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13. Juli 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

13. Juli 2026

Reporter vorgeladen: Trump-Regierung greift Pressefreiheit wegen Air-Force-One-Berichten an

Die amerikanische Justiz hat mehrere Reporter der New York Times vorgeladen, nachdem die Zeitung über Sicherheitsprobleme der neuen Air Force One berichtet hatte. Die Journalisten sollen bereits in der kommenden Woche vor einer Grand Jury in Manhattan aussagen. Nach Angaben der Zeitung überbrachten Bundesbeamte einige der Vorladungen sogar direkt an den Wohnhäusern der Reporter. Betroffen sind unter anderem Julian E. Barnes, Eric Lipton, Tyler Pager und Eric Schmitt. Vor der Veröffentlichung des ersten Artikels hatte sich bereits ein ranghoher FBI-Beamter an Redaktion und Reporter gewandt, den Bericht mit Verweis auf die nationale Sicherheit zurückzuhalten und zugleich die Quellen offenzulegen. Die Zeitung lehnte beides ab.

Auslöser der Berichterstattung war Trumps Rückreise vom NATO-Gipfel in der Türkei. Obwohl der Präsident mit der neuen, aus Katar stammenden und für rund 400 Millionen Dollar umgebauten Präsidentenmaschine angereist war, wechselte er für den ersten Teil des Rückfluges überraschend auf eine ältere Air Force One. Die New York Times berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, der Secret Service habe den Wechsel empfohlen, weil dem neuen Flugzeug wichtige Schutzsysteme, darunter Fähigkeiten zur Raketenabwehr, noch fehlten. Trump bestritt jede Sicherheitslücke und erklärte stattdessen, der Zwischenstopp in England habe lediglich dazu gedient, Soldaten die neue Maschine zu zeigen. Gleichzeitig räumte er ein, dass er ständig Bedrohungen ausgesetzt sei und im Iran ganz oben auf der Liste stehe.

Das Justizministerium verteidigte die Vorladungen. Nicht die Reporter seien das Ziel der Ermittlungen, sondern jene Personen innerhalb der Regierung, die geheime Informationen weitergegeben hätten. Dennoch wächst die Kritik. Juristen und Organisationen zum Schutz der Pressefreiheit sprechen von einem schweren Eingriff in ein Grundrecht der amerikanischen Demokratie. Reporter vor eine Grand Jury zu zwingen, sende ein klares Signal an Informanten und Journalisten: Wer mit der Presse spricht, müsse künftig damit rechnen, dass der Staat an die eigene Haustür klopft. Damit setzt die Trump-Regierung ihren harten Kurs gegen kritische Medien fort und verschärft den Druck auf jene, die Missstände innerhalb der Regierung öffentlich machen.

Die Waffenruhe zerfällt: USA bombardieren Iran erneut, Bahrain löst Luftalarm aus

Die Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran ist nur noch auf dem Papier vorhanden. In der Nacht zum Montag griff das amerikanische Militär erneut Dutzende militärische Ziele in Iran an. Nach Angaben des Zentralkommandos richteten sich die Angriffe gegen Flugabwehrstellungen sowie Raketen- und Drohnenstandorte. Erstmals kamen dabei neben Kampfflugzeugen, Kriegsschiffen und Drohnen auch unbemannte Überwassersysteme zum Einsatz. Washington begründet die Offensive mit dem Schutz der internationalen Schifffahrt in der Straße von Hormus, nachdem iranische Einheiten erneut Handelsschiffe angegriffen und Raketen sowie eine Angriffsdrohne auf zivile Schiffe abgefeuert haben sollen. Beide Geschosse seien abgefangen worden.

Iran erklärte wenig später, die Vergeltung gegen die Vereinigten Staaten dauere an. Konkrete Einzelheiten nannte die Führung der Revolutionsgarden nicht. Fast zeitgleich heulten in Bahrain die Sirenen. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, geschützte Orte aufzusuchen, machten jedoch zunächst keine Angaben zur Ursache. Bereits in den vergangenen Tagen hatte Iran mehrfach Ziele in Bahrain sowie in weiteren Golfstaaten angegriffen, auf deren Gebiet sich amerikanische Militärstützpunkte befinden.

Auslöser der jüngsten Eskalation war nach amerikanischen Angaben der Angriff auf ein unter zyprischer Flagge fahrendes Containerschiff sowie die Ankündigung Teherans, die Straße von Hormus erneut zu schließen. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls passiert normalerweise diese Meerenge. Die Vereinigten Staaten erklärten, Iran nutze die Kontrolle über die Wasserstraße als Druckmittel in den laufenden Verhandlungen, während Teheran darauf besteht, dass sämtliche Schiffe iranische Hoheitsgewässer passieren müssten.

Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag im amerikanischen Fernsehen, die Straße von Hormus sei offen und der Verkehr laufe weiter. Gleichzeitig sagte er, die Vereinigten Staaten hätten Iran in der Nacht zuvor massiv bombardiert. Wenige Stunden später bestätigte das Zentralkommando weitere Angriffe. Seit Beginn der neuen Kämpfe will das amerikanische Militär nach eigenen Angaben rund 300 Ziele in Iran angegriffen haben. Iran meldete inzwischen den Tod eines Wachmannes nach einem Einschlag in Mahschahr sowie Angriffe auf zahlreiche Städte in der Provinz Chuzestan. Von einer Waffenruhe spricht inzwischen kaum noch jemand. Was vor wenigen Wochen als diplomatischer Durchbruch verkauft wurde, entwickelt sich immer deutlicher zu einer neuen militärischen Eskalation mit ungewissem Ausgang.

Wie eine kleine Ente einer kranken Hündin das Leben zurückgab

Als die siebenjährige Golden Retriever-Hündin Barley Anfang 2024 an Epilepsie erkrankte, änderte sich ihr Wesen fast vollständig. Die Medikamente verhinderten zwar weitere Anfälle, doch sie nahmen ihr zugleich alles, was sie zuvor ausgemacht hatte. Die lebhafte Hündin schlief fast nur noch, wirkte teilnahmslos und verlor jene fröhliche Art, wegen der sie ihre Familie so liebte. Für Besitzerin Tori Cannarelli aus Brookhaven auf Long Island war es, als würde sie ihrer Hündin jeden Tag ein Stück beim Verschwinden zusehen. Dann zog Anfang Mai ein gerade einmal vier Tage altes Entenküken in das Haus ein. Eigentlich sollte der kleine Pekin-Erpel nur über das Wochenende bleiben, nachdem ihn eine Grundschullehrerin abgegeben hatte. Ein zweites Küken starb bereits in der ersten Nacht. Louie überlebte. Als Barley ihre Schnauze an das kleine Gehege hielt und beide sich zum ersten Mal ansahen, begann etwas, das selbst die Familie bis heute kaum erklären kann.

Schon nach wenigen Wochen waren Hund und Ente unzertrennlich. Jeden Morgen läuft Barley zuerst zum Außengehege ihres gefiederten Freundes. Dort verbringen beide den Tag miteinander, spielen, rangeln vorsichtig über den Rasen und fressen sogar gegenseitig aus ihren Näpfen. Louie liebt Tomaten, Gurken und Erbsen, genau wie Barley. Am liebsten frisst die Ente allerdings aus einem Hundenapf. Für die Familie scheint längst festzustehen, dass Louie sich selbst eher für einen Hund als für eine Ente hält. Nach Einschätzung des kanadischen Verhaltensforschers Stanley Coren überrascht diese Freundschaft weniger, als sie auf den ersten Blick erscheint. Golden Retriever gelten als ausgesprochen soziale Hunde und entwickeln deutlich häufiger Bindungen zu anderen Tierarten als viele andere Rassen. Hinzu komme, dass sehr junge Tiere Schutzinstinkte auslösen können. Begegnen sich beide genau in dieser frühen Phase, kann daraus eine enge Beziehung entstehen, die weit über bloße Gewöhnung hinausgeht.

Für Barley veränderte Louie offenbar weit mehr als nur den Alltag. Mit dem Einzug der kleinen Ente kehrte nach und nach auch ihre Lebensfreude zurück. Sie begann wieder zu spielen, herumzutollen und jene Energie zu zeigen, die nach Beginn der Epilepsiebehandlung nahezu verschwunden war. Die Medikamente blieben dieselben. Geändert hatte sich nur eines: Sie war plötzlich nicht mehr allein. Was zunächst als kleiner Scherz begann, entwickelte sich inzwischen zu einer Geschichte, die Millionen Menschen im Internet verfolgen. Videos der beiden Tiere erreichen inzwischen ein Millionenpublikum. Für Tori Cannarelli ist das allerdings nur Nebensache. Sie sagt, sie wolle den Menschen einfach jeden Tag einen Grund zum Lächeln geben. Manchmal reicht dafür tatsächlich eine Ente, die überzeugt ist, ein Hund zu sein, und ein Hund, der in ihr den besten Freund gefunden hat.

Hitze bremst Frankreichs Atomkraftwerke aus

Frankreich hat wegen der anhaltenden Hitzewelle drei Atomreaktoren vollständig abgeschaltet und die Leistung von acht weiteren gedrosselt. Betroffen sind mehrere Kernkraftwerke an den Flüssen Garonne, Rhône und Maas, deren Wasser zur Kühlung der Reaktoren genutzt wird. Der Grund liegt nicht in technischen Defekten, sondern in den gesetzlichen Umweltauflagen. Das Kühlwasser darf die Flüsse nur bis zu einer festgelegten Temperatur erwärmen, damit Fische, Pflanzen und andere Wasserlebewesen keinen zusätzlichen Schaden erleiden. Stillgelegt wurden der zweite Reaktor des Kernkraftwerks Golfech, der dritte Reaktor in Bugey sowie der zweite Block des Kraftwerks Chooz. Gleichzeitig reduzierte der Betreiber EDF die Leistung weiterer Reaktoren in Saint-Alban, Blayais, Bugey, Chooz und Tricastin. Bereits im Juni hatte die Hitze drei französische Reaktoren zeitweise vom Netz gezwungen.

Bemerkenswert ist eine Entscheidung der französischen Behörden für das Kraftwerk Bugey. Für zwei Reaktoren wurden die Umweltgrenzen vorübergehend gelockert. Nach einem Erlass vom 11. Juli dürfen sie trotz höherer Wassertemperaturen weiter Strom produzieren. Die Regierung begründet dies mit der Stabilität des französischen Stromnetzes. Die Versorgung habe in diesem Fall Vorrang, obwohl die Belastung für die Flüsse steigt. Frankreich betreibt derzeit 57 Atomreaktoren, die rund siebzig Prozent des gesamten Stroms des Landes liefern. Fast alle stehen an Flüssen oder an der Küste, weil ihre Kühlsysteme enorme Wassermengen benötigen. Genau darin zeigt sich ein Problem, das mit jedem heißen Sommer deutlicher wird. Kernkraftwerke liefern zwar große Mengen Strom, bleiben aber auf ausreichend kühles Wasser angewiesen. Steigen die Temperaturen weiter, wächst damit auch der Druck auf eines der wichtigsten Energiesysteme Europas.

Wagners neues Geschäft: Tramadol statt Front, Gold und Drogen statt Söldnerromantik

Die Wagner-Gruppe ist nach dem Tod ihres Gründers Jewgeni Prigoschin keineswegs verschwunden. Während viele ihrer Auslandseinsätze vom russischen Staat übernommen wurden, sollen die verbliebenen Strukturen in der Zentralafrikanischen Republik ein neues Geschäftsmodell aufgebaut haben. Nach Recherchen und diversen Informationen kontrollieren sie heute weite Teile des Schmuggels mit Tramadol, einem starken Schmerzmittel, das in hohen Dosen abhängig macht und wie ein stimulierendes Rauschmittel wirkt. Die Einnahmen sollen nicht nur den eigenen Einfluss sichern, sondern auch den Kauf von Waffen und die Finanzierung verbündeter Milizen ermöglichen.

Entlang des Oberlaufs des Ubangi-Flusses befinden sich aktuell noch rund 500 Wagner-Kämpfer. Die wirtschaftlichen Netzwerke der Gruppe seien weitgehend erhalten geblieben und würden inzwischen von Pawel Prigoschin, dem Sohn des früheren Wagner-Chefs, geführt. Goldminen, Schmuggelrouten und enge Verbindungen zu Sicherheitskräften bilden weiterhin das Fundament dieser Macht. Moskau soll die bestehenden Strukturen bislang unangetastet gelassen haben, um einen offenen Konflikt mit den verbliebenen Wagner-Einheiten zu vermeiden. Das Tramadol stammt den Recherchen zufolge überwiegend aus Indien. Offiziell werden Lieferungen mit Tabletten zu 50 Milligramm deklariert und in die Demokratische Republik Kongo exportiert. Nach Angaben von Forschern und Händlern befinden sich darunter jedoch auch Tabletten mit 200 Milligramm oder mehr. In Kinshasa werden die Lieferungen umverpackt und anschließend über den Grenzort Zongo und den Ubangi-Fluss in die Zentralafrikanische Republik geschmuggelt. Von dort gelangt das Medikament weiter nach Kamerun und in andere Nachbarstaaten.

Die Tabletten werden in Goldminen konsumiert, um länger arbeiten zu können, bei prorussischen Kundgebungen gegen Hunger und Erschöpfung verteilt und nach Aussagen von Forschern sogar an Kämpfer vor Gefechten ausgegeben. Tramadol unterdrückt Schmerzen, dämpft Angst und steigert die Erregung. Ehemalige Angehörige der Wagner-Strukturen berichten zudem, dass das Mittel an Mitglieder der Präsidentengarde sowie an die regierungsnahe Jugendgruppe „Haie“ verteilt werde, die in der Hauptstadt Bangui patrouilliert und gegen Anhänger der Opposition vorgeht. Für Wagner entwickelt sich der Handel zu einem zweiten lukrativen Geschäft neben dem Gold. Nach Schätzungen erzielt das Netzwerk bereits rund 180 Millionen Dollar jährlich durch den illegalen Goldexport aus der Zentralafrikanischen Republik. Auch der Tramadolhandel wirft hohe Gewinne ab. Eine Lieferung im Wert von etwa 7.000 Dollar kann nach dem Schmuggel nach Kamerun für rund 21.000 Dollar verkauft werden. Allein für Bestechungsgelder an Wagner-nahe Gruppen und bewaffnete Formationen fallen dabei nach Angaben von Händlern rund 4.000 Dollar an.

Parallel wächst die Gewalt im Land weiter. Im Februar 2025 sollen mit Wagner verbundene Anti-Balaka-Milizen nahe der Grenze zu Kamerun rund 130 Angehörige der Volksgruppe der Fulbe getötet haben. Beobachter sprechen vom schwersten Angriff auf Zivilisten seit März 2022. Gleichzeitig stieg die Zahl der Todesopfer bei Kämpfen um rohstoffreiche Gebiete innerhalb eines Jahres um fast zwanzig Prozent auf rund 500 Menschen. Während offiziell von Sicherheitspartnerschaften die Rede ist, finanzieren sich bewaffnete Strukturen offenbar längst über Gold, Schmuggel und den Handel mit einem Medikament, das für viele Menschen in der Region zur Droge geworden ist.

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Ela Gatto
1 Monat vor

Barley und Louie, was für eine schöne und herzerwärmende Geschichte.❤️

Das hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Danke dafür

Ela Gatto
1 Monat vor

Freie und kritische Presse ist jedem Autokraten oder Diktator ein Dorn im Auge.
Zeigt es die eigenen Unzulänglichkeiten.

Dabei ist die Pressefreiheit durch die Verfassung geschützt.
Ebenso sind Informanten geschützt.

Aber Trumps Kontrollstaat ignoriert das und demonstriert Macht.

Zuletzt bearbeitet am 1 Monat vor von Ela Gatto
Ela Gatto
1 Monat vor

Das mit Trump und den unklaren Machtverhältnissen im Iran die Waffenruhe nicht halten würde, war klar.

Trump hat sie doch selber vor einigen Tagen als beendet erklärt.
Warum sollte sich der Iran jetzt noch an irgendeinen Punkt der Vereinbarung halten?

So langsam habe ich den Eindruck, dass das Ziel nie das Atomprogramm, sondern vielmehr die Vernichtung des Iran’s war.
Im Sinne von Israel.

Und das Hin- und Her beschert Trump mit Insiderhandel Milliarden.

Und das iranische Volk und die Welt leiden unter diesen machtgeilen Narzissten auf allen drei Seiten.

Ela Gatto
1 Monat vor

Das ist ein sehr großes Problem von Kernkraftwerken.
Sinkende Pegelstände und die Erwärmung durch heiße Sommer.

Leider ist zu erwarten, dass die Umweltauflagen wahrscheinlich in Zukunft weiter gelockert werden um die Stabilität der Stromversorgung zu gewährleisten.

Durch die heißen und trockenen Sommer werden Kernkraftwerke immer problematischer.
Weltweit.

Nicht jedes Land hat strange Umweltauflagen zum Schutz der Flüsse bzw Meere.

Auch hier zeigt sich, wir brauchen dringend weltweit gute alternative Möglichkeiten zur Energiegewinnung.

Ela Gatto
1 Monat vor

Von der Wagner Gruppe war noch nie was Gutes zu erwarten.

Mit Drogen macht man Menschen abhängig, gefügig und gewaltbereiter.

Leider passiert das quasi komplett außerhalb internationaler Regierungen.😞

Und Moskau wird mit verdienen oder davon profitieren.

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