Der mächtigste Idiot der Geschichte – und er ist stolz darauf

VonRainer Hofmann

April 13, 2026

Donald Trump sammelt Auszeichnungen wie andere Menschen Schulden. Den FIFA-Friedenspreis. Den „Undisputed Champion of Beautiful Clean Coal.“ Die Nobelfriedenspreis-Trophäe einer venezolanischen Oppositionsführerin, die ihm ihr eigenes Exemplar überreichte, weil er so gerne einen hätte. Jetzt verdient er sich einen neuen Titel – und dieser hier ist echt: der mächtigste Idiot in der Geschichte der Welt.

Der Kolumnist David Rothkopf bezeichnete Trump exakt in diesen Worten. Man kann es widerlegen versuchen. Man wird scheitern.

Der Beweis liegt nicht in einem einzigen Fehler. Er liegt in der Konsequenz, mit der aus jedem Fehler ein größerer gemacht wird. Der Krieg gegen Iran hat über 3.000 Menschenleben im Iran gefordert, mehr als 1.000 im Libanon, eine Million Menschen vertrieben, 13 amerikanische Soldaten getötet und zig Milliarden Dollar vernichtet. Kein strategisches Ziel wurde erreicht. Das Regime steht. Das Uran liegt noch da. China liefert, mehr als nur ein großer Verdacht, Raketen nach. Und Iran hat jetzt etwas, was es vor dem Krieg nicht hatte – einen wirtschaftlichen Vorschlaghammer über zwanzig Prozent des weltweiten Öls. Amerika hat den Krieg begonnen und Iran damit ein Geschenk gemacht, das er sich selbst nie hätte kaufen können.

George W. Bush hat den Irak-Krieg begonnen. Auch das war eine Katastrophe. Aber Bush hat Experten befragt. Er hat internationale Unterstützung gesucht. Als nichts funktionierte, hat er die Strategie geändert. Trump macht nichts davon. Trump fragt keine Experten, weil Experten unbequeme Dinge sagen. Trump sucht keine Verbündeten, weil Verbündete Gegenleistungen wollen. Und Trump ändert keine Strategie, weil das bedeuten würde zuzugeben, dass er keine hatte.

Dann: Islamabad. Die höchsten direkten Gespräche zwischen Amerika und Iran seit 1979. Fünf Amerikaner gegen sechzig iranische Experten. Auf amerikanischer Seite: JD Vance, ohne jede Verhandlungserfahrung. Steve Witkoff, dessen größter Erfolg ein Waffenstillstand in Gaza war, der sich sofort als keiner herausstellte. Und Jared Kushner – kein Regierungsbeamter, mit Interessenkonflikten, die jeden anderen Menschen aus dem Raum gebracht hätten, aber hier saß er trotzdem. Nach einem einzigen Tag packten alle ihre Koffer und flogen nach Hause. Gescheitert, bevor der Kaffee kalt war.

Und Trump? Trump war beim Kampfsport in Miami. Ringside. Mit Marco Rubio – Außenminister und Nationaler Sicherheitsberater – neben sich. Der Mann, der eigentlich den Weltfrieden hätte retten sollen, schaute zu, wie zwei Männer sich gegenseitig ins Gesicht schlagen. Das ist keine Satire. Das ist ein Terminkalender.

Was danach kam, übertrifft alles. Iran hatte die Straße von Hormus blockiert. Trumps Antwort: er blockiert die Blockade. Mit einer amerikanischen Blockade. Eine Blockade gegen eine Blockade, verkündet per Posting, ohne Rücksprache mit Verbündeten, ohne Rechtsgrundlage, ohne Plan. Trump wie ein Vierjährigen auf dem Spielplatz, der brüllt: „Oh ja? Dann blockiere ich deine Blockade mit einer doppelten Superblockade.“ Der Unterschied zum Vierjährigen: Der Vierjährige kontrolliert keine Marine.

Zwanzig Prozent des weltweiten Öls fließen durch diese Meerenge. Verbündete, die darauf angewiesen sind, werden Amerika nicht mehr als Beschützer sehen, sondern als zweites Hindernis. Und wenn China seine Schiffe durch die Blockade schickt – was es tun wird, weil es das tun muss – steht Amerika vor einer Konfrontation, für die es keine Antwort hat, weil niemand eine vorbereitet hat.

Zuvor hatte Trump auf Truth Social geschrieben: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben.“ Brücken weg, Kraftwerke weg, Steinzeit. Rothkopf schreibt, Trump habe sich damit in einen sehr kleinen, sehr dunklen Klub eingereiht – Menschen, die offen den Massenmord angekündigt haben. Hitler. Stalin. Mao. Pol Pot. Der Unterschied zu all diesen Männern: Keiner von ihnen hat seine Vernichtungsdrohung Stunden später still beerdigt und so getan, als wäre nichts gewesen. Trump schon. Weltuntergang vor dem Mittagessen. Waffenstillstand zum Dessert. Und dann UFC.

„Donald Trump enthüllt, dass er den Golf von Mexiko beinahe in ‚Golf von Trump‘ umbenannt hätte, sich dann aber dagegen entschieden hat.“

Zum Schluss überlegte Trump öffentlich, den Persischen Golf in „Golf von Trump“ umzubenennen. Rothkopf antwortet darauf mit der einzigen Gegenfrage, die zählt: Der Name ist bereits vergeben. Für den großen leeren Raum zwischen seinen Ohren.

Es wäre seine ehrlichste Umbenennung aller Zeiten.

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Anja
Anja
2 Tage vor

Hat Trump sich ernsthaft als römischer Imperator verkleidet 😵‍💫. Bitte bitte sagt, das das KI ist

Anja
Anja
2 Tage vor
Antwort auf  Rainer Hofmann

Dankeschön. Ich dachte schon, ich sei im falschen Film. Obwohl die Realität die Satire ja fast jeden Tag links überholt 🤦🏻‍♀️

Ela Gatto
Ela Gatto
1 Tag vor

Pinselt den „Idioten Preis“ golden an und Trump wird ihn begeistert an sich nehmen.
Er liebt Preise und Gold.

Das Trump immer noch von quasi dem gesamten republikanischen Kongress und Senat getragen wird ist unfassbar.
Die sind genau so Schuld an dem, was Trump fabriziert.
Nicht nur, dass sie ihn nicht brdmsen. Nein, sie lassen ihm freie Hand.🤬

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