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Trump liegt in den Fox-Umfragen tief im Minus

VonTEAM KAIZEN BLOG

16. August 2026

Fox News hat schlechte Nachrichten für Fox News. Der Sender liefert Tag für Tag das Bild einer Demokratischen Partei, die vollständig entrückt und hoffnungslos verwirrt erscheinen soll, und ausgerechnet das eigene Umfrageinstitut trägt dieses Bild zu Grabe. Ein Haus, das seinen Zuschauern die Wirklichkeit malt, hält sich ein Messgerät, das die Wirklichkeit trotzdem misst. Die gemalte Welt hält nur, solange niemand nachzählt, und im selben Haus zählt jemand nach.

Die Ausrichtung ist bekannt. Führende Moderatoren zeichnen die Partei als Gefangene von Globalisten und gewalttätigen Sozialisten, ihre Vertreter werden regelmäßig als Verräter beschimpft. Dazu bietet der Sender Donald Trumps Zuträgern einen geschützten Raum, um dieselbe Partei zu verunglimpfen, als sei sie von Kommunisten und Schlimmerem überrannt. Das ganze Getriebe zielt darauf, eine von zwei großen Parteien als um den Verstand gebracht erscheinen zu lassen. Stephen Miller steigerte sich zuletzt in einen rasenden Anfall und erklärte, die wichtigste Weltanschauung der Demokraten sei der Hass auf Amerika.

Stephen Miller

Der Zweck reicht über das Herabziehen einzelner Bewerber hinaus. Die Wähler sollen die Zwischenwahlen nicht als Abstimmung über Trump verstehen und bloß nicht auf den Gedanken kommen, ihn für eine bereits historisch katastrophale Amtszeit zur Rechenschaft zu ziehen. Jede schwache Bilanz kennt diesen älteren Kniff, die Frage umzulenken, solange die Antwort nicht zu gewinnen ist. Eine Amtszeit lässt sich nur dann nicht beurteilen, wenn man die Abstimmung von der Person löst, um die es in Wahrheit geht. So lautet der Plan, und die Zahlen aus demselben Haus halten sich nicht daran.

Zwischen einer Partei und einem Bewerber liegt der ganze Unterschied zwischen einem Wort und einem Gesicht. Eine Partei bleibt fern genug, um jede Beschimpfung an sich haften zu lassen, ein Name auf dem Stimmzettel gehört einem Menschen, den die Wähler zu kennen glauben. Genau in diesem Abstand siedeln die Rennen dieses Sommers, und die Propaganda des Senders trifft ihn nicht. Ein Etikett lässt sich aus der Ferne beschimpfen, ein Bewerber mit Namen und Werdegang bleibt schwerer zu treffen.

In den Senatsumfragen dieses Sommers schneiden fast alle demokratischen Bewerber deutlich besser ab als ihre Partei. Der Abstand fällt so einheitlich aus, dass er kein Zufall einzelner Rennen sein kann. Der schlechte Ruf der Partei bleibt, doch er reißt die meisten dieser Kandidaten nicht mit nach unten. Zugleich steht Trump überall tief im Minus, selbst in Staaten, die er mit zweistelligem Vorsprung gewonnen hat.

Ohio führt es beispielhaft vor. Der Demokrat Sherrod Brown liegt 8 Punkte vor dem republikanischen Senator Jon Husted, 53 zu 45 Prozent, obwohl nur 42 Prozent die Demokratische Partei positiv sehen. Entscheidend ist ein zweiter Wert. Nur 44 Prozent halten Brown für zu eng mit dem Establishment der Partei verbunden, 55 Prozent tun das nicht. Viele, die die Partei ablehnen, wählen ihren Bewerber trotzdem, und genau diese Trennung ist es, die der Sender nicht kleinreden kann.

Anderswo wiederholt es sich. In Texas führt der Demokrat James Talarico den Republikaner Ken Paxton mit 51 zu 48 Prozent, während die Partei dort bei 45 zu 54 Prozent liegt. In Maine steht der Demokrat Troy Jackson mit 48 zu 46 Prozent knapp vor der republikanischen Senatorin Susan Collins, obwohl die Partei selbst nur auf 44 zu 54 Prozent kommt. Für Jackson ist das noch zu eng, auch weil er erst spät ins Rennen ging, doch es lässt aufhorchen.

Früher im Sommer sah eine Umfrage in North Carolina den früheren Gouverneur Roy Cooper mit 53 zu 44 Prozent vor dem Republikaner Michael Whatley, bei einer Partei, die dort nur 43 zu 56 Prozent erreicht. In Iowa führt der Demokrat Josh Turek den republikanischen Abgeordneten Ashley Hinson mit 50 zu 46 Prozent. Die Beliebtheit der Partei wurde dort nicht abgefragt, doch nur 36 Prozent halten Turek für zu liberal, 60 Prozent nicht.

Dr. Abdul El-Sayed

Eine Ausnahme trübt das Bild, und sie heißt Michigan. Dort liegt der Demokrat Dr. Abdul El-Sayed mit 47 zu 51 Prozent hinter dem Republikaner Mike Rogers. Auch er steht über seiner Partei, die bei 43 zu 56 Prozent liegt, nur eben nicht weit genug. Vielleicht fehlt ihm noch die eigene Basis, denn nur 75 Prozent der schwarzen Wähler stehen hinter ihm. Vielleicht gelten seine Positionen als zu weit, was 54 Prozent so sehen. Bei der arbeitenden Bevölkerung liegt er 10 Punkte zurück, und dort bleibt viel zu tun. Ihm bleibt die Aufgabe, aus einem Vorsprung vor der Partei einen Vorsprung vor dem Gegner zu machen.

Das zweite Bild dieser Umfragen betrifft Trump selbst. Sein Nettowert liegt in Ohio bei minus 14 und in Texas bei minus 9. In Iowa steht er bei minus 13, in North Carolina bei minus 19. Bei unabhängigen Wählern rutscht er in mehreren dieser Staaten um mindestens 50 Punkte ins Minus, ein Abstand, den keine gute Woche mehr einholt. Gewonnen hat er sie alle, bis auf North Carolina sogar zweistellig, und heute stünde in keinem davon eine Mehrheit hinter ihm. Vielleicht, nur vielleicht, ist Trump für die Republikaner inzwischen die größere Last als die Demokratische Partei für ihre eigenen Leute. Die Rechnung, die der Sender seit Monaten verkauft, steht damit auf dem Kopf. In Maine sagen 55 Prozent, Susan Collins stimme zu oft mit ihm überein.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Senders gehört es, solche unangenehmen Tatsachen verschwinden zu lassen. Medienbeobachter halten regelmäßig fest, dass er seine Zuschauer sogar vor den Ergebnissen der eigenen Umfragen schützt. Trump wiederum verlangt lautstark, man solle die Meinungsforscher feuern, sobald ihm ihre Zahlen nicht passen. Beide verstehen genau, wie seine Anziehung in der MAGA-Bewegung wirkt. Schon der bloße Verdacht, er könnte schwach sein oder irgendwo scheitern, kann die Anhänger ins Wanken bringen.

Der Vorgang hat etwas Selbstvergessenes. Ein Sender erfindet für seine Zuschauer eine Lage und muss sie zuletzt vor den eigenen Messwerten in Sicherheit bringen, damit die Erfindung hält. Das Publikum wird getäuscht und zugleich vor der Wahrheit beschützt wie vor einer Zumutung.

In der amerikanischen Politik gilt die Unerschütterlichkeit dieser Basis fast als Naturgesetz, das Trump einen festen Mindestwert sichert. Doch die Zahlen zeigen schwere Risse, er verliert auch bei weißen Wählern ohne Hochschulabschluss und selbst auf dem Land, dort also, wo sein Boden als am festesten galt. Ein Mindestwert, der nur hält, solange niemand ihn prüft, verdient den Namen kaum. Der Sender bleibt ein einziges Umfrageinstitut, viele andere Kräfte werden diese Rennen entscheiden, und der Senat steht auf Messers Schneide. Demokratische Strategen sagen seit Langem, viele ihrer Bewerber besäßen in ihren Staaten eine eigene starke Statur, die selbst in republikanisch geprägten Gegenden schwerer wiege als der Zustand der Partei, und dass dieser Befund heuer erstmals von den Zahlen gedeckt sei. Den Moderatoren des Senders bleibt ein schlichter Rat. Wenn ihnen das alles missfällt, sollen sie sich bei den eigenen Meinungsforschern beschweren.

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