Unsere Kurznachrichten: Trump scheitert erneut mit seinem Angriff auf das Geburtsrecht, Russland produziert neue Starlink-Störer in Serie, das FBI untersucht einen riesigen Datendiebstahl mit Millionen Führerscheinen und der Krieg zwischen den USA und Iran weitet sich am Golf weiter aus. Dazu zwingt ein US-Gericht Google zu Änderungen im Werbegeschäft – und die Niederlande ziehen 78 Tonnen Gold aus New York ab.
US-Bundesrichterin Deborah Boardman stoppt Trumps neuen Angriff auf das Geburtsrecht

Die US-Bundesrichterin Deborah Boardman vom Bundesbezirksgericht für den Bezirk Maryland hat auch Donald Trumps neuen Versuch gestoppt, das automatische Geburtsrecht auf die US-Staatsbürgerschaft einzuschränken. Boardman erließ eine einstweilige Verfügung gegen die Umsetzung der neuen Anordnung vom 6. August, mit der Trump nach seiner Niederlage vor dem Supreme Court einen zweiten Anlauf gestartet hatte. Der Oberste Gerichtshof hatte bereits am 30. Juni entschieden, dass Kinder, die in den USA geboren werden und unter die Sammelklage fallen, von Geburt an US-Bürger sind. Boardman schrieb nun unmissverständlich, die neue Anordnung sei für diese Gruppe „mit ziemlicher Sicherheit verfassungswidrig“, weil der Supreme Court genau diese Frage bereits entschieden habe. Trumps neue Anordnung richtet sich besonders gegen sogenannten Geburtstourismus und soll außerdem Kinder treffen, wenn ein Elternteil für eine ausländische Regierung arbeitet, durch Betrug oder geschäftliche Absprachen die Staatsbürgerschaft erreichen will oder als „feindlicher Ausländer“ eingestuft wird. Die Verfügung untersagt unter anderem dem Außenministerium, dem Heimatschutzministerium und der Sozialversicherungsbehörde, die Staatsbürgerschaft der betroffenen Kinder anzutasten oder nicht anzuerkennen. Das Justizministerium hatte eingewandt, die Klage komme zu früh, weil die Bundesbehörden noch gar keine endgültigen Regeln für die Umsetzung veröffentlicht hätten. Boardman ließ das nicht gelten und verwies darauf, dass der Wortlaut der Anordnung alle Kinder erfassen könne, die die Kriterien erfüllen, unabhängig davon, wann sie geboren wurden. Die Behörden dürfen zwar weiter Ausführungsregeln vorbereiten, die Staatsbürgerschaft der betroffenen Kinder aber vorerst nicht beschneiden.
Russland baut Starlink-Störer in Serie – doch der angebliche „Satelliten-Killer“ ist deutlich schwächer als behauptet

Russischer Soldat mit dem tragbaren Störsystem „Peroed-M“, das Funk- und Steuerverbindungen von Drohnen stören oder unterbrechen kann. Für eine gezielte Störung von Starlink ist das System nicht ausgelegt.
Russland hat mit der Serienproduktion des Systems „Wolna Kupol Garant“ begonnen, das Starlink-Verbindungen stören soll. Russische Staatsmedien feiern die Anlage bereits als hochwirksames Mittel gegen das Satellitennetz und behaupten sogar, die Technik könne Starlink-Satelliten im Orbit selbst beeinträchtigen. Genau daran haben Fachleute erhebliche Zweifel. Bekannt wurde das System im Juni, nachdem der ukrainische Spezialist für Kommunikation und elektronische Kriegsführung Serhij Beskrestnow darüber berichtet hatte.

Der Aufbau besteht aus mehreren Anhängern mit Satellitenschüsseln, die ihre Störsignale gezielt in Richtung der Starlink-Satelliten schicken sollen. Acht solcher Antennen sollen ausreichen, um Starlink-Terminals auf einer Fläche von rund 20 Quadratkilometern zu beeinträchtigen. Russische Angaben sprechen davon, dass mehrere Anlagen ganze Regionen abschirmen könnten und dutzende gleichzeitig eingesetzte Systeme einen zeitweisen Zusammenbruch der Starlink-Nutzung auslösen könnten. Ukrainische Soldaten bestätigen, dass russische Störtechnik Starlink an einzelnen Frontabschnitten tatsächlich schwächen kann. Von einem „Starlink-Killer“, wie russische Medien das System bereits nennen, ist die Technik dennoch weit entfernt. Ein Komplex soll rund 1,5 Millionen Dollar kosten, ist weitgehend stationär und deckt nur ein begrenztes Gebiet ab. Bei rund 20 Quadratkilometern Reichweite wären enorme Mengen nötig, um größere Frontabschnitte oder besetzte Gebiete abzudecken. Thomas Withington vom britischen Royal United Services Institute hält dieses Verhältnis für wirtschaftlich kaum tragfähig. Ein Drohneneinsatz könne die Störzone zudem schlicht umgehen.
Auch der ukrainische Sicherheitsanalyst Anton Semljanoi sieht keine völlig neue Bedrohung, weil ähnliche Reichweiten bereits mit vorhandenen russischen Systemen erreicht werden. Wahrscheinlich werden die neuen Anlagen zunächst zum Schutz wichtiger militärischer Einrichtungen in besetzten Gebieten und nahe der Grenze eingesetzt. Eine flächendeckende Abdeckung sei mit vertretbarem Aufwand kaum möglich. Hinzu kommt ein weiteres Problem für Russland: Wer starke Störsignale abstrahlt, verrät seinen eigenen Standort. Samuel Bendett vom amerikanischen Forschungszentrum CNA bezeichnet die Anlage deshalb selbst als eine Art stark sichtbaren Sender, der geortet und anschließend angegriffen werden kann.
Bereits jetzt gibt es Bilder zerstörter Systeme dieses Typs. Noch fragwürdiger ist die Behauptung, „Wolna Kupol Garant“ könne Starlink-Satelliten direkt im Weltraum stören. Für ein starkes Störsignal bis in den Orbit wäre eine enorme Sendeleistung notwendig. Fachleute sehen bislang keinen belastbaren Beleg dafür, dass Russland diese Fähigkeit tatsächlich besitzt. Wahrscheinlicher ist, dass die Anlage die Verbindung zwischen Bodenstation und Satellit mit starkem Funkrauschen überlagert und dadurch den Empfang oder die Datenübertragung in einem begrenzten Gebiet erschwert. Russland denkt offenbar trotzdem bereits über den Export der Technik nach. Aus der russischen Rüstungsindustrie heißt es, ähnliche Systeme könnten künftig an interessierte Staaten verkauft werden. Bendett nennt genau das beunruhigend, weil eine weitere Verbreitung die militärische Nutzung von Starlink in mehreren Regionen erschweren könnte. Dass Moskau sensible Militärtechnik an Partner weitergibt, wäre nichts Neues. Russland unterstützt Iran bereits seit Jahren bei der Entwicklung militärischer Systeme und soll Teheran unter anderem bei überschallschnellen Marschflugkörpern helfen. Die neue russische Anlage ist damit kein Wundergerät gegen Starlink, aber sie ist auch kein bedeutungsloses Experiment. Auf einzelnen Frontabschnitten kann sie Kommunikation empfindlich stören, und gerade deshalb dürfte sie dort eingesetzt werden, wo Russland besonders viel schützen will.
FBI prüft riesigen Datendiebstahl: Millionen Führerscheine aus USA und Kanada im Darknet

Das FBI untersucht einen möglichen Datendiebstahl, bei dem Führerscheine von mehreren zehn Millionen Menschen aus den USA und Kanada im Darknet zum Verkauf angeboten worden sein sollen. Der investigative Journalist Brian Krebs stieß auf eine Seite, die digitale Scans der Dokumente verkaufte, und bestätigte die Echtheit nach eigenen Angaben mit neun Betroffenen. Besonders brisant: Auch sein eigener Führerschein wurde dort als kostenlose Probe angeboten. Der Dienst nannte sich „Nexus“ und behauptete, neben Millionen Führerscheinen auch weitere Ausweise, Reisedokumente und Hunderttausende medizinische Datensätze zu besitzen. Krebs beobachtete, dass die Datenbank offenbar laufend aktualisiert wurde, was auf einen noch aktiven Zugriff auf gestohlene Daten hindeuten könnte. Ein Cybersicherheitsforscher von Infoblox sprach von einem bisher beispiellosen Ausmaß. Auch sein eigener Führerschein stand zum Verkauf. Nach seiner Einschätzung könnten dadurch sogar nationale Sicherheitsrisiken entstehen, wenn Daten hochrangiger Personen betroffen sind. Woher die Informationen stammen, ist bislang unklar. Der Identitätsprüfungsanbieter IDScan.net aus New Orleans erklärte Krebs zufolge, den Vorfall zu untersuchen, reagierte aber nicht auf wiederholte Anfragen. Kurz nach Veröffentlichung des Berichts verschwand die betreffende Darknet-Seite.
Iran feuert wieder auf US-Verbündete – während Washington meldet, bei einem Angriff seien Hochzeitsgäste getroffen worden

Der Krieg zwischen den USA und Iran frisst sich weiter durch die Golfregion. In der zweiten Nacht hintereinander griff Iran Staaten an, in denen amerikanische Truppen stationiert sind oder die eng mit Washington zusammenarbeiten. In Kuwait heulten am frühen Donnerstag erneut die Sirenen, die Luftabwehr schoss auf anfliegende Raketen und Drohnen, das Verteidigungsministerium sprach von „offener iranischer Aggression“. Auch Bahrain meldete abgefangene Angriffe. Iranische Staatsmedien erklärten, Ziele seien US-Stützpunkte in Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten gewesen. Teheran rechtfertigt die Angriffe mit Selbstverteidigung nach den neuen amerikanischen Schlägen auf iranisches Gebiet.
Washington hatte zuvor erneut Ziele in Iran bombardiert. Das US-Zentralkommando erklärte, angegriffen worden seien Luftverteidigungsstellungen, Radaranlagen, maritime Einrichtungen und weitere militärische Ziele. Bereits am Sonntag hatten US-Streitkräfte Raketenstellungen auf einer Insel in der Straße von Hormus getroffen. Nach amerikanischer Darstellung bereitete Iran dort den Einsatz von Minen gegen den Schiffsverkehr vor. Teheran antwortete mit Raketen auf amerikanische Stützpunkte in Jordanien. Nach US-Angaben wurden sie abgefangen. Dann kam die Meldung aus Kuhestak. Iranische Staatsmedien berichten, ein amerikanischer Angriff habe dort ein Haus getroffen, in dem eine Hochzeit gefeiert wurde. Vier Menschen seien getötet worden, zwei Frauen und zwei Kinder im Alter von vier und 16 Jahren. Mindestens 68 weitere Menschen seien verletzt worden. Zunächst hatte ein Provinzvertreter von fünf Toten gesprochen. Später wurde die Zahl auf vier korrigiert. Das US-Militär erklärte, es kenne die Berichte, greife aber niemals absichtlich Zivilisten an.

Auch auf See sterben inzwischen Menschen. Beim Angriff auf einen unter saudischer Flagge fahrenden Rohöltanker kamen zwei philippinische Seeleute ums Leben. Vierzehn weitere Mitglieder der philippinischen Besatzung überlebten. Wer den Tanker angegriffen hat, ist bislang unklar. Saudi-Arabien verurteilte die Attacke und forderte alle Seiten auf, die Eskalation zu stoppen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Straße von Hormus bleibt der gefährlichste Punkt dieses Krieges. In Friedenszeiten lief dort rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls hindurch. Inzwischen ist der Schiffsverkehr fast zusammengebrochen. Energiepreise steigen, Waren werden teurer, und jeder neue Angriff erhöht das Risiko, dass aus dem Krieg zwischen Washington und Teheran endgültig ein Krieg der gesamten Region wird.
US-Finanzminister Scott Bessent kündigte gleichzeitig an, den wirtschaftlichen Druck auf Iran weiter zu erhöhen. Washington spreche mit Staaten, die noch Geschäfte mit Teheran machen, und dränge sie, diese Beziehungen abzubrechen. Auf Russland angesprochen wich Bessent aus. Seine Botschaft an alle anderen war eindeutig: Abstand halten von Iran. Washington will Teheran wirtschaftlich so weit wie möglich von der Außenwelt abschneiden. Währenddessen versuchen Ägypten, Katar und Pakistan weiter, Washington und Teheran wieder an einen Tisch zu bekommen. Ägyptens Außenminister und sein katarischer Amtskollege warnten vor schweren Folgen für die Sicherheit der gesamten Region. Pakistan erklärte ebenfalls, weiter zwischen beiden Seiten zu vermitteln.
Die wirtschaftlichen Folgen in Iran werden gleichzeitig immer sichtbarer. Der Rial fiel auf ein neues Rekordtief. Für einen US-Dollar wurden in Teheran 2,2 Millionen Rial verlangt. Schon vor dem Krieg litt das Land unter hoher Inflation und schwachem Wachstum, seit Beginn der Angriffe jagt ein Tiefstand den nächsten. Auch die arabischen Staaten verlieren die Geduld. Der Rat der arabischen Innenminister verurteilte die iranischen Angriffe auf Kuwait, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain als Verstoß gegen das Völkerrecht. China und Ägypten forderten bei Gesprächen in Kairo ebenfalls ein Ende der Eskalation. Der Krieg wird damit nicht kleiner, sondern breiter. US-Bomben treffen iranisches Gebiet, Iran feuert auf amerikanische Verbündete, Seeleute sterben auf Tankern und aus Iran kommen Berichte über tote Kinder bei einer Hochzeit. Gleichzeitig reden Diplomaten über Verhandlungen, während jede Nacht neue Raketen fliegen.
US-Gericht zwingt Google zu Änderungen im Werbegeschäft – Zerschlagung bleibt aus

Die US-Bundesrichterin Leonie Brinkema hat das Justizministerium mit seiner Forderung abblitzen lassen, Google zum Verkauf eines Teils seiner Werbetechnik zu zwingen. Betroffen ist ausgerechnet der Bereich, der einen erheblichen Anteil an den fast 400 Milliarden Dollar jährlicher Werbeeinnahmen des Konzerns absichert. Statt Google aufzuteilen, verhängte das Gericht neue Regeln für das Geschäft auf dem digitalen Werbemarkt.
Es ist bereits das zweite Mal innerhalb eines Jahres, dass ein Bundesgericht nach der Feststellung einer Monopolstellung vor einer Zerschlagung zurückschreckt. Das vollständige Urteil bleibt zunächst 14 Tage unter Verschluss, damit beide Seiten den Text prüfen und mögliche Änderungen vorschlagen können. Schon 2024 war die Google-Suche als illegales Monopol eingestuft worden. Damals wollte das Justizministerium erreichen, dass Google seinen Browser Chrome verkauft. Auch diese Forderung scheiterte. Google musste stattdessen Suchdaten mit Konkurrenten teilen, durfte Chrome und Android aber behalten. Die Muttergesellschaft Alphabet kommt inzwischen auf einen Börsenwert von rund 4,11 Billionen Dollar. Gegner der großen Technologiekonzerne reagieren entsprechend scharf. Sasha Haworth vom Tech Oversight Project erklärte, die Richterin sende zur falschen Zeit die falsche Botschaft, während große Konzerne weiterhin neue und kleinere Wettbewerber vom Markt drängen.
Niederlande holen Gold aus New York – 78 Tonnen verlassen die USA

Die niederländische Zentralbank hat mehr als 78 Tonnen Gold aus New York abgezogen und nach London verlagert. Als Grund nennt die DNB die zunehmende geopolitische Unruhe und die Notwendigkeit, für Krisen besser vorbereitet zu sein. Der Schritt ist politisch heikel, denn in Europa wächst seit Monaten die Debatte darüber, ob Goldreserven unter Donald Trump noch dauerhaft in den USA lagern sollten. Politiker und Steuerzahlerverbände hatten offen davor gewarnt, Washington könne sich im Ernstfall Zugriff auf fremde Reserven verschaffen.
Die Niederlande verteilen ihre Bestände deshalb breiter und setzen stärker auf London, wo Gold im Krisenfall schneller handelbar sein soll. DNB-Chef Olaf Sleijpen erklärte, genau diese Verfügbarkeit sei entscheidend. London ist der weltweit größte Handelsplatz für physisches Gold und setzt jede Woche mehr als 900 Milliarden Dollar um. Die Niederlande halten insgesamt 612 Tonnen Gold. Neben den 78 Tonnen aus New York wurden weitere sieben Tonnen aus Ottawa abgezogen. Tatsächlich wurden nur 27 Tonnen physisch nach Europa transportiert, der Rest wurde in Nordamerika verkauft und in London neu gekauft. Frankreich hatte zuvor bereits sämtliches Gold aus der New Yorker Federal Reserve abgezogen und zwischen Juli 2025 und Januar 2026 verlagert. Auch dort hieß es offiziell, der Schritt sei nicht politisch motiviert. Gleichzeitig steigt der Goldpreis weiter und liegt nach einem Plus von 25 Prozent innerhalb eines Jahres bei rund 4.364 Dollar je Feinunze.
Gold hat US-Staatsanleihen inzwischen als größte Reserveanlage der Welt überholt. Deutschland hält weiterhin rund ein Drittel seiner Goldreserven in New York. Bundesbankpräsident Joachim Nagel hatte Forderungen nach einer weiteren Rückholung erst im Mai zurückgewiesen und erklärt, er habe keinen Zweifel daran, dass das Gold bei der Federal Reserve sicher liege. Die Niederlande sehen das offenbar vorsichtiger.
