Robert F. Kennedy Jr.: Der Mann an der Spitze der US-Gesundheit, der Genitalien abschnitt und Wal-Köpfe zersägte

VonRainer Hofmann

April 16, 2026

Es gibt Sätze, die bleiben stehen, weil man sie nicht mehr loswird. Einer davon stammt von Robert F. Kennedy Jr. selbst. Er beschreibt, wie er am Straßenrand auf der Interstate 684 vor seinem geparkten Wagen steht und einem überfahrenen Waschbären den Penis herausschneidet. Seine Kinder sitzen währenddessen im Auto und warten. Er habe das Organ mitgenommen, um es später zu studieren.

Diese Passage stammt aus privaten Aufzeichnungen aus den Jahren 1999 bis 2001, festgehalten in New York und nun veröffentlicht in dem Buch „RFK Jr.: The Fall and Rise“ von Isabel Vincent. Darin beschreibt Kennedy nicht nur diesen Moment, sondern auch, was in ihm vorging. Er habe darüber nachgedacht, wie merkwürdig sich Teile seiner Familie entwickelt hätten. Genannt werden sein Bruder Douglas Kennedy und sein Cousin Bobby Shriver. Es ist ein innerer Monolog, der gleichzeitig eine Szene festhält, die schwer einzuordnen ist.

Kennedy hat diese Geschichte später selbst bestätigt. Gegenüber dem Magazin People erklärte er, er habe die Genitalien des Tieres eingesammelt, um sie später zu untersuchen. Es ist nicht die einzige Episode dieser Art. Über Jahre hinweg tauchen Berichte auf, die alle in dieselbe Richtung zeigen. Es geht um Tierkörper, um das Sammeln von Teilen, um eine Faszination, die er nie verborgen hat.

Seine Tochter Kick Kennedy schilderte bereits 2012 eine Szene aus ihrer Kindheit. Ein toter Wal war an die Küste von Hyannis Port gespült worden. Kennedy fuhr hin, nahm eine Kettensäge und trennte den Kopf des Tieres ab. Danach befestigte er den riesigen Kopf mit einem Spanngurt auf dem Dach des Familienvans. Die Fahrt zurück wurde für alle im Wagen zu einer Tortur. Bei jeder Beschleunigung lief Flüssigkeit vom Wal in das Innere des Autos. Die Kinder saßen mit Plastiktüten über dem Kopf auf den Sitzen, mit ausgeschnittenen Löchern zum Atmen. Andere Autofahrer reagierten mit Gesten. Für die Familie sei das Alltag gewesen, sagte seine Tochter.

Auch spätere Vorfälle fügen sich in dieses Bild. In einem Interview mit dem New Yorker berichtete Kennedy, dass er Jahre zuvor ein totes Bärenjunges im Central Park abgelegt habe. Er habe versucht, das Tier zu häuten, sei daran gescheitert und habe den Körper schließlich mit Freunden dorthin gebracht. Sie hätten Alkohol getrunken und die Idee gehabt, es so aussehen zu lassen, als sei das Tier von einem Fahrrad erfasst worden. Kennedy erklärte, er habe das Jungtier zuvor während eines Falknerausflugs in Goshen im Bundesstaat New York gefunden.

Die Liste endet dort nicht. Seine Cousine Caroline Kennedy schrieb in einem Brief an Abgeordnete, dass er während seiner Collegezeit Küken und Mäuse in einen Mixer gegeben habe, um seine Falken zu füttern. Sie beschrieb sein Zimmer als einen Ort, der von Gewalt geprägt gewesen sei. Diese Darstellung wurde unter anderem von der britischen Zeitung Telegraph aufgegriffen.

All diese Episoden stehen nebeneinander. Sie stammen aus unterschiedlichen Jahren, aus Interviews, aus privaten Notizen, aus Aussagen von Familienmitgliedern. Sie ergeben zusammen ein Bild, das nicht verschwindet, wenn man es einmal gesehen hat.

Und dann bleibt eine zweite Ebene. Donald Trump hat Kennedy zum Gesundheitsminister ernannt. Es ist eine Position, die Vertrauen voraussetzt, ein Amt, das Entscheidungen über Millionen Menschen beeinflusst. Die Geschichten, die nun wieder auftauchen, sind nicht neu. Aber sie bekommen ein anderes Gewicht, wenn sie mit dieser Rolle zusammenfallen.

Was aus den angeblichen Studien geworden ist, die Kennedy mit diesen Tierteilen durchführen wollte, ist nicht bekannt. Es gibt keine veröffentlichten Ergebnisse, keine wissenschaftlichen Arbeiten, keine Einordnung. Es bleibt bei den Szenen, bei den Erzählungen, bei den eigenen Worten.

Und genau dort liegt das Problem. Nicht in einer einzelnen Geschichte, sondern in der Summe dessen, was er selbst über sich preisgibt. Robert F. Kennedy Jr. hat einen toten Waschbären ausgeweidet, die Genitalien herausgeschnitten, den Kadaver am Straßenrand liegen lassen. Er hat den abgetrennten Kopf eines Wales auf sein Autodach gelegt. Er ist heute verantwortlich für die Gesundheit von 340 Millionen Menschen. Donald Trump verbreitet Bilder, die ihn in Heiligenschein-Ästhetik zeigen, teilt Darstellungen, in denen Jesus ihn umarmt, inszeniert sich christusähnlich – und relativiert später, ohne zurückzunehmen. Pete Hegseth betet für überwältigende Gewalt ohne Gnade, begründet Krieg mit Bibelversen, lädt militärisches Handeln offen religiös auf. Trump und er entscheiden über die mächtigste Armee der Welt.

Das ist alles dokumentiert. Öffentlich. Von ihnen selbst gesagt oder verbreitet. Keine Interpretation, keine Zuspitzung — das, was da ist. Manchmal ist der verstörendste Satz der einfachste: Das ist, was da ist.

Unabhängiger Journalismus · Kaizen Blog

Wir sind dort,
wo es wehtut.

Wir sitzen nicht im Warmen und schreiben über die Welt – und wir hören auch nicht beim Schreiben auf. Unsere Hilfe ist dort, wo sie gebraucht wird. Wir sind ein kleines Team. Keine Investoren, keine Millionäre, keine große Redaktion im Hintergrund. Was wir haben, sind Herz, Wille und der Anspruch, Dinge aufzudecken, über die andere oft hinwegsehen. Wenn Sie möchten, dass diese Arbeit weiter möglich bleibt, unterstützen Sie den Kaizen Blog.

Unsere Arbeit lebt von denen, die hinschauen — und dafür einstehen, dass das möglich bleibt.

Updates – Kaizen Kurznachrichten

Alle aktuellen ausgesuchten Tagesmeldungen findet ihr in den Kaizen Kurznachrichten.

Zu den Kaizen Kurznachrichten In English
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
2 Comments
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Esther Portmann
Esther Portmann
2 Tage vor

Die meisten Mächtigen in dieser Regierung sind definitiv krank. Sie gehören in eine geschlossene Einrichtung!

Ela Gatto
1 Tag vor

Mir wird gerade richtig schlecht. 🤮

Wie pervers und komplett gestört muss man sein?
Und seine Kinder/Enkel stehen noch zu ihm?
Widerlich!

Wer sich mit Psychopathen und Soziopathen beschäftigt, sieht schnell das Muster.
Quasi Jeder hat mit Tierquälerei, abartigen Verhalten in diese Richtung oder Brandstiftung begonnen.

Es bleibt aber selten dabei.
Daher fürchte ich, das JFK Jr im wahrsten Sinne des Wortes noch mehr Leichen im Keller hat.

Und nicht nur er.

2
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x