Heute in unseren Kurznachrichten:
Orbán redet über bewaffneten Widerstand, Trump öffnet Putin den Dieselhandel, und die Ukraine soll bei Verhandlungen über ihre eigene Zukunft draußen bleiben. Und dann wird es richtig unangenehm: Hacker bringen Teile der amerikanischen Justiz zum Stillstand, Journalisten werden über harmlose Werbeanzeigen ausspioniert, und ausgerechnet ein Datensicherungsanbieter muss seine Dienste abschalten.
Vier Geschichten, bei denen man sich fragt, wer hier eigentlich noch die Kontrolle hat.
Orbán spricht über bewaffneten Widerstand gegen Ungarns neue Regierung, Premier Magyar droht mit lebenslanger Haft

16 Jahre lang regierte Viktor Orbán Ungarn. Jetzt sitzt er in der Opposition und spricht vor seinen Anhängern darüber, man könne Werkzeuge verteilen, stumpfe und scharfe, jeder wisse schon, was er damit anzufangen habe. Dazu lachte er. Ausgerechnet der Mann, der über Jahre den ungarischen Staat nach seinen Vorstellungen umgebaut hat, lässt nun solche Sätze fallen, weil seine Partei eine Wahl verloren hat. Ministerpräsident Péter Magyar reagierte mit einem Hinweis auf das Strafgesetzbuch. Für den gewaltsamen Umsturz der verfassungsmäßigen Ordnung drohen in Ungarn bis zu lebenslange Haft. Auch ein ehemaliger Regierungschef steht über diesem Gesetz nicht.
Die Äußerungen fielen am 18. Oktober bei einem Treffen der „Digitalen Bürgerkreise“ in Lakitelek. Ein Anhänger wollte von Orbán wissen, weshalb dessen groß angekündigter „nationaler Widerstand“ gegen die neue Regierung bislang kaum Menschen auf die Straße bringe. Orbáns Antwort fiel aufschlussreich aus. Seine Leute seien bereit, das Land allerdings noch nicht. Man könne die entsprechenden Gegenstände bereits verteilen. Erst müsse die Bevölkerung jedoch begreifen, dass sie von der neuen Regierung enttäuscht werde. Dann könne man zu großen Protesten übergehen. Offenbar betrachtet Orbán die Unzufriedenheit seiner Landsleute als eine Angelegenheit, deren Zeitpunkt er gern selbst bestimmen würde. Die Wähler haben ihm bereits gezeigt, dass sie dazu eine andere Auffassung besitzen.
Magyar bezeichnete die Aussagen als Überlegungen zu einem bewaffneten Aufstand und verwies auf Paragraf 254 des Strafgesetzbuches. Für eine gewaltsame Änderung der verfassungsmäßigen Ordnung sehe dieser 5 bis 20 Jahre Freiheitsstrafe oder lebenslange Haft vor. Bereits die Vorbereitung könne mit 1 bis 5 Jahren Gefängnis bestraft werden. Fidesz-Kommunikationsdirektor Bertalan Havasi nannte Magyars Anschuldigungen Unsinn und verlangte, der Ministerpräsident müsse bei Kenntnis konkreter Umsturzvorbereitungen sofort die Ermittlungsbehörden einschalten. Andernfalls könne er selbst gegen das Gesetz verstoßen. Orbáns Worte allein beweisen keine Vorbereitung eines bewaffneten Umsturzes. Die politische Verantwortung für solche Anspielungen verschwindet dadurch allerdings kaum.
Seit seine Fidesz-Partei 2026 gegen Péter Magyars Tisza-Partei verlor, ruft Orbán zum „nationalen Widerstand“ auf. Ähnlich hatte er bereits im Sommer in Tusnádfürdő und im September in Kötcse gesprochen. Die demokratische Abwahl eines Regierungschefs ist ein gewöhnlicher Vorgang. Dass der Abgewählte anschließend vor seinen Anhängern über scharfe und stumpfe Werkzeuge spricht, verdient sehr genaue Aufmerksamkeit. 16 Jahre konnte Orbán bestimmen, welche Regeln in Ungarn gelten sollten. Jetzt muss er lernen, dass sie auch für ihn gelten.
Trump öffnet Putin den Dieselhandel, die Türkei greift zu: Russlands Öl fließt wieder

Donald Trumps Entscheidung, die amerikanischen Sanktionen gegen russischen Dieselkraftstoff auszusetzen, trägt bereits Früchte. Für Moskau. Die Türkei hat mit Russland eine Vereinbarung über Diesellieferungen getroffen, nachdem Washington den Handel wieder ermöglicht hat. Energieminister Alparslan Bayraktar bestätigte am 18. Oktober die Einigung mit der russischen Seite. Welche Mengen Ankara erhalten soll und wann die Lieferungen beginnen, ließ er offen. Während Russland seinen Krieg gegen die Ukraine fortsetzt, öffnen sich für seine Treibstoffexporte wieder internationale Absatzmärkte. Der amerikanische Präsident hat dafür die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Noch vor wenigen Monaten hatte Russland seine Dieselausfuhren wegen Schwierigkeiten auf dem eigenen Markt eingeschränkt. Nun verweist Bayraktar auf die Vereinbarung zwischen Trump und Wladimir Putin. Sie habe die Lage verändert. Für die Türkei sei das Geschäft wichtig, um ihre Energieversorgung zu sichern. Ankara bezieht bereits Energieträger aus Russland und Iran, ebenso aus Aserbaidschan. Die neue Einigung erweitert diese Geschäftsbeziehungen. Dass ausgerechnet Washington dem russischen Diesel wieder den Weg freimacht, dürfte im Kreml kaum für schlechte Stimmung sorgen.
Russlands Vizepremier Alexander Nowak bestätigte am selben Tag Verhandlungen russischer Exporteure mit möglichen Abnehmern. Die amerikanische Seite habe bereits Unternehmen bestimmt, die als Vertragspartner auftreten sollen. Auch die Energieministerien beider Staaten stünden miteinander in Verbindung. Nach Unterzeichnung entsprechender Handelsverträge könne russischer Diesel innerhalb von 15 bis 20 Tagen die Vereinigten Staaten erreichen. Näher gelegene Länder könnten früher beliefert werden. Für den Transport nach Amerika seien Tankschiffe vorgesehen. Konkrete abgeschlossene Lieferverträge für den amerikanischen Markt nannte Nowak allerdings nicht. Die Grundlage wurde am 9. Oktober geschaffen. Trump verkündete damals eine Verständigung mit Putin über zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel für amerikanische und internationale Käufer. Weitere 500.000 Tonnen sollten im November folgen, anschließend eine Million Tonnen. Weitere drei Millionen Tonnen stellte er für einen Zeitraum in Aussicht, der vom Zustand russischer Raffinerien abhänge. Noch am selben Tag erteilte das amerikanische Finanzministerium die allgemeine Genehmigung Nr. 135. Sie erlaubt bis zum 7. April 2027 den Verkauf und Transport russischen Diesels sowie dessen Einfuhr, ausdrücklich auch in die Vereinigten Staaten.
Der Handel kommt bereits wieder in Bewegung. Am 13. Oktober wurde im russischen Ostseehafen Primorsk ein Tankschiff mit ungefähr 40.000 Tonnen Diesel beladen, bestimmt für Marokko. Am 15. Oktober wurde die Wiederaufnahme dieser Ausfuhren bekannt. Tatsächliche Lieferungen in die Türkei waren bis zum 18. Oktober noch nicht bestätigt. Die Vereinbarung mit Ankara steht, während die ersten Schiffe andere Ziele ansteuern. Putin erhält damit neue Absatzmöglichkeiten für russischen Treibstoff. Trump kann die Einigung als wirtschaftlichen Erfolg verkaufen. An den ukrainischen Fronten geht der Krieg unterdessen weiter.
Kaizen Webautobahn to Nowhere: Die Hacker sind drin, und Amerika sucht den Ausschalter

Die amerikanische Justiz hat ein Problem mit ihrem Briefkasten. Er hängt am Netz eines Rüstungsunternehmens, und dort ist offenbar eine Tür aufgegangen, die besser verschlossen geblieben wäre. Seit dem 15. Oktober stehen die Systeme des Bankruptcy Noticing Center still. Der Betreiber BAE Systems untersucht einen Sicherheitsvorfall. Sämtliche Bundesinsolvenzgerichte der USA sind von diesem Ausfall betroffen: Amtliche Benachrichtigungen werden über den Dienst weder erzeugt noch verschickt. Gerichtsentscheidungen mögen auf Papier ihre Gültigkeit behalten. Im Maschinenraum des Rechtsstaats herrscht Funkstille.
Gleich mehrere Internetadressen der Bundesjustiz sind betroffen, darunter bnc.uscourts.gov und bankruptcynotices.uscourts.gov. Auch notices.uscourts.gov sowie die landesweite Gläubigerregistrierung sind ausgefallen. Das Verwaltungsamt der US-Bundesgerichte stimmt sich mit den betroffenen Gerichten und BAE Systems ab. Über die Täter, eine verwendete Sicherheitslücke oder gestohlene Akten ist bislang nichts belegt. Der nachgewiesene Schaden genügt: Ein privater Dienstleister verliert die Verfügbarkeit seiner Systeme, und Gerichte in einem ganzen Land können über diesen Weg ihre Mitteilungen nicht mehr zustellen. Eine rechtliche Frist kennt keinen Respekt vor abgestürzten Rechnern.
Anderswo mussten die Hacker nicht einmal eine Tür eintreten. Sie kauften sich gewissermaßen den Platz davor. Bei Al Jazeera wurden 2024 und 2025 mindestens 45 Geräte über gezielte Internetanzeigen ins Visier genommen. Die israelische Spionagesoftware Candiru spielte dabei nach technischer Analyse eine entscheidende Rolle. Die Betroffenen mussten nichts anklicken. Mitunter lief die Anzeige unsichtbar im Hintergrund. Ein kurzer Ladevorgang genügte, Bling, damit das Gerät geprüft und bei passendem Ziel weiterer Angriffscode ausgeliefert werden konnte. Die Reklame versprach irgendetwas Belangloses; hinter ihr arbeitete ein Auswahlsystem für Überwachung.
Die Spur führt zu Discover-Tech, einem israelischen Unternehmen unter Leitung von Dekel Boni. Sein Werbecode übermittelte die Kennung des Geräts samt Internetadresse an einen eigenen Rechner. Erst dort fiel die Entscheidung, ob der Besucher interessant genug für den nächsten Schritt war. Schick, oder? Andere Besucher bekamen nichts Gefährliches geschickt. Die Werbenetzwerke sahen deshalb zunächst Anzeigen ohne eingebetteten Schadcode. Das ist technisch hinterhältig und wirtschaftlich ausgesprochen elegant: Die bezahlte Werbefläche übernimmt die Zustellung, der Angriff wird erst hinter der Fassade zusammengestellt.
Die guten Jungs des Citizen Lab an der Universität Toronto untersuchten die Verbindungsprotokolle und sicherten auf einem kompromittierten Windows-Rechner eine Programmdatei. Deren technische Eigenheiten stimmen mit bereits untersuchten Werkzeugen von Candiru überein. Die Forscher halten die Zuordnung für sehr sicher. Den Code, mit dem die ursprüngliche Sicherheitslücke ausgenutzt wurde, konnten sie jedoch nicht sichern. Ebenso unbekannt bleibt, welche Regierung den Angriff beauftragte. Schon 2020 waren Dutzende Telefone von Journalisten des Senders durch Pegasus angegriffen worden, damals mit einer anderen Methode. Offenbar reicht die Gefährdung längst über verdächtige Anhänge im E-Mail-Postfach hinaus.
Bis Anfang Oktober stand Discover-Tech bei Google und dem europäischen Werbeverband IAB Europe auf Listen zugelassener Anbieter, trotz jahrelanger Warnungen. Nach aktuellen Erkenntnissen flog die Firma heraus. Google sperrte den Zugang zu seinen Werbebörsen; weitere Werbedienstleister blockierten oder überprüften die Zusammenarbeit. Candiru selbst steht seit 2021 auf einer amerikanischen Handelsverbotsliste. 2025 wurden seine Vermögenswerte von der US-Investmentfirma Integrity Partners übernommen und nach Berichten in eine neue Gesellschaft überführt, die von diesen Beschränkungen nicht erfasst wird. Im Geschäft mit digitaler Überwachung scheint selbst ein Verbot gelegentlich eher der Beginn einer Umfirmierung zu sein.
Die Reichweite dieses Werbeapparats ist verstörend. Zwischen März und Juni 2026 gab Discover-Tech auf einer Plattform fast vier Milliarden Gebote für Werbeplätze ab. Anzeigen mit dem versteckten Rückrufcode erschienen in ungefähr 75.000 Mobilanwendungen und auf 120.000 Internetseiten. Ein beteiligtes Sicherheitsunternehmen schätzte den Verkehr auf etwa 10 Millionen Anzeigen täglich. Die Werbung tauchte auch in Netzen der NATO und der Vereinten Nationen auf, ebenso bei Einrichtungen der Europäischen Union und Behörden in rund 24 Ländern. Man warnte auch dort, aber Staatssekretärinen und Staatssekretäre wissen ja alles besser, also eigentlich wissen sie nichts. Direkt mit Candiru verbundene Anzeigen waren deutlich seltener und erreichten überwiegend private Anschlüsse.
Der dritte Vorfall trifft ausgerechnet einen Anbieter, der Kundendaten vor dem digitalen Absturz retten soll. Bei ConnectWise verschafften sich Unbefugte Zugang zu Anwendungsidentitäten des Sicherungsdienstes Cloud Backup, früher hallte aus dem Cyberwald noch der alte Name SkyKick. Solche Identitäten öffnen automatisierten Diensten den Zugriff auf Microsoft 365. Am 17. Oktober deaktivierte ConnectWise 7 davon und entzog betroffenen Verbindungen ihre Zertifikate. Doch einmal erteilte Zugriffsberechtigungen können weiterbestehen, bis sie ablaufen oder gesondert gesperrt werden. Eine verriegelte Eingangstür nützt wenig, wenn noch fremde Schlüssel in Umlauf sind.
Deshalb sollen Dienstleister ihre eigenen Microsoft-365-Umgebungen und die ihrer Kunden durchforsten: verdächtige Anmeldungen, heimliche Weiterleitungen von E-Mails, veränderte Benutzerrechte. ConnectWise schaltete zugleich den Sicherungsdienst sowie angeschlossene Sicherheits- und Verwaltungsangebote ab. Am frühen 19. Oktober liefen weder planmäßige Datensicherungen noch Wiederherstellungen aus den Archiven. Einen Termin für die Rückkehr gab es nicht. Die gespeicherten Archive seien verschlüsselt und abgeschirmt; Hinweise auf einen Zugriff darauf lägen bislang nicht vor, erklärte das Unternehmen. Über mögliche Eingriffe in laufende Kundenkonten sagt das wenig. Seit den Gegenmaßnahmen habe ConnectWise in seinen überwachten Bereichen keine weiteren erfolgreichen Angriffe beobachtet.
Drei unterschiedliche Vorfälle, kein belegter gemeinsamer Angreifer. Ein Gerichtsdienst verstummt. Journalisten können beim bloßen Laden einer Anzeige ausspioniert werden. Und ein Sicherungsanbieter muss den Schalter umlegen, weil fremde Zugangsrechte im Umlauf waren. Die moderne Welt vertraut darauf, dass irgendein Rechner im Hintergrund schon aufpassen wird. Im Oktober 2026 zeigte sich wieder, wie teuer dieses Vertrauen werden kann, sobald der falsche Mensch Administrator spielt und Regierungsbeamte einfach meinen, dass sie Ahnung haben, weil sie davor aus dem Warmwasserministerium kamen. Wer dort einen Wasserhahn aufdrehen konnte, dem dürfte die Sicherheit staatlicher Rechner kaum größere Schwierigkeiten bereiten, oder?
Putins neuer Friedensplan: Trump und Xi sollen die Ukraine unter sich aufteilen, Selenskyj darf draußen warten

Wladimir Putin träumt von einem neuen Jalta. 3 Männer an einem Tisch, eine Weltkarte vor sich und die Zukunft der Ukraine als Verhandlungsgegenstand. Donald Trump soll kommen, Chinas Staatschef Xi Jinping ebenfalls. Wolodymyr Selenskyj ist für diese Runde nicht vorgesehen. Europa auch nicht. Der russische Präsident möchte den Krieg, den er selbst begonnen hat, mit den mächtigsten Männern der Welt beenden und dabei Bedingungen durchsetzen, die Moskau begünstigen. Wer anschließend mit den Folgen leben muss, soll offenbar warten, bis die Herren fertig sind.
Den Vorschlag unterbreitete Putin Trump bereits am 9. Oktober telefonisch. Bei derselben Gelegenheit verständigten sich beide über russische Diesellieferungen. Ausgerechnet amerikanisches Geld soll damit wieder für russischen Treibstoff fließen, während Moskaus Armee ukrainische Städte angreift. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte Gespräche über ein mögliches Treffen, eine Tagesordnung stehe allerdings noch nicht fest. Trump habe bislang nicht zugesagt, erklärte ein hochrangiger amerikanischer Regierungsvertreter. Die Gelegenheit dürfte ihn dennoch reizen. Sein großspuriges Versprechen, den Krieg am 1. Tag seiner Präsidentschaft zu beenden, ist inzwischen fast 2 Jahre alt. Die russischen Raketen haben davon offenbar noch nichts erfahren.
Putin möchte das Treffen am 18. oder 19. November im chinesischen Shenzhen abhalten lassen, während dort die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft zusammenkommt. Moskau hat Peking bereits angesprochen. Die chinesische Führung habe grundsätzlich keine Einwände, sofern Trump mitspiele. Für Xi wäre die Zusammenkunft eine Gelegenheit, China als unverzichtbare Weltmacht zu präsentieren. Allerdings könnte das Schauspiel seine Beziehungen zu Europa beschädigen. In Peking weiß man, dass Geschäfte mit europäischen Staaten ihren Wert verlieren können, wenn China öffentlich bei Verhandlungen über ukrainisches Staatsgebiet mitwirkt. Das Weiße Haus schwieg zu dem Vorschlag, die chinesische Botschaft ebenfalls.
Trump arbeitet Putin derweil politisch entgegen. Nach dem Dieselgeschäft setzte er am Freitag die Umsetzung neuer Russland-Sanktionen aus, obwohl diese auf einem parteiübergreifend beschlossenen Gesetz beruhen, das er erst im September unterschrieben hatte. Selbst Republikaner kritisierten ihn. Ein Regierungsvertreter begründete die Entscheidung mit den hohen amerikanischen Kraftstoffpreisen. Nach Einschätzung von Energieexperten treibt jedoch vor allem der Irankrieg die Dieselpreise, während die russischen Liefermengen kaum ausreichen dürften, um daran viel zu ändern. Washington lockert also den Druck auf Moskau für einen wirtschaftlichen Nutzen, den Fachleute für gering halten.
Bei Selenskyj zeigt Trump erheblich weniger Geduld. Der ukrainische Präsident soll Angriffe auf russische Raffinerien einstellen. Trump brachte sogar einen Wechsel an der ukrainischen Staatsspitze ins Gespräch. Nach dem Angriff auf ein Ölterminal in St. Petersburg am Sonntag beschuldigte er Selenskyj öffentlich, dieser wolle den Krieg überhaupt nicht beenden und habe dies vermutlich niemals gewollt. Russland führt seinen Angriffskrieg fort, doch der amerikanische Präsident macht dem angegriffenen Land Vorwürfe, weil es russische Energieanlagen attackiert. Weitere Sanktionen gegen Moskau halte er zurück, damit Putin am Verhandlungstisch bleibe. Der Mann, der diesen Krieg beenden könnte, indem er seine Truppen zurückzieht, bekommt damit zusätzliche Rücksichtnahme aus Washington.
Moskau verfolgt bei dem vorgeschlagenen Treffen weit größere Ziele als eine Waffenruhe. Putin möchte Russland erneut als Großmacht anerkannt sehen, die mit Washington und Peking über die internationale Ordnung verhandelt. Ein ehemaliger russischer Geheimdienstoffizier verglich seine Vorstellungen ausdrücklich mit Jalta 1945. Damals berieten die Siegermächte über Europas Nachkriegsordnung. Putin scheint die Vorstellung zu gefallen, dass mächtige Staaten die Zukunft anderer Länder untereinander regeln können. Ob Trump und Xi solche weitreichenden Pläne unterstützen würden, ist offen. Schon das Bild einer solchen Zusammenkunft hätte allerdings Gewicht. In Taiwan dürfte man genau hinsehen. Peking hat den Einsatz militärischer Gewalt gegen die demokratisch regierte Insel niemals ausgeschlossen.
Selenskyj würde bei diesem Treffen fehlen. Ebenso die europäischen Regierungen, deren Sicherheit von einem möglichen Abkommen unmittelbar betroffen wäre. Genau diesen Ausschluss hält Moskau offenbar für einen Vorteil. Die europäischen Staaten gelten dem Kreml als Hindernis für einen russischen Sieg. Der Plan verspricht Putin einen Verhandlungstisch, an dem die Ukraine durch ihre Abwesenheit bereits geschwächt wäre. Noch steht kein Termin fest, und Trump hat keine Zusage erteilt. Doch schon der Vorschlag verrät, welche Vorstellung von Frieden Putin bevorzugt: Die Mächtigen sollen sich einigen, und die Menschen im angegriffenen Land sollen anschließend mit dem Ergebnis leben. Vor 81 Jahren wurden in Jalta Entscheidungen getroffen, deren Folgen Europa jahrzehntelang beschäftigten. Putin würde sich offenbar gern wieder an einen solchen Tisch setzen.

Orban hat von Trump gelernt.
Nur hat er Magyar erstmal gratuliert. Er hat von der ersten Sekunde an geplant sich die Regierung gewaltsam wieder zu holen.
Das ist ein Pulverfass.
Wenn Magyar zu früh agiert, könnte die Stimmung zugunsten Orban kippen.
Greift er zu spät ein, könnte es eine Gewaltwelle und eventuell sogar einen Militärputsch geben.
Putin genießt es.
Eine weitere Destabilisierung.
Wofür genau nochmal hat G7 die Dieselreserven frei gegeben?
Damit Trump mit Putin einen fetten Deal abschließen kann.
Und die Türkei stand immer auf der Seite Russlands, natürlich greifen sie gleich zu. Damit ist Erdogan neben Trump auch Mitschuld am Mord an den Ukrainern.
Ich wünsche mir die Zeiten zurück, als man aktiv auf einen Link klicken musste, um von Schadware herunter zu laden.
Heute reicht es online zu sein.
Kein Virenschutz hilft da.
Wo soll das hinführen?
Wenn 3 alte Diktatoren sich zusammen setzen, dann kann für den Rest der Welt nichts Gutes dabei raus kommen.
3 Mächte entscheiden über die Zukunft eines Landes, was sich seit Jahren gegen den Angriff Russlands wert.
Und was lese ich heute als Überschrift (weiß nicht mehr genau wo) „die Wahrscheinlichkeit für einen Frieden war noch nie so groß wie jetzt“ 🤬
Klar, ein Diktatfrieden mit kompletter Unterwerfung.
Und wieder schweigen Europa, NATO, G7/G20