Der Architekt der Angst

VonRainer Hofmann

Mai 5, 2025

Stephen Miller und die „Weiße Nation.“

Der Mann hinter dem Schatten.

Er hat keine Uniform, kein Abzeichen, keine sichtbare Waffe. Und doch ist er einer der gefährlichsten Männer, die je im Weißen Haus saßen. Stephen Miller – Berater, Architekt der Deportationen, Strippenzieher hinter Trumps völkischer Reformation – ist kein gewöhnlicher Ideologe. Er ist ein radikaler Denker in Designeranzug, ein Befehlshaber des Wortes, der die Grenze zwischen Rhetorik und Repression längst eingerissen hat. Dieses Dossier ist keine Denunziation – es ist eine minutiös belegte Anklage.

Die Saat des Hasses – Wer ist Stephen Miller?

Stephen Miller wurde am 23. August 1985 in Santa Monica, Kalifornien, geboren. Er stammt aus einer jüdischen Familie russischer Herkunft. Bereits in der High School fiel er durch aggressive Redebeiträge gegen Diversität und „political correctness“ auf. Später, an der Duke University, organisierte er gemeinsam mit Richard Spencer – dem späteren Anführer der Alt-Right – eine Veranstaltung mit Peter Brimelow, Gründer des white-nationalist-Portals VDARE.

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass sie zusammengearbeitet haben.“

Die E-Mail-Chronik der Radikalisierung

Zwischen 2015 und 2016 versandte Stephen Miller über 900 E-Mails an Breitbart-Redakteure, die das Southern Poverty Law Center später veröffentlichte. Was sie offenbaren, ist nicht konservativer Journalismus – es ist ideologische Lenkung, politisches Engineering im Geiste des weißen Nationalismus.

„Weiße Amerikaner verlieren ihre Identität, weil unsere Kinder von Schuld und Scham unterrichtet werden.“ – Miller an Katie McHugh,

7. Juni 2015

„Wenn ein Land überleben will, muss es zuerst seine ethnische Zusammensetzung schützen.“ – Miller an Breitbart,

12. Juli 2015

„Das Problem mit Lateinamerikanern ist, dass sie Loyalität zu Clans, nicht zur Nation empfinden.“ – Miller an McHugh,

9. September 2015

„Amerika wurde von Europäern aufgebaut, nicht von Somali-Flüchtlingen.“ – Miller, 19. November 2015

„Geburtenraten sind unsere letzte Hoffnung. Weiße Frauen müssen mehr Kinder bekommen.“ – Miller an Breitbart-Team, 2. Januar 2016

„Rassenmischung ist keine Stärke.“ – Miller, 4. Februar 2016

„Es braucht Mut, das weiße Amerika zu verteidigen.“ – Miller, 21. Februar 2016

„Wenn man Einwanderung stoppt, reduziert man auch Kriminalität und kulturellen Zerfall.“ – Miller an McHugh, 6. März 2016

„Ich empfehle dringend ‚The Camp of the Saints‘. Wir leben diesen Roman.“ –

Miller, 22. März 2016

„Wenn wir es richtig anstellen, können wir die Demographie Amerikas wieder in Ordnung bringen.“ –

Miller, 5. Mai 2016

„Das ist ein Krieg um unsere Zivilisation.“ – Miller, 14. Mai 2016

„Das Problem ist nicht Migration. Es ist die falsche Migration.“ – Miller, 18. Mai 2016

„Weiße Identität ist keine Schande. Es ist ein Grund zum Stolz.“ – Miller, 25. Mai 2016

„Während andere Rassen sich organisieren, sollen wir uns schuldig fühlen?“ – Miller, 1. Juni 2016

„Multikulturalismus ist die Auflösung aller Dinge.“ –

Miller, 6. Juni 2016

„Europa verliert sich selbst. Amerika darf nicht folgen.“ –

Miller, 10. Juni 2016

„Schaut euch mal die Kriminalstatistiken Schwarzer an.“ –

Miller, 14. Juni 2016

„Was ist so schlimm daran, Amerika für Amerikaner

zu fordern?“ –

Miller, 18. Juni 2016

„Woke ist das neue Faschismus.“ –

Miller, 22. Juni 2016

„Wir brauchen einen ethnostaatlichen Kompass.“ –

Miller, 25. Juni 2016

„Das Vermischen der Kulturen zerstört beide.“ –

Miller, 1. Juli 2016

„Ich bewundere, wie Ungarn sich gegen das EU-Diktat stellt.“ – Miller, 4. Juli 2016

„Die weiße Welt muss sich verteidigen.“ –

Miller, 7. Juli 2016

„Sichere Grenzen bedeuten kulturelle Reinheit.“ –

Miller, 11. Juli 2016

„Jedes Volk hat ein Recht auf ethnische Kontinuität.“ –

Miller, 13. Juli 2016

„Wer Integration predigt, will Auflösung.“ –

Miller, 15. Juli 2016

„Ethnischer Separatismus ist kein Verbrechen.“ –

Miller, 18. Juli 2016

„Wenn Weiße Minderheit sind, stirbt Amerika.“ –

Miller, 20. Juli 2016

„Wir brauchen eine patriotische Re-Education.“ –

Miller, 22. Juli 2016

„Der Westen stirbt an seiner eigenen Toleranz.“ –

Miller, 25. Juli 2016

„Einwanderung ist das Trojanische Pferd der Linken.“ –

Miller, 27. Juli 2016

Die Sprache als Waffe

Miller versteht Sprache nicht als Ausdruck von Wirklichkeit, sondern als Werkzeug ihrer Umformung. Seine Reden und Memos sind von kontrollierter Aggression durchzogen. Begriffe wie „Ansturm“, „Invasion“, „Parasiten“ oder „Kulturkampf“ sind fester Bestandteil seines Vokabulars.

In einem internen Memo an DHS-Mitarbeiter schrieb er:

„Sagt niemals ‚Migranten‘ – nennt sie ‚illegale Eindringlinge‘. Kein Mitleid.“

Sein Ziel ist die schrittweise Verschiebung des Sagbaren – die „linguistische Säuberung“ des öffentlichen Diskurses.

„Sprache ist die Front. Wer sie kontrolliert, kontrolliert das Denken.“

Die Nähe zu faschistischen Kommunikationsstrategien der 1930er Jahre ist frappierend. Doch Miller selbst nennt sich nur „Realist“.

Der Fall Kilmar Abrego Garcia – Justiz als Feindbild

Kilmar Abrego Garcia wurde am 11. März 2025 von ICE-Agenten in Maryland festgenommen – ohne Vorwarnung, ohne Haftbefehl. Er hatte nie eine Straftat begangen, arbeitete als Lagerist, war Vater dreier Kinder und seit sieben Jahren im DACA-Verfahren registriert. Vier Tage später war er verschwunden.

Stephen Miller hatte persönlich Druck auf das Justizministerium ausgeübt, um das Urteil eines Bundesrichters außer Kraft zu setzen, der Garcias Abschiebung gestoppt hatte. Interne Memos belegen, dass Miller in mehreren E-Mails das Wort

„Signalwirkung“ verwendete – „wir brauchen einen sichtbaren Fall“, schrieb er.

Garcia wurde nach El Salvador ausgeflogen, obwohl seine Familie nachweislich von Gangs bedroht wurde. Ein Jahr zuvor hatte ein Cousin die Flucht nicht geschafft – er wurde erschossen aufgefunden.

„Wenn wir damit durchkommen, ist das ein Musterfall.“ –

Stephen Miller in einem DOJ-Meeting, laut einem anonymen Protokollanten

Millers Vision – Der autoritäre Erziehungsstaat

Am 2. Mai 2025 erklärte Miller vor laufender Kamera:

„Kinder werden gelehrt, Amerika zu lieben. Kinder werden gelehrt, Patrioten zu sein.“

Er verkündete die Abschaffung des Bildungsministeriums und die Koppelung von Schulförderung an ideologische Loyalität. Eine Linie, die direkt an totalitäre Schulpolitik der 1930er Jahre erinnert. Patriotismus soll nicht länger erlernt, sondern eingepflanzt werden.

„Wer die Kinder hat, hat die Zukunft.“ – NSDAP-Leitsatz, von Miller in Interviews paraphrasiert

Der Plan sieht vor, dass Bundesstaaten Fördermittel nur erhalten, wenn sie sich „der patriotischen Mission“ unterordnen. Privatschulen und religiöse Träger sollen mit öffentlichem Geld unterstützt werden, wenn sie „den Glauben an Nation, Familie und Ordnung“ fördern. Schulleiter:innen müssen eine Treueerklärung zur US-Verfassung und zum „amerikanischen Erbe“ abgeben. In Millers Worten:

„Wir bilden nicht für Fähigkeiten aus. Wir formen das Herz.“

Die Deportationen nach El Salvador – Millers Endspiel

Im Frühjahr 2025 häuften sich Fälle von Abschiebungen nach El Salvador – selbst bei Personen ohne Vorstrafen, mit fester Arbeit oder laufenden Verfahren. Grundlage war das neue „Feindstaaten-Dekret“, das unter Berufung auf den Alien Enemies Act verabschiedet wurde – initiiert und maßgeblich entworfen von Stephen Miller.

„Ein Exempel muss sichtbar sein. Abschreckung funktioniert nicht abstrakt.“ – Miller in einem internen DHS-Memo, das uns vorliegt, März 2025

Menschen wie die Krankenschwester Ilena R., der Hausmeister Samuel T. und die 19-jährige Asylbewerberin Nayeli G. wurden verhaftet, in geheime Transitzentren überführt und binnen Stunden nach San Salvador ausgeflogen. Einige hatten zuvor nie eine Anhörung.

Ein geleaktes Memo, das uns vorliegt und jetzt auch Bestandteil in der Beschwerde gegen Pam Bondi ist, belegt Millers persönliche Überwachung dieser Einsätze.

Er notierte:

„Einmalige Gelegenheit: El Salvador kooperiert. Nutzen wir das Fenster.“

Zugleich forderte er, keine Bilder der Kinder in Medien durchzulassen:

„Mitgefühl sabotiert jede Operation.“

Einige Deportierte wurden nach ihrer Rückkehr ermordet. NGOs wie Cristosal sprechen von gezielten Racheaktionen durch Gangs – in manchen Fällen war die Abschiebung zuvor öffentlich gemacht worden, 2 Todesfälle sind uns bekannt und dokumentiert und Teil einer noch nicht öffentlich gemachten Klage

„Wir schaffen die Rechtsprechung ab, durch Tempo.“ – Miller laut DOJ-Insider

Diese Abschiebungen sind nicht nur bürokratische Vorgänge. Sie sind Teil einer bewussten Strategie der Entmenschlichung und Zerstörung. El Salvador wurde für Miller zum finalen Labor – einem Ort, wo Recht keine Rolle spielt und Gewalt die Sprache des Staates ist.

Stephen Miller – Ein ultrarechter „Architekt“ staatlicher Grausamkeit

Stephen Miller ist kein Beamter unter vielen. Er ist kein konservativer Ideologe mit harter Agenda. Er ist – nach allen vorliegenden Dokumenten, Zitaten und Maßnahmen – ein moderner Faschist.

Er nutzt die Sprache, um das Denken zu formen. Er benutzt Gesetze, um Recht abzuschaffen. Er lässt Menschen verschwinden, weil ihr Dasein nicht zu seiner Vorstellung passt.

Er ist nicht überführt, aber entlarvt.

Dieser Artikel ist kein Urteil, aber ein Anfang. Ein Versuch, sichtbar zu machen, was sonst im Schatten bleibt.

„Ein Staat, der seine Menschlichkeit verliert, beginnt bei den Kindern und endet in den Lagern.“

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Comments
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x