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Eklat beim Republikaner-Parteitag: Epstein-Opfer wurden hinausgeworfen, weil eine Frage zu Trump zu nahe kam

VonTEAM KAIZEN BLOG

12. September 2026

Eine Frage genügte, und die Arena in Dallas hatte keinen Platz mehr für die Frauen, um die es angeblich geht. Das Sicherheitspersonal des republikanischen Parteitags zu den Zwischenwahlen führte 3 Epstein-Überlebende hinaus, kaum dass eine Journalistin einen Kandidaten für das Repräsentantenhaus nach den Epstein-Akten gefragt hatte. Mit ihnen ging die Frau, die sie als Gäste mitgebracht hatte. Die drei Frauen hatten Epsteins Verbrechen überlebt und waren wegen des Reading Room in der Stadt, der als Wanderausstellung gerade in Dallas Station machte. Der Saal trug den Namen „Trump-a-palooza“, ein Fest seiner selbst, und ein Fest duldet keine Zeuginnen.

Die unabhängige Journalistin Tara Palmeri war auf jedem vorgeschriebenen Weg in die Halle gekommen. Sie besaß einen Presseausweis und die Genehmigungen für das beispiellose Ereignis. Ihre vier Gäste, der Produzent und die drei Epstein Opfer, unter anderem Marijke Chartouni und Sharlene Rochard, hatten alle nötigen Zulassungen. Die vollständige Akkreditierung bewahrte am Ende niemanden davor, aus dem Saal geleitet zu werden. Palmeri hielt den Vorgang fest. Bild und Ton des Rauswurfs lagen damit öffentlich vor.

Wir sind Epstein-Überlebende. Wir wurden vom republikanischen Parteitag zu den Zwischenwahlen hinausgeworfen.

Drei Minuten nach dem Betreten begann der Ärger. Palmeri sprach Robert Burke an, einen Republikaner, der für einen Wahlkreis in den Vororten von Boston kandidiert, und fragte ihn nach Epsteins Verbrechen und der schleppenden Freigabe der Akten. Das sei ein wichtiges Thema, sagte Burke, nachdem sie ihm erklärt hatte, dass mehrere Überlebende bei ihr seien, denn man müsse wirklich wissen, was geschehen sei. So weit klang es nach dem Gegenteil dessen, was gleich folgen sollte.

Robert Burke

Burke bat die Frauen selbst, ihm Fragen zu stellen. In einer Halle, die für Beifall gebaut ist, trat eine von ihnen ans Mikrofon und fragte, ob er dafür einträte, jeden Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen, ganz gleich, welcher Partei er angehöre. Ihm sei einerlei, wer es sei, antwortete Burke, ein Übergriff bleibe ein Übergriff, Zustimmung bleibe Zustimmung. Dann fügte er ungefragt an, ein Freund von ihm habe sowohl Epstein als auch Ghislaine Maxwell vertreten. Den Namen dieses Mannes nannte er nicht. Ein Mann, der jeden zur Rechenschaft ziehen will, bringt von sich aus den Verteidiger des Täters ins Spiel und verschweigt ihn im selben Atemzug.

Palmeri führte das Gespräch zurück auf die zurückgehaltenen Papiere und fragte, warum Donald Trump die Akten nicht freigeben wolle. Das Justizministerium hat bislang rund 3 Millionen Seiten aus dem Bestand veröffentlicht. Zugleich haben seine Beamten eingeräumt, dass die Ermittlungen mehr als 6 Millionen Seiten hervorgebracht haben. Etwa die Hälfte liegt also weiter im Verschluss, obwohl der Kongress die Regierung im vergangenen Jahr zur Offenlegung verpflichtet hat. Die Zahlen stammen aus dem Ministerium selbst, das die Menge der Seiten nennt und die Hälfte davon zurückhält.

Burke wollte über Joe Biden reden. Der Verweis auf den Vorgänger dient als Ausweg, wenn die Spur ins eigene Lager führt. Doch darum gehe es doch, hielt Palmeri dagegen, wo am Ende die Verantwortung liege. Beim Justizministerium, sagte Burke. Und wer das Ministerium führe, fragte sie. Trump, räumte Burke ein, wandte aber ein, mit der Grundannahme ihrer Frage sei er nicht einverstanden. Kurz darauf erklärte er erneut, jeder Beteiligte müsse zur Rechenschaft gezogen werden, ganz gleich, wer er sei. Der Satz hielt genau so lange, bis Palmeri den einen Namen nannte, den er nicht meinte.

Und wenn es Trump selbst wäre, fragte sie. Er sei jahrelang mit Epstein befreundet gewesen und werde in den Akten tausendfach genannt. Was mit ihm passiert sei, ob sie ihn deshalb nicht vor Gericht gebracht hätten, gab Burke zurück, ehe er zurückruderte und die Frage unfair nannte. Danach sagte er, er würde eine zweite Fassung des Epstein Files Transparency Act unterstützen, in dieser Woche im Repräsentantenhaus eingebracht, und weitere Anhörungen zu den Taten des Menschenhändlers und seines Umfelds verlangen. Das Versprechen weiterer Anhörungen kostet nichts, solange die Papiere im Verschluss bleiben.

Der Sicherheitsdienst kam dazu

So sah die gesuchte Verantwortung aus, acht Minuten Gespräch, an deren Ende der Kandidat die eigene Frage unfair fand. Fast im selben Augenblick kam das Sicherheitspersonal auf die Gruppe zu und hielt ihr vor, sie trage Schilder und protestiere gegen die Veranstaltung. Schilder hatte niemand dabei gehabt, gefragt hatte nur eine Journalistin mit ihren Gästen. Palmeri sagte, sie sei als Pressevertreterin zugelassen. Man dürfe mit Gästen und mit Menschen reden, genau dafür sei man da, man sei Medium. Das Argument stand, doch die Halle hatte längst entschieden.

Begleitung nach draussen

Nichts davon hielt die Ordner auf. Die Frauen, die eigens für die Akten über ihr eigenes Leid angereist waren, wurden durch die jubelnde Halle nach draußen geführt, in der über dieses Leid so gern geredet wird. Nach den Akten zu fragen, machte aus der Journalistin eine Störerin, und die Überlebenden, die man vorgibt zu schützen, wurden zur Gefahr für die eigene Veranstaltung. Erst als Gäste geladen, dann als Protest hinausgesetzt, und dazwischen lag nur eine einzige unbequeme Frage nach den Akten. In derselben Halle, in der ein Kandidat feierlich versichert, jeder müsse büßen, ganz gleich, wer er sei, endete die Prüfung dieses Satzes an der Tür.

Nach Überprüfung der korrekten Akkreditierungen wurden die drei Epstein-Opfer und Tara hinausgeworfen.

Eine Bewegung, die den Fall Epstein zu ihrem Feldzug gemacht hat, verträgt seine Zeuginnen nur, solange sie stumm bleiben. Als stummes Beweisstück dürfen die Frauen bleiben. Sobald sie den Namen aussprechen, der in den Akten tausendfach steht, öffnet sich die Tür nach draußen. Der Reading Room lädt zur Lektüre der halben Wahrheit, während die andere Hälfte im Ministerium liegt, das dem Mann untersteht, nach dem niemand fragen soll.

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