01. November 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

1. November 2026

Heute in unseren Kurznachrichten:

Texas wackelt trotz 150 Millionen Dollar von Elon Musk für die Republikaner. In Michigan streiten die Demokraten wenige Tage vor der Wahl untereinander. Hakeem Jeffries kündigt an, Pete Hegseth aus dem Amt zu jagen, falls die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückerobern. Trump feiert Halloween, während seine Republikaner den Untergang Amerikas beschwören und um Gebete bitten.

Das Weiße Haus macht Einwanderer mit geschmacklosen Halloween-Bildern zum Schreckgespenst. Ein wegen Millionenbetrugs angeklagter Mann wird von Trumps Landwirtschaftsministerin öffentlich zum verurteilten Straftäter gemacht, obwohl sein Prozess noch läuft.

Und dann noch eine Niederlage für Trump vor Gericht: Seine 10-Milliarden-Dollar-Klage wegen des Epstein-Geburtstagsbriefes wurde endgültig abgewiesen.

Sieben Themen, zwei Tage vor den Zwischenwahlen. Die Nervosität in Washington ist kaum noch zu übersehen.

Texas steht auf der Kippe: 150 Millionen Dollar von Musk, und Trumps Republikaner müssen trotzdem zittern

Ken Paxton

Texas war jahrzehntelang ein Bundesstaat, in dem Republikaner ihre Wahlsiege mit einer gewissen Selbstverständlichkeit entgegennahmen. Jetzt, 3 Tage vor den amerikanischen Zwischenwahlen, kämpft der republikanische Senatskandidat Ken Paxton um jede Stimme. Sein demokratischer Gegner James Talarico hat aus einem vermeintlich sicheren republikanischen Sitz einen offenen Wettbewerb gemacht. Am Samstag, 31. Oktober, standen beide vor ihren Anhängern, Paxton in Fort Worth und Talarico in Houston. Der republikanische Justizminister des Bundesstaates hat bereits eine Anklage und ein Amtsenthebungsverfahren politisch überstanden. Nun muss er gegen einen ehemaligen Lehrer antreten, der gleichzeitig Theologie studiert und dem politischen Establishment in Austin den Kampf angesagt hat.

Talarico stellte die Frage, ob Texas einen Senator wolle, der den Bürgern mehr Geld in die Taschen bringe, oder einen, der sich selbst bereichere. Paxton hielt dagegen, sein Gegner sei viel zu links für Texas und werde sich im Senat dem demokratischen Fraktionsführer Chuck Schumer aus New York unterwerfen. Die politische Linke werde immer radikaler, behauptete er. Talarico wiederum machte Elon Musk zum Gegenstand seiner Angriffe. Der reichste Mann der Welt hat mehr als 150 Millionen Dollar seines Privatvermögens eingesetzt, um Paxtons Wahlkampf finanziell zu unterstützen. Insgesamt investierten republikanische Unterstützer mehr als 158 Millionen Dollar gegen den Demokraten. Talarico griff zur biblischen Geschichte von David und Goliath. Die Menschen von Texas seien seine Steinschleuder, erklärte er. Bei einem solchen finanziellen Kräfteverhältnis bekommt die alte Erzählung eine beinahe unangenehme Gegenwärtigkeit.

Trump unterstützt Paxton und versucht in den letzten Tagen vor der Wahl, die republikanische Mehrheit im Senat zu verteidigen. Dort halten seine Parteifreunde bislang 53 der 100 Sitze. Die Demokraten benötigen mindestens 4 zusätzliche Mandate für eine Mehrheit, sofern sie ihre bisherigen Sitze behalten. Texas ist deshalb weit mehr als eine örtliche Auseinandersetzung. Knapp 50 Millionen Amerikaner hatten bis zum Wochenende bereits vorzeitig gewählt. Bei den Zwischenwahlen 2022 waren es insgesamt rund 112 Millionen Menschen gewesen. Paxton warnte seine Anhänger am Samstag, verliere seine Partei Texas, verliere sie Amerika. Anschließend bat er sie, für Texas und für ihn zu beten. Ein Bundesstaat, der jahrzehntelang als sichere republikanische Heimat galt, ist inzwischen der Ort, an dem ein amtierender Justizminister öffentlich um göttlichen Beistand für seinen Senatssitz bittet.

Michigan: Die Demokraten kämpfen um den Senat und gleichzeitig gegeneinander

Abdul El-Sayed

In Michigan reichen wenige Tage vor der Wahl selbst die eigenen Parteifreunde aus, um einen Wahlkampf gehörig durcheinanderzubringen. Der demokratische Senatskandidat Abdul El-Sayed kämpft gegen den Republikaner Mike Rogers um einen frei werdenden Sitz. Das Rennen gehört zu den engsten des Landes. Doch während die Republikaner auf einen Sieg hoffen, beschäftigt sich El-Sayeds Partei zunehmend mit einem Streit, der aus den Vorwahlen stammt und nun unmittelbar vor dem 3. November erneut ausbricht. Seine frühere Konkurrentin Haley Stevens fordert von ihm eine eindeutige Distanzierung von einer politischen Anzeige, die amerikanische Unterstützung für Israel mit steigenden Lebensmittelpreisen verbindet. Außerdem verlangt sie Antworten auf frühere Äußerungen des Kandidaten, die bei jüdischen Wählern Besorgnis ausgelöst haben.

El-Sayed erklärte am Samstag nach einem Wahlkampfauftritt in Sterling Heights, er habe diese Anzeige weder in Auftrag gegeben noch stimme er ihrem Inhalt zu. Den Streit bezeichnete er als Ablenkung von den Fragen, über die er mit den Bürgern sprechen wolle. Er fordert eine Krankenversicherung für alle und will den Einfluss großer Geldgeber auf die Politik zurückdrängen. Auch die finanzielle Lage amerikanischer Familien gehöre in den Mittelpunkt. Stevens hielt jedoch an ihrer Kritik fest. Daraufhin wollte El-Sayeds Wahlkampfteam sie nach Angaben einer mit den Vorgängen vertrauten Person nicht mehr bei gemeinsamen Veranstaltungen begrüßen. Noch wenige Stunden zuvor hatten beide für Sonntag einen Auftritt mit dem demokratischen Abgeordneten James Clyburn geplant. Nun war selbst dieser gemeinsame Termin unsicher.

Clyburns Berater Antjuan Seawright erklärte, der Abgeordnete lade weiterhin beide Politiker zu einem Gottesdienst am Sonntagmorgen ein. Ob Stevens teilnehmen würde, blieb offen. Auch El-Sayed wich der Frage aus, ob er sie dort sehen wolle. Er ziehe es vor, über die wichtigen Themen des Wahlkampfes zu sprechen, und Stevens wolle offenbar über andere Dinge reden. Ein gemeinsamer Kirchgang, wenige Tage vor einer möglicherweise entscheidenden Senatswahl, war plötzlich zu einer politischen Schwierigkeit geworden.

Trump beobachtete den Streit am Samstagabend bei seiner Halloween-Feier in Mar-a-Lago. Zwischen grün beleuchteter Tanzfläche und kostümierten Gästen ließ er sich die Gelegenheit nicht entgehen. Die Demokraten kämpften wirklich heftig gegeneinander, erklärte er. Stevens verdiene dafür sogar Anerkennung. Im Senat beträgt die republikanische Mehrheit derzeit 53 zu 47 Sitze. Verlieren die Demokraten Michigan, müssten sie andernorts mindestens 5 zusätzliche Mandate gewinnen. Während El-Sayed seine Anhänger von einer politischen Zukunft überzeugen muss, beschäftigt ihn weiterhin eine Konkurrentin, die er bereits in den Vorwahlen hinter sich gelassen hatte.

Jeffries kündigt Abrechnung mit Trump an: In Virginia soll der Weg zur demokratischen Mehrheit beginnen

„Sobald wir die Mehrheit haben, wird eines der ersten Dinge, die wir tun werden, sein, PETE HEGSETH AUS DEM AMT ZU JAGEN.“

Hakeem Jeffries stand am Samstag in Virginia vor seinen Anhängern und sprach bereits darüber, was geschehen werde, wenn die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückgewinnen. Der Fraktionsführer seiner Partei in der Parlamentskammer kämpfte im 2. Kongresswahlbezirk für Elaine Luria. Die frühere Abgeordnete will ihren Sitz zurückholen, den sie vor 4 Jahren an die Republikanerin Jen Kiggans verloren hatte. Der Wahlkreis im Südosten Virginias gehört zu den besonders umkämpften Regionen des Landes. Trump hatte 2024 zahlreiche Wahlkreise gewonnen, in denen die Demokraten jetzt wieder um Stimmen werben. Insgesamt hat seine Opposition mindestens 60 republikanisch gehaltene Sitze ins Visier genommen.

Jeffries versprach, vom ersten Tag einer möglichen demokratischen Mehrheit an die Regierung Trump einer gründlichen parlamentarischen Kontrolle zu unterziehen. Die Republikaner hätten einen Friedhof gebrochener Wahlversprechen hinterlassen, erklärte er. Die Demokraten würden versuchen, die Kürzungen bei der Gesundheitsversorgung rückgängig zu machen und umfassende Gesetze zum Schutz des Wahlrechts durchzusetzen. Auch Trumps militärisches Vorgehen gegen Iran wolle die Partei begrenzen. Die Versprechen richteten sich an Wähler, die angesichts steigender Lebenshaltungskosten zunehmend unzufrieden sind. Jeffries kündigte an, täglich für ein Amerika zu kämpfen, in dem sich die Menschen ihr Leben wieder leisten könnten.

Besonders deutlich wurde er beim amerikanischen Verteidigungsminister Pete Hegseth. Dessen Umbau der militärischen Führung und die Entlassung hochrangiger Generäle haben selbst unter Republikanern Kritik ausgelöst. Jeffries versprach, die Demokraten würden Hegseth bei einer Mehrheit im Repräsentantenhaus aus seinem Amt drängen wollen. Die Ankündigung löste während seiner rund 11 Minuten langen Rede einen der lautesten Beifallsstürme aus. Zugleich erklärte er, korrupte Verantwortliche müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Eine Mehrheit würde den Demokraten weitreichende Untersuchungen ermöglichen. Einen Minister unmittelbar entlassen könnte das Repräsentantenhaus dadurch allerdings nicht.

Für die Republikaner steht damit mehr auf dem Spiel als eine Reihe einzelner Wahlkreise. Mike Johnson, der derzeitige Vorsitzende des Repräsentantenhauses, müsste bei einem demokratischen Wahlsieg seinen Platz an Jeffries abgeben. Die politische Kontrolle über Ausschüsse und deren Untersuchungen würde wechseln. Virginia könnte darüber mitentscheiden. Luria hatte ihren Sitz 2022 verloren, als Trump bereits außerhalb des Weißen Hauses stand. Nun tritt sie erneut an, während er wieder Präsident ist. Die Wahl am 3. November wird darüber entscheiden, ob Jeffries seine Ankündigungen als Oppositionsführer wiederholen muss oder sie als Vorsitzender einer neuen Mehrheit verfolgen kann.

Trump feiert Halloween, die Republikaner beschwören den Untergang Amerikas

„Diese Leute investieren viel Zeit und Geld, reiche Leute. Und sie brauchen neun Stunden, um sich fertig zu machen. Ich hatte 10 Minuten. Also bin ich als Donald Trump gekommen.“

Am Samstagvormittag verbrachte Donald Trump Zeit in seinem Golfclub in West Palm Beach. Am Abend wartete seine Halloween-Feier in Mar-a-Lago. Dazwischen wollte der Präsident die Wähler telefonisch erreichen. Für sechs Wahlkampfveranstaltungen per Telefon war seine Beteiligung vorgesehen, darunter zwei Gespräche für Florida sowie weitere in Michigan und Pennsylvania. Auch Ohio und New York standen auf dem Plan. Die republikanische Unterstützerorganisation MAGA Inc. hatte die Termine zusammengestellt. Trump veröffentlichte dazu eine knappe Aufforderung an seine Anhänger: Sie sollten an ihre Telefone gehen und Spaß haben. Während andere Politiker von Saal zu Saal reisen, reichte dem Präsidenten an diesem Samstag die Telefonleitung.

Für Sonntag kündigte er wieder persönliche Auftritte in Iowa und Kansas an. Beide Reisen waren zuvor abgesagt und nach eindringlichen Bitten aus den Bundesstaaten erneut angesetzt worden. Am Montag sollten weitere Veranstaltungen folgen, Einzelheiten ließ Trump am Samstagabend offen. In den vergangenen Oktoberwochen hatte er besonders häufig Bundesstaaten besucht, die er bei seinen eigenen Präsidentschaftswahlen deutlich gewonnen hatte. Inzwischen kämpfen dort republikanische Kandidaten um Mandate, deren Verlust die Machtverhältnisse in Washington verändern könnte. Die Telefonveranstaltungen fallen gewöhnlich kürzer aus als seine öffentlichen Reden, die häufig länger als 90 Minuten dauern.

In Michigan setzte Mike Johnson unterdessen auf eine andere Form der Mobilisierung. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses bezeichnete den Wahlkampf als geistlichen Kampf. Seine Anhänger hätten gegenüber einer höheren Macht eine Verpflichtung, wählen zu gehen, legte er nahe. Die Demokraten seien Marxisten und Kommunisten, behauptete Johnson. Trump selbst veröffentlichte am Samstag eine islamfeindliche Karikatur, die einen Mann mit brennender Fackel zeigt, nachdem er angeblich Länder Europas angezündet hat. Nun klopft die Figur an die Tür der Vereinigten Staaten. Die Veröffentlichung fiel in eine Phase, in der Trump besonders den muslimischen demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed in Michigan angriff.

In Texas griff Ken Paxton die düsteren Warnungen auf. Der republikanische Senatskandidat erklärte, er übertreibe keineswegs, wenn er sage: „Wenn wir Texas verlieren, verlieren wir Amerika.“ Dann folgte der beinahe verzweifelt klingende Appell: „Betet für unser Texas. Betet für mich.“ Während Mike Johnson den Wahlkampf zum geistlichen Kampf erklärte, bat Paxton bereits um Gebete für seinen politischen Fortbestand. Auf der Halloween-Feier in Mar-a-Lago trugen die Gäste unterdessen Kostüme, während die Tanzfläche grün beleuchtet war. Trump kommentierte den Streit unter den Demokraten in Michigan und sprach anerkennend über Haley Stevens, die den Kandidaten ihrer eigenen Partei attackierte. Wenige Stunden später sollte der Präsident wieder auf Wahlkampfreise gehen.

Halloween im Weißen Haus: Trump-Regierung macht aus Einwanderern ein Schreckgespenst

Zwei Tage vor den amerikanischen Zwischenwahlen verbreitet die Regierung von Donald Trump Halloween-Bilder, deren politische Botschaft wenig Raum für Missverständnisse lässt. Auf dem offiziellen Internetauftritt des Weißen Hauses erschien bereits am Donnerstag, 29. Oktober, ein Kürbis mit eingeschnittenem Sombrero. Dazu die Worte: „Die Gruselsaison ist da.“ Am Samstag legte Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins nach. Sie veröffentlichte das Bild eines schwarzen Mannes vor Geldstapeln, in der Hand einen offenbar brennenden Geldschein. Darüber stand „Betrüger bei der Lebensmittelhilfe“. Die Aufnahme war wie die Verpackung eines Halloween-Kostüms gestaltet. Der Begleittext erklärte, manche Kostüme hätten ihren Preis, dieses bringe eine Gefängnisstrafe mit sich.

Die Veröffentlichungen stehen mitten in einem Wahlkampf, in dem steigende Gesundheitskosten und die finanzielle Belastung amerikanischer Familien eine wichtige Rolle spielen. Trumps Regierung setzt dagegen auf scharfe Angriffe gegen Einwanderer und auf ihre Kampagne gegen Sozialleistungsbetrug. Dass der Landwirtschaftsministerin ausgerechnet die Lebensmittelhilfe für arme Menschen als Vorlage für einen Halloween-Scherz dient, zeigt, wie weit sich der Ton inzwischen von der Lebenswirklichkeit der Betroffenen entfernt hat. Für Millionen Amerikaner entscheidet diese Unterstützung darüber, ob am Monatsende noch genug Essen auf dem Tisch steht.

Der Sombrero hat im Weißen Haus bereits eine Vorgeschichte. Während des Regierungsstillstands im vergangenen Jahr verbreitete Trump ein künstlich erzeugtes Video, das den demokratischen Fraktionsführer Hakeem Jeffries mit falschem Schnurrbart und mexikanischem Hut zeigte. Die Demokraten wurden darin beschuldigt, sich stärker um Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus als um amerikanische Staatsbürger zu kümmern. Jeffries bezeichnete die Darstellung als rassistisch. Trotzdem lief das Video wiederholt im Presseraum des Weißen Hauses. Vizepräsident JD Vance versprach damals, die Sombrero-Bilder würden aufhören, sobald die Demokraten einer Beendigung des Regierungsstillstands zustimmten. Der Stillstand liegt inzwischen zurück. Der Sombrero ist wieder da.

Gleichzeitig verschärfte Washington seine Vorwürfe gegen demokratisch regierte Bundesstaaten. Kalifornien und Minnesota waren von Maßnahmen betroffen, die die Regierung mit mutmaßlichem Sozialleistungsbetrug begründete. Die dortigen Gouverneure warfen Washington vor, ihre Staaten aus politischen Gründen ins Visier zu nehmen. Auch die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar geriet unter Druck. Bundesbeamte durchsuchten im Oktober ihr Haus in Washington. Ermittlungen betreffen mögliche Unregelmäßigkeiten in Einwanderungsunterlagen ihrer Familie. Omar wurde in Somalia geboren und besitzt die amerikanische Staatsbürgerschaft. Die Regierung behandelt den Kampf gegen Betrug inzwischen als öffentliches Schauspiel. Wenige Tage vor der Wahl stehen dafür sogar die amtlichen Konten ihrer Minister bereit.

4 Millionen Dollar Lebensmittelhilfe: Ein Angeklagter wird zum Halloween-Kostüm der Regierung

Der Mann auf dem Bild der Landwirtschaftsministerin ist nach den verfügbaren Angaben Mercedes Reshard New, im Internet bekannt als „Shawty Dred“. Mehr als 2 Millionen Menschen folgen seinem Instagram-Konto. Dort zeigte er Privatflugzeuge, Luxuswagen von Rolls-Royce und gewaltige Bargeldstapel. Nun steht der 39-Jährige aus Atlanta unter dem Verdacht, über Jahre hinweg staatliche Lebensmittelhilfe in Millionenhöhe erschlichen zu haben. Die amerikanische Justiz erhob am 7. Oktober Anklage gegen ihn. Am 13. Oktober wurde er festgenommen. Seitdem befindet er sich in Bundesgewahrsam. Verurteilt ist er bislang nicht.

Die Vorwürfe wiegen schwer. Nach Darstellung der Bundesstaatsanwaltschaft kontrollierte New zwischen Januar 2020 und Juli 2026 mehr als 350 betrügerisch eingerichtete Konten des staatlichen Lebensmittelhilfeprogramms SNAP. Dafür seien gestohlene Identitäten verwendet worden. Elektronische Bezugskarten habe er an verschiedene Adressen im Großraum Atlanta schicken lassen. Seine Firma Shawty Dred LLC habe er als zugelassenen Händler für Lebensmittelhilfe registrieren lassen. Über solche Karten und die dazugehörige Zahlungsabwicklung seien rund 4 Millionen Dollar abgeflossen. Insgesamt sollen etwa 4,6 Millionen Dollar auf betrügerisch eingerichtete Konten übertragen worden sein.

Hinter den Zahlen stehen Leistungen, die Menschen mit geringem Einkommen beim Kauf von Lebensmitteln helfen sollen. Genau deshalb ist der Vorwurf besonders schwerwiegend. Wer diese Gelder stiehlt, greift auf Mittel zu, die für Familien bestimmt sind, deren Haushaltskasse oft schon vor Monatsende leer ist. Die Ermittler beschreiben einen Mann, der sich öffentlich mit einem kostspieligen Lebensstil präsentierte, während nach ihrer Darstellung staatliche Hilfsgelder in seine Verfügung gelangten. FBI-Ermittlungsleiter Marlo Graham erklärte, New habe das Geld mutmaßlich zur Finanzierung seines Luxuslebens verwendet. Ob sich diese Anschuldigungen vor Gericht beweisen lassen, bleibt abzuwarten. Beweise konnten bisher keine vorgelegt werden. Auch nicht für seine Unschuld. Und doch nutzt man einen evtuellen Fall gegen alle Hilfsbedürftigen.

Die Anklageschrift umfasst 46 Fälle von Postbetrug und 15 Fälle schweren Identitätsdiebstahls. Hinzu kommen Vorwürfe wegen Betrugs mit Lebensmittelhilfe und rechtswidriger Kartentransaktionen. Nach den Ermittlungen waren mit New verbundene Telefonnummern mehr als 9.000 Mal zum telefonischen Kontosystem der Lebensmittelhilfe durchgedrungen. Bereits im November 2025 hatte die zuständige Behörde seiner Firma die Zulassung als Händler entzogen. Etwa zwei Wochen später nahm ihn die örtliche Polizei wegen des mutmaßlichen Handels mit Bezugskarten fest und beschlagnahmte 14 Karten anderer Personen. Die Ermittlungen liefen weiter.

Jetzt verwendet eine Ministerin der Vereinigten Staaten sein Bild als vermeintlich fertiges Urteil. Auf der Halloween-Grafik steht bereits die Gefängnisstrafe, während das Strafverfahren noch läuft. Das Justizministerium selbst erinnert in seiner Mitteilung ausdrücklich daran, dass New bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig gilt. Landwirtschaftsministerin Rollins ließ diese Unterscheidung in ihrer Veröffentlichung verschwinden. Die Ermittler müssen den Fall vor Gericht beweisen. Für die politische Werbung der Regierung genügt schon ein Bild mit brennendem Geldschein.

10 Milliarden Dollar gefordert, vom Richter abgewiesen: Trumps Epstein-Klage endet mit einer Ohrfeige

Donald Trump wollte 10 Milliarden Dollar. Er bekam eine richterliche Entscheidung, die ihm bescheinigt, nach Strohhalmen zu greifen. Am Samstag, 31. Oktober 2026, wies Bundesrichter Darrin Gayles in Miami die Verleumdungsklage des amerikanischen Präsidenten gegen das Wall Street Journal und den Medienunternehmer Rupert Murdoch endgültig ab. Das Gericht untersagte damit eine erneute Einreichung derselben Klage. Für einen Präsidenten, der kritische Berichterstattung regelmäßig als „Fake News“ beschimpft und Journalisten persönlich angreift, ist das Urteil besonders bitter. Seine Forderung nach einer gewaltigen Entschädigung scheiterte ausgerechnet an den gesetzlichen Anforderungen, die eine freie Presse vor solchen Angriffen schützen.

Ausgangspunkt war ein Bericht über einen angeblichen Geburtstagsbrief an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Zu dessen 50. Geburtstag im Jahr 2003 hatte Ghislaine Maxwell ein Erinnerungsalbum zusammengestellt. Darin befand sich nach Darstellung der Zeitung ein Brief, der Trumps Namen trug und dessen Text von der Zeichnung einer nackten Frau eingerahmt war. Die Botschaft endete mit dem Wunsch nach einem glücklichen Geburtstag und vielen weiteren wunderbaren Geheimnissen. Trump bestritt, den Brief verfasst zu haben. Den Bericht bezeichnete er als falsch, böswillig und verleumderisch. Er behauptete, die Veröffentlichung habe ihm gewaltigen finanziellen Schaden zugefügt und seinem Ansehen geschadet.

Schon im April hatte Richter Gayles die erste Fassung der Klage zurückgewiesen. Trump erhielt Gelegenheit zur Nachbesserung und reichte im Mai eine überarbeitete Klageschrift ein. Auch diese überzeugte das Gericht nicht. Gayles verwies auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 1964 im Fall New York Times gegen Sullivan. Danach müssen öffentliche Persönlichkeiten nachweisen, dass eine Zeitung wissentlich falsche Behauptungen verbreitet oder die Wahrheit rücksichtslos missachtet hat. Genau diesen Nachweis blieb Trump schuldig. Seine Ausführungen seien pauschal, unklar und teilweise sogar mit dem beanstandeten Artikel unvereinbar. Die Klage versuche, Fehler in einer sorgfältigen journalistischen Recherche geradezu künstlich herzustellen. Besonders aufschlussreich: Die Zeitung hatte Trumps Dementi ausdrücklich veröffentlicht. Der Präsident wollte daraus dennoch einen Beleg für die angebliche Böswilligkeit der Berichterstattung machen.

Der Streit fällt in eine Zeit wachsender Auseinandersetzungen zwischen dem Weißen Haus und amerikanischen Nachrichtenredaktionen. Gegen die BBC und weitere Medienunternehmen führt Trump ebenfalls juristische Verfahren. Gleichzeitig klagen CNN, MS NOW und Politico wegen des entzogenen Zugangs zum Weißen Haus. Bereits Mitte September hatte die Regierung mehrere Redaktionen von der Berichterstattung vor Ort ausgeschlossen. Auch die Associated Press befindet sich in einem Rechtsstreit mit der Regierung. Noch am Samstag blieb eine öffentliche Reaktion des Weißen Hauses auf das Urteil aus. Trumps Anwälte kündigten dagegen an, ihren Kampf fortzusetzen. Der Präsident, der Zeitungen mit Milliardenforderungen überziehen kann, hat vor Gericht eine Grenze gefunden. Über den Epstein-Brief selbst hat Gayles damit kein abschließendes Echtheitsurteil gefällt. Entschieden wurde, dass Trump die Voraussetzungen für seine Verleumdungsklage nicht ausreichend darlegen konnte. Seine Forderung über 10 Milliarden Dollar ist vor diesem Gericht gescheitert.

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