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Russland trainiert Sabotage an Europas Unterseekabeln – NATO stoppt geheime Tiefsee-Operation vor Spitzbergen

VonTEAM KAIZEN BLOG

10. September 2026

Tief unten vor Spitzbergen haben russische Spezial-U-Boote in diesem Frühjahr etwas geübt, das für Europa im Kriegsfall verheerend wäre: Unterseekabel außer Betrieb setzen, möglichst so, dass hinterher niemand sofort beweisen kann, wer es gewesen ist. Nach Angaben westlicher Regierungsvertreter führte die russische Tiefsee-Einheit GUGI die geheime Operation durch. Mit Spezialfahrzeugen wurde der Einsatz einer neuen Technik simuliert, über deren genaue Funktionsweise die Beteiligten schweigen. Großbritannien, Norwegen und die Vereinigten Staaten hatten die russischen Schiffe allerdings gefunden. Sie verfolgten sie, stellten sie auf See und verhinderten, dass die Übung beendet wurde. Russland brach ab und zog sich zurück. Kein Kabel wurde beschädigt. Das ist die gute Nachricht, mehr aber auch nicht. Denn trainiert wurde für den möglichen Konflikt mit der NATO, und direkt dort liegen zwei Glasfaserkabel, jeweils rund 1.400 Kilometer lang, zwischen Spitzbergen und dem norwegischen Festland. Bis zu 2.700 Meter unter der Wasseroberfläche laufen durch sie gewaltige Datenmengen der Satellitenstation SvalSat, der größten Bodenstation dieser Art weltweit und Teil des NASA-Netzes.

Man muss sich klarmachen, worüber hier gesprochen wird. Diese Kabel sind kaum dicker als ein Gartenschlauch, gleichzeitig hängen Internetverkehr, Finanztransaktionen, Satellitendaten und militärische Kommunikation an Leitungen wie diesen. Ein Schiff verschwindet wieder, ein Spezial-U-Boot taucht ab, und unten kann eine Verbindung fehlen, von der oben Millionen Menschen nichts wussten, bis sie nicht mehr funktioniert. Amerikanische Geheimdienstanalysten fürchten inzwischen, Russland könnte irgendwann ausprobieren, wie weit es gegenüber der NATO gehen kann und wie Artikel 5 tatsächlich beantwortet würde. Die Zerstörung von Unterseekabeln wäre bei einem solchen Konflikt kein Nebenschauplatz. Norwegen und Großbritannien gingen deshalb noch einen Schritt weiter und legten Moskau ihre Erkenntnisse vor. Russland sollte wissen, dass die Operation entdeckt worden war und auch die neue Technik nicht verborgen geblieben ist. Norwegens Verteidigungsminister Tore Sandvik machte unmissverständlich klar, dass ein Angriff auf kritische Infrastruktur erkannt werde und Folgen habe. Moskau bestreitet Sabotageabsichten und jede Vorbereitung auf eine Konfrontation mit der NATO. Washington und London haben GUGI längst mit Sanktionen belegt.

Dabei steht der Vorfall nicht allein. Polen, Litauen und Rumänien haben in den vergangenen Monaten Verletzungen und Angriffe gemeldet, bei denen Russland beschuldigt wird. Nach dem versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle im August schloss Deutschland ein russisches Konsulat in Bonn und ein Kulturzentrum in Berlin. CIA-Direktor John Ratcliffe reiste ebenfalls im August nach Moskau und warnte dort vor einer weiteren Ausweitung russischer Sabotageaktionen in Europa. Unter Wasser passiert zur selben Zeit etwas, das sich viel schwerer fotografieren lässt. Seit 2023 fahren immer mehr Schiffe auffällig langsam über Pipelines, Stromleitungen und Telekommunikationskabel und erfassen deren Lage. In der Nordsee stieg diese Aktivität innerhalb eines Jahres um 52 Prozent auf 13.079 registrierte Schiffe. In der Ostsee wurden von Oktober 2023 bis Ende 2025 mindestens elf Unterseekabel beschädigt oder durchtrennt. Das Erfassen solcher Leitungen in internationalen Gewässern ist nicht verboten. Nur bleibt die einfache Frage, weshalb jemand immer genauer wissen will, was wo auf dem Meeresboden liegt. Sicherheitsfachleute sehen darin mögliche Vorarbeit für spätere Sabotage. Seit der Zerstörung von drei der vier Nord-Stream-Leitungen 2022 ist bekannt, wie verwundbar diese Infrastruktur ist. Wegen jener Sprengungen hat Deutschland inzwischen einen Ukrainer angeklagt, damals Angehöriger einer Spezialeinheit; die Ukraine weist jede Beteiligung zurück.

Die NATO hat deshalb ihre Überwachung mit der Ostsee-Wache und der britisch geführten Nordischen Wache verstärkt. Im August übten britische, norwegische und amerikanische Kräfte rund um Jan Mayen, genau in jenem arktischen Gebiet, durch das russische Atom-U-Boote von der Kola-Halbinsel auf ihrem Weg in den Atlantik müssen. Norwegen will bis 2028 ein neues Glasfaserkabel bauen, das Spitzbergen und Jan Mayen mit dem Festland verbindet. Europa hat über Jahrzehnte immer mehr seines täglichen Lebens auf den Meeresboden gelegt und gleichzeitig immer weniger Mittel vorgehalten, um diese Leitungen zu schützen. Nun fährt Russland mit Spezial-U-Booten dorthin und übt nach westlichen Erkenntnissen, wie man sie im Konfliktfall ausschaltet. Diesmal standen britische, norwegische und amerikanische Kräfte daneben und zwangen die Operation zum Abbruch. Beim nächsten Mal muss niemand darauf vertrauen, dass sie rechtzeitig dort sind.

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