Der Präsident hat entschieden, dass Amerika wieder gemeinsam fernsehen soll. Nicht freiwillig, sondern ordentlich. Vier Stunden lang. Zur gleichen Zeit. Ohne Ausweichmöglichkeit. Army gegen Navy, Pflichttermin. Donald Trump will per Erlass festlegen, dass künftig am Army-Navy-Spieltag im Dezember nichts anderes mehr laufen darf. Kein anderes Spiel, kein Wettbewerb, kein Programm. Der Bildschirm gehört dem Staat, pardon, der Tradition. Patriotismus mit Anstoßzeit. Begründet wird das Ganze mit Ehre, Mut und Opferbereitschaft. Und mit der Angst, dass große Fernsehverträge und moderne Zuschauergewohnheiten diese Werte überrollen könnten. Also greift der Präsident durch. Nicht bei Krieg, nicht bei Armut, sondern bei der Programmplanung.

Was hier sichtbar wird, ist eine neue Auslegung von Führung. Der Staat schützt nicht nur Grenzen, sondern auch Einschaltquoten. Freiheit bedeutet, das Richtige sehen zu dürfen. Und das Richtige wird festgelegt. Dass ein Präsident versucht, Sportübertragungen per Dekret zu ordnen, wirft Fragen auf. Vor allem die, warum ausgerechnet hier plötzlich Durchgriff möglich sein soll. Die Antwort liegt womöglich weniger im Spiel als im Sender. Denn zufällig profitiert ein Medienkonzern mit engen Verbindungen ins Machtzentrum. Auch das gehört zur Tradition. Man nennt es Zufall, bis es sich häuft.
Am Ende bleibt das Bild eines Landes, das aufgefordert wird, still zu sitzen und zuzusehen. Vier Stunden lang. Gemeinsam. Diszipliniert. Wer abschaltet, verpasst nicht nur ein Spiel, sondern offenbar auch den Geist der Nation. So sieht sie aus, die neue Form des Zusammenhalts. Einschalten. Durchhalten. Nicht umschalten.
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Das ist faschistische Diktatur. Armes Amerika wenn sie nicht endlich handeln und ein impeatment veranlassen.