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Sollen die doch verrecken, 400 bedrohte Arten – und Trump ist es egal

VonTEAM KAIZEN BLOG

29. August 2026

Diese Wälder gehören zu den Vorhaben, die uns am meisten am Herzen liegen. Wir setzen uns dafür ein, dass Donald Trump diesen Raubbau nicht betreiben kann. Solange über die Nationalwälder entschieden wird, unterstützen wir das Projekt so gut wir können.

Wo eine Straße endet, endet auch der Zugriff. 25 Jahre lang endete er in großen Teilen der amerikanischen Nationalwälder früh, weil eine Regel aus dem Jahr 2001 dort den Bau neuer Wege und den Holzeinschlag begrenzte. Die Regierung von Donald Trump will diese Grenze streichen. Ein Wald wächst in Jahrhunderten heran und ist mit einer Unterschrift geöffnet; diese Ungleichheit der Zeiten liegt unter dem gesamten Vorhaben. Nach einem Bericht des Center for Biological Diversity könne die Aufhebung der Roadless Rule das Aussterben von mehr als 400 ohnehin bedrohten Tier- und Pflanzenarten beschleunigen, unter ihnen der Grizzlybär, das Wappentier eines Erdteils, der seine wilden Ränder gern besingt und ungern schützt.

Straßenlos hießen diese Gebiete, weil man sie einmal mit Absicht so ließ. Die Regel von 2001 zog eine Linie um das, was der Mensch noch nicht erreicht hatte, und erklärte das Nichterreichte zum Wert an sich. Die Zahlen des Berichts lesen sich wie die Inventur dessen, was verschwinden soll. Rund 3 Millionen Hektar Lebensraum bedrohter Arten stünden auf dem Spiel, dazu rund 2.900 Kilometer geschützter Flüsse und Bäche. Auf mehr als 18,2 Millionen Hektar Nationalwald dürften wieder Straßen gezogen und Bäume geschlagen werden. Auch die Bohrung nach Rohstoffen wäre dort erlaubt.

Hier gelangen Sie direkt zum vollständigen Projekt: THE ROADLESS RULE PROTECTS MILLIONS OF ACRES AND AMERICA’S RAREST ANIMALS. TRUMP WANTS TO KILL IT

Eine Straße bleibt selten allein. Hinter der ersten Trasse kommt das Fahrzeug, das sie befahren kann, dann das Gerät, das den Baum fällt; das offene Land zieht die Nutzung an, für die es geöffnet wurde. Randi Spivak, beim Center for Biological Diversity für die öffentlichen Flächen zuständig, erklärte, in diesen Wäldern lebten einige der bekanntesten Tiere Amerikas, vom Grizzly bis zum Riesensalamander. Sie versorgten zugleich viele Gemeinden mit sauberem Trinkwasser. Mehr Straßen bedeuteten schmutzigeres Wasser und zerschnittene Wälder, und das Feuer finde in solchem Gelände leichter Nahrung. Eine Generation lang habe die Regel diese Gebiete in ihrem eigenen Zustand gehalten; ihre Aufhebung hinterlasse dauerhaften Schaden an Wildtieren und Gewässern. Auch die Landschaften, die noch niemand erschlossen habe, trügen ihn davon.

Die Liste der Tiere, deren Ende sich beschleunigen könnte, nennt den Grizzly und den Vielfraß, den Fleckenkauz und die grauen Wölfe der Rocky Mountains. Hinzu kommen Wildlachse im Nordwesten und in Alaska. Im Südwesten der Mexikanische Fleckenkauz und die Gila-Forelle, dazu seltene Schmetterlinge und Wildblumen in mehreren Landesteilen. In den Rocky Mountains stünden 3,9 Millionen Hektar straßenloser Gebiete zur Disposition, darunter 1,2 Millionen Hektar besonders wichtigen Lebensraums und rund 17.700 Kilometer an Flüssen, in denen 21 bedrohte Arten vorkämen. In Montana speisen dieselben Flächen die Wassereinzugsgebiete, aus denen Bozeman trinkt, dazu Regionen im Flathead- und im Seeley-Swan-Tal.

In Alaska trifft das Vorhaben den Tongass National Forest, 3,8 Millionen Hektar groß, in dem mehr Wildlachs heranwächst als in jedem anderen Nationalwald des Landes. An ihm hängt eine Fischerei aus Erwerb und Sport im Wert von rund einer Milliarde Dollar im Jahr; im Südosten Alaskas lebt jeder zehnte Arbeitsplatz von ihr. Der Wald liefert außerdem das Trinkwasser für mehr als ein Dutzend Gemeinden. In Sitka hängen etwa 9.000 Menschen am Blue Lake Reservoir, und Holzeinschlag könnte so viel Sediment ins Wasser tragen, dass die bundesstaatliche Ausnahme fiele, die der Stadt bisher die aufwendige Filterung erspart. Ein Wald, der die Wasserwerke ersetzt, solange man ihn stehen lässt.

Im Süden und Südosten geht es um den Östlichen Schlammteufel, den größten Salamander des Erdteils, um das Nördliche Carolina-Gleithörnchen und die Sumpfschildkröte. Rund 445.000 Hektar straßenloser Flächen und 2.100 Kilometer Fließgewässer wären betroffen. Im Chattahoochee National Forest in Georgia schützen sie die Quellen eines Flusses, aus dem der Großraum Atlanta mehr als 70 Prozent seines Trinkwassers zieht, gut 5 Millionen Menschen.

Im Südwesten stehen gut 4 Millionen Hektar zur Disposition, darunter rund 445.000 Hektar vorrangigen Lebensraums und 6.800 Kilometer an Gewässern, in denen 101 bundesrechtlich geschützte Arten leben. Der Mexikanische Grauwolf zählt dazu, der Jaguar, der Mexikanische Fleckenkauz und bestimmte Elritzenarten; manche kommen sonst nirgends in den Vereinigten Staaten mehr vor, andere nur noch in versprengten Beständen. Ein einziges erschlossenes Tal genügt, um den ganzen Wohnort einer solchen Art zu verändern. Zugleich liefern die dortigen Nationalwälder rund 45 Prozent des Wassers für Phoenix und 75 Prozent für Flagstaff. Albuquerque bezieht etwa 75 Prozent seines Trinkwassers aus dem Rio Grande und aus den Wäldern Carson und Santa Fe.

An der Pazifikküste wären rund 3,4 Millionen Hektar berührt, darunter 1,3 Millionen Hektar wertvollen Lebensraums und rund 2.050 Kilometer an Gewässern, Heimat von 145 geschützten Arten. Zu ihnen gehört der Sierra-Nevada-Rotfuchs, von dem nach Schätzung noch 18 bis 39 Tiere leben. Eine Art, deren gesamter Bestand in einen Satz passt.

Im Nordosten sind rund 118.000 Hektar betroffen, Lebensraum des Amerikanischen Marders und der geschützten Nördlichen Langohrfledermaus. Im oberen Mittleren Westen stehen etwa 212.000 Hektar zur Debatte, davon rund 51.000 Hektar besonders bedeutsamen Lebensraums, dazu Gebiete für 33 geschützte Arten, unter ihnen der Kanadaluchs und der graue Wolf.

Die Summe von 400 Arten setzt sich aus lauter kleinen Beständen zusammen, aus 18 Füchsen an der Pazifikküste und Tieren, deren Welt an der nächsten Rodung endet. Der Grizzly zieht den Blick auf sich, doch das leisere Argument ist das Wasser: Es fließt aus denselben Hängen in die Hähne von Millionen, die von Fleckenkäuzen nie gehört haben und für die der Wald bisher nur eine Farbe auf der Landkarte war.

Das US-Landwirtschaftsministerium sprach sich am 18. August für die Aufhebung aus und eröffnete eine öffentliche Anhörung. Die seit 2001 geltenden Beschränkungen seien überholt und hinderten die Nutzer des Landes. Zudem erschwerten sie Maßnahmen, die den Wald widerstandsfähiger gegen Brände machen sollten. Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins erklärte, man müsse die alten Regeln streichen, um Amerikas Wälder wieder gesund zu machen. Die Wörter stammen aus der Sprache der Pflege, aus Erneuerung und Widerstandskraft; unter diesem ruhigen Ton liegt die Erlaubnis, den Wald abzutragen. Die Begründung beruft sich auf das Feuer, und der Bericht dreht dieses Argument gegen sie: Mit jeder neuen Straße steige die Brandgefahr, weil der Mensch das Feuer dorthin trage, wohin er fahre. Die Öffentlichkeit darf ihre Einwände bis zum 21. September einreichen, nachdem das Ministerium sein Urteil längst gesprochen hat.

Das Vorhaben fügt sich in die Umweltpolitik dieser Regierung. Seit der Rückkehr ins Weiße Haus hat Trump Geländewagen auf öffentliche Flächen und in die Nationalparks zurückgelassen und die Schutzabstände für Bohrungen nahe einem Welterbe in New Mexico gestrichen. Fällungen in Nationalwäldern hat er eigens angeordnet. Parallel wird der US Forest Service umgebaut, die Behörde, die über rund 78 Millionen Hektar wacht. Auf diesen Flächen wird gerade neu bestimmt, was Schutz heißt und was Nutzung. Das Wort, das über all dem steht, heißt gesund, und es meint die Säge.

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