Trump behauptet, CNN habe Xi bewusst ignoriert. CNN antwortet live: Du hast uns ausgesperrt

VonTEAM KAIZEN BLOG

25. September 2026

Donald Trump empfing Xi Jinping im Weißen Haus, inszeniert den Besuch mit militärischen Ehren und großem Staatsprogramm und beschwert sich wenige Stunden später darüber, dass CNN und MS NOW diesen Auftritt nicht ausreichend gezeigt hätten. Auf Truth Social behauptete er, die Sender hätten sich geweigert, über die Ankunft des chinesischen Präsidenten zu berichten, weil sie ihm keinen Erfolg gönnen wollten. Für Trump war die Sache klar: Die Veranstaltung sei großartig gewesen, wie fürs Fernsehen gemacht, nur die „Fake News“ hätten sie absichtlich boykottiert.

Das Problem an dieser Darstellung: CNN wollte berichten. CNN kam nur nicht hinein.

Noch am selben Morgen hatte ein Bundesrichter angeordnet, CNN, MS NOW und Politico den Zugang zum Weißen Haus wieder zu ermöglichen. Die betroffenen Reporter standen trotzdem zunächst weiter draußen. CNN-Reporterin Betsy Klein habe bereits nach 9 Uhr mehrfach versucht, Zugang zu bekommen, sagte ihre Kollegin Kristen Holmes später live im Fernsehen. Ohne Presseausweis stand Klein an einer Straßenecke, während der Empfang Xis um 10 Uhr begann. Erst gegen 12 Uhr durfte sie hinein. Da war der öffentliche Teil des Empfangs weitgehend vorbei.

Weniger als 15 Minuten nachdem Trump seine Version auf Truth Social veröffentlicht hatte, saß Holmes live bei Jake Tapper und zerlegte sie Satz für Satz.

„Ich möchte dem Präsidenten der Vereinigten Staaten sehr deutlich sagen: Wir hätten über den Besuch von Xi Jinping berichtet, wenn Sie CNN, MS NOW und Politico nicht ausgeschlossen hätten.“

Holmes nannte Trumps Behauptung „grundsätzlich nicht wahr“. Dann formulierte sie drei Möglichkeiten, und keine davon schmeichelte dem Präsidenten: Entweder werde Trump von seiner eigenen Regierung oder Pressestelle belogen, er habe nicht verstanden, was an diesem Tag tatsächlich passiert sei, oder er selbst sage in seinem Beitrag nicht die Wahrheit. Damit wurde aus einem Streit über Pressezugang ein Streit über Wirklichkeit. Trump warf Sendern vor, einen Staatsbesuch nicht zeigen zu wollen. Die Sender hielten dagegen, dass genau sein eigenes Weißes Haus verhindert habe, dass ihre Reporter rechtzeitig dabei waren.

Später wurde die Lage noch absurder. CNN und MS NOW hatten ihren Zugang grundsätzlich zurück, wurden am Abend aber erneut bei einzelnen Teilen des Staatsbesuchs ausgesiebt. Ein CNN-Fotograf und ein Tontechniker durften hinein, Reporter und Produzent nicht. Bei MS NOW wurde Laura Barrón-López draußen gehalten, während andere Kollegen des Senders Zugang erhielten.

Trump beklagte also fehlende Berichterstattung über ein Ereignis, während seine eigene Regierung genau jene Journalisten zeitweise vor der Tür hielt, die darüber berichten sollten. Und Kristen Holmes sagte live, was an diesem Tag kaum klarer formuliert werden konnte: Hätten sie uns nicht ausgesperrt, hätten wir berichtet.

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