Islamabad – Von pakistanischer Seite geführte Vermittler haben eine Bestätigung erhalten. JD Vance und Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf werden in den frühen Morgenstunden des Mittwochs in Islamabad eintreffen. Offiziell sagt das niemand. Teherans Staatsfernsehen meldet, bisher sei keine Delegation abgereist. Und trotzdem steht das Serena Hotel leer, das Regierungsviertel ist abgeriegelt, und eine Stadt, die seit Tagen den Atem anhält, wartet auf zwei Männer, deren Ankunft niemand bestätigt und die trotzdem kommen.
Eine Stadt, die sich verwandelt hat


Islamabad befindet sich in erhöhter Alarmbereitschaft, nachdem erste Teile der US-Delegation die Nur-Khan-Airbase erreicht hat.

Islamabad gleicht mittlerweile einer Festung
Islamabad ist in diesen Stunden kein Ort mehr, der nach normalen Regeln funktioniert. Schwer bewaffnete Soldaten stehen auf Straßen, die sonst niemand bewacht. Schulen haben auf Fernunterricht umgestellt, Lastwagen dürfen die Stadt nicht mehr befahren, Büros und Geschäfte warten auf Schließungsanordnungen. Das Serena Hotel, in dem die erste Gesprächsrunde stattfand, wurde geräumt. Wer das alles sieht und noch glaubt, niemand kommt, der schaut weg, nicht hin.

Die pakistanische Regierung hat für Mittwoch, den 22. April 2026, für alle Ministerien und Bundesbehörden in der sogenannten Red Zone in Islamabad Homeoffice angeordnet. Hintergrund ist eine Sicherheitsmaßnahme. Gleichzeitig sollen alle Beamten und Mitarbeiter in Bereitschaft bleiben und kurzfristig verfügbar sein, falls ihre Anwesenheit im Büro erforderlich wird. Die Anordnung wurde offiziell veröffentlicht und gilt für den gesamten Regierungsapparat im betroffenen Bereich.
Trump, der in alle Richtungen gleichzeitig zeigt
Gegenüber PBS News sagt Trump, Iran sei verpflichtet gewesen zu erscheinen. Wir hätten uns darauf geeinigt, dort zu sein, sagt er, und warnt, dass wenn der Waffenstillstand auslaufe, eine Menge Bomben losgeht. Auf Truth Social schreibt er, er stehe unter keinerlei Druck, obwohl es alles relativ schnell passieren werde. Gegenüber Bloomberg sagt er, das Ende des Waffenstillstands liege einen Tag später als erwartet, am Mittwochabend Washingtoner Zeit, eine Verlängerung sei höchst unwahrscheinlich. Die Blockade iranischer Häfen bleibe, bis Iran beim Atomprogramm nachgebe. Wer diesen Mann in diesen Tagen zuhört, hört kein Konzept. Er hört ein Instrument, das je nach Publikum anders gestimmt wird und trotzdem immer dasselbe Lied spielt.
Ghalibaf sagt nein, und fliegt trotzdem

Keine gute Stimmung in Teheran
Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf hat diese Woche öffentlich erklärt, sein Land werde keine Gespräche unter dem Schatten amerikanischer Drohungen akzeptieren. Er hat angekündigt, neue Karten auf dem Schlachtfeld zu zeigen, falls der Konflikt wieder aufflammt. Iranische Vertreter sagen, Washington habe nicht in gutem Glauben verhandelt. Das Staatsfernsehen, seit Jahren in den Händen der Hardliner, meldet stündlich, keine Delegation sei abgereist. Und gleichzeitig bestätigen Vermittler seine Ankunft für morgen früh. Was öffentlich gesagt wird und was tatsächlich passiert, sind in diesem Krieg zwei verschiedene Sprachen, die zufällig dieselben Worte benutzen.
In Teheran sprechen die Menschen

Während Vance seinen Koffer packt und Ghalibaf seine Delegation zusammenstellt, sprechen Menschen in Teheran. Dieser verfluchte Waffenstillstand hat uns gebrochen, sagen sie. Es gebe kein Licht am Ende des Tunnels. Die Lage sei schrecklich, und niemand in ihrem Umfeld tue es gut. Keine Delegation, kein Titel, keine Pressemitteilung. Nur Sätze, die sitzen, weil sie nicht für jemanden formuliert wurden. Sätze, die niemand in Islamabad hören wird, wenn die Türen sich morgen früh schließen.
Was diese Nacht bedeutet

Der Waffenstillstand läuft aus. Die Delegationen kommen – oder sie kommen nicht, je nachdem, welchem Kanal man gerade glaubt. Das Serena Hotel steht bereit. Die Bomben stehen bereit. Irgendwo dazwischen liegt die Frage, ob diese Nacht der Anfang von etwas ist oder das Ende von dem, was noch übrig war. Aktuell ist das Warten die einzige Form der Gegenwart, die man wirklich besitzt. Islamabad besitzt sie gerade ganz allein.
Fortsetzung folgt …
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