Donald Trump hat am Mittwoch seine Zolldrohung gegen Dänemark wegen Grönland kassiert. Er nennt das Rahmenabkommen. Das verkauft er jetzt als Durchbruch. Tatsächlich ist es das Eingeständnis, dass seine Strategie nicht funktioniert hat. Die Ankündigung kam über Truth Social: Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte hätten sich auf den „Rahmen eines künftigen Deals“ zu Grönland und der Arktis geeinigt. Die angedrohten Strafzölle zum 1. Februar seien vom Tisch. Kurz zuvor hatte Trump in Davos erklärt, er wolle Grönland nicht mit militärischer Gewalt an sich bringen. Die Börsen beruhigten sich umgehend. Und genau darum ging es.

Was hier als Verhandlungserfolg präsentiert wird, ist in Wahrheit ein Rückzieher. Trump hatte Dänemark und die EU mit massiven Zöllen gedroht, sollte Kopenhagen nicht über die Zukunft Grönlands verhandeln. Die Reaktion war eindeutig: Dänemark lehnte ab, Grönland stellte klar, dass es nicht verhandelbar ist, und selbst innerhalb der republikanischen Partei wuchs die Kritik. Der Abgeordnete Thomas Massie spottete auf X: „Sagt dieser Regierung einfach, die Epstein-Akten lägen in Grönland. Dann verlieren sie sofort jedes Interesse.“ Der Demokrat Ted Lieu nannte die Drohung „bescheuert“ und fragte, wie dumm es sei, das eigene Volk mit Zöllen zu bestrafen, weil man bei Grönland nicht weiterkomme. Trump kennt das Muster. Im April hatte er bereits umfassende Strafzölle gegen zahlreiche Länder angekündigt. Die Finanzmärkte gerieten ins Trudeln, er ruderte zurück. Auf den Vorwurf, er sei eingeknickt, reagierte er gereizt: Das sei keine Schwäche, sondern Verhandlungstaktik. Jetzt dasselbe Spiel, nur dass die Absicht diesmal von vornherein absurder war. Grönland kaufen oder erzwingen – das war nie eine realistische Option, sondern ein Ablenkungsmanöver von den Problemen zu Hause.
Mark Rutte hat in dieser Geschichte keine Rolle als Vermittler. Er hat kein Mandat, über Territorien oder Souveränitätsfragen zu sprechen. Die NATO koordiniert Verteidigung, nicht Landnahme. Was immer bei dem Treffen besprochen wurde – Dänemark und Grönland haben nichts zugesagt. Ihre Position ist unverändert. Grönland gehört zu Dänemark, und die Grönländer entscheiden selbst über ihre Zukunft. Das war vorher so, das ist nachher so. Trump spricht von einem „Golden Dome“, einem Raketenabwehrsystem, das die USA schützen soll. Weitere Gespräche würden folgen, Details kämen später. Das ist die übliche Taktik: große Ankündigung, vage Versprechen, nichts Konkretes. Die Zolldrohung war nie mehr als ein Druckmittel, das nicht gezogen werden konnte, ohne die eigene Wirtschaft zu treffen. Also wird sie zurückgenommen und als Erfolg verkauft.
Die deutsche und teilweise europäische Medienlandschaft dreht trotzdem durch. Jede Äußerung wird zu einer Meldung gedopt, jede Drohung zur Krise erklärt. Dabei ist das Muster längst bekannt: Trump droht, die Märkte reagieren, er zieht die Drohung zurück, alle beruhigen sich. Bis zum nächsten Mal, vielleicht schon morgen. Einfach schon langweilig, wenn man es kennt. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass diese Art von Politik vor allem eines ist: laut. Das ist ihr Zweck, Rückzug, wenn Trump merkt, so klappt es doch nicht. Next time.
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Ich warte zu dem Thema weiter ab, mittlerweile mit müden Augen. dieses Auf und Ab, daher besser nur ne leere Sprechblase….
Und die EU hat bei der Abstimmung zum Mercosur Abkommens heute versagt. Auch hier warte ich ab.
Ukraine?..
Iran?
Kurden in Syrien?
Flutkatastrophe
2 Eisenbahnunglücke in Spanien
Und immer wieder ICE
Es hört nicht auf
Bist Du in der Schweiz?
…ja, bei diesem Thema ist Warten aktuell das Vernünftigste. Nein, wir sind nicht vor Ort – wären wir gern gewesen, aber dann hätten wir Gelder einsetzen müssen, die an anderer Stelle wichtiger gebraucht werden. Deshalb haben wir auch Grönland nicht gemacht, das gab unsere Kasse leider ebenfalls nicht her. Eben die üblichen Sorgen im investigativen Alltag. Aber wir haben gute Kontakte und ich denke, Davos haben wir auch so gut hinbekommen – beim Bildmaterial und über die Webcam eines Kollegen direkt aus dem Saal, weil die Beschreibung der Atmosphäre ich immer wichtig finde. Es sind so viele Themen, wie du ja schon aufgezählt hast, und normalerweise hätten sie alle eine deutlich intensivere Bearbeitung und Recherche verdient.