Greg Bovino gehörte lange zu den schlimmsten Stimmen für eine harte Abschiebungspolitik. Jetzt richtet sich seine Wut gegen Menschen, mit denen er selbst noch vor kurzer Zeit auf derselben Seite stand. Der frühere Border-Patrol-Kommandeur zieht derzeit durch konservative Medien und attackiert offen die Führung des Heimatschutzministeriums. Bei Auftritten mit Megyn Kelly, Alex Jones und Ann Coulter beschreibt er eine Regierung, die sich nach seiner Ansicht immer weiter von dem entfernt, was ursprünglich versprochen worden sei.
Besonders deutlich wurde Bovino bei Megyn Kelly. Auf die Frage, wie man Ergebnisse erziele, fiel seine Antwort knapp aus. Angst schaffen und harte Kontrollen. Keine gemischten Signale. Wenig später richtete sich sein Blick auf den Rücktritt von Mike Banks, Trumps früherem Border-Patrol-Chef. Bovino erklärte, er und Banks hätten dieselbe Linie vertreten. Er nannte außerdem Kristi Noem und Corey Lewandowski. Alle hätten für Abschiebungen im großen Stil gestanden und viele dieser Personen seien inzwischen nicht mehr im Heimatschutzministerium beschäftigt. Dann stellte er eine Frage, die eher wie ein Vorwurf klang als wie eine tatsächliche Frage: Was sagt einem das?
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Kurz danach wurde der Ton noch schärfer. Bovino sprach von „Schlangen“ innerhalb der Regierung und von Leuten, die seiner Meinung nach weiter Einfluss hätten. Er warnte Amerika davor und erklärte, bevor man zu einer kompromisslosen Einwanderungspolitik zurückkehren könne, müssten diese Leute verschwinden. Die Aussagen wirken wie ein offener Angriff auf frühere Verbündete. Aus politischen Unterschieden ist inzwischen sichtbarer Streit geworden.

Dabei steht Bovino selbst seit Längerem im Zentrum heftiger Kontroversen. Während seiner Zeit in Minneapolis kam es im Rahmen der Operation Metro Surge zu tödlichen Schüssen durch Bundesbeamte auf die US-Bürger Renee Good und Alex Pretti. Bovino bezeichnete sie damals über offizielle Regierungsseiten als Beteiligte an „Inlandsterrorismus“. Später übernahm die Regierung die Kontrolle über seine Konten und entfernte ihn aus den Einwanderungseinsätzen in Minneapolis. Tom Homan übernahm seine Aufgaben.

Zusätzliche Kritik entstand später wegen seines Auftretens in SS-Manier und seiner Aktivitäten in sozialen Netzwerken. Inzwischen fällt aber etwas anderes auf. Ein Mann, der jahrelang eine besonders harte Linie vertreten hat, greift nun öffentlich genau die Menschen an, die einst auf derselben Seite standen. Manchmal beginnen politische Konflikte nicht bei Gegnern. Manchmal fangen sie dort an, wo früher Einigkeit herrschte. Und: „Wir, die alle gegen Dich waren, haben gewonnen – Brother, that s it“ – auch wenn der Preis sehr hoch war.
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