„Ruhe!“ – Trump will von der Vergewaltigung einer 12-Jährigen nichts hören und lobt die Mutter, die ihrem Kind nicht glaubte

VonTEAM KAIZEN BLOG

25. Oktober 2026

Donald Trump hatte gerade eine Frau zur klugen Mutter erklärt, deren Tochter als 12-Jährige ihren Stiefvater der Vergewaltigung beschuldigt hatte. Als eine Journalistin wissen wollte, ob dem Präsidenten diese Vorgeschichte überhaupt etwas bedeute, bekam sie eine Antwort, die wenig Raum für Missverständnisse ließ: „Ruhe!“ Das Wort fiel am 23. Oktober 2026. In Washington sitzt ein Präsident, der über die Qualen eines Kindes hinweggeht und dabei eine politische Werbeanzeige verteidigt. Die Vergangenheit einer mutmaßlich missbrauchten 12-Jährigen ist fast 50 Jahre später zum Wahlkampfmaterial geworden.

Trump fährt eine Reporterin an, die ihn fragt, weshalb er Vorwürfe sexuellen Missbrauchs einfach abtut.

REPORTERIN: „Bedeuten Ihnen die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs denn überhaupt nichts, Herr Präsident?“

TRUMP: „Warten Sie. Warten Sie! Warten, warten, warten Sie. Langsam. Für wen arbeiten Sie?“

REPORTERIN: „Für NBC, Sir. Aber es handelt sich um sehr schwerwiegende Vorwürfe sexuellen Missbrauchs.“

TRUMP: „Ruhe! Ist sie nicht eine ganz schön freche Person? Sie sind eine schreckliche kleine Reporterin, nicht wahr?“

Amy Acton kandidiert für die Demokraten als Gouverneurin von Ohio. Ihr republikanischer Gegner Vivek Ramaswamy ließ einen 60 Sekunden langen Werbefilm produzieren. Darin sitzt Donna Arthur, Actons leibliche Mutter, vor der Kamera und bezeichnet ihre Tochter als Lügnerin. Sie stellt deren Glaubwürdigkeit infrage und legt nahe, dass Acton für das Gouverneursamt ungeeignet sei. Hinter dieser Mutter-Tochter-Beziehung steht eine Geschichte, die sich durch Gerichtsakten zurückverfolgen lässt. 1978 wurde gegen Cledith Arthur, den damaligen Stiefvater der 12-jährigen Amy, wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ermittelt. Im Juli wurde er angeklagt, später erhob eine große Jury ebenfalls Anklage. Der Mann erschien nicht zum Gerichtstermin und entzog sich dem Verfahren. Ein Schuldspruch erging deshalb nie. Die vorhandenen Gerichtsunterlagen stützen wesentliche Teile von Actons Schilderungen. Ihre Kindheit war außerdem von Misshandlungen und Obdachlosigkeit geprägt.

REPORTERIN: „Jetzt, da Sie die Hintergründe zu Amy Acton und ihrem Stiefvater kennen und wissen, warum sie seit so langer Zeit keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter hat – ihr Stiefvater wurde wegen Vergewaltigung angeklagt -, ändern Sie Ihre Meinung über den Werbespot?“

TRUMP: „Nein. Nein. Da spricht eine Mutter schlecht über Amy Acton. Sie wissen überhaupt nichts.“

Donna Arthur verlor das Sorgerecht für ihre Kinder. Mit Cledith Arthur blieb sie bis zu dessen Tod 2004 verheiratet. Bereits 2020 hatte sie öffentlich behauptet, ihre Tochter habe über den sexuellen Missbrauch gelogen. Nun sitzt sie wieder vor einer Kamera, diesmal im Dienst eines republikanischen Wahlkampfs. Die Akten aus dem Jahr 1978 liegen vor. Offenbar genügte das den Verantwortlichen der Werbung nicht, um auf diesen Auftritt zu verzichten. Trump begrüßte den Film ausdrücklich. Schon am Donnerstag bezeichnete er ihn als „sehr wirkungsvoll“. Die Presse versuche, ihn schlechtzureden, gerade weil er so gut sei. Weshalb irgendjemand auf solche Werbung verzichten solle, fragte der Präsident. Einen Tag später trat er vor Journalisten und erklärte, er wisse nichts von einem Stiefvater. Dabei war er bereits zuvor mit Actons Vergangenheit konfrontiert worden.

Donna Arthur sei eine kluge Frau, befand Trump. Mehr noch: Dass eine Mutter öffentlich gegen ihre eigene Tochter auftrete, erschien ihm als besonders überzeugendes Argument. Der Mann, der als Präsident über das amerikanische Justizministerium verfügt, wollte von den zugrunde liegenden Gerichtsakten offenbar nichts wissen. Monica Alba ließ ihn damit nicht davonkommen. Die Journalistin fragte nach den Vorwürfen sexueller Gewalt. „Bedeuten Ihnen die Missbrauchsvorwürfe überhaupt nichts?“, wollte sie wissen. Sie erinnerte an deren Schwere.

„Ruhe!“, fuhr Trump sie an.

Als eine weitere Journalistin den Präsidenten darauf hinwies, dass Actons Stiefvater wegen Vergewaltigung angeklagt worden sei, unterbrach er sie sofort. „Nein, nein.“ Anschließend wiederholte er seine Verteidigung der Werbung. Die Mutter spreche schlecht über Acton. Für ihn sei die Angelegenheit ganz einfach. Gerade diese Einfachheit ist erschütternd. Ein 1978 eingeleitetes Strafverfahren, die jahrzehntelange Entfremdung zwischen Mutter und Tochter und die dokumentierte Kindheitsgeschichte verschwinden hinter einem einzigen Gesicht im Wahlwerbefilm. Trump brauchte keine Gerichtsakte, um sein Urteil über die Mutter abzugeben. Als Journalisten ihm den Hintergrund erläutern wollten, unterband er die Fragen.

Ramaswamy verteidigte seine Werbung am Freitag ebenfalls. Seine Gegner würden darüber lügen, erklärte er. Der Film habe mit sexuellem Missbrauch in der Kindheit überhaupt nichts zu tun. Tatsächlich erwähnt der Werbefilm die damaligen Vergewaltigungsvorwürfe ausdrücklich an keiner Stelle. Seine Hauptzeugin hatte Actons Schilderung jedoch bereits öffentlich bestritten. Die Behauptung, dieser Hintergrund spiele überhaupt keine Rolle, verlangt beträchtliche Nachsicht gegenüber den Tatsachen. Selbst Ohios republikanischer Gouverneur Mike DeWine, der Ramaswamy unterstützt hatte, forderte die Entfernung des Films. Vizepräsident JD Vance verteidigte ihn dagegen ebenso wie Trump. Ramaswamys Wahlkampfteam plant, Millionen Dollar für dessen Verbreitung auszugeben.

Am 3. November entscheiden die Wähler in Ohio über das Gouverneursamt. Bis dahin kann Donna Arthur weiter öffentlich gegen ihre Tochter auftreten. Cledith Arthur musste sich wegen seiner Flucht nie vor Gericht verantworten. Amy Acton muss sich dagegen fast 50 Jahre später noch immer mit den Folgen jener Kindheit auseinandersetzen, während der Präsident der Vereinigten Staaten ihre Mutter lobt.

Manchmal braucht politische Grausamkeit keine große Rede. Ein einziges Wort genügt. In Washington lautete es am Freitag: „Ruhe!“

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Reinhild Jordans
Reinhild Jordans
13 Minuten vor

Ich sag nur Epsteinfiles…

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