt.

Teilnehmen darf nicht jeder. Voraussetzungen werden geprüft, Kriterien festgelegt. Eine Bedingung wirkt dabei besonders auffällig: Wer aktuell in einem Rechtsstreit mit der US-Regierung steht, ist ausgeschlossen. Der Gastgeber selbst befindet sich genau in einem solchen Verfahren.

Blumen aus aller Welt – Gewinne bleiben in Europa, Herkunftsländer gehen leer aus

Noch vor Sonnenaufgang beginnt in Aalsmeer der Handel, Millionenwerte wechseln innerhalb weniger Stunden den Besitzer, während sich durch Hallen voller Rosen, Orchideen und Lilien ein Geschäft bewegt, das auf den ersten Blick makellos wirkt. Doch hinter dieser Fassade liegt eine einfache Zahl, die alles erklärt: null. So viel ist bislang aus Europas florierendem Blumenmarkt in die Länder zurückgeflossen, aus denen die genetischen Grundlagen stammen.

Die Pflanzen, die heute in europäischen Geschäften stehen, haben ihren Ursprung oft in Regionen wie Mexiko, Indonesien oder den Philippinen. Über Jahrzehnte wurden sie gesammelt, gezüchtet und weiterentwickelt, bis aus ihnen geschützte Sorten entstanden sind, die nun wenigen Unternehmen gehören. Ein kleiner Kreis kontrolliert große Teile dieses Marktes, sichert sich Rechte und verwandelt biologische Vielfalt in wirtschaftlichen Besitz. Eigentlich sollte ein internationales Abkommen genau das verhindern. Es wurde geschaffen, um sicherzustellen, dass Länder, aus denen Pflanzen stammen, beteiligt werden. Doch in der Praxis greift es kaum. Ein Grund liegt im Zeitpunkt: Es gilt nur für genetisches Material, das nach 2014 erfasst wurde. Der Großteil der heutigen Züchtungen basiert jedoch auf viel älteren Beständen.

Ein zweiter Punkt liegt in der Auslegung. Wer bestehende, bereits verfügbare Pflanzen nutzt, muss nichts abgeben. Genau das ist der Standard in der Branche. Neue Sorten entstehen aus vorhandenen Linien, wodurch fast jede aktuelle Entwicklung außerhalb der Verpflichtungen bleibt. Hinzu kommt, dass Herkunft oft kaum noch nachvollziehbar ist. Sobald genetisches Material ein Land verlässt, verliert sich die Spur. Was bleibt, ist ein System, in dem Nutzung möglich ist, ohne dass eine Verbindung zum Ursprung bestehen muss.

Das Ergebnis ist ein Markt mit klarer Schieflage. Milliardenumsätze entstehen in Europa, während die Regionen, die diese Vielfalt hervorgebracht haben, nicht beteiligt werden. Gleichzeitig zeigen einzelne Beispiele, dass es anders laufen könnte, wenn Unternehmen Vereinbarungen treffen und Einnahmen teilen. Doch diese Fälle bleiben selten. Stattdessen hat sich ein Zustand etabliert, in dem Regeln existieren, aber kaum angewendet werden. Die Kontrolle ist gering, die Verantwortung verteilt, und die wirtschaftlichen Vorteile konzentrieren sich dort, wo die Weiterverarbeitung stattfindet.

So wächst ein Geschäft, das von globaler Vielfalt lebt, während die Grundlagen dafür an einem anderen Ort entstanden sind.

Gute Gefühle, schlechte Zahlen – wenn Regierung und Realität auseinanderlaufen

Warum haben die Menschen kein besseres Gefühl bei der Wirtschaft?

US-Finanzminister Scott Bessent: „Im Innersten fühlen sie sich gut – ich bin mir nicht sicher, was sie in den Umfragen angeben.“

Der US-Finanzminister Bessent hat eine Nachricht für alle, die am Ende des Monats auf ihr Konto schauen und schlucken. Es geht euch gut. Ihr wisst es nur nicht. Das ist, grob zusammengefasst, die Antwort der Regierung auf die Frage, warum sich Menschen wirtschaftlich unsicher fühlen, obwohl ihnen seit Monaten versichert wird, dass alles in Ordnung ist. Es liege nicht an der Lage. Es liege daran, was Menschen angeblich in Umfragen sagen. Als wäre die Umfrage das Problem und nicht der Kühlschrank.

Im Innersten, so der Minister, gehe es den Leuten gut. Ein bemerkenswerter Satz. Er setzt voraus, dass Menschen sich über ihre eigene Lage irren. Dass steigende Preise, steigende Mieten und sinkende Sicherheit eine Art optische Täuschung darstellen, die sich auflöst, sobald jemand mit dem richtigen Titel das Gegenteil sagt. Eine Regierung, die ihren Bürgern erklärt, dass sie sich falsch fühlen – das ist kein Kommunikationsproblem. Das ist ein Realitätsproblem. Denn diese Logik verschiebt den Blick weg von den Bedingungen hin zu denen, die unter ihnen leben. Nicht die Situation steht zur Debatte, sondern das Empfinden derjenigen, die sie jeden Tag tragen. Wer sich schlecht fühlt, liegt dann eben falsch. Wer zweifelt, hat die Zahlen nicht gelesen. Wer die Zahlen gelesen hat und trotzdem zweifelt, ist undankbar.

Dabei ist das Bild so klar, dass man eigentlich keine Brille braucht. Wenn Haushalte weniger Spielraum haben, wenn der Einkauf und Sprit teurer wird und die Stelle unsicherer, dann entsteht kein gutes Gefühl. Es entsteht Druck. Und Druck verschwindet nicht, nur weil jemand im Fernsehen lächelt und sagt, man solle doch bitte tiefer in sich hineinhorchen. Die eigentliche Frage ist daher nicht, warum Menschen zweifeln. Die Frage ist, warum eine Regierung diese Zweifel behandelt wie einen Fehler im System, den man mit einem Software-Update beheben kann. Oder ob sie die Zweifel längst sieht und sich trotzdem entschieden hat, über sie hinwegzusprechen – in der Hoffnung, dass Wiederholung irgendwann Wirklichkeit ersetzt.

Zwischen Aussage und Alltag entsteht so ein Abstand, der mit jedem Interview ein Stück wächst. Und irgendwann stellt sich nicht mehr die Frage nach der Wirtschaft. Sondern danach, wer hier eigentlich wem noch zuhört. Der Minister spricht. Die Leute rechnen. Und dazwischen wird die Stille lauter.

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Ela Gatto
Ela Gatto
1 Tag vor

George Orwell: „wenn Du der Regierung mehr glauben sollst, als das was Du mit eigen Augen siehst…“

Arbeitslosigkeit, radikal zusammengestrichene Gesundheitsversorgung, radikal eingestampfte Veteranenhilfe, Inflation, Auswirkungen der Zölle und jetzt der Iran Krieg.

Aber Trump, Leavitt und Bessent zeichnen eine alternative Realität.
Wer dran glaubt, der sieht es auch.

Gehirnwäsche wer es glaubt.
Tankquittungen, Bons aus dem Supermarkt etc lügen nicht.
Wer da immer noch glaubt, dass alles super ist, dem ist nicht zu helfen.
Und im Zweifel werden die radikalen linken, Biden etc dafür verantwortlich gemacht.
Die, die seit über einem Jahr nicht mehr an der Regierung sind 🙈🙈

Ela Gatto
Ela Gatto
1 Tag vor

Das mit den Fake Accounts ist leider schon länger ein Problem.

Bots, Trolle.
Gerne mit dem gleichen Muster.
Naturbilder, Tierbilder, ein oder zwei Geburtstagsspendenaktionen.
Oder aufgepimpte Autos/Motorräder.
Sie werden für echt gehalten.

Jetzt kommen noch AI genierte „Sprechpuppen“ dazu.
„Stimmt“ die Aussage, wird es geglaubt, geteilt, gefolgt.

Meine MAGA Bekannten teilen die sehr gerne.
Unkritisch, ungeprüft.

Besonders oft werden „farbige“ Sprechpuppen für MAGA generiert.
Um vom Rassismus abzulenken.

Leider wird das zunehmen.
Midterms in den USA.
Wahlen in Deutschland.

Die Manipulation durch AI ist gefährlich.

FB unternimmt bichts dagegen.
Im Gegenteil.
Mehr „Nutzer“, mehr Einnahmen.
Außerdem sind sie auf Trumplinie….

Ela Gatto
Ela Gatto
1 Tag vor

Trumps Arroganz und Lügerei gefährdet die Friedensverhandlungen massiv.
Er behandelt den Iran wie ein kleines Kind, dem man sagt, was es zu tun hat…. „streng und gönnerhaft (auf den ersten Blick) zugleich“

Und Trump?
Er verdient gut am Aktienmarkt und mit Öl.
Seine Entourage ebenfalls.

Je länger sich das hinzieht, desto mehr verdient er.
Genau wie sein Buddy Putin. Der einen weiteren Monat Öl exportieren darf. Inklusive der Schattenflotte 🤬🤬🤬

Still haben in den USA die Auktionsvorbeitungen für die Zerstörung Alaskas für Ölförderungen begonnen.
Ab 5. Juni können die Unternehmen auf Ölförderungsrechte bieten.

Und da der ESA vor kurzem mit Mehheit quasi eingestampft wurde, müssen die Unternehmen auch kaum noch in Umweltschutz investieren. 🤬

Ela Gatto
Ela Gatto
1 Tag vor

In der Regel werden ja Windows Nutzer gehackt, da Apple in der Hinsicht deutlich bessere Schutzmechanismen hat.

Aber die größte Fehlerquelle ist der Mensch.
Ein falscher Klick, einmal falsch vertraut und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Ela Gatto
Ela Gatto
1 Tag vor

Ein interessanter Bericht über die Papageien.

Die Graupapageien scheinen ja unter den Papageien die Schlaumeier zu sein.

Ich glaube, wir wissen viel zu wenig über die Intelligenz und Kommunikation der Tiere.

Danke für einen schönen Bericht in all dem Chaos.❤️

Ela Gatto
Ela Gatto
1 Tag vor

Der Lacher schlechthin 🤣🤣🤣🤣
„…Wer aktuell in einem Rechtsstreit mit der US-Regierung steht, ist ausgeschlossen. Der Gastgeber selbst befindet sich genau in einem solchen Verfahren….“

Sie heißen $Trump, sind virtuell.
Der Gewinn für Trump ist real.
Man nannte so etwas früher ganz ordinär Schmiergeld.
Geldwäsche funktioniert damit sicher auch gut.

Ela Gatto
Ela Gatto
1 Tag vor

Das mit den Blumen war mir nicht bekannt und bewusst.

Es ist traurig, dass wieder nur einige Großkonzerne profitieren und die „Erzeuger“ leer ausgehen.

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