Der Krieg fliegt jetzt mit – Wenn Kerosinpreise ganze Flugpläne streichen!

Der Krieg im Nahen Osten erreicht die Menschen inzwischen nicht mehr nur über Schlagzeilen oder Tankstellenpreise. Er landet direkt auf Anzeigetafeln an Flughäfen. American Airlines setzt im Sommer vorübergehend einzelne Verbindungen aus und begründet den Schritt mit den stark gestiegenen Kosten für Flugtreibstoff. Betroffen sind nach Angaben des Unternehmens ausgewählte Strecken in den Monaten August und September. Reisende sollen umgebucht werden oder ihr Geld zurückerhalten. Dauerhafte Streichungen seien nicht geplant. Trotzdem zeigt die Entscheidung, wie empfindlich selbst große Fluggesellschaften auf steigende Energiekosten reagieren.
Für Airlines gehört Kerosin zu den größten Ausgaben überhaupt. Rund ein Drittel der Gesamtkosten entfällt häufig auf Treibstoff. Nach den jüngsten Entwicklungen rund um den Iran-Krieg lagen die Preise zeitweise deutlich höher als noch vor Beginn der militärischen Eskalation Ende Februar. Hoffnungen auf Entspannung haben die Märkte zuletzt etwas beruhigt, doch eine stabile Lösung gibt es bislang nicht. Die Folge ist längst breiter sichtbar. Fluggesellschaften streichen Verbindungen, erhöhen Gebühren oder bauen Leistungen ab. Für Passagiere bedeutet das weniger Auswahl und höhere Preise – nicht nur beim Ticket, sondern oft zusätzlich bei Gepäck, Umbuchungen oder Zusatzleistungen.
Besonders angespannt bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus. Die Wasserstraße gehört zu den wichtigsten Transportwegen für Energie weltweit. Solange dort Unsicherheit herrscht, bleibt der Druck auf den Markt bestehen. Die Auswirkungen reichen dabei weit über die Luftfahrt hinaus. Höhere Energiekosten schlagen auch auf Transport, Lebensmittel und Alltagsausgaben durch. Der Flugplan wird damit plötzlich zu einem weiteren Ort, an dem geopolitische Entscheidungen für Millionen Menschen sichtbar werden.
Der Preis des Schweigens – Spanien, die Kirche und die späte Rechnung

Mehr als fünfzig Jahre sind vergangen, seit Paula Alonso-Pimentel als Kind in einer streng katholischen, noch von Franco geprägten Gesellschaft zur Katechese geschickt wurde. Heute versucht Spanien etwas nachzuholen, woran andere Länder bereits vor Jahren zerbrochen sind: die späte Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche. Mitten in diese Phase fällt nun der Besuch von Papst Leo in einem Land, das lange zu den katholischsten Europas gehörte und dessen Verhältnis zur Kirche inzwischen deutlich komplizierter geworden ist.

Die neue Regelung in Spanien soll Fälle erfassen, in denen beschuldigte Geistliche bereits gestorben sind oder mutmaßliche Taten nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden können. Betroffene erhalten ein Jahr Zeit, Anträge einzureichen. Bislang haben mehrere Hundert Menschen diesen Weg gewählt. Anders als frühere Modelle soll die Entscheidung nicht allein bei kirchlichen Stellen liegen. Ein unabhängiges Expertenteam unter Beteiligung des Ombudsmanns bewertet die Fälle und schlägt Formen der Wiedergutmachung vor – symbolisch, psychologisch oder finanziell. Kommt keine Einigung zustande, entscheidet am Ende nicht die Kirche selbst.

Ein Selbstporträt aus ihrer Kindheit von Paula Alonso-Pimentel hängt im Atelier ihrer Wohnung in Madrid, Spanien
Für viele Betroffene ist genau das entscheidend. Zu lange entstand der Eindruck, dass Institutionen über sich selbst urteilen und gleichzeitig über Folgen und Entschädigungen entscheiden. Alonso-Pimentel berichtet, Jahrzehnte gebraucht zu haben, um über das Erlebte zu sprechen. Nach einer Kontaktaufnahme mit dem Orden habe sie nur wenige Informationen erhalten und das Vertrauen verloren. Heute sagt sie offen, dass Anerkennung allein nicht genügt. Wenn Institutionen über Jahre profitieren und gleichzeitig Verantwortung abwehren, könne Aufarbeitung nicht folgenlos bleiben. Der Druck auf die spanische Kirche entstand nicht plötzlich. Recherchen und öffentliche Dokumentationen führten dazu, dass das Thema aus einzelnen Geschichten zu einer gesellschaftlichen Frage wurde. Ein parlamentarisch beauftragter Bericht aus dem Jahr 2023 sprach von einer möglichen Zahl von Betroffenen, die weit über bekannte Einzelfälle hinausgehen könnte. Die Bischofskonferenz widersprach dieser Größenordnung und verweist bis heute darauf, dass sexueller Missbrauch nicht nur innerhalb kirchlicher Strukturen vorkomme. Gleichzeitig räumte sie Hunderte bekannte Täter seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts ein, wobei viele der mutmaßlichen Täter inzwischen verstorben seien.
Genau dort beginnt die Kritik am neuen Modell. Opfervertreter verweisen darauf, dass es keine festen Maßstäbe für Entschädigungen gibt und keine rechtlich einklagbaren Mindeststandards. Fälle sollen einzeln bewertet werden. Kritiker befürchten dadurch neue Unterschiede, neue Unsicherheit und erneut das Gefühl, von Verfahren abhängig zu sein, deren Ausgang nicht vorhersehbar ist. Der Aktivist Miguel Hurtado sieht darin die größte Schwäche. Er berichtet seit Jahren öffentlich über eigenen Missbrauch und kritisiert, dass viele Einrichtungen zwar einzelne Taten anerkennen, Verantwortung aber nur begrenzt übernehmen. Dass der Papst nun auch Orte besucht, die mit solchen Vorwürfen verbunden werden, betrachten manche Betroffene als schwieriges Signal.
Spanien steht damit an einem Punkt, an dem Geld allein nicht entscheidet. Die eigentliche Frage lautet inzwischen nicht mehr, ob Missbrauch stattgefunden hat. Die Frage ist, ob eine Institution bereit ist, Kontrolle abzugeben, Verantwortung anzuerkennen und Betroffene nicht noch einmal durch Verfahren gehen zu lassen, die ihnen erneut erklären, warum am Ende doch nicht genug möglich war.
Nicht alle Republikaner ziehen mit – Repräsentantenhaus stimmt für Ukraine-Hilfe und neue Russland-Sanktionen

Während der Krieg in der Ukraine weiterläuft und die Aufmerksamkeit vieler zuletzt auf den Konflikt mit Iran gerichtet war, hat das US-Repräsentantenhaus ein Signal gesetzt, das in Washington seit Monaten keineswegs selbstverständlich war. Eine Mehrheit stimmte für neue Militärhilfe für die Ukraine sowie zusätzliche Sanktionen gegen Russland. Bemerkenswert war dabei nicht nur das Ergebnis, sondern die Zusammensetzung der Stimmen. Neben den Demokraten unterstützten auch achtzehn Republikaner sowie der unabhängige Abgeordnete Kevin Kiley das Vorhaben. Damit kam erneut eine Konstellation zustande, die zeigt, dass die Ukraine-Frage innerhalb der Republikanischen Partei längst nicht mehr geschlossen beantwortet wird.
Der Weg zur Abstimmung war ebenfalls ungewöhnlich. Die Vorlage gelangte über ein sogenanntes Discharge-Verfahren auf die Tagesordnung – ein parlamentarischer Schritt, mit dem Abgeordnete ein Vorhaben gegen den Widerstand oder das Zögern der eigenen Führung zur Abstimmung bringen können. Inhaltlich verbindet das Gesetz zwei Linien, die seit Beginn des Krieges immer wieder gemeinsam diskutiert werden: weitere Unterstützung für die ukrainischen Streitkräfte und wirtschaftlicher Druck auf Russland. Politisch dürfte die Abstimmung aber noch aus einem anderen Grund Aufmerksamkeit bekommen. Sie zeigt, dass es trotz lauter Gegenstimmen in Teilen der Republikanischen Partei weiterhin Abgeordnete gibt, die bei Ukraine und Russland einen anderen Kurs verfolgen als jener, der zuletzt oft den öffentlichen Eindruck geprägt hat.
Wenn Pride nicht verschwindet, wird der Monat umbenannt

Der Juni gehört in den Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten zu den sichtbarsten Monaten des Jahres. Pride-Paraden, Veranstaltungen und Erinnerungen an Stonewall haben sich weit über Großstädte hinaus etabliert und gehören inzwischen für Millionen Menschen zum öffentlichen Leben. Doch in mehreren republikanisch regierten Bundesstaaten entsteht gerade eine andere Idee. Nicht Pride direkt angreifen – sondern dem Monat selbst einen neuen Inhalt geben. In Indiana und Tennessee wird der Juni nun als „Nuclear Family Month“ bezeichnet. Gemeint ist das klassische Familienbild aus Vater, Mutter und Kindern. Alabama setzt auf „Strong Families Month“ und beschreibt Väter ausdrücklich als Führungspersonen im Haushalt. Utah und Arkansas haben sich für „Fidelity Month“ entschieden – mit Verweisen auf Familie, Glauben und Loyalität. Auffällig ist weniger die Existenz solcher Themen als der Zeitpunkt. Alle Initiativen erscheinen genau in jenem Monat, der seit Jahrzehnten mit Pride verbunden ist.
Öffentlich wird häufig betont, man wolle niemandem etwas wegnehmen. Gleichzeitig sprechen einzelne Unterstützer deutlich offener. In sozialen Medien wurde die Umbenennung bereits als Gegenprogramm zu Pride bezeichnet. Dahinter steht eine politische Idee, die seit einiger Zeit an Gewicht gewinnt: öffentliche Aufmerksamkeit nicht zurückerobern, indem Bestehendes verboten wird, sondern indem daneben etwas Eigenes aufgebaut wird. Kritik kommt deshalb nicht nur von LGBTQ-Organisationen. Viele verweisen darauf, dass Pride nie gegen Familie gerichtet war. Queere Menschen leben selbst in Familien, ziehen Kinder groß oder organisieren Verantwortung auf andere Weise. Der Streit zeigt deshalb vor allem eines: Selbst ein Monat im Kalender ist in den USA längst nicht mehr nur ein Datum. Er ist zu einem politischen Boxring geworden, in dem inzwischen um Anerkennung, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Vorstellungen gerungen wird.
Die Straße verliert ihre Macht – und das verändert mehr als nur den Ölpreis

Jahrzehntelang galt die Straße von Hormus als einer der empfindlichsten Punkte der Weltwirtschaft. Ein schmaler Seeweg, durch den ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Gasgeschäfts lief. Wer dort blockiert, bremst Märkte, treibt Preise und zwingt Regierungen zum Handeln. Doch mit jedem weiteren Tag zeigt sich etwas, das lange kaum jemand ernsthaft für möglich hielt. Die Welt beginnt sich anzupassen. Der Ausfall ist teuer. Tanker fahren vorsichtiger, Versicherungen werden teurer, Lieferketten geraten unter Druck und Verbraucher spüren steigende Kosten. In Kalifornien liegen Benzinpreise deutlich höher als viele erwartet hatten, auch Europa kämpft mit höheren Energiepreisen und Teile der Industrie geraten unter Druck. Staaten greifen auf Reserven zurück, Produzenten außerhalb des Golfs erhöhen ihre Förderung und neue Lieferwege entstehen schneller als viele Prognosen es erwartet hatten.
Die Vereinigten Staaten, Brasilien, Kanada, Kasachstan und Venezuela steigern ihre Produktion. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verlagern Transporte stärker auf Pipelines. Asiatische Staaten sparen Energie, organisieren Importe neu und sichern sich alternative Quellen. China reduziert Abhängigkeiten, Japan greift auf Reserven zurück und baut seine Energieplanung um. Selbst Fluggesellschaften und Chemiekonzerne beginnen ihre Kalkulationen neu zu schreiben. Das bedeutet nicht, dass die Krise vorbei ist. Für Katar und große Teile der Golfregion bleiben die wirtschaftlichen Folgen erheblich. Tourismus, Energieexporte und Investitionen stehen unter Druck. Gleichzeitig entsteht aber eine Entwicklung, die langfristig weit über diesen Konflikt hinausreichen könnte. Je länger der Engpass dauert, desto weniger selbstverständlich wird seine frühere Bedeutung.
Märkte reagieren selten aus Loyalität. Sie reagieren auf Verfügbarkeit. Wenn Käufer keine Ware mehr bekommen, suchen sie neue Verkäufer. Genau das passiert gerade. Und je länger dieser Zustand anhält, desto größer wird die Gefahr für jene Regionen, die jahrzehntelang davon ausgingen, unersetzbar zu sein.
345 Millionen Dollar gegen Greenpeace – und jetzt dreht die Organisation den Fall um

Vor zehn Jahren wurde die Dakota Access Pipeline zu einem der bekanntesten Umweltkonflikte der Vereinigten Staaten. Tausende Demonstranten kamen nach North Dakota, darunter indigene Gruppen, Aktivisten und Umweltorganisationen. Sie wollten den Bau einer Pipeline stoppen, die Rohöl durch mehrere Bundesstaaten transportieren sollte. Kritiker warnten vor Risiken für Wasserquellen und warfen Politik und Unternehmen vor, lokale Einwände zu ignorieren. Trotz monatelanger Proteste wurde die Pipeline gebaut.
Danach begann ein zweiter Kampf – diesmal vor Gericht.
Energy Transfer, das Unternehmen hinter der Pipeline, machte mehrere Greenpeace-Organisationen mitverantwortlich für die Folgen der Proteste. Der Vorwurf: Greenpeace habe nicht nur öffentlich unterstützt, sondern Proteste mit organisiert, Kampagnen verstärkt, Investoren beeinflusst und zu wirtschaftlichen Schäden beigetragen. Das Unternehmen sprach von gezielten Aktionen, die weit über legitimen Protest hinausgegangen seien.
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Blut im Wasser – Die Sprache vor Gericht
Greenpeace widerspricht bis heute deutlich. Greenpeace International erklärte, die eigene Beteiligung habe sich im Wesentlichen auf öffentliche Unterstützung und einen Brief an Geldgeber des Projekts beschränkt. Die amerikanischen Greenpeace-Gruppen räumten ein, friedliche Proteste unterstützt zu haben, bestritten aber Vorwürfe von Sabotage oder illegaler Steuerung.
Nach mehreren Verfahren gewann Energy Transfer schließlich in North Dakota ein Urteil über inzwischen rund 345 Millionen Dollar. Greenpeace International wurde dabei mit etwa 64 Millionen Dollar belastet, die übrigen Greenpeace-Einheiten mit deutlich höheren Anteilen. Doch Greenpeace reagierte ungewöhnlich. Statt nur Berufung einzulegen, eröffnete die Organisation in den Niederlanden ein eigenes Verfahren gegen Energy Transfer. Der Vorwurf lautet nicht, dass die Pipeline unrechtmäßig gewesen sei. Der Vorwurf lautet, dass die jahrelangen Prozesse selbst missbräuchlich eingesetzt worden seien, um Kritiker finanziell zu schwächen und öffentliche Gegenwehr teuer zu machen.
Energy Transfer wollte dieses Verfahren stoppen und argumentierte, ein niederländisches Gericht habe keine Zuständigkeit. Die Richter in Amsterdam entschieden nun anders. Greenpeace darf weitermachen. Damit geht es längst nicht mehr nur um Proteste von 2016. Jetzt steht eine andere Frage im Raum: Darf ein Unternehmen Gegner mit milliardenschweren Verfahren bekämpfen – oder entsteht daraus ein Mittel, das weit über normale Rechtsdurchsetzung hinausgeht?
Fortsetzung folgt …
ICE – Nicht weniger Tote – nur weniger Meldungen

Als die US-Regierung 2021 neue Regeln für Abschiebehaft einführte, stand dahinter ein konkreter Vorwurf. Menschen sollten nicht aus Haft entlassen werden, obwohl sie schwer krank waren – nur damit ihr Tod nicht mehr als Todesfall in staatlicher Obhut auftaucht. Deshalb entstand eine zusätzliche Pflicht: Starb jemand innerhalb von 30 Tagen nach der Entlassung aus ICE-Gewahrsam, musste der Fall weiter gemeldet und überprüft werden.
Jetzt wird genau diese Regel wieder abgeschafft.
Recherchen zeigen, dass nach einer internen Anweisung soll ICE künftig nur noch Todesfälle melden, die während der tatsächlichen Inhaftierung eintreten. Stirbt jemand Tage oder Wochen nach der Freilassung, endet die Meldepflicht grundsätzlich. Die Behörde spricht von einer Rückkehr zur normalen Praxis und argumentiert, es sei nicht sinnvoll, Vorgänge lange nach dem Verlassen der Einrichtungen weiter zu überwachen. Der Hintergrund dieser Regel wirkt allerdings deutlich weniger abstrakt. 2021 starb ein Mann wenige Tage nach seiner Entlassung aus dem Abschiebezentrum Adelanto in Kalifornien. Nach Angaben seiner Familie lag er bereits im Krankenhaus, war hirntot und seit Tagen im Koma, als ICE die Haft beendete. Weil er formal kein Inhaftierter mehr war, wurde sein Tod zunächst nicht an den Kongress gemeldet. Später folgten Klagen und Untersuchungen.
Die damalige Änderung sollte genau solche Fälle erfassen. Nicht weil jeder Todesfall automatisch auf Fehlverhalten hindeutet, sondern weil die Frage bestehen bleibt, in welchem Zustand Menschen Einrichtungen verlassen und ob medizinische Versorgung ausreichend war. Die Debatte kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ICE ohnehin unter Druck steht. Die Behörde meldete bereits 18 Todesfälle in den ersten fünf Monaten dieses Jahres. Bleibt diese Entwicklung bestehen, könnte die Zahl über dem Vorjahreswert liegen – dem höchsten Stand seit rund zwanzig Jahren. Juristen und frühere Regierungsmitarbeiter kritisieren die Änderung deshalb scharf. Ihr Einwand ist nicht, dass ICE für jedes spätere Ereignis verantwortlich sein müsse. Ihr Einwand lautet, dass weniger Erfassung nicht automatisch weniger Probleme bedeutet. Und dass eine Statistik schnell besser aussieht, wenn man entscheidet, bestimmte Fälle nicht mehr mitzuzählen.
„Dann fahrt eben weniger“ – und hinter den Toren wächst die Angst

Die Benzinpreise steigen, Familien rechnen wieder jeden Einkauf durch und der Alltag wird teurer. Gleichzeitig melden große Energiekonzerne hohe Gewinne. Beides zusammen erzeugt seit Monaten politischen Druck. Neu ist jedoch etwas anderes: Teile der Unternehmenswelt scheinen nicht mehr nur über Preise nachzudenken – sondern darüber, wie sie sich gegen die Reaktion der eigenen Kunden absichern. Ausgerechnet in dieser Stimmung sorgten Aussagen aus der Branche für Aufmerksamkeit. Ein Chevron-Manager erklärte öffentlich, Menschen sollten bei hohen Spritpreisen eben weniger fahren und Energie sparen. Ein Ölmanager aus Texas formulierte es noch direkter und sprach darüber, dass längere Kriege im Nahen Osten gut für Energieunternehmen und Arbeitsplätze sein könnten. Für Menschen, die gerade jeden Tankvorgang spüren, klingen solche Sätze anders als in Investorenrunden.
Parallel wächst in den USA ein Geschäft, das bisher vor allem aus dem Schatten heraus arbeitete: Executive Security. Gemeint sind nicht Wachleute vor Einkaufszentren, sondern ehemalige Spezialkräfte, Nachrichtendienstler, technische Überwachungsteams und persönliche Schutzkonzepte für Vorstände und ihre Familien. Unternehmen geben dafür inzwischen Summen aus, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wären. Große Konzerne investieren Millionen in Personenschutz, Überwachung, abgesicherte Reisen und private Sicherheitsstrukturen. Sicherheitsberater sprechen offen davon, dass Führungskräfte heute nicht mehr nur wirtschaftliche Risiken sehen, sondern gesellschaftliche Reaktionen.
Besonders auffällig ist dabei die Energiebranche. Lange spielte sie bei solchen Ausgaben keine führende Rolle. Der Krieg mit Iran, steigende Preise und öffentliche Wut haben das verändert. Sicherheitsanbieter berichten von wachsender Nachfrage gerade dort, wo Gewinne unmittelbar mit höheren Lebenshaltungskosten verbunden werden. Die Logik dahinter wirkt beinahe widersprüchlich. Je weiter sich Spitzenmanager absichern, desto größer wird die Distanz zum Alltag der Menschen, die ihre Rechnungen zahlen. Wer steigende Kosten erlebt und gleichzeitig hört, er solle einfach weniger fahren, versteht schnell, warum Unternehmen heute nicht nur über Märkte sprechen – sondern zunehmend auch über Schutz.
… und zum guten Abschluß
„Ladies and Gentlemen: Der Präsident der Vereinigten Staaten“
Trump: „Ich hätte wahrscheinlich alle 50 Bundesstaaten gewonnen, wenn ehrlich ausgezählt worden wäre.“
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Der Größenwahn zeigt sich hier nicht in der Zahl, sondern in der Unfähigkeit, irgendetwas außerhalb des eigenen Anspruchs für wirklich zu halten.

…. und einen schönen Freitag: Kennedy-Zentrum: Donald Trump oder die Geschichte der kurze Unsterblichkeit

Sleepy Donny 🙈
Es ist wirklich untragbar, wie oft Trump bei öffentlichen Terminen einschläft.
Kindern würde man sagen „gehe früher ins Bett“
Aber Trump scheint die Nacht auf Truth Sicial zu verbringen.