Musk legte Ukraines Drohnenabwehr lahm, während Putin weiter bombardiert: Trump spielt den Ahnungslosen und Russland profitiert

VonTEAM KAIZEN BLOG

21. Oktober 2026

Elon Musk hat angeordnet, die militärisch genutzten Starlink-Verbindungen der Ukraine zu drosseln. Eine Entscheidung aus Amerika, deren Folgen sich an der ukrainischen Front unmittelbar bemerkbar machen. Abfangdrohnen verlieren bei höheren Geschwindigkeiten ihre Verbindung, russische Flugkörper können dadurch leichter die Verteidigung durchbrechen. Seit dem 14. Oktober sind ukrainische Soldaten mit Einschränkungen konfrontiert, über die sie vorher offenbar niemand informiert hatte. Die Regierung in Kiew wurde überrascht. Während russische Raketen ukrainische Städte bedrohen, greift der reichste Mann der Welt in die technischen Möglichkeiten ihrer Verteidiger ein. Musk sitzt weit entfernt vom Krieg. Die Menschen unter den russischen Angriffen können sich diese Entfernung nicht leisten.

Der Vorgeschichte fehlt jede Unschuld. Trump hatte sich über ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien aufgeregt und Selenskyj am 10. Oktober öffentlich zurechtgewiesen. Russland könne er angreifen, doch die Raffinerien solle er gefälligst verschonen. Die steigenden Dieselpreise seien schließlich ein weltweites Problem. „Er soll verdammt noch mal damit aufhören“, verlangte Trump. Musk legte nach: Selenskyj sei zu weit gegangen. Vier Tage später verloren ukrainische Drohnenbesatzungen ihre bisherige uneingeschränkte Satellitenverbindung. Was vorher funktionierte, war plötzlich begrenzt. Der amerikanische Präsident verlangt Rücksicht auf russische Raffinerien, während russische Raketen weiterhin ukrainische Städte treffen. Eine eigentümliche Vorstellung davon, wessen Sicherheit schützenswert ist.

Die technischen Folgen sind schwerwiegend. Nach Angaben des Militäranalysten Michael Kofman bleiben ukrainische Angriffs- und Abfangdrohnen bei Geschwindigkeiten um 160 Kilometer pro Stunde eingeschränkt. Teilweise breche die Verbindung bereits unterhalb von 130 Kilometern pro Stunde ab. Ukrainische Verantwortliche berichten, russische Raketen hätten deshalb ihre Abwehr überwinden können. Wie viele Angriffe unmittelbar davon profitierten, ist bislang ungeklärt. Selenskyj warnte ausdrücklich, Menschen könnten sterben, falls der bisherige Zugang nicht wiederhergestellt werde. Für die Besatzung einer Abfangdrohne ist eine unterbrochene Verbindung keine technische Unannehmlichkeit. Während sie den Kontakt verliert, fliegt das russische Geschoss weiter.

Aus Washington kommt inzwischen ein erstaunliches Schauspiel gegenseitiger Unzuständigkeit. Musk behauptete öffentlich, solche Beschränkungen würden vom amerikanischen Militär und letztlich vom Präsidenten entschieden. Trump versicherte dagegen, er wisse nicht, wer verantwortlich sei. Einige Regierungsvertreter erklärten, Musk habe eigenmächtig gehandelt. Andere berichteten, er habe bereits vor seiner Entscheidung mit Trump und weiteren hochrangigen Regierungsmitgliedern gesprochen. Nach Bekanntwerden der Drosselung telefonierten Musk und Trump erneut. Mitarbeiter von Musks Raumfahrtunternehmen suchten Kontakt zum Weißen Haus, um eine gemeinsame Darstellung abzustimmen. Offenbar ist die Frage, wie man den Vorgang öffentlich erklärt, inzwischen leichter zu bearbeiten als die Wiederherstellung einer Verbindung, von der ukrainische Soldaten abhängen.

Verteidigungsminister Pete Hegseth bestritt jede entsprechende Anweisung seines Ministeriums. Das Unternehmen könne selbst über seine Nutzungsbedingungen entscheiden. Außenminister Marco Rubio wies Selenskyjs Vorwurf zurück, Washington habe zeitweise Geheimdienstinformationen über russische Raketenstarts zurückgehalten. Die wachsenden Spannungen zwischen Washington und Kiew räumte er ein. Der ukrainische Vertreter Denys Sienik wartete am Dienstag weiterhin auf eine offizielle Erklärung des Pentagons und des Unternehmens. Selbst die Frage, ob der bisherige Zugang wiederhergestellt werde, blieb unbeantwortet.

Trump macht ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen für steigende Dieselpreise verantwortlich. Fachleute sehen den Krieg gegen Iran als bedeutenderen Preistreiber. Vor den Kongresswahlen im November will Trump günstigeren Treibstoff. Selenskyj reiste unterdessen nach Norwegen, um mit Trumps Unterhändler Steve Witkoff über ein Kriegsende zu beraten. Zu Hause fehlen seinen Soldaten zuverlässig funktionierende Verbindungen. Die Beziehungen zwischen Washington und Kiew sind auf ihrem tiefsten Stand seit Trumps öffentlicher Demütigung Selenskyjs im Oval Office im vergangenen Jahr. Musk hat mit einer einzigen technischen Entscheidung tief in die ukrainische Kriegsführung eingegriffen. Trump behauptet, den Verantwortlichen nicht zu kennen. Russische Raketen benötigen derweil weder eine amerikanische Erklärung noch die Zustimmung des Weißen Hauses.

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Andrea Gillé
Andrea Gillé
28 Minuten vor
  • Ich kann keinen sinnvollen Kommentar schreiben. Ich bin entsetzt und kann nur an die leidenden Menschen denken
Rainer Hofmann
Administrator
14 Minuten vor
Antwort auf  Andrea Gillé

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