Donald Trump sollte an diesem Tag eigentlich einen Mann ehren, der am 11. September 2001 sein Leben für andere gab. Welles Crowther war 24 Jahre alt, Aktienhändler und freiwilliger Feuerwehrmann. Im brennenden Südturm des World Trade Centers brachte er nach Schätzungen 18 Menschen in Sicherheit, bevor er selbst starb.

Donald Trump sollte an diesem Tag eigentlich einen Mann ehren, der am 11. September 2001 sein Leben für andere gab. Welles Crowther war 24 Jahre alt, Aktienhändler und freiwilliger Feuerwehrmann. Im brennenden Südturm des World Trade Centers brachte er nach Schätzungen 18 Menschen in Sicherheit, bevor er selbst starb. Bekannt wurde er als „der Mann mit dem roten Bandana“, weil er sich das rote Tuch vor Mund und Nase band, während er Menschen durch Rauch und Feuer führte. Trump verlieh ihm am Dienstag posthum die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten.
Dann sagte der Präsident über Crowther: „Der Mann mit dem roten Bandana ist berühmter geworden als ich. Das gefällt mir nicht.“ Bei einer Veranstaltung zum 25. Jahrestag von 9/11 schaffte Trump damit innerhalb weniger Sekunden den Sprung vom getöteten Retter zu sich selbst.

Noch bevor er Crowthers Taten schilderte, erzählte Trump erneut seine seit Jahren umstrittene Geschichte über die Tage nach den Anschlägen. Er habe eine „große Gruppe“ von Arbeitern seiner eigenen Baustellen nach Ground Zero gebracht, um dort zu helfen. Belege dafür wurden auch diesmal nicht vorgelegt. Richard Alles, früher Bataillonschef der New Yorker Feuerwehr, erklärte bereits 2019, ihm sei nichts davon bekannt, dass Trump dort mit einer solchen Mannschaft gearbeitet habe. Wären tatsächlich rund 100 Arbeiter geschickt worden, müsste es darüber Aufzeichnungen geben. Das Weiße Haus legte auf zweimalige Nachfrage keine solchen Unterlagen vor. Trump beharrte später auf seinem sozialen Netzwerk darauf, alles, was er erzählt habe, sei „exakt korrekt“. Videoaufnahmen zeigen ihn zwei Tage nach den Anschlägen in einem Anzug in der Gegend um Ground Zero, aber nicht direkt auf dem Gelände der Katastrophe.
Trump fügte am Dienstag noch eine weitere Geschichte hinzu. Zwei große Feuerwehrleute hätten ihn unter den Armen gepackt und weggetragen, weil man befürchtet habe, dass das damalige U.S. Steel Building, heute One Liberty Plaza, ebenfalls einstürzen könnte. Wann genau das passiert sein soll, sagte er nicht. Das Weiße Haus nannte ebenfalls kein Datum. 2016 hatte Trump eine ähnliche Version erzählt, damals allerdings davon gesprochen, dass sich das Gebäude einige Tage nach den Anschlägen „nicht weit von uns“ befunden habe. Auch andere Aussagen Trumps zu 9/11 sind seit Jahren widerlegt oder unbelegt. 2015 behauptete er, „Tausende und Abertausende“ Menschen hätten in Jersey City den Einsturz der Türme bejubelt. Polizei und andere Stellen fanden dafür keine Grundlage. 2016 erklärte Trump außerdem, er habe „ein bisschen“ beim Wegräumen der Trümmer geholfen. Auch dafür gibt es bis heute keine Bestätigung von damaligen Einsatzkräften oder aus der Berichterstattung jener Tage.

Die Veranstaltung selbst wurde von der Tunnel to Towers Foundation organisiert. Familien getöteter Einsatzkräfte und Überlebende kamen an einem geborgenen Stahlträger des World Trade Centers zusammen. Unter den Gästen war Handelsminister Howard Lutnick, der am 11. September 2001 Vorstandschef von Cantor Fitzgerald war. Seine Firma verlor 658 Mitarbeiter, darunter seinen jüngeren Bruder Gary. Trump wird den eigentlichen Jahrestag am Freitag am Pentagon begehen und anschließend nach Irland zu einem Turnier auf seinem Trump International Golf Links fliegen. Die noch lebenden früheren US-Präsidenten werden dagegen bei der Gedenkfeier an Ground Zero in New York erwartet. Das Weiße Haus schickt Vizepräsident JD Vance dorthin. Warum Trump nicht sowohl am Pentagon als auch in New York teilnehmen könne, beantwortete er auf Nachfrage nicht. Währenddessen erinnerte Welles Crowthers Mutter Alison an etwas sehr viel Einfacheres als all die Geschichten über Trump: Ihr Sohn habe gezeigt, dass Menschen in dem Moment, in dem andere sie brauchen, Mut zeigen und helfen können. Dafür wurde Welles Crowther an diesem Tag geehrt.
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Jedem einzelnen, der direkt nach Trumps Aussage „I don’t like it“ geklatscht hat, möchte ich mit Wucht eine klatschen!
Aber ich gehe davon aus, dass sein Hintergrund regelmäßig KI ist. Ich kann mir soviel menschliche Verrohung, Dummheit oder Gleichgültigkeit einfach nicht vorstellen!
Ja, überaus traurig!!!
…es war auf jeden fall unfassbar – ich dachte, ich habe mich verhört, denn selbst für trump ist das eine entgleisung sondergleichen