Der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Iran wird nicht nur über Raketen, Luftangriffe und diplomatische Erklärungen geführt. Immer stärker verlagert sich die Auseinandersetzung auf Handelswege, Häfen, Finanzströme und die Kontrolle darüber, wer sich überhaupt noch durch eine der wichtigsten Regionen der Weltwirtschaft bewegen darf. Am Dienstag meldete das US-Zentralkommando einen weiteren Zwischenfall im Persischen Golf. Nach Angaben des Militärs stoppten amerikanische Streitkräfte das siebte Handelsschiff, das versucht haben soll, die amerikanische Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen. Betroffen war die unter der Flagge Botswanas fahrende M/T Lexie.
Nach Darstellung des Militärs ignorierte die Besatzung über mehr als 24 Stunden wiederholte Warnungen amerikanischer Kräfte. Schließlich feuerte ein US-Flugzeug eine Hellfire-Rakete in den Maschinenraum des Schiffes und setzte es dadurch außer Betrieb. Der Vorfall ereignete sich nach späteren Angaben in der Nähe von Kharg Island im Persischen Golf – jenem Gebiet, das für Irans Ölwirtschaft seit Jahrzehnten von zentraler Bedeutung ist. Die M/T Lexie war nicht der erste Fall. Bereits wenige Tage zuvor hatten amerikanische Streitkräfte ein weiteres Handelsschiff, die Lian Star, auf vergleichbare Weise gestoppt. Nach Angaben des Militärs stieg damit die Zahl der außer Betrieb gesetzten kommerziellen Schiffe auf sechs, wobei eines später seine Fahrt fortsetzen durfte. Zusätzlich seien inzwischen 122 Schiffe umgeleitet worden.
Damit verändert sich die amerikanische Strategie sichtbar. Die Blockade richtet sich nicht mehr ausschließlich gegen einzelne Unternehmen oder Sanktionsempfänger. Sie greift direkt in Handelsbewegungen ein und verschiebt die Frage von wirtschaftlichem Druck hin zu operativer Kontrolle über Transportwege.
Parallel dazu verschärfte sich die militärische Lage in der gesamten Region weiter.
Das US-Militär erklärte, Iran habe am Dienstag Raketen und Drohnen gegen Bahrain, Kuwait sowie gegen zivile Schiffe in regionalen Gewässern eingesetzt. Mehrere Geschosse seien abgefangen worden oder hätten ihre Ziele nicht erreicht. Später meldete das Zentralkommando zusätzlich eine weitere iranische Drohnenwelle gegen amerikanische Kräfte in Kuwait. Amerikanische Luftabwehrsysteme hätten mehrere Drohnen zerstört. Schäden oder Verletzte habe es nach Angaben des Militärs nicht gegeben.
Iran stellte die Lage anders dar.
Die Revolutionsgarden erklärten, sie hätten das Hauptquartier der amerikanischen Fifth Fleet in Bahrain sowie ein amerikanisches Schiff angegriffen, das von iranischer Seite als Panaya bezeichnet wurde. Die Vereinigten Staaten reagierten wiederum mit Angriffen auf eine iranische militärische Bodenkontrollstation auf der Insel Qeshm vor der iranischen Küste. Washington sprach erneut von Selbstverteidigung und verwies auf das Verhalten Irans. Teheran wiederum erklärte genau diese Angriffe zur Begründung für die eigenen militärischen Maßnahmen. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die seit Tagen sichtbar ist. Während öffentlich weiter von Waffenruhe gesprochen wird, steigen gleichzeitig Zahl und Intensität der militärischen Kontakte.
Außenminister Marco Rubio sagte am Dienstag vor dem Senat, eine vorläufige Einigung mit Iran könne heute, morgen oder kommende Woche erfolgen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass niemand garantieren könne, ob eine solche Vereinbarung politisch tragfähig wäre. Rubio erklärte außerdem, dass Washington nicht bereit sei, zwei zentrale Forderungen Irans zu erfüllen – eine Lockerung der Sanktionen sowie die Freigabe eingefrorener Gelder – um Gespräche wieder in Gang zu bringen oder den Verkehr durch die Straße von Hormus zu stabilisieren. Und dann folgte das:
„Der Krieg ist vorbei“ – (Man muss sich inzwischen ernsthaft fragen, ob diese Regierung überhaupt noch weiß, was sie sagt und was sie tatsächlich tut: Anmerkung der Redaktion)
Präsident Donald Trump äußerte sich ebenfalls zu den Verhandlungen und erklärte, niemand könne sagen, wohin diese Gespräche letztlich führen würden.
Auch außerhalb Irans weitete sich der Konflikt weiter aus.
In Washington trafen sich Vertreter Israels und des Libanon zu neuen Gesprächen unter amerikanischer Vermittlung. Gleichzeitig setzte Israel seine Angriffe im Süden des Libanon fort. Marco Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten versuchten bewusst, die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon von den Verhandlungen mit Iran zu trennen. Nach amerikanischer Darstellung versuche Teheran dagegen, beide Entwicklungen miteinander zu verbinden und dadurch politischen Einfluss zu gewinnen.
Zusätzlich verschärfte Washington den wirtschaftlichen Druck. Das US-Finanzministerium verhängte Sanktionen gegen Nobitex, die größte Kryptobörse Irans, mehrere Gründer sowie weitere verbundene Akteure. Nach Darstellung der amerikanischen Regierung habe die Plattform geholfen, Sanktionen zu umgehen, internationale Geldströme aufrechtzuerhalten und Finanzbewegungen zugunsten iranischer Strukturen zu ermöglichen. Finanzminister Scott Bessent erklärte, die iranische Führung nutze digitale Vermögenswerte trotz wirtschaftlicher Krise gezielt zur Stabilisierung eigener Machtstrukturen.
Nach Angaben des Finanzministeriums wurden inzwischen Vermögenswerte in Höhe von fast einer halben Milliarde Dollar eingefroren. Gleichzeitig wurden internationale Finanznetzwerke und Lieferstrukturen stärker unter Druck gesetzt.
Eine zusätzliche Eskalation erfolgte auf See. Die Mediterranean Shipping Company, das größte Containerunternehmen der Welt, erklärte, ihr Schiff Sariska V sei beim Auslaufen aus dem irakischen Hafen Umm Qasr von zwei Geschossen getroffen worden. Die Besatzung blieb unverletzt. Iranische Stellen übernahmen später die Verantwortung und stellten den Angriff in Zusammenhang mit amerikanischen Aktionen gegen iranische Schiffe im Golf von Oman.
Die Märkte reagierten entsprechend nervös. Nachdem Ölpreise zunächst deutlich gestiegen waren, fielen sie am Dienstag wieder zurück. Die Unsicherheit blieb jedoch bestehen. Der Konflikt entwickelt sich damit weiter in eine Richtung, in der militärische Maßnahmen, wirtschaftlicher Druck und Handelskontrolle immer stärker ineinandergreifen. Gleichzeitig wird es schwieriger zu erkennen, wo wirtschaftliche Sanktion endet und direkte Konfrontation beginnt.
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Wie oft hat Trump oder seine Regierung jetzt den Irankrieg beendet?
6x? 7x?
Ich habe komplett den Überblick verloren.
Was USA und Iran sagen, weicht weiter voneinander ab, als die Entfernung zwischen den Ländern groß ist.
Mit solchen Angriffen von beiden Seiten, ust eine diplomatische Lösung sicher nicht in Kürze zu erwarten.
Die Märkte reagieren, Trump und seine Entourage kassieren.
Kein Wunder, dass Trump persönlich erstmal kein Interesse am Kriegsende hat.😞
Und der Kongress hält ihn nicht auf.