HALLELUJAH, sagt das neue Programm, und es klingt wie ein Fitness-Abo fürs Gewissen. Der Präsident wirbt dafür, dass Amerikanerinnen und Amerikaner jede Woche eine Stunde beten sollen. Nicht verpflichtend, natürlich nicht – nur so „freiwillig“, wie ein Lächeln auf dem Klassenfoto. Wer mitmacht, bekommt Zugehörigkeit; wer auslässt, wirkt plötzlich wie eine Betriebsstörung. Der Staat verteilt keine Bibeln, Trump verkauft diese ja gegen harte Dollar, er verteilt Fiktionen – das ist eleganter und hält länger. Man trifft sich „mit mindestens zehn Leuten“, denn auch Gott mag offenbar Team-Meetings. Eine Stunde für „unser Land und unser Volk“: das klingt weich, bis man merkt, wie hart es sortiert. Denn Beten ist hier nicht nur Glauben, es ist ein Zeichen: Ich bin dabei, ich passe ins Bild. So wird Religion zur Farce und Politik zu Fanatismus, geschniegelt, legal, medienbereit. Pick-up statt Kalaschnikow, Jesus hatte ja auch kein Auto – und der Himmel bekommt einen Wochenplaner. Amen, sagt die PR, und meint: bitte MAGA.
„God bless Trump for putting GOD FIRST“, jubelt der Chor, als wäre Gott ein Wahlkampf-Slogan. Und plötzlich steht der Himmel nicht über dem Präsidenten, sondern hinter ihm – wie ein Armee der Engel. Wer widerspricht, widerspricht nicht nur Politik, sondern gleich der höheren Instanz im Hintergrund. Das ist Y’all Qaeda in Sonntagskleidung: kein Untergrund, sondern Stadtratssitzung mit Gebetsfoto. Das ist Talibangelicals im Stil eines Gottesstaates mit HD-Lächeln. Und irgendwo am Eingang steht die heilige Homeland Security und schaut, ob dein Glaube „sauber“ wirkt, weiter auch unschuldige Menschen inhaftiert werden, ganz nach dem Geschmack des Herrn. Die Kirche des permanenten Ausnahmezustandes ist geöffnet: Regeln gelten feierlich – nur nicht für die, die sie segnen. Im Wohlstandkalifat gilt Besitz als Beweis, Armut als Verdacht, und Spenden als demokratisch, europäische Meinungsfreiheit? Satan weiche von mir. Eine Stunde Gebet pro Woche: wenig Zeitaufwand, maximaler Loyalitätswert. GOD FIRST, heißt es – und wer dahinter steht, darf den Rest der Reihenfolge festlegen.
Amerika 2025/2026 – Gottesstaat! Gebetsstunde folgt … aber vorher noch ein paar gesegnete Verstöße gegen das Völkerrecht. Amen
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Gehört das ganze zum launching des zu erwartenden Seven Mountain Projekt 🤔
… nein, nicht als offizielles „Launching“, aber: es passt in denselben ideologischen Raum …
Wenn Religionsextremismus als Staatsmacht auftritt, geht das nie gut aus. Iran, Afghanistan etc.
Religion verkauft, im wahrsten Sinne, von dem Mann der in seinem ganzen Leben eine Kirche kein Dutzend Mal von Innen gesehen hat.
Der Mann der unmoralisch lebt, aber Moral predigt.
Das ist mein Humor… aber es ist viel zu traurig und besorgniserregend, als darüber zu lachen.
Vor allem „… für unser Volk (aber nur die Genehmen) und unser Land beten…“
Übersetzt: Betet mich Trump an und dass meine Macht im Land erhalten bleibt 🤬
👍