23. Februar 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

Februar 23, 2026

Der Mann vor Mar-a-Lago – Radikalisierung im Schatten der Epstein-Akten!

„Ich freue mich, dass es dir etwas bringt.“

Sonntag, 15. Februar • 8:18 Uhr

„Ich weiß nicht, ob du dich mit den Epstein-Akten beschäftigt hast, aber das Böse ist real und eindeutig erkennbar.

Das Beste, was Menschen wie du und ich tun können, ist, den geringen Einfluss zu nutzen, den wir haben. Erzähle anderen von dem, was du über die Epstein-Akten und das, was die Regierung damit macht, hörst. Schaffe Aufmerksamkeit.“

9:06 Uhr

„Hey! Wo bist du?“

Der bewaffnete Mann, der vor Mar-a-Lago von Einsatzkräften des Secret Service erschossen wurde, war nach Angaben aus seinem Umfeld zuletzt stark von den sogenannten Epstein-Akten besessen. Austin Tucker Martin soll sich nach der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten immer tiefer in das Thema hineingesteigert haben. In einer Textnachricht vom 15. Februar 2026 schrieb er an einen Kollegen, das Böse sei real und eindeutig erkennbar, und man müsse andere über die Akten und das Verhalten der Regierung informieren. Er forderte dazu auf, Aufmerksamkeit zu schaffen und Einfluss zu nutzen, so gering er auch sei.

Kollegen aus dem Pine Needles Lodge & Golf Club in North Carolina berichteten, Martin habe wiederholt von einem angeblichen Vertuschungsskandal gesprochen und davon, dass mächtige Personen ungestraft davonkämen. Gleichzeitig galt er als Unterstützer von Donald Trump, was den Fall politisch zusätzlich auflädt, ohne die Tat selbst zu erklären. Ob seine Überzeugungen direkt mit dem bewaffneten Eindringen in das gesicherte Gelände zusammenhingen, ist Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht, dass sich persönliche Fixierung, Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen und ein hoch emotionalisiertes Thema in seinem Denken verdichtet hatten, bevor die Situation vor Mar-a-Lago tödlich endete. Tragisch ist, dass ein junger Mensch in diesen aufgewühlten Zeiten den Halt verlor und sein Leben in einer Eskalation endete, die niemandem etwas zurückgibt und nur Leere hinterlässt. Wir nennen das moderne Zeiten. Ob wir uns da nicht irren.

Ein klares Nein aus Nuuk

Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen hat Donald Trumps Vorschlag, ein US-Krankenhausschiff nach Grönland zu entsenden, deutlich zurückgewiesen. Man nehme die Idee zur Kenntnis, sagte er, doch es gebe ein öffentliches Gesundheitssystem, in dem die Behandlung für Bürger kostenlos sei. Das sei eine bewusste Entscheidung und ein grundlegender Teil der eigenen Gesellschaft. In den Vereinigten Staaten funktioniere das anders, dort koste selbst ein Arztbesuch Geld.

Nielsen betonte zugleich, man sei offen für Dialog und Zusammenarbeit, auch mit den USA. Voraussetzung sei jedoch Respekt. Entscheidungen über Grönland würden in Grönland getroffen. Wer Kooperation wolle, müsse sprechen statt Ankündigungen über soziale Medien zu verbreiten. Die Botschaft aus Nuuk ist eindeutig: Hilfe wird nicht über Schlagzeilen organisiert, sondern über Gespräche auf Augenhöhe.

Paris bestellt den US-Botschafter ein

Charles Kushner

Frankreich wird den US-Botschafter Charles Kushner einbestellen. Anlass sind Äußerungen aus Washington zum Tod des rechtsextremen Aktivisten Quentin Deranque, der in Lyon nach einer Prügelei an den Folgen schwerer Kopfverletzungen starb. Das US-Außenministerium hatte erklärt, Berichte über eine Beteiligung linker Militanten müssten alle beunruhigen und verwies auf eine zunehmende gewaltbereite radikale Linke. Der Angriff ereignete sich am Rande einer Studentenveranstaltung, bei der die linke Abgeordnete Rima Hassan als Rednerin auftrat. Deranques Tod hat die ohnehin angespannte politische Lage vor der kommenden Präsidentschaftswahl weiter verschärft. Rund 3.000 Menschen nahmen in Lyon an einem von rechtsextremen Gruppen organisierten Trauermarsch teil. Präsident Emmanuel Macron rief zur Besonnenheit auf.

Außenminister Jean-Noël Barrot wies jede politische Instrumentalisierung der Tat zurück. Frankreich brauche keine Belehrungen von einer internationalen reaktionären Bewegung, erklärte er. Sieben Personen wurden vorläufig angeklagt, darunter sechs wegen vorsätzlicher Tötung, schwerer Körperverletzung und krimineller Vereinigung. Der siebte Beschuldigte muss sich wegen Beihilfe verantworten. Barrot kündigte an, bei dem Treffen mit Kushner auch weitere Streitpunkte anzusprechen, darunter US-Sanktionen gegen den früheren EU-Kommissar Thierry Breton und den französischen Richter am Internationalen Strafgerichtshof, Nicolas Guillou. Beide Maßnahmen bezeichnete er als unbegründet. Kushner war bereits im vergangenen Jahr wegen eines Briefes an Macron einbestellt worden, erschien damals jedoch nicht persönlich.

Brüssel fordert Verlässlichkeit

Nach dem Urteil des Supreme Court gegen zentrale Zölle der Trump-Regierung verlangt die Europäische Kommission Klarheit aus Washington. Ein Abkommen sei ein Abkommen, heißt es in Brüssel. Man erwarte, dass die Vereinigten Staaten ihre Zusagen aus der gemeinsamen Erklärung vom August 2025 einhalten, so wie auch die EU zu ihren Verpflichtungen stehe. Gleichzeitig kündigte Donald Trump an, er wolle einen globalen Zollsatz von 15 Prozent durchsetzen. Das im vergangenen Jahr geschlossene Handelsabkommen sieht einen Importzoll von 15 Prozent auf 70 Prozent der europäischen Ausfuhren in die USA vor. Das jährliche Handelsvolumen zwischen beiden Seiten lag 2024 bei rund 1,7 Billionen Euro. Pharmazeutika, Autos, Flugzeuge und Chemieprodukte zählen zu den wichtigsten europäischen Exporten, während aus den USA unter anderem Energie, Dienstleistungen im Bereich Zahlungssysteme und Cloud-Infrastruktur sowie Luft- und Raumfahrtprodukte kommen.

Im Europäischen Parlament mehren sich Stimmen, die Ratifizierung des Deals vorerst auszusetzen. Von Zollchaos ist die Rede, von wachsender Unsicherheit für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks. Aus Washington heißt es dagegen, die Vereinbarungen stünden nicht zur Disposition. Der zuständige US-Handelsunterhändler betonte, niemand habe ihm signalisiert, dass das Abkommen hinfällig sei. Brüssel verweist zugleich auf sein Anti-Coercion Instrument, das Handels- und Investitionsbeschränkungen ermöglicht, falls ein Partner unzulässigen Druck ausübt. Es ist ein Hinweis darauf, dass die EU nicht nur um Klarheit bittet, sondern auch über Instrumente verfügt, um auf dauerhafte Unberechenbarkeit zu reagieren.

Todesstrafe für Abtreibung? Vorstoß in Tennessee

Mark Pody (links) und Jody Barrett (rechts)

Zwei republikanische Abgeordnete im US-Bundesstaat Tennessee wollen die Strafmaßstäbe bei Abtreibungen radikal verschärfen. Ein Änderungsantrag zu House Bill 570 und Senate Bill 738 sieht vor, Frauen, die eine Abtreibung vornehmen lassen, wegen „fetal homicide (Tötungsdelikt an einem Fötus)“ anzuklagen. Damit würden für sie dieselben Strafrahmen gelten wie bei Tötungsdelikten. Möglich wären lebenslange Haft, lebenslang ohne Bewährung oder in bestimmten Fällen sogar die Todesstrafe. Der Vorstoß stammt von Jody Barrett aus Dickson und Mark Pody aus Lebanon. Der Gesetzentwurf wurde an den House Population Health Subcommittee überwiesen und steht bislang nicht auf der Tagesordnung. Eine Abstimmung über die eingebrachte Ergänzung hat noch nicht stattgefunden. Sollte der Text in dieser Form weiterverfolgt werden, würde er die Strafverfolgung nicht nur auf medizinisches Personal, sondern ausdrücklich auch auf die betroffenen Frauen ausweiten. In einem Bundesstaat mit bereits strengen Abtreibungsregeln würde das die Debatte um Reproduktionsrechte auf eine neue juristische Ebene heben. Ob der Entwurf politische Mehrheiten findet, ist offen, doch allein seine Existenz verschärft den Konflikt um Abtreibungsrecht und Strafrecht in den USA.

Es ist wieder ein perfektes Beispiel, auch in South Carolina wurde diese Versuche unternommen, dafür, wie einige männliche Politiker Kontrolle über Frauenkörper ausüben wollen, ohne die medizinischen, persönlichen oder ethischen Komplexitäten von Schwangerschaft und Abtreibung zu verstehen. Dass solche Gesetzentwürfe überhaupt eingebracht werden, zeigt, wie weit der ideologische Kampf um Reproduktionsrechte in den USA schon gegangen ist – und wie wenig Rücksicht auf die Realität von Frauen genommen wird.

Raketen vor dem Jahrestag

Kurz vor dem vierten Jahrestag der großangelegten Invasion hat Russland die Ukraine erneut massiv angegriffen. Hunderte Drohnen und Dutzende Raketen trafen vor allem die Energieinfrastruktur in Kyjiw sowie in zentralen und südwestlichen Regionen. In der Hauptstadt wurde ein 49-jähriger Mann getötet, mindestens 15 Menschen wurden verletzt, darunter mehrere Kinder. Die ukrainische Luftwaffe meldete, einen Großteil der Geschosse abgefangen zu haben. Die Angriffe folgten nur Stunden nach neuen Gesprächen in Genf, die unter Vermittlung der USA stattfanden und ohne greifbares Ergebnis endeten. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die amerikanischen Unterhändler hätten erkannt, dass Moskau bislang keine ernsthaften Fortschritte zugelassen habe. Während über eine weitere Verhandlungsrunde Anfang März gesprochen wird, gehen die Attacken auf Stromnetze weiter. In diesem Winter, dem kältesten seit über einem Jahrzehnt, hatten viele Regionen zeitweise nur wenige Stunden am Tag Strom und Heizung.

In Lwiw kam es in der Nacht zu Explosionen, bei denen eine 23-jährige Polizistin starb und zahlreiche Menschen verletzt wurden. Ob Russland dahintersteht, ist bislang nicht geklärt. Eine Frau wurde festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen vorsätzlicher Tötung. Die ukrainischen Behörden verweisen seit Langem auf mutmaßliche Rekrutierungsversuche durch russische Geheimdienste, die Ukrainer online für Sabotageakte anwerben sollen.

Gesundheitsberatung per Grok

Die US-Regierung setzt auf der neuen Website realfood.gov auf den Chatbot Grok, um Fragen zu Ernährung und Gesundheit zu beantworten. Ziel ist es, über die Risiken stark verarbeiteter Lebensmittel aufzuklären und mehr Obst und Gemüse auf die Teller zu bringen. Nutzer können im Chatfeld nach Rezeptideen für Familien mit kleinem Budget fragen oder sich Hinweise zu Ernährung bei Autoimmunerkrankungen geben lassen. Doch erste Tests zeigen erhebliche Schwächen. Auf provokante oder offensichtlich riskante Anfragen reagierte Grok nicht mit einer klaren Ablehnung, sondern mit detaillierten Anleitungen. In einem Fall gab der Bot Empfehlungen, wie bestimmte Lebensmittel für eine gesundheitlich bedenkliche Praxis vorbereitet werden könnten.

Auch auf Fragen nach Kannibalismus lieferte er konkrete Aussagen zur angeblichen Nährstoffdichte menschlicher Organe. Solche Antworten werfen Fragen nach den Sicherheitsmechanismen auf.

Hinzu kommt ein weiterer Widerspruch: Auf Nachfrage zu Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. erklärte Grok, dieser sei keine verlässliche Quelle für Gesundheitsfragen und verwies stattdessen auf wissenschaftliche Institutionen wie Harvard und die Healthy Eating Plate. Wir haben diese Tests auch für den deutschsprachigen Raum vorgenommen. Damit widerspricht der staatlich eingebundene Chatbot indirekt dem eigenen Minister. Zwischen politischer Botschaft, öffentlicher Gesundheitsaufklärung und technischer Kontrolle entsteht ein Spannungsfeld, das mehr Klarheit verlangt als ein Chatfenster am unteren Bildschirmrand liefern kann.

Ladies and Gentlemen … der FBI-Direktor

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