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Frauen aus ICE-Haft schmuggeln Video nach draußen, Schläge, medizinische Notfälle und verschwundene Kinder

VonTEAM KAIZEN BLOG

17. August 2026

Frauen im Abschiebegefängnis von Basile in Louisiana drängten sich um ein Haft-Tablet, um ein Zeugnis anzulegen, bevor die Behörden ihnen das Reden nehmen. Eine Frau namens Larina führt die Aufnahme, benennt die Einrichtung als South Louisiana ICE Processing Center und schildert, was die Frauen um sie erlitten hätten. Dasselbe Tablet, das ihre Aussagen bewahrt, kann das Gefängnis jederzeit einziehen, und genau davor warnen sie immer wieder.

Larina sagt, ICE habe sie von ihrer 5 Monate alten Tochter getrennt, nachdem sie die Polizei gerufen habe, weil ihr Mann sie schlug. Statt Schutz als Opfer häuslicher Gewalt zu erhalten, sei sie verhaftet und in Einwanderungshaft gebracht worden. „Obwohl ich das Opfer war, wurde ich verhaftet“, sagt sie. Andere Mütter in Basile wüssten nicht, wo ihre Kinder seien, weil die Behörden sie fortgenommen und jede Auskunft verweigert hätten. Die Trennung reicht weiter als der bloße Abstand. Ob eine Mutter ihr Kind finden, seine Stimme hören oder es beruhigen kann, entscheidet die Behörde. Wo Anrufe und Tablets als Strafe entzogen werden, wird der Kontakt zum Kind selbst zum Mittel der Haft. Larina ist nach eigener Aussage längst zur Abschiebung angeordnet und sitzt dennoch seit 3 Monaten fest. Eine Kubanerin blieb sogar in Haft, nachdem sie ihr Verfahren gewonnen hatte, weil das Department of Homeland Security in Berufung ging. Die Regierung nennt Basile ein Aufnahmezentrum, die Frauen ein Gefängnis ohne absehbares Ende.

Wegen laufender rechtlicher Prüfungen und der bereits eingeschalteten Rechtsanwälte sowie der ACLU zeigen wir nur Teile des Materials und Personen, das uns vorliegt.

Betrieben wird das South Louisiana ICE Processing Center von der Firma GEO Group im Auftrag von ICE, ein Haus mit 1.000 Plätzen. ICE stellt die Haftgewalt, GEO führt die tägliche Verwahrung unter Vertrag. Gemeinsam bestimmen sie über Bewegung und Essen, über Arbeit und den Zugang zu Ärzten. Auch der Draht zur Außenwelt liegt allein in ihrer Hand.

Kelly, eine Venezolanerin, sagt, ihr sei nur eine Niere geblieben, und die versage nun. Sie zeigt Unterlagen ihrer Operation und berichtet, die Einrichtung verweigere ihr Untersuchungen und Medikamente. Auch die fachärztliche Behandlung, die sie brauche, bleibe aus. Sie leide unter Schmerzen beim Wasserlassen und unter Wassereinlagerungen und wache jeden Morgen auf einer harten Matratze mit Schmerzen an der verbliebenen Niere. Das gefrorene Essen tauge nicht für ihren Zustand, sauberes Wasser bekomme sie nicht, „gar nichts“. Beschwerden habe sie eingereicht, ohne Erfolg, und sie fürchte, dass ihr in der Haft etwas zustoße.

South Louisiana ICE Processing Center

Die Haftregeln von ICE verlangen den Zugang zu ärztlicher Versorgung, Notfälle eingeschlossen. Zahnbehandlung und seelische Hilfe zählen ausdrücklich dazu. Eine Bundesinspektion des Hauses hielt 15 Beanstandungen im allgemeinen Vollzug und 20 im medizinischen Bereich fest. Die Versäumnisse waren also längst bekannt, während die Frauen weiter von unbehandelter Krankheit berichten.

Die Frauen benennen Nancy, eine Ecuadorianerin im 3. Monat, die in ihrem Bett eine Fehlgeburt erlitten habe, ohne dass jemand ihr geholfen hätte. Zum Zeitpunkt der Aufnahme seien 3 schwangere Frauen in der Einheit gewesen, eine davon im 6. Monat, alle ohne die Betreuung, die sie brauchten. Dann tritt Brisa vor die Kamera, eine Mexikanerin mit 2 Kindern in den Vereinigten Staaten. Sie zeigt eine Amputation und sagt, sie verstehe nicht, warum der Eingriff vorgenommen wurde. Die Frauen um sie führen die Behinderung auf die mangelhafte Versorgung zurück, und Brisa wolle heim nach Mexiko, zu einem Arzt, dem sie vertraue. Obwohl ihre Abschiebung ansteht, halte ICE sie nach dem Eingriff weiter fest. Sie schuldeten ihr eine Auskunft darüber, was mit ihrem Körper geschah.

Eine weitere Frau, den Angaben nach eine Honduranerin, zeigt Blutergüsse über den ganzen Körper. Man habe sie geschlagen und in Einzelhaft gesperrt. Vom Kontakt zur Familie sei sie abgeschnitten worden, während die Verletzungen verblassten. Den Ort, an dem sie ohne Verbindung nach außen gehalten wurde, nennen die Frauen „den Mond“. Eine andere sagt, ein Beamter habe sie beim Herausziehen aus einem Fahrzeug am Arm gepackt und Spuren hinterlassen. Wehrt sich eine Frau oder klagt sie, droht ihr der „Mond“ oder der Entzug des Tablets, und verletzte Frauen würden abgeschnitten, damit kein Foto und kein Anruf festhält, was geschah.

Die Frauen berichten zudem von sexuellen Übergriffen durch Personal. Solche Kontakte lassen sich nicht als gewöhnliche private Beziehung deuten, denn das Personal bestimmt über Unterbringung und Strafe. Auch Medizin und der Kontakt nach außen liegen in seiner Hand. Basile trägt bereits eine Vorgeschichte. Eine Bürgerrechtsbeschwerde aus dem Jahr 2025 nannte sexuelle Übergriffe und körperliche Gewalt. Auch erzwungene Arbeit und medizinische Vernachlässigung standen darin, und Meldungen darüber seien ignoriert oder bestraft worden. ICE und GEO waren also längst gewarnt.

Zur Arbeit heißt es, die Frauen würden für 1 Dollar zu Schichten von mehr als 6 Stunden gezwungen. Kelly sagt, das Personal habe gefragt, ob sie arbeiten wollten, und nach ihrer Weigerung gedroht, Medikamente zurückzuhalten. Freiwillig ist keine Arbeit, deren Auftraggeber zugleich der Kerkermeister ist und über Medizin und Essen verfügt. Eine Frau, die nicht gehen und keine eigene Behandlung suchen darf, verhandelt mit GEO nicht als gleiche Arbeiterin.

Frauen, die nur Spanisch sprechen, werden verlacht. Larina sagt, im Speisesaal behaupte das Personal, kein Spanisch zu können, und treibe die Frauen nach wenigen Minuten hinaus. Über ihr fehlendes Englisch werde gespottet. Ohne Übersetzung kann keine von ihnen eine ärztliche Entscheidung begreifen oder einen Übergriff melden. Dazu kommen Ungeziefer und Krätze. Verschmutzte Matratzen und fehlende Reinigungsmittel ließen Krankheiten sich ausbreiten, und eine Kubanerin habe wiederholt um Hilfe für ein Hautleiden gebeten, ohne je eine Diagnose zu bekommen.

ICE und GEO schulden Antworten. Auf die Gewalt gegen die Frauen mit den Blutergüssen und auf die Behandlung, die Kelly verweigert wird. Auf die Fehlgeburt, die Nancy allein durchlitt, und auf den Eingriff, der Brisa eine Amputation hinterließ. Ebenso auf jene, die trotz Abschiebeanordnung oder gewonnenem Verfahren weiter festsitzen.

Zuletzt bittet Larina die Öffentlichkeit, ihre Stimme zu werden. Sollten die Tablets verschwinden, weil die Frauen geklagt haben, müssten die Menschen draußen wissen, warum. Sie warteten nicht auf ein Medienhaus oder eine genehmigte Untersuchung. Sie dokumentierten das Gefängnis selbst, mit ihren Verletzungen und ihren Notfällen als Beleg, und Schutz vor Vergeltung schulde man jeder von ihnen. Verschwindet das Tablet nach diesen Aussagen, löscht das Schweigen den Bericht nicht. Es wird zum letzten Teil dessen, was sie festgehalten haben.

Am 3. August folgte der nächste schwere Schlag. Die Frauen sind nach der Veröffentlichung in Einzelhaft gebracht worden. Aus der Einrichtung seien die Worte nach draußen gelangt. Eine unabhängige Bestätigung dieser Vergeltungsmaßnahme liegt bislang nicht vor. Sollte sie sich bestätigen, wäre genau das eingetreten, wovor die Frauen in ihrer Aufnahme vom 29. Juli gewarnt hatten. Wir setzen aktuell alles daran, den Frauen zu helfen. Ein Teil unseres Teams ist inzwischen vor Ort.

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