In Washington wird inzwischen offen darüber nachgedacht, NATO-Staaten für ihr Verhalten im Iran-Krieg zu bestrafen. Innerhalb der Regierung kursieren konkrete Überlegungen, US-Truppen aus Ländern abzuziehen, die aus Sicht von Donald Trump nicht ausreichend unterstützt haben, und sie stattdessen in Staaten zu verlegen, die sich klar auf die Seite der USA gestellt haben. Es ist kein Gedankenspiel mehr am Rand, sondern ein Vorschlag, der in den vergangenen Wochen in Regierungskreisen an Gewicht gewonnen hat.
Die Idee dahinter ist simpel und politisch brisant zugleich. Militärische Präsenz soll nicht länger nur strategischen Kriterien folgen, sondern als Instrument eingesetzt werden, um Loyalität zu belohnen oder fehlende Unterstützung zu sanktionieren. Länder wie Polen, Rumänien, Litauen und Griechenland könnten davon profitieren, während andere Staaten plötzlich im Fokus stehen. Spanien hat den USA den Luftraum für Operationen verweigert, Deutschland hat den Krieg kritisiert, Italien blockierte zeitweise die Nutzung eines Luftwaffenstützpunkts auf Sizilien, Frankreich ließ amerikanische Maschinen nur unter Einschränkungen landen.
Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses, formulierte es unverblümt. Die NATO habe sich in den vergangenen Wochen vom amerikanischen Volk abgewandt, obwohl genau dieses Volk die Verteidigung vieler Partner finanziere. Donald Trump selbst verschärfte den Ton weiter. Die NATO sei nicht da gewesen, als man sie gebraucht habe, und werde es auch künftig nicht sein.
Dabei geht es nicht um kleine Anpassungen. In Europa sind derzeit rund 84.000 US-Soldaten stationiert. Diese Standorte sind nicht nur militärisch entscheidend, sondern auch wirtschaftlich relevant für die Gastgeberländer. Ein Abzug oder eine Verlagerung hätte direkte Folgen für Infrastruktur, Arbeitsplätze und die militärische Balance auf dem Kontinent. Gleichzeitig würde eine stärkere Verlagerung nach Osteuropa die Spannungen mit Russland weiter erhöhen.
Der Plan bleibt in einem frühen Stadium, doch er zeigt, wie tief die Risse inzwischen sind. Trump hatte zuletzt sogar darüber nachgedacht, die USA ganz aus der NATO herauszuführen, was ohne Zustimmung des Kongresses rechtlich nicht möglich ist. Stattdessen wird nun offenbar nach Wegen gesucht, Druck aufzubauen, ohne den formalen Bruch zu vollziehen.
Zur gleichen Zeit versucht NATO-Generalsekretär Mark Rutte, die Lage zu stabilisieren. Sein Besuch in Washington sollte das Verhältnis verbessern, doch die Differenzen sind offensichtlich. Bereits zuvor hatte Rutte Trump davon abgebracht, Grönland unter amerikanische Kontrolle zu bringen, was eine eigene Krise innerhalb des Bündnisses ausgelöst hatte.
Europäische Regierungsvertreter halten dagegen. Sie verweisen darauf, dass sie vor Beginn des Iran-Krieges nicht eingebunden waren und daher auch keine abgestimmte Unterstützung leisten konnten. Die ersten Tage des Konflikts liefen ohne Koordination, selbst Verteidigungsminister aus NATO-Staaten saßen fest, als der Luftraum über den Vereinigten Arabischen Emiraten geschlossen wurde.
Was sich jetzt abzeichnet, ist mehr als ein Streit über einzelne Entscheidungen. Es geht um die Frage, ob ein Militärbündnis noch als gemeinsames Sicherheitsversprechen funktioniert oder ob es zu einem Instrument nationaler Interessen wird. Die Überlegungen in Washington zeigen, dass diese Grenze gerade neu gezogen wird.
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Was nützt eine Stärkung der Ostgrenze, wenn dadurch die Spannungen mit Russland verstärkt werden?
richtig
Ja, es ist schwierig, aber n.M. nach, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Diese skrupellose mafiöse Schulhofgang sind doch längst keine Partner mehr, es geht doch nur um das Einfordern von „Loyalität“ für ihre „Queen-Bee“
..eine usa in dieser form, nicht zu gebrauchen
Trumps Muster geht weiter.
Drohen und beleidigen.
Zuckerbrot und Peitsche.
Langsam sollten aber Alle verstanden haben, dass hinter den Drohungen wirklich viel heiße Luft steckt.
Wirken die Drohungen bicht, rudest Trump fast immer zurück.
Vielleicht nicht sofort, denn er muss es ja als „Sieg“ ummünzen.
Dieser Clown und seine Barbie-Sorechpuppe sollten begreifen, dass die NATO eine Verteidigungsbündnis ist.
Kein Angriffsbündnis!
Die USA haben einen völkerrechtswidrigen Krieg begonnen und erwarten, dass die NATO hilft.
NEIN!
Nach 9/11 waren Die NATO und Europa an der Seite der USA.
Aufgrund des terroristischen Angriffs.
Dafür ist die NATO gedacht.
Wenn er Hilfe möchte, dann soll er doch sein Board of Piece bemühen 🤣🤣🤣
Die sind nämlich irgendwie in der Versenkung verschwunden.
Ich hoffe, dass Rutte Trump nicht wieder in den Hintern kriecht.
Die NATO und Europa müssen begreifen, dass die USA unter der Regierung kein Partner mehr sind.
Und lernen, dass man nicht vor jeder Drohung einknicken muss.
Stützpunkte sind in Jahren entstanden.
Der Stützpunkt mit allen erforderlichen Gegebenheiten.
Dazu die Logistik.
In dem Ausmaß kann man das nicht mal eben auflösen und verlegen.
Es sei denn die Soldaten sollen künftig in Zelten leben und keine ordentliche Logistik haben.
Russland freut sich eher, wenn sein Agent Krasnov amerikanische Waffen etc so nah nach Russland bringt…..
Offiziell würde er es zwar verurteilen, aber unofficially?
👍