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Die Eiche, die zu sehr geliebt wurde

VonTEAM KAIZEN BLOG

Juni 18, 2026

Im Sherwood Forest hat die zwölfhundert Jahre alte Major-Eiche, die der Sage nach Robin Hood barg, in diesem Frühjahr kein Laub mehr getrieben. Was sie tötete, waren nicht Axt noch Sturm, sondern die Schritte der Millionen, die kamen, sie zu bewundern!

Im Sherwood Forest bei Nottingham hat die Major-Eiche, zwölfhundert Jahre alt, in diesem Frühjahr keine Blätter mehr getrieben, und so gilt sie nun als tot. Die Königliche Gesellschaft zum Schutz der Vögel teilte es am Donnerstag mit. Schon früher war ihr Tod gemunkelt worden, und jedes Mal hatte die Gesellschaft bestätigt, dass sie noch lebe. Diesmal nicht. Dass der Baum in diesem Jahr kein Laub mehr trage, sei für alle herzzerreißend, sagte Hollie Drake von der Gesellschaft. Was sie tötete, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, doch es waren nicht Axt noch Sturm. Zwei Jahrhunderte lang kamen die Menschen, um ihre knorrigen Arme und das weit ausladende Dach ihrer Krone zu sehen, und ihre Schritte verdichteten den Boden so sehr, dass der Regen die Wurzeln kaum noch erreichte. Dazu kamen die Hitze und die Dürre eines wärmer werdenden Klimas, auch die Kabel und Stützen, mit denen man ihre schweren Äste gehalten hatte. Die Fachleute fanden das Wurzelwerk erstickt und ausgehungert. Geliebt sei sie zu Tode gekommen, schrieb einer.

Der Sage nach barg die Eiche einst Robin Hood, den Räuber des dreizehnten Jahrhunderts, der den Reichen nahm und den Armen gab. Im Wald verbarg er sich, wenn der Sheriff von Nottingham ihn verfolgte. Ihren Namen trägt sie, seit Major Hayman Rooke sie 1790 in einem Buch über Eichen erwähnte, das die ersten Bewunderer in den Wald lockte. So begann, was zwei Jahrhunderte später ihr Ende mit herbeiführte, die Liebe der Vielen.

Der Wald gab mehr als eine Sage. Aus den Eichen von Sherwood wurden die Schiffe gebaut, die unter Vizeadmiral Horatio Nelson die Flotte der späten Jahre trugen, und ihre Stämme liegen im Dachstuhl der St Paul’s Cathedral in London. Die Major-Eiche aber blieb von der Säge verschont und steht seit den siebziger Jahren hinter einem Zaun. Die alten Bäume seien die weißen Nashörner Großbritanniens, sagte Ed Pyne vom Woodland Trust, nur dass ihr Sterben weit weniger sichtbar sei. Sie zu retten sei lebenswichtig für die Gesundheit der Welt, und doch verschwänden die meisten still, ohne die Beachtung und die Pflege, die der Major-Eiche zuteilwurden.

So stirbt ein Baum, der älter ist als die meisten Königreiche, nicht am Blitz und nicht am Beil, sondern an der Zärtlichkeit derer, die ihn sehen wollten. Es ist eine alte Wahrheit, dass die Liebe, die nicht maßhält, dem Geliebten zur Last wird, und vielleicht ist es der schönste und zugleich traurigste Tod, den ein Baum sterben kann. Stehen aber wird die Eiche weiter, im Herzen von Sherwood, ein Denkmal aus Holz, das die Besucher kommen und sehen können, fortlebend in der Sage von Robin Hood. Und im Tod, sagte Hollie Drake, werde sie dem Wald so viel geben wie im Leben, denn auch der gefallene Stamm nährt noch, was um ihn wächst.

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Ela Gatto
17 Stunden vor

Wieviel Liebe verträgt die Natur?

Tausende kamen um die Eiche zu sehen.
Tausende, die den Boden verdichteten.
Dazu der Klimawandel.

Bei allen Naturschutzgebieten, Nationalparks, state Parks stellt sich die Frage, wieviel Mensch verträgt das sensible Ökosystem, oder eben eine einzelne Eiche.

Danke für den Bericht.

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