Wetten vor der Entscheidung – Verdacht auf Insiderwissen erschüttert Polymarket

VonRainer Hofmann

April 9, 2026

Kurz vor der Ankündigung eines Waffenstillstands zwischen den USA und Iran haben neu angelegte Accounts auf der Plattform Polymarket, einem Online-Wettmarkt, auf dem Nutzer mit Kryptowährungen auf politische und wirtschaftliche Ereignisse setzen, auffällig präzise gewettet – und damit in wenigen Stunden Gewinne in sechsstelliger Höhe erzielt. Auffällig ist nicht nur die Summe, sondern der Zeitpunkt. Während die öffentliche Lage noch von Eskalation geprägt war und kaum Hinweise auf eine Einigung existierten, setzten diese Wallets gezielt auf genau dieses Ergebnis.

Blockchain-Daten zeigen, dass mindestens 50 neu erstellte Wallets am selben Tag große „Yes“-Positionen eingingen. Einige davon nur Stunden, andere sogar Minuten vor der offiziellen Mitteilung. Ein einzelner Account wandelte rund 72.000 Dollar Einsatz in etwa 200.000 Dollar Gewinn um. Andere folgten mit ähnlich auffälligen Treffern.

Die Struktur dahinter wirft Fragen auf. Polymarket arbeitet mit sogenannten Proxy Smart Contract Wallets. Ein Nutzer kann also mehrere Accounts parallel erstellen, ohne dass sich das öffentlich zuordnen lässt. Genau das macht es nahezu unmöglich zu erkennen, ob es sich um echte neue Teilnehmer handelt oder um bestehende Akteure, die ihre Spuren aufteilen. Damit steht auch im Raum, dass hinter den zahlreichen Accounts deutlich weniger tatsächliche Personen stehen könnten.

Der Verdacht liegt nahe, dass hier nicht nur spekuliert wurde. Mehrere politische Stimmen sprechen offen von möglichem Insiderwissen. Der Vorwurf: Zugang zu Informationen vor der Öffentlichkeit könnte gezielt genutzt worden sein, um daraus Profit zu schlagen. Gleichzeitig wächst im US-Kongress parteiübergreifend der Druck, solche Märkte stärker zu regulieren und Regeln zum Insiderhandel auch auf diese Plattformen auszuweiten.

Brisant ist, dass solche Konstellationen kein Einzelfall sind. Ähnliche Abläufe wurden bereits vor anderen geopolitischen Ereignissen beobachtet, bei militärischen Entwicklungen ebenso wie bei politischen Umbrüchen. Immer wieder tauchen neue Accounts auf, die exakt zum richtigen Zeitpunkt handeln.

Der konkrete Markt zum Waffenstillstand wurde inzwischen als „umstritten“ markiert. Der Grund: Die tatsächliche Lage bleibt unklar, während militärische Aktivitäten und Einschränkungen weiter bestehen. Auszahlungen könnten sich dadurch verzögern, während im Hintergrund geprüft wird, ob die Bedingungen des Ereignisses überhaupt erfüllt sind.

Auch die Plattformen selbst stehen zunehmend unter Druck. Sowohl Polymarket als auch vergleichbare Anbieter haben eingeräumt, dass bestehende Kontrollmechanismen nicht ausreichen, um problematische Handelsmuster zuverlässig zu verhindern.

Was bleibt, ist eine offene Frage, die über diesen Fall hinausgeht. Wenn politische Entscheidungen in Echtzeit gehandelt werden und einzelne Akteure regelmäßig vor allen anderen richtig liegen, geht es nicht mehr nur um Risiko oder Glück. Dann geht es um Zugang zu Informationen – und darum, wer ihn hat.

Die Recherchen laufen. Fortsetzung folgt …

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Lea
Lea
13 Tage vor

Pfui! Solche Vorteilsnahmen gehören unterbunden!

Ela Gatto
Ela Gatto
12 Tage vor

Das habe ich seit Trumps Amtsantritt vermutet.

Insiderwissen.
Einmal lief ja sogar noch ein Mikrophon, als darüber gesprochen wurde.
Konsequenzen?
Natürlich Keine.

Trumps Entourage hat sich Millionen erschlichen.
Bei dem Zoll hin- und her
Bei Trumps anderen Drohungdn
Bei Venezuela
Und jetzt beim Iran.

Trump, dass muss man dem Irren lassen, weiß wie die Märkte etc auf ihn reagieren.

Wer vorher weiß, was er sagt, kann Millionen verdienen.
Inklusive Trump selber.

Solch Recherche ist kompliziert.
Darum Danke, dass Ihr Euch dafür die Zeit nehmt.

Ela Gatto
11 Tage vor
Antwort auf  Rainer Hofmann

Das ist heftig

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