Prozess nach Angriff auf der Washingtoner Pressegala, eskaliert – Verteidigung fordert Ausschluss von Todd Blanche und Jeanine Pirro

VonRainer Hofmann

Mai 11, 2026

Washington D.C. – Der Prozess gegen Cole Tomas Allen entwickelt sich immer stärker zu einem politischen und juristischen Ausnahmefall in Washington. Der Angeklagte erschien am Montag vor dem United States District Court for the District of Columbia und ließ über seine Anwälte auf nicht schuldig plädieren. Die amerikanische Justiz wirft ihm vor, bewaffnet in das Dinner der White House Correspondents’ Association im Washington Hilton eingedrungen zu sein und versucht zu haben, Donald Trump zu töten.

Siehe auch unsere Artikel: Mit Waffe durch die Kontrolle – Zweifel an Schüssen von Cole Allen

Das letzte Bild eines Verlorenen

Unsere Recherche zeigt: Ein Mann, der alles hatte – und plötzlich zur Waffe griff: Der Fall Cole Allen und sein Manifest

Nach Angaben der Ermittler war Allen mit einer Schrotflinte, einer Pistole und mehreren Messern bewaffnet. Während Sicherheitskräfte eingriffen, soll er mit der Schrotflinte auf einen Beamten des Secret Service geschossen haben. Der Beamte wurde von Schrotmunition an der Schutzweste getroffen und überlebte den Angriff. Bis heute ist nicht abschließend bestätigt, ob das Projektil, das die Weste traf, tatsächlich von Allens Waffe stammt.

Hochauflösendes Überwachungsmaterial, zeigt, wie Cole Allen mit einer Waffe in der Hand durch eine Sicherheitskontrolle beim Dinner der White House Correspondents’ Association sprintet. Ein Agent ist zu sehen, wie er schießt, während Allen versucht, Zugang zum Ballsaal zu bekommen, in dem Präsident Donald Trump, Vizepräsident JD Vance und hochrangige Kabinettsmitglieder saßen.

Aufnahmen zeigen zudem, wie Sicherheitskräfte eines von zwei Magnettoren niederreißen, als der Verdächtige auf sie zurennt. Ein Agent zieht seine Waffe und eröffnet das Feuer. Auf den Bildern sind vier Mündungsfeuer dieser Schüsse zu erkennen.

Das Material liefert bislang den klarsten Einblick, wie schnell sich die Situation entwickelte, während Allen heute vor dem Bundesgericht zu einer Anhörung über seine weitere Inhaftierung erschienen ist. Bisher gibt es keine Bilder von Schüssen durch Cole Allen. Das forensische Gutachten muss nun abgewartet werden, bevor voreilige Schlüsse gezogen werden.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich Donald Trump, Melania Trump, JD Vance, Regierungsmitglieder, Journalisten und hunderte Gäste im Gebäude. Ermittler erklärten später offen, dass der Angriff leicht in einem Massenblutbad hätte enden können. Cole Tomas Allen saß während der Anhörung in Handschellen und Fußfesseln vor Richter Trevor McFadden. Er trug die orangefarbene Kleidung des Gefängnisses und sagte während der kurzen Sitzung selbst kein Wort. Das Plädoyer wurde von seinen Verteidigern Eugene Ohm und Abe Lane abgegeben.

Doch inzwischen verschiebt sich der juristische Streit zunehmend auf eine andere Ebene. Die Verteidigung fordert den Ausschluss hochrangiger Vertreter des Justizministeriums aus dem Verfahren. Konkret geht es unter anderem um Todd Blanche und Jeanine Pirro. Die Anwälte Eugene Ohm und Abe Lane argumentieren, beide könnten selbst als mögliche Zeugen oder Betroffene gelten, weil sie sich während des Angriffs in unmittelbarer Nähe der Veranstaltung aufgehalten hätten.

Richter Trevor McFadden traf dazu zunächst keine endgültige Entscheidung. Stattdessen verlangte er von der Verteidigung genauere Angaben darüber, wie weit der beantragte Ausschluss reichen solle und welche Personen konkret betroffen wären. Der Fall entwickelt sich damit zunehmend zu einer explosiven Mischung aus Sicherheitsverfahren, Terrorermittlung und politischem Machtkampf innerhalb Washingtons. Denn während die Staatsanwaltschaft versucht, den Angriff als versuchten Mord auf einen amtierenden Präsidenten darzustellen, beginnt die Verteidigung inzwischen offen damit, die Struktur der Strafverfolgung selbst anzugreifen.

Der Angriff hatte Washington Ende April erschüttert. Dass ein bewaffneter Mann offenbar versuchte, in eine der sensibelsten politischen Veranstaltungen der Vereinigten Staaten einzudringen, löste erneut massive Debatten über Sicherheitslücken, politische Gewalt und Radikalisierung im Land aus. Der nächste Gerichtstermin in dem Verfahren ist für den 29. Juni 2026 um 10:30 Uhr vor Richter Trevor McFadden am United States District Court for the District of Columbia angesetzt.

Fortsetzung folgt …

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Ela Gatto
2 Tage vor

Das Trump den Attentatsversuch persönlich und politisch ausschlachten wird, war von der ersten Sekunde an klar.

Ebenso, dass hier mit aller Macht vom Justizministerium, Secret Service etc versucht wird Beweise verschwinden zu lassen oder sie zu manipulieren.

Hoffentlich gibt es einen fairen Prozess.
Bei Trump und seiner Entourage habe ich da so meine Zweifel.
Leider.😞

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