Auf der USS Abraham Lincoln, einem der mächtigsten Flugzeugträger der Welt, wird gegessen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist alles andere. Ein Land, das 850 Milliarden Dollar jährlich in sein Militär pumpt – mehr als die nächsten zehn Länder zusammen, mehr als manche Kontinente insgesamt erwirtschaften – schafft es nicht, seinen Soldaten mitten im Persischen Golf eine Mahlzeit auf den Tisch zu stellen, bei der man nicht schockiert nach dem Beschwerdeformular greift. Die Portionen sind groß, heißt es. Groß wie die Hoffnung, die man mitbringt, bevor man den ersten Bissen nimmt, und genauso schnell verschwunden.

Man stelle sich vor, was auf diesem Schiff alles möglich ist. Atombetrieben. Mit Kampfjets bestückt, die in Sekunden starten und in Minuten Ziele erreichen, die hunderte Kilometer entfernt liegen. Eine schwimmende Stadt aus Stahl, die ganze Küstenlinien neu ordnen kann, wenn jemand das für sinnvoll hält. Und dann kommt das Mittagessen. Ein Kind, das in einer deutschen Schulkantine aufgewachsen ist und dort bereits gelernt hat, was kulinarische Demütigung wirklich bedeutet, würde auf der Abraham Lincoln den Tablett zurückschieben, den Diensthabenden ansehen und sagen, ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor. Die mächtigste Marine der Welt, ausgestattet mit der Technologie, Raketen aus dem Orbit zu lenken, hat das Verpflegungsproblem noch nicht in den Griff bekommen. Was kein Vorwurf ist. Es ist eine Beobachtung über Prioritäten.


Pete Hegseth sagt, das Militär verdiene jeden Jahr den Friedensnobelpreis. Was er nicht sagt, ist, dass die Männer und Frauen, die diesen Preis theoretisch entgegennehmen würden, ihn womöglich gegen eine warme Mahlzeit tauschen würden, die diesen Namen verdient. 850 Milliarden Dollar. Flugzeugträger so groß wie kleine Städte. Raketen, die Brücken treffen, die tausende Kilometer entfernt liegen. Und irgendwo in der Tiefe dieses Schiffes steht jemand in einer Bordküche, schöpft etwas in eine zu kleine Schüssel und nennt es Portion. Die Soldaten sind stark, sagt man. Sie müssen stark sein. Nicht wegen dem, was auf dem Tablett liegt, sondern trotz ihm. Und das, muss man sagen, ist vielleicht die beeindruckendste Leistung der amerikanischen Streitkräfte – dass sie funktionieren, obwohl die Küche so aussieht, wie sie aussieht.
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Aber Transgender, Homosexualität und Frauen sind das Problem beim US-Militär…gemäß Hegseth.🙈🙈
Jeder, vom einfachen Soldat bis zum General, weiß das die Moral stark mit der Verpflegung verwoben ist.
Je schlechter das Essen, desto gedrückter die Moral.
Bei dem Essen verzichtet so manch Einer sicher.
Warum gesundheitliche Fürsorge für sein Militär betreiben?
Wie dumm und kurzsichtig.
Ich weiß nich ob es stimmt.
Ich hatte mehrfach gelesen, dass das US Militär einen Rekrutierungsrekord erreicht hat.
Was mich anbetracht der aktuellen Situation wirklich wundert.