Marco Rubio sagt offen, was in Washington längst beschlossen ist: Die USA wollen härter aussortieren. Visa sollen nicht nur vor der Einreise verweigert werden können, sondern auch danach – sobald Behörden behaupten, jemand gefährde amerikanische Interessen. Und als ob das nicht deutlich genug wäre, erklärt Rubio, kein Mensch habe ein Recht auf ein Visum. Wer kommen will, müsse beweisen, warum er es verdient. Punkt.
Wir haben das Recht, Visa bereits vor der Einreise zu verweigern und sie nach der Einreise zu widerrufen, wenn die Anwesenheit einer Person unsere nationale Sicherheit oder unsere Interessen gefährdet. Genau das haben wir vor!“
Die Regierung will diese Linie in die Praxis umsetzen. Trump nutzt den Anschlag in Washington, um all das durchzusetzen, was er immer durchsetzen wollte. Es geht nicht um Sicherheit, es geht um ein Klima, in dem Misstrauen zur Norm wird und Ausgrenzung zur Methode. Genau deshalb werden die Kontrollen ab nächster Woche drastisch verschärft. Wer in die USA muss, sollte vorbereitet sein und sich auf längere Wartezeiten einrichten. Die Beamten prüfen inzwischen routinemäßig Mobiltelefone. Nicht heimlich, sondern offen. Fotos, Chats, Social-Media-Apps, politische Beiträge – alles kann zum Problem werden, wenn es nicht ins Bild passt, das die Regierung sehen will. Wir können nur raten; nutzen sie ein Prepaid-Handy, auf dem nur das Nötigste gespeichert ist. Alles andere sollte man zu Hause lassen.
Trump verkauft das als Schutzmaßnahme. In Wahrheit nutzt er die Angst nach dem Anschlag, um eine Politik zu verschärfen, deren Ziel nie Sicherheit war, sondern Ausgrenzung. Menschen werden nicht als Besucher gesehen, sondern als Risiko. Herkunft, Sprache, Name – sie werden zu Kriterien, die darüber entscheiden können, ob jemand in ein Flugzeug steigen darf oder nicht.
Ebenfalls ergaben unsere Recherchen und verlässlichen Kontakte innerhalb der CBP, dass die US-Regierung einen neuen Schritt vorbereitet: einen Eingriff, der das Verhältnis zwischen Staaten, Bürgerrechten und Reisen neu sortiert. Wer demnächst künftig aus Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Großbritannien ohne Visum in die Vereinigten Staaten einreisen will, soll bis zu fünf Jahre seiner Social-Media-Vergangenheit offenlegen, eine Idee der von der Grenzschutzbehörde CBP. Wir halten sie darüber auf dem Laufenden.
Wer demnächst fliegt, sollte die Nummer seiner Botschaft griffbereit haben. Und wer unsicher ist, kann uns gerne schreiben. Die USA sind dabei, eine Grenze zu bauen, die im Kopf beginnt und am Flughafen endet. Und wer sie überqueren will, muss besser vorbereitet sein als je zuvor.
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Dann kann ich eine Reise nach New York wohl vergessen.Ich habe inzwischen zuviel Sorge am Flughafen abgegriffen zu werden, weil ich im Internet ja schon einiges geschrieben habe. Meine Großmutter hat in New York gelebt und ist dort gestorben.Vielleicht habe ich zu viel Angst, aber diese Unsicherheit ist einfach da.😞
New York geht noch im Vergleich zu anderen, oder über Newark einreisen
Hi Nicola, bin vor ca 4 Wochen aus Deutschland eingereist und hatte nicht das geringste Problem. Auswärtiges Amt müsste hier doch für Infos gute Quelle sein.
Ah, bin über JFK eingereist!
..wir informieren oftmals selber, da wir die kritischen flughäfen kennen
Derzeit sollte man wirklich von Reisen in die USA absehen, wenn man nicht unbedingt hin muss.
Von den ganzen Unsicherheiten bei der Einreise und vor Ort abgesehen, sollte man dieses Regime in keinster Weise unterstützen.
Auch wenn es mir für die nicht MAGA, die auf Tourismus angewiesen sind, leid tut.
Aber nur diese Menschen können von innen heraus etwas ändern.
Dann wird die Preiserhöhung für Touris, die die Nationalparks besuchen wollen, wahrscheinlich nicht viel bringen.
…darauf könnte es hinauslaufen …
Es sind nur noch reiche Menschen erwünscht, da spielt die Gesinnung kaum eine Rolle.
Hauptsache das Geld fließt in Trumps Tasche.
Der normale Tourist, der einfach in dem Land reisen will, steht ununterbrochen auf der Abschussliste.
Bei der Einreise, bei Autofahrten, wenn man von eine der vielen Überwachungskameras erfasst wird, wenn man nicht englisch spricht, einmal falsch parken… die Gründe können ganz banal sein.
Hauptsache es kann Macht demonstrieren.
Das viele Menschen vom Tourismus abhängig sind, interessiert Trump nicht.
Genau so wenig wie die Farmer und andere Berufsgruppen..
Ich bin froh dieses großartige Land vor vielen Jahren noch regelmäßig bereist habe.
Jetzt würde ich nicht einmal eine Luxusreise dorthin geschenkt nehmen.
Ich verstehe nicht, warum es nicht ganz klar eine Reisewsrnung gibt.
Stattdessen wird betont, dass es sich ja „nur“ im bestimmte Länder handelt, die betroffen sind und der normale deutsche Tourist keinerlei Probleme haben wird.
Diese Aussage halte ich für fahrlässig.
…sie sollte auf jeden fall für gewisse flughäfen explixit sein, grade boston ist richtig heavy